Abitur NRW Biologie 2023 · GK · Haupttermin
Abiturprüfung Biologie in Nordrhein-Westfalen 2023, GK · Haupttermin: 7 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Nervenzelle: Membranpotenziale und Erregungsleitung.
Themen der Prüfung: Nervenzelle: Membranpotenziale und Erregungsleitung · Synapse, Hormone und neuronale Plastizität · Umweltfaktoren und ökologische Nische · DNA, Proteinbiosynthese und Mutationen · Evolutionsfaktoren und Artbildung · Stammbäume, Verhalten und Evolution des Menschen
Aufgabe 1 - Umweltfaktoren und ökologische Nische · Umweltfaktoren und ökologische Nische
Material A: Die Gattung Ariamnes auf der Hawaii-Inselgruppe
Die Gattung Ariamnes gehört zur Familie der Haubennetzspinnen und kommt mit zahlreichen Arten auf der Hawaii-Inselgruppe vor. Die größte Art A. kahili wird maximal 11,3 mm groß. Ariamnes -Spinnen halten sich tagsüber in unterschiedlichen Ruhehabitaten versteckt (Tabelle 1). Es handelt sich um nachtaktive Räuber, die keine standortgebundenen Netze bauen, sondern auf der Suche nach Beute frei umherlaufen und ihre Beute mit einem zwischen den Hinterbeinen gewebten Netz fangen. Bei einigen Arten konnte zusätzlich ein kleptoparasitäres Verhalten beobachtet werden, bei dem diese Spinnen auf die Netze anderer Spinnenarten klettern und deren Beute oder die Spinnen selbst fressen. Fressfeinde der Ariamnes -Spinnen sind neben anderen Spinnen insbesondere Vögel.
Tabelle 1: Vorkommen und ausgewählte Merkmale der bekannten Ariamnes -Arten auf der Hawaii-Inselgruppe Art · Habitat · Ruhehabitat während des Tages · Form des Hinterleibs · Färbung · kleptoparasitäres Verhalten
A. huinakolu · Feuchtwald · Moos · kurz · dunkel · vorhanden
A. kahili · Feuchtwald · unter Blättern · langgestreckt · gold · vorhanden
A. uwepa · mäßig feucht · unter Blättern · langgestreckt · gold · nicht vorhanden
A. makue · mäßig feucht · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · vorhanden
A. poele · Feuchtwald · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · nicht vorhanden
A. melekalikimaka · Feuchtwald · unter Blättern · mittellang · gold · vorhanden
A. alepeleke · Feuchtwald · unter Blättern · mittellang · gold · nicht vorhanden
A. laau · Feuchtwald · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · vorhanden
A. corniger · trockener Wald · weiße Flechten · langgestreckt · matt weiß · nicht vorhanden
A. waikula · Feuchtwald · unter Blättern · langgestreckt · gold · nicht vorhanden
A. hiwa · Feuchtwald · Felsspalten · langgestreckt · dunkel · nicht vorhanden
Material B: Verwandtschaftsbeziehungen der Ariamnes -Spinnen
Die Hawaii-Inselgruppe liegt etwa 3800 km vom nordamerikanischen Kontinent entfernt im Pazifischen Ozean und ist vulkanischen Ursprungs. Sie umfasst neben der größten und jüngsten Insel Hawaii weitere Inseln, von denen Kauai die älteste ist (Abbildung 1). Die Inseln bieten vielfältige Lebensräume für eine große Zahl von Tier- und Pflanzenarten.
Mithilfe von mitochondrialen und nukleären DNA-Sequenzen wurden die Verwandtschaftsbeziehungen der Ariamnes -Spinnen der Hawaii-Inselgruppe analysiert und ein phylogenetischer Stammbaum erstellt (Abbildung 2). Dieser wurde um die Angaben zur heutigen Verbreitung der beschriebenen Ariamnes -Arten ergänzt. Die Spinnenart Argyrodes trigonum kommt in den USA vor, ist gelbbraun gefärbt und zeigt kleptoparasitäres Verhalten.
