Abitur NRW Physik 2022 · GK · Nachtermin

Abiturprüfung Physik in Nordrhein-Westfalen 2022, GK · Nachtermin: 9 Aufgaben mit Lösungen. Mit automatischer Korrektur.

Themen der Prüfung: Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern · Magnetfeld und elektromagnetische Induktion · Atomhülle und Spektren · Kernphysik und ionisierende Strahlung

Aufgabe 1 - Teilaufgabe 1 · Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Massenspektrometrie

Die Teilaufgaben befassen sich mit verschiedenen Gesichtspunkten der Massenbestimmung geladener Teilchen.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

Geladene Teilchen lassen sich auf eine Kreisbahn lenken, was man sich zur Bestimmung ihrer Masse zunutze macht. Abbildung 1 stellt dazu den schematischen Aufbau eines Massenspektrometers dar.

Die Quelle sendet hier einfach negativ geladene Ionen aus, die unterschiedliche Geschwindigkeiten und Richtungen haben. Blende I lässt nur Ionen mit der eingezeichneten Richtung in den Geschwindigkeitsfilter gelangen. Der Filter besteht aus zwei entgegengesetzt geladenen Metallplatten; zwischen ihnen herrscht ein Magnetfeld der Stärke B1B_1 (in Richtung der Zeichenebene). Nur Ionen mit einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Filter. Die eigentliche Massenbestimmung findet hinter der Blende II im Magnetfeld der Stärke B2B_2 mit den Detektorplatten statt.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

a)

Ionen einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Geschwindigkeitsfilter nur dann ohne Ablenkung, wenn die Spannung UU zwischen den Metallplatten passend gepolt ist.

Obere Metallplatte:

Untere Metallplatte:

Zwischen den Metallplatten erfahren die Ionen sowohl durch das elektrische als auch durch das magnetische Feld je eine Kraft.

Die elektrische Feldstärke zwischen den Metallplatten wird mit EE bezeichnet.

b)

Die Ionenmasse heißt mm, die Ladung qq und der Kreisbahnradius rr.

In einem bestimmten Fall beträgt die Spannung zwischen den Metallplatten U=450 VU = 450\text{ V} bei einem Plattenabstand von d=1,00 cmd = 1{,}00\text{ cm}.

Die magnetischen Felder haben die Stärken B1=0,400 TB_1 = 0{,}400\text{ T} bzw. B2=0,300 TB_2 = 0{,}300\text{ T}. Für den Radius der abgebildeten Kreisbahn wird r=16,7 cmr = 16{,}7\text{ cm} gemessen.

c)

Aufgabe 1 - Teilaufgabe 2 · Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Massenspektrometrie

Die Teilaufgaben befassen sich mit verschiedenen Gesichtspunkten der Massenbestimmung geladener Teilchen.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

Geladene Teilchen lassen sich auf eine Kreisbahn lenken, was man sich zur Bestimmung ihrer Masse zunutze macht. Abbildung 1 stellt dazu den schematischen Aufbau eines Massenspektrometers dar.

Die Quelle sendet hier einfach negativ geladene Ionen aus, die unterschiedliche Geschwindigkeiten und Richtungen haben. Blende I lässt nur Ionen mit der eingezeichneten Richtung in den Geschwindigkeitsfilter gelangen. Der Filter besteht aus zwei entgegengesetzt geladenen Metallplatten; zwischen ihnen herrscht ein Magnetfeld der Stärke B1B_1 (in Richtung der Zeichenebene). Nur Ionen mit einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Filter. Die eigentliche Massenbestimmung findet hinter der Blende II im Magnetfeld der Stärke B2B_2 mit den Detektorplatten statt.

Teilaufgabe 2: Untersuchung eines Kometen

Das Verfahren der Massenspektrometrie fand z. B. Anwendung bei der Mission der Weltraumsonde Rosetta zur Untersuchung der Beschaffenheit des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Es sollte geklärt werden, ob Kometen möglicherweise sogenannte Kohlenwasserstoffe zur Erde gebracht und somit eine Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben. Kohlenwasserstoffe sind chemische Verbindungen CxHy\mathrm{C}_x\mathrm{H}_y aus xx Kohlenstoffatomen (C) und yy Wasserstoffatomen (H).

