Aufgabe B4 · Abitur NRW Mathematik LK · Haupttermin · GTR 2023

Thema: Zufallsgrößen und Wahrscheinlichkeitsverteilungen · Aus der Prüfung LK · Haupttermin · GTR (2023)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung:

Ein Betrieb produziert Olivenöl und füllt dieses in Flaschen. Auf jeder Flasche ist als Füllmenge 600 ml600\text{ ml} angegeben.

a) Je zwölf Flaschen werden zu einem Karton zusammengepackt. Ein Karton wird als fehlerhaft bezeichnet, wenn mehr als eine seiner Flaschen weniger als 600 ml600\text{ ml} Öl enthält. Jede Flasche enthält mit einer Wahrscheinlichkeit von 1,5 %1{,}5\,\% weniger als 600 ml600\text{ ml} Öl.

(1)

Im Sachzusammenhang ist die Rechnung 0,98512≈83,4 %0{,}985^{12} \approx 83{,}4\,\% die Lösung einer Aufgabe.

Formulieren Sie dazu eine passende Aufgabenstellung und erläutern Sie, wie die Rechnung angesetzt wird. [3 Punkte]

(2)

(3)

Die Flaschen werden nacheinander geöffnet und ihre Füllmenge wird kontrolliert.

(4)

Ein Supermarkt bekommt regelmäßig stets gleich viele Flaschen geliefert. Im Mittel enthalten dabei mehr als 780 Flaschen mindestens 600 ml600\text{ ml} Öl.

(5)

Ein Supermarkt wird mit 150 Kartons beliefert.

b) Es soll angenommen werden, dass die Füllmenge der Flaschen normalverteilt ist mit Erwartungswert 600,5 ml600{,}5\text{ ml} und Standardabweichung 0,23 ml0{,}23\text{ ml}.

(1)

Es wird zufällig eine Flasche gewählt. Ermitteln Sie jeweils die Wahrscheinlichkeit der folgenden Ereignisse: [3 Punkte]

(2)

Eine Füllmenge kann nicht negativ sein. Die zur Modellierung genutzte Normalverteilung ist jedoch auch für negative reelle Zahlen definiert und liefert dort ausschließlich positive Werte.

Begründen Sie, dass die Normalverteilung trotzdem sinnvoll verwendet werden kann. [2 Punkte]

(3)

Der Betrieb will erreichen, dass seltener eine Flasche weniger als 600 ml600\text{ ml} Öl enthält. Für die dafür nötige Umstellung der Abfüllmaschine liegen zwei Vorschläge vor:

Vorschlag 1: Die eingestellte Füllmenge von 600,5 ml600{,}5\text{ ml} wird heraufgesetzt.

Vorschlag 2: Die Präzision, mit der die eingestellte Füllmenge von 600,5 ml600{,}5\text{ ml} eingehalten wird, wird gesteigert.

Der Erwartungswert der Zufallsgröße ist immer die eingestellte Füllmenge.

Die Abbildungen 1 und 2 zeigen jeweils den Graphen der Dichtefunktion, welche die Füllmenge der Flaschen vor der Umstellung der Maschine beschreibt:

Skizzieren Sie in Abbildung 1 einen möglichen Dichtefunktionsgraphen nach Umsetzung von Vorschlag 1 und in Abbildung 2 einen passenden Graphen für Vorschlag 2.

Begründen Sie anhand Ihrer Skizzen für beide Vorschläge, dass das Ziel des Unternehmens erreicht wird. [6 Punkte]

Aufgabenstellung: Aufgabe B4 · Abitur NRW Mathematik LK · Haupttermin · GTR 2023

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) (1) Formulieren Sie dazu eine passende Aufgabenstellung und erläutern Sie, wie die Rechnung angesetzt wird.

Lösung: Aufgabenstellung: „Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit dafür, dass in einem Karton alle Flaschen mindestens 600 ml Öl enthalten.“

a) (2) Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter 100 Flaschen genau drei weniger als 600 ml Öl enthalten.

Lösung: 12,6 % / 0,126

a) (3) Ermitteln Sie die Wahrscheinlichkeit dafür, dass erst die vierte geöffnete Flasche die erste kontrollierte ist, die weniger als 600 ml Öl enthält.

Lösung: 1,4 % / 0,014

a) (4) Ermitteln Sie die Mindestzahl an Flaschen, die eine reguläre Lieferung enthält.

Lösung: 792

a) (5) Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als 3 % der Kartons fehlerhaft sind.

Lösung: 4,7 % / 5,3 % / 5 % / ca. 5 % / 0,047 / 0,053 / 0,05

b) (1) Ermitteln Sie die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses A: „Die Flasche enthält mehr als 601 ml Öl.“

Lösung: 1,5 % / 0,015

b) (1) Ermitteln Sie die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses B: „Die Füllmenge der Flasche weicht höchstens um 0,5 ml vom Erwartungswert ab.“

Lösung: 97,0 % / 97 % / 0,970 / 0,97

b) (2) Begründen Sie, dass die Normalverteilung trotzdem sinnvoll verwendet werden kann.

Lösung: Die Wahrscheinlichkeit, die die verwendete Normalverteilung für negative Füllmengen liefert, ist so gering, dass sie im Sachzusammenhang vernachlässigt werden kann (P600,5;0,23(X<0)≈0P_{600{,}5; 0{,}23}(X < 0) \approx 0).

b) (3) Begründen Sie anhand Ihrer Skizzen für beide Vorschläge, dass das Ziel des Unternehmens erreicht wird.

Lösung: Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Flasche weniger als 600 ml Öl enthält, entspricht dem Inhalt der Fläche, die für X ≤ 600 zwischen dem Graphen der Dichtefunktion und der x-Achse liegt. Jeder der beiden Vorschläge führt zu einer Verkleinerung dieser Fläche.

b) (3) Skizzieren Sie in Abbildung 1 einen möglichen Dichtefunktionsgraphen nach Umsetzung von Vorschlag 1 und in Abbildung 2 einen passenden Graphen für Vorschlag 2.

Lösung: Abbildung 1 (Vorschlag 1): Der Graph behält im Wesentlichen seine Form, ist jedoch nach rechts verschoben (Hochpunkt liegt rechts von 600,5). Abbildung 2 (Vorschlag 2): Der Hochpunkt bleibt bei x = 600,5, ist jedoch höher, und der Graph verläuft schmaler (geringere Standardabweichung).

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