1. Nennen Sie eine Definition des Begriffs ökologische Nische und erläutern Sie auf dieser Grundlage die Koexistenz der beiden Arten A. huinakolu und A. kahili (Materialien A und B). Stellen Sie für die äußeren Merkmale der Arten A. makue, A. corniger und A. hiwa Hypothesen zu den jeweiligen Selektionsvorteilen auf (Material A). (16 Punkte)
Aufgabe 1 - Stammbäume, Verhalten und Evolution d… · Stammbäume, Verhalten und Evolution des Menschen
Material A: Die Gattung Ariamnes auf der Hawaii-Inselgruppe
Die Gattung Ariamnes gehört zur Familie der Haubennetzspinnen und kommt mit zahlreichen Arten auf der Hawaii-Inselgruppe vor. Die größte Art A. kahili wird maximal 11,3 mm groß. Ariamnes -Spinnen halten sich tagsüber in unterschiedlichen Ruhehabitaten versteckt (Tabelle 1). Es handelt sich um nachtaktive Räuber, die keine standortgebundenen Netze bauen, sondern auf der Suche nach Beute frei umherlaufen und ihre Beute mit einem zwischen den Hinterbeinen gewebten Netz fangen. Bei einigen Arten konnte zusätzlich ein kleptoparasitäres Verhalten beobachtet werden, bei dem diese Spinnen auf die Netze anderer Spinnenarten klettern und deren Beute oder die Spinnen selbst fressen. Fressfeinde der Ariamnes -Spinnen sind neben anderen Spinnen insbesondere Vögel.
Tabelle 1: Vorkommen und ausgewählte Merkmale der bekannten Ariamnes -Arten auf der Hawaii-Inselgruppe Art · Habitat · Ruhehabitat während des Tages · Form des Hinterleibs · Färbung · kleptoparasitäres Verhalten
A. huinakolu · Feuchtwald · Moos · kurz · dunkel · vorhanden
A. kahili · Feuchtwald · unter Blättern · langgestreckt · gold · vorhanden
A. uwepa · mäßig feucht · unter Blättern · langgestreckt · gold · nicht vorhanden
A. makue · mäßig feucht · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · vorhanden
A. poele · Feuchtwald · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · nicht vorhanden
A. melekalikimaka · Feuchtwald · unter Blättern · mittellang · gold · vorhanden
A. alepeleke · Feuchtwald · unter Blättern · mittellang · gold · nicht vorhanden
A. laau · Feuchtwald · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · vorhanden
A. corniger · trockener Wald · weiße Flechten · langgestreckt · matt weiß · nicht vorhanden
A. waikula · Feuchtwald · unter Blättern · langgestreckt · gold · nicht vorhanden
A. hiwa · Feuchtwald · Felsspalten · langgestreckt · dunkel · nicht vorhanden
Material B: Verwandtschaftsbeziehungen der Ariamnes -Spinnen
Die Hawaii-Inselgruppe liegt etwa 3800 km vom nordamerikanischen Kontinent entfernt im Pazifischen Ozean und ist vulkanischen Ursprungs. Sie umfasst neben der größten und jüngsten Insel Hawaii weitere Inseln, von denen Kauai die älteste ist (Abbildung 1). Die Inseln bieten vielfältige Lebensräume für eine große Zahl von Tier- und Pflanzenarten.
Mithilfe von mitochondrialen und nukleären DNA-Sequenzen wurden die Verwandtschaftsbeziehungen der Ariamnes -Spinnen der Hawaii-Inselgruppe analysiert und ein phylogenetischer Stammbaum erstellt (Abbildung 2). Dieser wurde um die Angaben zur heutigen Verbreitung der beschriebenen Ariamnes -Arten ergänzt. Die Spinnenart Argyrodes trigonum kommt in den USA vor, ist gelbbraun gefärbt und zeigt kleptoparasitäres Verhalten.