Mithilfe geeigneter Apparaturen konnte die Sonde im Vorbeiflug Staub des Kometen auffangen und eine Probe des Staubs spektroskopisch untersuchen. Abbildung 2 zeigt den Ausschnitt eines Massenspektrums einer möglichen Probe.

Hierbei ist die Intensität II (in willkürlich gewählter Einheit) gegen das Verhältnis der Massenzahl mm zur Ladungszahl zz eines Ions aufgetragen. Die einheitenlose Massenzahl mm gibt die Masse in der atomaren Masseneinheit u\mathrm{u} an und die ebenfalls einheitenlose Ladungszahl zz die Ladung in der Einheit der Elementarladung ee.

a)

Beschreiben Sie den Verlauf des Diagramms in Abbildung 2 und gehen Sie dabei auch darauf ein, was die Intensität über die Probe aussagt. [2 Punkte]

b)

Erklären Sie mithilfe der Gleichung aus Aufgabenteil 1b), weshalb auf der horizontalen Achse das Verhältnis m/zm/z statt der Masse mm dargestellt wird. [2 Punkte]

Die folgende Tabelle enthält Kenndaten mehrerer Isotope jeweils von Wasser- und Kohlenstoff:

Elementname

Isotop

Atommasse (in u)

Relative Häufigkeit

Wasserstoff

1H^1\mathrm{H}

1,00783

99,99 %

2H^2\mathrm{H}

2,01410

0,01 %

3H^3\mathrm{H}

3,01605

Spuren

Kohlenstoff

12C^{12}\mathrm{C}

12,00000

98,94 %

13C^{13}\mathrm{C}

13,00335

1,06 %

14C^{14}\mathrm{C}

14,00324

Spuren

Die untersuchte Probe enthielt ausschließlich Isotope von Wasser- und Kohlenstoff sowie aus diesen gebildete Kohlenwasserstoffe CxHy\mathrm{C}_x\mathrm{H}_y. Gehen Sie zudem davon aus, dass die Ionen all dieser Stoffe einfach geladen waren, d. h. z=1z = 1.

c)

Begründen Sie, dass sich aus den vorliegenden Informationen nicht folgern lässt, dass die Peaks in Abbildung 2 nur vier verschiedenen Ionenarten entsprechen. [2 Punkte]

Bestimmen Sie anhand der Tabelle, welche Kohlenwasserstoffe CxHy\mathrm{C}_x\mathrm{H}_y in der Probe möglicherweise vorliegen, unabhängig von den jeweiligen Isotopen. [2 Punkte]

Entscheiden Sie durch Vergleich der Peaks bei m/z=12m/z = 12 und m/z=13m/z = 13, ob allein das Kohlenstoffisotop 13C^{13}\mathrm{C} den Peak bei m/z=13m/z = 13 verursachen kann. [2 Punkte]

Aufgabe 1 - Teilaufgabe 3 (a, b) · Kernphysik und ionisierende Strahlung

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Massenspektrometrie

Die Teilaufgaben befassen sich mit verschiedenen Gesichtspunkten der Massenbestimmung geladener Teilchen.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

Geladene Teilchen lassen sich auf eine Kreisbahn lenken, was man sich zur Bestimmung ihrer Masse zunutze macht. Abbildung 1 stellt dazu den schematischen Aufbau eines Massenspektrometers dar.

Die Quelle sendet hier einfach negativ geladene Ionen aus, die unterschiedliche Geschwindigkeiten und Richtungen haben. Blende I lässt nur Ionen mit der eingezeichneten Richtung in den Geschwindigkeitsfilter gelangen. Der Filter besteht aus zwei entgegengesetzt geladenen Metallplatten; zwischen ihnen herrscht ein Magnetfeld der Stärke B1B_1 (in Richtung der Zeichenebene). Nur Ionen mit einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Filter. Die eigentliche Massenbestimmung findet hinter der Blende II im Magnetfeld der Stärke B2B_2 mit den Detektorplatten statt.

Teilaufgabe 3: Untersuchung von Alphateilchen

a)

Zunächst geht es um Alphateilchen, die ein Americium-241-Präparat (Am-241) emittiert.

Geben Sie die Zerfallsgleichung von Am-241 an und beachten Sie dabei die Massen- und Ordnungszahlen.

b)

Mit Nebelkammern lassen sich die Bahnen ionisierender Teilchenstrahlung allgemein sichtbar machen. Abbildung 3 zeigt schematisch die Spuren der Alphateilchen aus dem Zerfall von Am-241 in einer Nebelkammer.

