Aufgabe 1 - Teilaufgabe 1 · Abitur NRW Physik GK · Nachtermin 2022

Thema: Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern · Aus der Prüfung GK · Nachtermin (2022)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Massenspektrometrie

Die Teilaufgaben befassen sich mit verschiedenen Gesichtspunkten der Massenbestimmung geladener Teilchen.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

Geladene Teilchen lassen sich auf eine Kreisbahn lenken, was man sich zur Bestimmung ihrer Masse zunutze macht. Abbildung 1 stellt dazu den schematischen Aufbau eines Massenspektrometers dar.

Die Quelle sendet hier einfach negativ geladene Ionen aus, die unterschiedliche Geschwindigkeiten und Richtungen haben. Blende I lässt nur Ionen mit der eingezeichneten Richtung in den Geschwindigkeitsfilter gelangen. Der Filter besteht aus zwei entgegengesetzt geladenen Metallplatten; zwischen ihnen herrscht ein Magnetfeld der Stärke B1B_1 (in Richtung der Zeichenebene). Nur Ionen mit einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Filter. Die eigentliche Massenbestimmung findet hinter der Blende II im Magnetfeld der Stärke B2B_2 mit den Detektorplatten statt.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

a)

Ionen einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Geschwindigkeitsfilter nur dann ohne Ablenkung, wenn die Spannung UU zwischen den Metallplatten passend gepolt ist.

Obere Metallplatte:

Untere Metallplatte:

Zwischen den Metallplatten erfahren die Ionen sowohl durch das elektrische als auch durch das magnetische Feld je eine Kraft.

Die elektrische Feldstärke zwischen den Metallplatten wird mit EE bezeichnet.

b)

Die Ionenmasse heißt mm, die Ladung qq und der Kreisbahnradius rr.

In einem bestimmten Fall beträgt die Spannung zwischen den Metallplatten U=450 VU = 450\text{ V} bei einem Plattenabstand von d=1,00 cmd = 1{,}00\text{ cm}.

Die magnetischen Felder haben die Stärken B1=0,400 TB_1 = 0{,}400\text{ T} bzw. B2=0,300 TB_2 = 0{,}300\text{ T}. Für den Radius der abgebildeten Kreisbahn wird r=16,7 cmr = 16{,}7\text{ cm} gemessen.

c)

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 - Teilaufgabe 1 · Abitur NRW Physik GK · Nachtermin 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) • Geben Sie in Abbildung 1 an, wie die Spannung U gepolt sein muss (obere Metallplatte).

Lösung: positiv / +

a) • Geben Sie in Abbildung 1 an, wie die Spannung U gepolt sein muss (untere Metallplatte).

Lösung: negativ / -

a) • Zeichnen Sie in Abbildung 1 die beiden zugehörigen Kraftpfeile für den Fall ein, dass die Ionen den Geschwindigkeitsfilter ohne Ablenkung durchlaufen.

Lösung: Kraftpfeil für die elektrische Feldkraft FelF_{\text{el}} senkrecht nach oben gerichtet; Kraftpfeil für die Lorentzkraft FLF_{\text{L}} senkrecht nach unten gerichtet; beide Pfeile sind gleich lang.

a) • Leiten Sie mithilfe der wirkenden Kräfte die Gleichung v = E / B_1 für die Geschwindigkeit her, bei der die Ionen den Geschwindigkeitsfilter ohne Ablenkung durchlaufen.

Lösung: Fel=FL  ⟹  q⋅E=q⋅v⋅B1  ⟹  v=EB1F_{\text{el}} = F_{\text{L}} \implies q \cdot E = q \cdot v \cdot B_1 \implies v = \frac{E}{B_1}

a) • Erläutern Sie, weshalb ausschließlich Ionen mit exakt dieser Geschwindigkeit v durch die Öffnung der Blende II gelangen.

Lösung: Auf das negativ geladene Ion wirkt die elektrische Feldkraft nach oben. Bewegt sich dieses Ion durch das Magnetfeld, wirkt außerdem die Lorentzkraft auf das Ion. Diese ist nach unten gerichtet und ihr Betrag ist anders als bei der elektrischen Feldkraft geschwindigkeitsabhängig. Nur wenn die elektrische und die Lorentzkraft gleich groß sind, wirkt keine resultierende Kraft auf das Ion und es wird beim Durchfliegen des Geschwindigkeitsfilters nicht abgelenkt. Daher können nur Ionen mit der durch die Stärke der Felder vorgegebenen Geschwindigkeit v die Öffnung der Blende II erreichen.

b) • Erläutern Sie, weshalb die Ionen sich im rechten Teil der Anordnung in Abbildung 1 auf einer kreisförmigen Bahn bewegen.

Lösung: Während das Ion das Magnetfeld durchquert, wirkt die Lorentzkraft FLF_{\text{L}} zu jedem Zeitpunkt senkrecht zur Bewegungsrichtung des Ions, so dass sich der Geschwindigkeitsbetrag nicht ändert. Im homogenen Feld wirkt die Lorentzkraft daher auch noch stets mit gleichem Betrag und somit insgesamt als Zentripetalkraft FZF_{\text{Z}}, die das Ion auf eine Kreisbahn zwingt.

b) • Leiten Sie von einem Kraftansatz aus die Gleichung m = (q · B_2 · r) / v her, mit der sich die Ionenmasse bestimmen lässt.

Lösung: FZ=FL  ⟹  m⋅v2r=q⋅v⋅B2  ⟹  m=q⋅B2⋅rvF_{\text{Z}} = F_{\text{L}} \implies m \cdot \frac{v^2}{r} = q \cdot v \cdot B_2 \implies m = \frac{q \cdot B_2 \cdot r}{v}

b) • Weisen Sie durch eine Rechnung nach, dass zwischen den Metallplatten die elektrische Feldstärke E = 45000 V/m vorliegt.

Lösung: E=Ud=450 V1,00 cm=450 V0,0100 m=45000 VmE = \frac{U}{d} = \frac{450\text{ V}}{1{,}00\text{ cm}} = \frac{450\text{ V}}{0{,}0100\text{ m}} = 45000\text{ }\frac{\text{V}}{\text{m}}

b) • Berechnen Sie die Ionenmasse m.

Lösung: 7,1⋅10−26 kg7{,}1 \cdot 10^{-26}\text{ kg} / 7,1⋅10−23 g7{,}1 \cdot 10^{-23}\text{ g} / 43 u43\text{ u}

c) Begründen Sie, warum der komplette Aufbau in Abbildung 1 im Vakuum sein muss.

Lösung: Wenn sich der Aufbau nicht in einem Vakuum befindet, so würden die Ionen auf ihrem Weg durch die Apparatur relativ schnell durch Stöße ihre Bewegungsenergie an die Luftteilchen abgeben und dabei auch ihre Richtung ändern, sodass nur noch wenige Ionen den Geschwindigkeitsfilter passieren und auch die definierte Ablenkung hinter Blende II nicht mehr gelingt. Damit lassen sich keine Rückschlüsse auf die Ionenmasse ziehen.

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