2. Nennen Sie die einzelnen methodischen Schritte, mit denen der in Abbildung 2 dargestellte phylogenetische Stammbaum erstellt wird (Material B). Analysieren Sie die phylogenetischen Verwandtschaftsverhältnisse und beziehen Sie dabei die Besiedlung der verschiedenen Inseln der Hawaii-Inselgruppe ein (Material B). Erläutern Sie zwei Wege, auf denen die jeweils neu entstandenen Inseln von Ariamnes -Spinnen besiedelt worden sein können (Materialien A und B). (22 Punkte)
Aufgabe 1 - Evolutionsfaktoren und Artbildung · Evolutionsfaktoren und Artbildung
Material A: Die Gattung Ariamnes auf der Hawaii-Inselgruppe
Die Gattung Ariamnes gehört zur Familie der Haubennetzspinnen und kommt mit zahlreichen Arten auf der Hawaii-Inselgruppe vor. Die größte Art A. kahili wird maximal 11,3 mm groß. Ariamnes -Spinnen halten sich tagsüber in unterschiedlichen Ruhehabitaten versteckt (Tabelle 1). Es handelt sich um nachtaktive Räuber, die keine standortgebundenen Netze bauen, sondern auf der Suche nach Beute frei umherlaufen und ihre Beute mit einem zwischen den Hinterbeinen gewebten Netz fangen. Bei einigen Arten konnte zusätzlich ein kleptoparasitäres Verhalten beobachtet werden, bei dem diese Spinnen auf die Netze anderer Spinnenarten klettern und deren Beute oder die Spinnen selbst fressen. Fressfeinde der Ariamnes -Spinnen sind neben anderen Spinnen insbesondere Vögel.
Tabelle 1: Vorkommen und ausgewählte Merkmale der bekannten Ariamnes -Arten auf der Hawaii-Inselgruppe Art · Habitat · Ruhehabitat während des Tages · Form des Hinterleibs · Färbung · kleptoparasitäres Verhalten
A. huinakolu · Feuchtwald · Moos · kurz · dunkel · vorhanden
A. kahili · Feuchtwald · unter Blättern · langgestreckt · gold · vorhanden
A. uwepa · mäßig feucht · unter Blättern · langgestreckt · gold · nicht vorhanden
A. makue · mäßig feucht · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · vorhanden
A. poele · Feuchtwald · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · nicht vorhanden
A. melekalikimaka · Feuchtwald · unter Blättern · mittellang · gold · vorhanden
A. alepeleke · Feuchtwald · unter Blättern · mittellang · gold · nicht vorhanden
A. laau · Feuchtwald · abgestorbene Farne · langgestreckt · dunkel · vorhanden
A. corniger · trockener Wald · weiße Flechten · langgestreckt · matt weiß · nicht vorhanden
A. waikula · Feuchtwald · unter Blättern · langgestreckt · gold · nicht vorhanden
A. hiwa · Feuchtwald · Felsspalten · langgestreckt · dunkel · nicht vorhanden
Material B: Verwandtschaftsbeziehungen der Ariamnes -Spinnen
Die Hawaii-Inselgruppe liegt etwa 3800 km vom nordamerikanischen Kontinent entfernt im Pazifischen Ozean und ist vulkanischen Ursprungs. Sie umfasst neben der größten und jüngsten Insel Hawaii weitere Inseln, von denen Kauai die älteste ist (Abbildung 1). Die Inseln bieten vielfältige Lebensräume für eine große Zahl von Tier- und Pflanzenarten.
Mithilfe von mitochondrialen und nukleären DNA-Sequenzen wurden die Verwandtschaftsbeziehungen der Ariamnes -Spinnen der Hawaii-Inselgruppe analysiert und ein phylogenetischer Stammbaum erstellt (Abbildung 2). Dieser wurde um die Angaben zur heutigen Verbreitung der beschriebenen Ariamnes -Arten ergänzt. Die Spinnenart Argyrodes trigonum kommt in den USA vor, ist gelbbraun gefärbt und zeigt kleptoparasitäres Verhalten.
3. Entwickeln Sie Hypothesen dazu, wie die Artenvielfalt der Ariamnes -Spinnen auf den Inseln Hawaiis evolutiv entstanden sein könnte (Materialien A und B). Prüfen Sie dabei, ob die goldene Färbung auf eine konvergente Entwicklung zurückzuführen ist (Materialien A und B). (16 Punkte)
Aufgabe 2 - Synapse, Hormone und neuronale Plasti… · Synapse, Hormone und neuronale Plastizität
Material A: Die Wirkung des Pestizids Azamethiphos
Lachsläuse ( Lepeophtheirus salmonis) sind parasitäre Kleinkrebse. Sie befallen den Atlantischen Lachs, leben auf dessen Körperoberfläche und ernähren sich von Schleim, Hautpartikeln und Blut der Fische. Betroffene Fische zeigen offene Wunden in der Haut und Blutarmut. Dies kann zum Tod der Fische führen.