Wie lang die Spur RR in der Nebelkammer ist, hängt von der kinetischen Energie WαW_\alpha des nachgewiesenen Alphateilchens ab. Diesen Zusammenhang stellt Abbildung 4 dar.

• Bestimmen Sie mithilfe der Abbildungen 3 und 4 die kinetische Energie WαW_\alpha der beim Zerfall von Am-241 entstehenden Alphateilchen.

Hinweis: Beachten Sie den Maßstab in Abbildung 3.

Für die Masse eines Alphateilchens gilt laut Literatur mα=6,64⋅10−27 kgm_\alpha = 6{,}64 \cdot 10^{-27}\ \mathrm{kg}.

• Bestimmen Sie die Geschwindigkeit vv dieser Alphateilchen, wobei eine klassische Berechnung zulässig sein soll.

Aufgabe 1 - Teilaufgabe 3 (c) · Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Massenspektrometrie

Die Teilaufgaben befassen sich mit verschiedenen Gesichtspunkten der Massenbestimmung geladener Teilchen.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

Geladene Teilchen lassen sich auf eine Kreisbahn lenken, was man sich zur Bestimmung ihrer Masse zunutze macht. Abbildung 1 stellt dazu den schematischen Aufbau eines Massenspektrometers dar.

Die Quelle sendet hier einfach negativ geladene Ionen aus, die unterschiedliche Geschwindigkeiten und Richtungen haben. Blende I lässt nur Ionen mit der eingezeichneten Richtung in den Geschwindigkeitsfilter gelangen. Der Filter besteht aus zwei entgegengesetzt geladenen Metallplatten; zwischen ihnen herrscht ein Magnetfeld der Stärke B1B_1 (in Richtung der Zeichenebene). Nur Ionen mit einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Filter. Die eigentliche Massenbestimmung findet hinter der Blende II im Magnetfeld der Stärke B2B_2 mit den Detektorplatten statt.

c) Mit einem Thomson-Spektrographen lässt sich die Masse mαm_\alpha eines Alphateilchens experimentell ermitteln. Abbildung 5 zeigt den schematischen Aufbau.

Das unbekannte radioaktive Präparat sendet Alphateilchen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vαv_\alpha aus. Sie verlassen die Quelle längs der zz-Achse und durchlaufen – wie in Abbildung 5 gezeigt – einen Bereich der Länge LL, in dem ein magnetisches Feld der Stärke BB und ein elektrisches Feld der Stärke EE gleichzeitig wirken. Beide Felder gelten dort als homogen. Hinter diesem Bereich werden die Alphateilchen auf einer Nachweisplatte registriert.

•

Erklären Sie, weshalb die Alphateilchen auf der Nachweisplatte in Abbildung 5 keine der gestrichelten Linien treffen können.

Befindet sich die Nachweisplatte unmittelbar hinter dem Feldbereich, ergeben sich für die Ablenkung der Alphateilchen in der xx-yy-Ebene folgende Terme (ohne Herleitung):

x=q⋅B⋅L22⋅mα⋅vαundy=q⋅E⋅L22⋅mα⋅vα2x = \frac{q \cdot B \cdot L^2}{2 \cdot m_\alpha \cdot v_\alpha} \quad \text{und} \quad y = \frac{q \cdot E \cdot L^2}{2 \cdot m_\alpha \cdot v_\alpha^2}

Abbildung 6 zeigt schematisch, was sich auf der Nachweisplatte ergibt.

•

Entscheiden Sie, an welchem der markierten Punkte A oder B Alphateilchen mit relativ größerer Geschwindigkeit auftreffen würden.

Punkt:

•

Zeigen Sie, dass sämtliche Alphateilchen aus der Quelle bei diesem Versuchsaufbau auf genau einer Parabel mit der Gleichung y=2⋅mα⋅Eq⋅B2⋅L2⋅x2y = \frac{2 \cdot m_\alpha \cdot E}{q \cdot B^2 \cdot L^2} \cdot x^2 auf der Nachweisplatte auftreffen.

Aufgabe 2 - Teilaufgabe 1 · Magnetfeld und elektromagnetische Induktion

Teilaufgabe 1: Elektromagnetische Induktion

Die Funktionsweise von FI-Schutzschaltern beruht auf der elektromagnetischen Induktion.

a)

• Geben Sie zwei verschiedene Möglichkeiten an, in einer Leiterschleife in einem Magnetfeld eine Induktionsspannung hervorzurufen.

