Aufgabe 3 - Teilaufgabe 2: Herausfiltern von Heli… · Abitur NRW Physik LK · Nachtermin 2023
Thema: Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern · Aus der Prüfung LK · Nachtermin (2023)
Aufgabenstellung
Aufgabenstellung:
Aufgabe: Kernfusionsreaktoren
Wenn Fusionsreaktoren und ihre Technik weiter erforscht und optimiert werden, könnten sie künftig eine Alternative zu den bisher üblichen Energieträgern darstellen. Der ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) in Südfrankreich, der in den Abbildungen 1 und 2 dargestellt ist, ist ein Beispiel für einen solchen Reaktor. Um zu verstehen, wie Fusionsreaktoren funktionieren, spielen elektrische und magnetische Felder eine zentrale Rolle.
Teilaufgabe 2: Herausfiltern von Heliumkernen
Damit die Fusion funktioniert, dürfen die entstehenden Heliumkerne als Fusionsprodukte das Deuterium-Tritium-Gasgemisch nicht verunreinigen. Sie müssen deshalb entfernt werden. Im Folgenden werden mehrere Filtermöglichkeiten betrachtet.
a)
Ein Wienfilter lässt ausschließlich geladene Teilchen einer bestimmten Geschwindigkeit durch. Hierfür überlagern sich ein Magnetfeld der Stärke und ein elektrisches Feld der Stärke (siehe Abbildung 3).
• Beschreiben Sie mithilfe von Abbildung 3, wie ein Wienfilter aufgebaut ist.
• Leiten Sie her, dass ausschließlich geladene Teilchen mit der Geschwindigkeit den Wienfilter ohne Ablenkung durchqueren.
• Entscheiden Sie, auf welcher der gekrümmten Bahnen in Abbildung 3 sich ein Heliumkern für bewegt.
Die Heliumkerne sind 15-mal so schnell wie die Deuterium- und Tritiumkerne zuvor.
• Erläutern Sie, auf welche Weise sich mit einem Wienfilter Heliumkerne aus dem Deuterium-Tritium-Gasgemisch entfernen lassen.
b)
Im ITER liegt ein Magnetfeld der Stärke vor. Aus baulichen Gründen wäre für einen Kondensator nur ein Plattenabstand von möglich.
• Berechnen Sie die Spannung , die der Kondensator aufweisen müsste, damit Tritiumkerne der Geschwindigkeit den Wienfilter durchlaufen können.
Nehmen Sie an, dass in Luft je Millimeter Plattenabstand ein Kilovolt für einen Funkenüberschlag nötig ist. In einem Deuterium-Tritium-Gasgemisch ist dieser Wert etwas geringer.
• Beurteilen Sie die erforderliche Spannung des Kondensators hinsichtlich der Umsetzbarkeit.
c)
Teilchen lassen sich auch filtern, indem man allein ein homogenes Magnetfeld verwendet. Steht dieses senkrecht zur Bewegungsrichtung eines geladenen Teilchens, bewegt es sich auf einer Kreisbahn mit dem Radius gemäß . Dabei bezeichnet die Magnetfeldstärke, die Teilchenmasse, die Ladung und die Geschwindigkeit des Teilchens.
• Leiten Sie die Gleichung begründet her.
Die nach der Fusion entstehenden Heliumkerne mit der Ladung und der Masse müssen aus dem Deuterium-Tritium-Gasgemisch entfernt werden, weil dieses sonst instabil wird. Zudem sind die Heliumkerne 15-mal so schnell wie zuvor die Deuterium- und Tritiumkerne.
• Begründen Sie unter Verwendung der spezifischen Ladung und der Geschwindigkeit , weshalb sich dieses Verfahren zum Filtern eignet.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
a1) Beschreiben Sie mithilfe von Abbildung 3, wie ein Wienfilter aufgebaut ist.
Lösung: Ein homogenes magnetisches Feld und ein homogenes elektrisches Feld sind senkrecht zueinander gekreuzt angeordnet, wobei beide Feldlinien senkrecht zur Bewegungsrichtung der Teilchen stehen. Das elektrische Feld wird durch einen Plattenkondensator erzeugt. Am Ende des Filters befindet sich eine Lochblende, sodass nur nicht abgelenkte Teilchen passieren können.
a2) Leiten Sie her, dass ausschließlich geladene Teilchen mit der Geschwindigkeit v = E/B den Wienfilter ohne Ablenkung durchqueren.
Lösung: Kräftegleichgewicht zwischen Lorentzkraft und elektrischer Kraft:
a3) Entscheiden Sie, auf welcher der gekrümmten Bahnen in Abbildung 3 sich ein Heliumkern für v > E/B bewegt.
Lösung: Obere gekrümmte Bahn (Ablenkung nach oben).
a4) Erläutern Sie, auf welche Weise sich mit einem Wienfilter Heliumkerne aus dem Deuterium-Tritium-Gasgemisch entfernen lassen.
Lösung: Da Heliumkerne die 15-fache Geschwindigkeit besitzen, stellt man und so ein, dass der Geschwindigkeit der Deuterium- und Tritiumkerne entspricht. Diese passieren die Blende geradlinig, während die schnelleren Heliumkerne abgelenkt werden.
b1) Berechnen Sie die Spannung U, die der Kondensator aufweisen müsste, damit Tritiumkerne der Geschwindigkeit v = 9,0 · 10^5 m/s den Wienfilter durchlaufen können.
Lösung: / /
b2) Beurteilen Sie die erforderliche Spannung U des Kondensators hinsichtlich der Umsetzbarkeit.
Lösung: Die benötigte Spannung von ca. ist technisch nicht umsetzbar, da bei einem Plattenabstand von bereits ab ca. ein Funkenüberschlag stattfinden würde.
c1) Leiten Sie die Gleichung r = (m·v)/(q·B) begründet her.
Lösung: Die Lorentzkraft wirkt als Zentripetalkraft:
c2) Begründen Sie unter Verwendung der spezifischen Ladung q/m und der Geschwindigkeit v, weshalb sich dieses Verfahren zum Filtern eignet.
Lösung: Wegen bestimmt die spezifische Ladung und die Geschwindigkeit den Radius. Da die spezifischen Ladungen von Deuterium und Helium nahezu gleich sind (ca. ) und die von Tritium nur wenig kleiner ist (ca. ), die Heliumkerne aber die 15-fache Geschwindigkeit besitzen, ist der Bahnradius der Heliumkerne um ein Vielfaches größer, was eine Trennung ermöglicht.
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