In der Lachszucht führt ein Befall der Fische zu großen wirtschaftlichen Verlusten. Als Maßnahme wird in der Aquazucht das Pestizid Azamethiphos verwendet, das in geringen Mengen (0,2 µg pro Liter) den Zuchtbecken beigefügt wird. Um die Wirkung des Pestizids auf die Nervenzellen von Lachsläusen zu untersuchen, behandelte man homozygote Wildtyp-Lachsläuse für 24 Stunden mit Azamethiphos. Anschließend wurde die Aktivität des Enzyms Acetylcholinesterase (AChE) bei den so behandelten Wildtyp-Lachsläusen ermittelt (Abbildung 1).
Material B: Azamethiphos-Resistenz und ihre genetischen Ursachen
Nach jahrelangem, dauerhaftem Einsatz von Azamethiphos in der Aquazucht wurde eine weit verbreitete Resistenz bei Lachsläusen gegen dieses Pestizid festgestellt. Auf der Suche nach den Ursachen der Resistenz stieß man auf das ace1a -Gen der Lachslaus. Dieses codiert die Acetylcholinesterase.
Material C: Wirksamkeit von Azamethiphos bei unterschiedlichen Stämmen der Lachslaus
In Lachszucht-Gewässern Norwegens fand man Lachslaus-Stämme mit unterschiedlichen Genotypen bezüglich des ace1a -Gens. Es wurde die Wirksamkeit von Azamethiphos auf Lachsläuse der drei Stämme untersucht. Dazu behandelte man drei Lachslaus-Stämme für 24 Stunden mit diesem Pestizid und untersuchte die Auswirkungen (Abbildung 2). Anschließend wurde die Aktivität des Enzyms Acetylcholinesterase bei Stamm 1 unter dem Einfluss von Azamethiphos ermittelt (Abbildung 3).
Material D: Codesonne und Tabelle zum genetischen Code
1. Stellen Sie die Informationsübertragung an einer Synapse, die durch Acetylcholin gesteuert wird, in Form eines Fließdiagramms dar. Beschreiben Sie die Ergebnisse, die Abbildung 1 zeigt (Material A). Erläutern Sie, wie sich Azamethiphos sowohl auf der molekularen Ebene als auch auf der Ebene des Organismus auswirkt (Material A).
[21 Punkte]
a)
b)
c)
d)
Aufgabe 2 - DNA, Proteinbiosynthese und Mutationen · DNA, Proteinbiosynthese und Mutationen
Material A: Die Wirkung des Pestizids Azamethiphos
Lachsläuse ( Lepeophtheirus salmonis) sind parasitäre Kleinkrebse. Sie befallen den Atlantischen Lachs, leben auf dessen Körperoberfläche und ernähren sich von Schleim, Hautpartikeln und Blut der Fische. Betroffene Fische zeigen offene Wunden in der Haut und Blutarmut. Dies kann zum Tod der Fische führen.
In der Lachszucht führt ein Befall der Fische zu großen wirtschaftlichen Verlusten. Als Maßnahme wird in der Aquazucht das Pestizid Azamethiphos verwendet, das in geringen Mengen (0,2 µg pro Liter) den Zuchtbecken beigefügt wird. Um die Wirkung des Pestizids auf die Nervenzellen von Lachsläusen zu untersuchen, behandelte man homozygote Wildtyp-Lachsläuse für 24 Stunden mit Azamethiphos. Anschließend wurde die Aktivität des Enzyms Acetylcholinesterase (AChE) bei den so behandelten Wildtyp-Lachsläusen ermittelt (Abbildung 1).
Material B: Azamethiphos-Resistenz und ihre genetischen Ursachen
Nach jahrelangem, dauerhaftem Einsatz von Azamethiphos in der Aquazucht wurde eine weit verbreitete Resistenz bei Lachsläusen gegen dieses Pestizid festgestellt. Auf der Suche nach den Ursachen der Resistenz stieß man auf das ace1a -Gen der Lachslaus. Dieses codiert die Acetylcholinesterase.
Material C: Wirksamkeit von Azamethiphos bei unterschiedlichen Stämmen der Lachslaus
In Lachszucht-Gewässern Norwegens fand man Lachslaus-Stämme mit unterschiedlichen Genotypen bezüglich des ace1a -Gens. Es wurde die Wirksamkeit von Azamethiphos auf Lachsläuse der drei Stämme untersucht. Dazu behandelte man drei Lachslaus-Stämme für 24 Stunden mit diesem Pestizid und untersuchte die Auswirkungen (Abbildung 2). Anschließend wurde die Aktivität des Enzyms Acetylcholinesterase bei Stamm 1 unter dem Einfluss von Azamethiphos ermittelt (Abbildung 3).