• Beschreiben Sie kurz zwei Experimente, mit denen sich die verschiedenen Ursachen für das Entstehen von Induktionsspannungen in einer Leiterschleife im Magnetfeld zeigen lassen.

Die Gleichung

U(t)=−A⋅B˙(t)U(t) = -A \cdot \dot{B}(t)

beschreibt die Spannung U(t)U(t), die in einer Leiterschleife mit der effektiven Fläche AA in einem zeitlich veränderlichen Magnetfeld der Stärke B(t)B(t) entstehen kann. B˙(t)\dot{B}(t) bezeichnet dabei die zeitliche Ableitung der magnetischen Feldstärke B(t)B(t).

b)

Erläutern Sie, auf welche Ursache der Induktionsspannung sich diese Formel bezieht.

In Abbildung 2 sind zwei Spulen auf einem gemeinsamen Eisenkern dargestellt. An Spule 1 lässt sich eine Spannung UU anlegen, an Spule 3 ist ein Voltmeter angeschlossen.

c)

Liegt an Spule 1 eine Wechselspannung an, misst das Voltmeter an Spule 3 eine Spannung. Liegt an Spule 1 dagegen eine Gleichspannung an, zeigt das Voltmeter an Spule 3 direkt nach dem Anlegen nur kurzzeitig eine Spannung, die rasch auf null zurückgeht.

Erklären Sie, warum das Voltmeter in beiden Fällen unterschiedlich anzeigt.

Aufgabe 2 - Teilaufgabe 2 · Magnetfeld und elektromagnetische Induktion

Teilaufgabe 2: Aufbau und Funktionsweise eines FI-Schutzschalters

Ein FI-Schutzschalter enthält drei Spulen, die auf demselben Eisenkern sitzen. Die Spulen 1 und 2 besitzen dieselbe Windungszahl. Abbildung 3 zeigt den grundsätzlichen Aufbau eines FI-Schutzschalters.

a)

Im Normalbetrieb ist der Prüftaster nicht betätigt, der Schalter ist also offen. Sind die Spulen 1 und 2 gleichläufig gewickelt, zeigt das Voltmeter im Normalbetrieb eine Spannung an. In Abbildung 4 ist der zeitliche Verlauf der magnetischen Feldstärke in Spule 1 und in Spule 2 dargestellt.

Erläutern Sie, aus welchem Grund das Voltmeter an Spule 3 in diesem Fall eine Spannung anzeigt.

[6 Punkte]

b)

In Wirklichkeit sind die Spulen 1 und 2 gegenläufig gewickelt. Abbildung 5 stellt den zeitlichen Verlauf der magnetischen Feldstärke in Spule 1 und in Spule 2 dar.

Erläutern Sie, aus welchem Grund das Voltmeter im Normalbetrieb bei gegenläufiger Wicklung der Spulen keine Spannung anzeigt.

[4 Punkte]

c)

Wird der Prüftaster in Abbildung 3 betätigt, fließt durch Spule 1 kein Strom mehr, sodass allein Spule 2 das Magnetfeld im Eisenkern hervorruft.

• Begründen Sie, warum die Stromstärke in Spule 1 bei betätigtem Prüftaster in Abbildung 3 nur noch nahe null liegt.

[3 Punkte]

• Begründen Sie, warum das Voltmeter bei betätigtem Prüftaster in Abbildung 3 eine Spannung anzeigt.

[3 Punkte]

d)

Ein FI-Schutzschalter hat u. a. die Funktion, uns vor elektrischen Schlägen im Haushalt zu schützen, wenn beispielsweise eine Kabelisolation defekt ist und man daher direkten Kontakt zu den stromführenden Leitungen hat. Abbildung 6 zeigt genauer, wie der FI-Schutzschalter im Stromkreis geschaltet wird, dabei ist auch die Erdungsleitung eingezeichnet. In der Realität wird das Voltmeter durch ein anderes elektrisches Bauelement ersetzt, sodass der Stromfluss unterbrochen wird, wenn das Voltmeter eine hinreichend große Spannung anzeigen würde. Der Fehlerstrom fließt i.d.R. über die Erde ab (vgl. Erdungssymbol am Fuß der Person und an der Erdungsleitung in Abbildung 6), sodass der Stromkreis geschlossen ist. Dabei beschreiben I1I_1 und I2I_2 die Stromstärken in den Spulen 1 und 2.