Material D: Codesonne und Tabelle zum genetischen Code
2. Ermitteln Sie zu den in Tabelle 1 abgebildeten Nukleotidsequenzen jeweils die mRNA- und die Aminosäuresequenz sowie die Art der Mutation (Materialien B und D). Erläutern Sie, wie sich die Mutationen möglicherweise auf die Funktion der Acetylcholinesterase auswirken (Materialien A und B).
[16 Punkte]
a)
b)
c)
d)
3. Ermitteln Sie begründend, welche Genotypen die Stämme 1, 2 und 3 jeweils besitzen (Materialien B und C). Vergleichen Sie die Ergebnisse in Abbildung 3 mit denen in Abbildung 1 und entwickeln Sie eine Hypothese, die die Befunde erklärt (Materialien A bis C).
[17 Punkte]
e)
f)
g)
Aufgabe 3 - Evolutionsfaktoren und Artbildung · Evolutionsfaktoren und Artbildung
Material A: Überwinterung bei der Weinbergschnecke
Die Weinbergschnecke ( Helix pomatia) überwintert etwa von Oktober bis Anfang Mai zurückgezogen in ihrem mit einem Kalkdeckel dicht verschlossenem Schneckengehäuse unter Laubstreu eingegraben im Boden. Liegen die Temperaturen unter 8 °Celsius, stellt sich der Stoffwechsel der Weinbergschnecke auf die Kältestarre um. Während der Kältestarre nimmt die Schnecke keine Nahrung auf. Ihre Stoffwechselrate, ihr Sauerstoffverbrauch, ihr Herzschlag und die Aktivität ihres Nervensystems sind reduziert. Die Weinbergschnecke zehrt während dieser Zeit von den angefressenen Nährstoffreserven. Bei ausreichender Feuchtigkeit ist die Weinbergschnecke ab Mai wieder aktiv auf Nahrungssuche. Sie ernährt sich von weichen, welken Pflanzenteilen und Algenbewüchsen.
Material B: Erregungsleitung bei der Weinbergschnecke
Die Ausbildung und Weiterleitung von Aktionspotentialen wird auch bei der Weinbergschnecke durch spannungsgesteuerte Ionenkanäle ermöglicht. Es werden verschiedene Typen spannungsgesteuerter Natriumionen-Kanäle, abgekürzt Na v -Kanäle, aufgrund ihrer Eigenschaften unterschieden. Diese Na v -Kanäle weisen während der unterschiedlichen Phasen eines Aktionspotentials unterschiedliche Leitfähigkeiten auf (Abbildung 1). Je höher ihre Leitfähigkeit ist, umso mehr Natriumionen können durch den Na v -Kanal strömen.
Material C: Neurophysiologische Untersuchungen
Um die Aktivität von Neuronen im Gehirn der Weinbergschnecke genauer zu untersuchen, wurden verschiedene Experimente mit aktiven und mit überwinternden Weinbergschnecken durchgeführt. Die aktiven Schnecken wurden bei Raumtemperatur gehalten. Die überwinternden Schnecken wurden im Herbst in Kältestarre gesammelt und bei etwa 3 °Celsius aufbewahrt.
Bei aktiven und bei überwinternden Weinbergschnecken wurde jeweils die relative Dichte ausgewählter Na v -Kanäle der Neuronen im Gehirn untersucht (Abbildung 2).
Bei Neuronen im Gehirn der Weinbergschnecken wurden neurophysiologische Messungen vorgenommen. Der maximale Natriumionen-Strom durch Na v 1.9-Kanäle nach Reizung wurde sowohl bei Neuronen aktiver als auch überwinternder Weinbergschnecken gemessen (Abbildung 3).
Aufgabenstellung: Thema: Weinbergschnecken im Winter
1.
Erklären Sie, was man unter Selektion versteht. Leiten Sie aus der Lebensweise der Weinbergschnecke mögliche Selektionsvorteile ab (Material A).
(13 Punkte)
3.
Geben Sie an, wie der Begriff Mutation definiert ist. Erläutern Sie mithilfe der Synthetischen Evolutionstheorie, wie die neurophysiologischen Angepasstheiten der Weinbergschnecke entstanden sind (Materialien A bis C).
(14 Punkte)
Aufgabe 3 - Nervenzelle: Membranpotenziale und Er… · Nervenzelle: Membranpotenziale und Erregungsleitung
Material A: Überwinterung bei der Weinbergschnecke
Die Weinbergschnecke ( Helix pomatia) überwintert etwa von Oktober bis Anfang Mai zurückgezogen in ihrem mit einem Kalkdeckel dicht verschlossenem Schneckengehäuse unter Laubstreu eingegraben im Boden. Liegen die Temperaturen unter 8 °Celsius, stellt sich der Stoffwechsel der Weinbergschnecke auf die Kältestarre um. Während der Kältestarre nimmt die Schnecke keine Nahrung auf. Ihre Stoffwechselrate, ihr Sauerstoffverbrauch, ihr Herzschlag und die Aktivität ihres Nervensystems sind reduziert. Die Weinbergschnecke zehrt während dieser Zeit von den angefressenen Nährstoffreserven. Bei ausreichender Feuchtigkeit ist die Weinbergschnecke ab Mai wieder aktiv auf Nahrungssuche. Sie ernährt sich von weichen, welken Pflanzenteilen und Algenbewüchsen.
Material B: Erregungsleitung bei der Weinbergschnecke
Die Ausbildung und Weiterleitung von Aktionspotentialen wird auch bei der Weinbergschnecke durch spannungsgesteuerte Ionenkanäle ermöglicht. Es werden verschiedene Typen spannungsgesteuerter Natriumionen-Kanäle, abgekürzt Na v -Kanäle, aufgrund ihrer Eigenschaften unterschieden. Diese Na v -Kanäle weisen während der unterschiedlichen Phasen eines Aktionspotentials unterschiedliche Leitfähigkeiten auf (Abbildung 1). Je höher ihre Leitfähigkeit ist, umso mehr Natriumionen können durch den Na v -Kanal strömen.
Material C: Neurophysiologische Untersuchungen
Um die Aktivität von Neuronen im Gehirn der Weinbergschnecke genauer zu untersuchen, wurden verschiedene Experimente mit aktiven und mit überwinternden Weinbergschnecken durchgeführt. Die aktiven Schnecken wurden bei Raumtemperatur gehalten. Die überwinternden Schnecken wurden im Herbst in Kältestarre gesammelt und bei etwa 3 °Celsius aufbewahrt.
Bei aktiven und bei überwinternden Weinbergschnecken wurde jeweils die relative Dichte ausgewählter Na v -Kanäle der Neuronen im Gehirn untersucht (Abbildung 2).
Bei Neuronen im Gehirn der Weinbergschnecken wurden neurophysiologische Messungen vorgenommen. Der maximale Natriumionen-Strom durch Na v 1.9-Kanäle nach Reizung wurde sowohl bei Neuronen aktiver als auch überwinternder Weinbergschnecken gemessen (Abbildung 3).
Aufgabe 3 - Teilaufgabe 2: Neurophysiologische Mechanismen
2.1
Fassen Sie die Informationen aus Abbildung 1 zusammen und erläutern Sie, welche Rolle die einzelnen Natriumionen-Kanäle beim Ablauf eines Aktionspotentials spielen (Material B).
(13 Punkte)
2.2
Fassen Sie die Ergebnisse aus den Abbildungen 2 und 3 zusammen und erläutern Sie, wie sich diese auf die Erregungsleitung der Weinbergschnecke während der Kältestarre auswirken (Materialien A bis C).
(14 Punkte)
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Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen und dem IQB-Pool aller Jahre.
- Stoffkreisläufe und Einfluss des Menschen · 33 Aufgaben · 35 % Wahrscheinlichkeit
- Umweltfaktoren und ökologische Nische · 36 Aufgaben · 30 % Wahrscheinlichkeit
- Nahrungsbeziehungen und Populationen · 34 Aufgaben · 25 % Wahrscheinlichkeit
- Evolutionsfaktoren und Artbildung · 55 Aufgaben · 20 % Wahrscheinlichkeit
- DNA, Proteinbiosynthese und Mutationen · 38 Aufgaben · 20 % Wahrscheinlichkeit
- Humangenetik, Gendiagnostik und Gentechnik · 37 Aufgaben · 20 % Wahrscheinlichkeit
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