Würde man die Stromstärken wie in Abbildung 6 gezeigt messen, so erhielte man aufgrund der Parallelschaltung für die Stromstärke IFI_\text{F} des Fehlerstroms

IF=I1−I2.I_\text{F} = I_1 - I_2.

Begründen Sie unter Verwendung von Abbildung 6, warum das Voltmeter eine Spannung anzeigt, sobald ein Fehlerstrom IF≠0I_\text{F} \neq 0 auftritt.

[4 Punkte]

Aufgabe 2 - Teilaufgabe 3 · Magnetfeld und elektromagnetische Induktion

Teilaufgabe 3: Schutzwirkung des FI-Schalters

Abbildung 7 zeigt, wie sich Strom auf den Menschen auswirkt, abhängig von der Stromstärke IKI_\text{K} durch den Körper und von der Einwirkzeit tt; zusätzlich ist die Auslösekennlinie eines FI-Schutzschalters mit der Auslösestromstärke IF=30 mAI_\text{F} = 30\text{ mA} eingezeichnet.

a)

Begründen Sie, weshalb die Stromstärke IKI_\text{K} in Abbildung 7 mit der Fehlerstromstärke IFI_\text{F} in Abbildung 6 übereinstimmt. [2 Punkte]

b)

Der FI-Schutzschalter löst ab einer Fehlerstromstärke von IF≥30 mAI_\text{F} \ge 30\text{ mA} spätestens nach einer Einwirkzeit von t=100 mst = 100\text{ ms} aus.

Erklären Sie diese Aussage anhand der Auslösekennlinie des 30-mA-FI-Schutzschalters in Abbildung 7. [3 Punkte]

c)

Bestimmen Sie anhand des Diagramms in Abbildung 7:

In einem Internetforum steht folgender Beitrag:

„ Braucht man zwingend einen empfindlicheren FI-Schalter? Demnächst bekomme ich eine neue Küche [...] und der Küchenplaner war gestern bei mir vor Ort. Er warf auch einen Blick in den Sicherungskasten und meinte, man hätte heutzutage keine FI-Schalter mehr mit (einer Auslösestromstärke von) 0,5 A, sondern Standard wäre 0,03 A. [...] Nun kann ich aber sagen, dass ich bisher noch nie ein Problem mit dem 0,5 A-Schalter hatte und mir einer mit 0,03 A fast zu empfindlich erscheint, da dieser ja schon beim kleinsten Fehlerstrom abschalten würde. Wie ist das also? Macht ein Wechsel Sinn oder nicht?“

d)

• Begründen Sie anhand von Abbildung 7, dass es sinnvoll wäre, einen FI-Schutzschalter mit der Auslösestromstärke 0,5 A0{,}5\text{ A} durch einen mit 0,03 A0{,}03\text{ A} zu ersetzen. [3 Punkte]

• Beurteilen Sie die Behauptung im Forumsbeitrag, der 0,03-A-FI-Schutzschalter0{,}03\text{-A-FI-Schutzschalter} wirke zu empfindlich. [4 Punkte]

Aufgabe 3 - Teilaufgabe 1 · Kernphysik und ionisierende Strahlung

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Röntgendiagnostik

In der medizinischen Diagnostik nutzt man elektromagnetische Strahlung schon seit langer Zeit für bildgebende Verfahren.

Mit bildgebenden Verfahren werden Messdaten von Organen und weiteren Strukturen einer Patientin / eines Patienten erfasst, sodass sich zugrunde liegende Erkrankungen sichtbar machen lassen. Üblicherweise bestrahlt man dazu die zu untersuchende Struktur mit elektromagnetischer Strahlung, die anschließend einen Detektor erreicht. Zu den bedeutendsten bildgebenden Verfahren zählt die Röntgendiagnostik, die auf der Röntgenstrahlung beruht, nach der sie benannt ist.

Teilaufgabe 1: Röntgendiagnostik

a)

Historisch gesehen ist die Röntgendiagnostik die wichtigste medizinische Nutzung der Röntgenstrahlung. Eine bekannte Aufnahme zeigt die Hand von Albert von Kölliker, die Wilhelm Röntgen 1896 anfertigte (siehe Abbildung 1).

• Interpretieren Sie Abbildung 1 im Hinblick auf das unterschiedliche Absorptionsverhalten von Metall, Knochen und Luft.

Mithilfe eines sogenannten „Kontrastmittels“ lassen sich Strukturen darstellen, die auf einer Röntgenaufnahme sonst nicht zu sehen wären (zum Beispiel Blutgefäße bei einer „Angiografie“).

• Erklären Sie, über welche Eigenschaft ein solches „Kontrastmittel“ verfügen muss.

b)

Man unterscheidet grob „weiche“ Röntgenstrahlen mit einer Wellenlänge über 40 pm40\text{ pm} und „harte“ Röntgenstrahlen mit einer Wellenlänge unter 40 pm40\text{ pm}. Bei der Mammografie, einer besonderen Form der Röntgendiagnostik, nutzt man Wellen mit einer Frequenz von ungefähr f=6⋅1018 Hzf = 6\cdot 10^{18}\text{ Hz}.

• Entscheiden Sie durch Rechnung, ob die in der Mammografie verwendeten Wellen zur „weichen“ oder zur „harten“ Röntgenstrahlung zählen.

Nach der Lichtquantenhypothese besitzt jede elektromagnetische Welle eine bestimmte Photonenenergie.

• Berechnen Sie die Photonenenergie der Röntgenstrahlung, die bei der Mammografie verwendet wird.

c)

Wie Gammastrahlen und hochenergetische UV-Strahlen gehören auch Röntgenstrahlen zu den „ionisierenden“ elektromagnetischen Strahlungsarten.

• Erklären Sie, was man unter „ionisierender Strahlung“ versteht.

• Geben Sie zwei andere Strahlungsarten an, die ebenfalls ionisierend wirken.

Wegen ihrer schädigenden biologischen Wirkung darf ionisierende Strahlung in der medizinischen Diagnostik nur nach sorgfältigem Abwägen angewendet werden.

• Erklären Sie, warum ionisierende Strahlung menschliches Gewebe zerstörend schädigt und inwiefern sich diese Wirkung therapeutisch (also zum Nutzen der Patientin / des Patienten) einsetzen lässt.

• Geben Sie zwei Maßnahmen an, durch die sich die Strahlenbelastung des medizinischen Personals in der Röntgendiagnostik niedrig halten lässt.

• Begründen Sie diese zwei Maßnahmen.

Aufgabe 3 - Teilaufgabe 2 · Atomhülle und Spektren

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Röntgendiagnostik

In der medizinischen Diagnostik nutzt man elektromagnetische Strahlung schon seit langer Zeit für bildgebende Verfahren.

Mit bildgebenden Verfahren werden Messdaten von Organen und weiteren Strukturen einer Patientin / eines Patienten erfasst, sodass sich zugrunde liegende Erkrankungen sichtbar machen lassen. Üblicherweise bestrahlt man dazu die zu untersuchende Struktur mit elektromagnetischer Strahlung, die anschließend einen Detektor erreicht. Zu den bedeutendsten bildgebenden Verfahren zählt die Röntgendiagnostik, die auf der Röntgenstrahlung beruht, nach der sie benannt ist.

Teilaufgabe 2: Röntgenröhre

a)

In der medizinischen Diagnostik erzeugt man Röntgenstrahlung üblicherweise mithilfe einer „Röntgenröhre“ (siehe Abbildung 2).

b)

Anders als bei anderen röntgendiagnostischen Verfahren wird bei der Mammografie die sogenannte „charakteristische Strahlung“ einer Röntgenröhre genutzt. Auf der Internetseite des Forschungszentrums DESY wird ein physikalisches Modell für die Entstehung dieser Strahlung als Animation gezeigt; einige ausgewählte Einzelbilder davon sind in Abbildung 3 zu sehen.

Der oben gezeigte Vorgang geht mit der Aussendung von Photonen einher. Trifft ein Elektron auf, kann dies nicht nur zur Emission eines Photons führen, sondern auch zur Emission zweier Photonen unterschiedlicher Wellenlänge.

c)

In der Mammografie ist Molybdän das bedeutendste Anodenmaterial. Die Energien der Kα\text{K}_\alpha- und Kβ\text{K}_\beta-Übergänge von Molybdän lassen sich Abbildung 4 entnehmen.

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