Aufgabe 1 - Teilaufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Nachtermin 2022

Thema: Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern · Aus der Prüfung GK · Nachtermin (2022)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Massenspektrometrie

Die Teilaufgaben befassen sich mit verschiedenen Gesichtspunkten der Massenbestimmung geladener Teilchen.

Teilaufgabe 1: Aufbau und Funktionsweise eines Massenspektrometers

Geladene Teilchen lassen sich auf eine Kreisbahn lenken, was man sich zur Bestimmung ihrer Masse zunutze macht. Abbildung 1 stellt dazu den schematischen Aufbau eines Massenspektrometers dar.

Die Quelle sendet hier einfach negativ geladene Ionen aus, die unterschiedliche Geschwindigkeiten und Richtungen haben. Blende I lässt nur Ionen mit der eingezeichneten Richtung in den Geschwindigkeitsfilter gelangen. Der Filter besteht aus zwei entgegengesetzt geladenen Metallplatten; zwischen ihnen herrscht ein Magnetfeld der Stärke B1B_1 (in Richtung der Zeichenebene). Nur Ionen mit einer bestimmten Geschwindigkeit durchlaufen den Filter. Die eigentliche Massenbestimmung findet hinter der Blende II im Magnetfeld der Stärke B2B_2 mit den Detektorplatten statt.

Teilaufgabe 2: Untersuchung eines Kometen

Das Verfahren der Massenspektrometrie fand z. B. Anwendung bei der Mission der Weltraumsonde Rosetta zur Untersuchung der Beschaffenheit des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Es sollte geklärt werden, ob Kometen möglicherweise sogenannte Kohlenwasserstoffe zur Erde gebracht und somit eine Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben. Kohlenwasserstoffe sind chemische Verbindungen CxHy\mathrm{C}_x\mathrm{H}_y aus xx Kohlenstoffatomen (C) und yy Wasserstoffatomen (H).

Mithilfe geeigneter Apparaturen konnte die Sonde im Vorbeiflug Staub des Kometen auffangen und eine Probe des Staubs spektroskopisch untersuchen. Abbildung 2 zeigt den Ausschnitt eines Massenspektrums einer möglichen Probe.

Hierbei ist die Intensität II (in willkürlich gewählter Einheit) gegen das Verhältnis der Massenzahl mm zur Ladungszahl zz eines Ions aufgetragen. Die einheitenlose Massenzahl mm gibt die Masse in der atomaren Masseneinheit u\mathrm{u} an und die ebenfalls einheitenlose Ladungszahl zz die Ladung in der Einheit der Elementarladung ee.

a)

Beschreiben Sie den Verlauf des Diagramms in Abbildung 2 und gehen Sie dabei auch darauf ein, was die Intensität über die Probe aussagt. [2 Punkte]

b)

Erklären Sie mithilfe der Gleichung aus Aufgabenteil 1b), weshalb auf der horizontalen Achse das Verhältnis m/zm/z statt der Masse mm dargestellt wird. [2 Punkte]

Die folgende Tabelle enthält Kenndaten mehrerer Isotope jeweils von Wasser- und Kohlenstoff:

Elementname

Isotop

Atommasse (in u)

Relative Häufigkeit

Wasserstoff

1H^1\mathrm{H}

1,00783

99,99 %

2H^2\mathrm{H}

2,01410

0,01 %

3H^3\mathrm{H}

3,01605

Spuren

Kohlenstoff

12C^{12}\mathrm{C}

12,00000

98,94 %

13C^{13}\mathrm{C}

13,00335

1,06 %

14C^{14}\mathrm{C}

14,00324

Spuren

Die untersuchte Probe enthielt ausschließlich Isotope von Wasser- und Kohlenstoff sowie aus diesen gebildete Kohlenwasserstoffe CxHy\mathrm{C}_x\mathrm{H}_y. Gehen Sie zudem davon aus, dass die Ionen all dieser Stoffe einfach geladen waren, d. h. z=1z = 1.

c)

Begründen Sie, dass sich aus den vorliegenden Informationen nicht folgern lässt, dass die Peaks in Abbildung 2 nur vier verschiedenen Ionenarten entsprechen. [2 Punkte]

Bestimmen Sie anhand der Tabelle, welche Kohlenwasserstoffe CxHy\mathrm{C}_x\mathrm{H}_y in der Probe möglicherweise vorliegen, unabhängig von den jeweiligen Isotopen. [2 Punkte]

Entscheiden Sie durch Vergleich der Peaks bei m/z=12m/z = 12 und m/z=13m/z = 13, ob allein das Kohlenstoffisotop 13C^{13}\mathrm{C} den Peak bei m/z=13m/z = 13 verursachen kann. [2 Punkte]

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 - Teilaufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Nachtermin 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Beschreiben Sie den Verlauf des Diagramms in Abbildung 2 und gehen Sie dabei auch darauf ein, was die Intensität über die Probe aussagt.

Lösung: In Abbildung 2 ist die Intensität II der registrierten Ionen gegen das Verhältnis m/zm/z dieser Ionen aufgetragen. Es sind vier Peaks unterschiedlicher Intensität zu erkennen, bei m/z=12,13,14,15m/z = 12, 13, 14, 15. Je größer die Intensität jeweils ist, desto mehr Ionen einer Art wurden detektiert.

b) Erklären Sie mithilfe der Gleichung aus Aufgabenteil 1b), weshalb auf der horizontalen Achse das Verhältnis m/z statt der Masse m dargestellt wird.

Lösung: Wenn unbekannte Proben ionisiert werden, ist die Ladung qq der entstehenden Ionen ebenfalls unbekannt. Deshalb kann die Masse mm nicht bestimmt werden, wegen q=z⋅eq = z \cdot e das Verhältnis mz=e⋅B2⋅rv\frac{m}{z} = \frac{e \cdot B_2 \cdot r}{v} über die vorgegebenen und gemessenen Größen jedoch schon.

c) Begründen Sie, dass sich aus den vorliegenden Informationen nicht folgern lässt, dass die Peaks in Abbildung 2 nur vier verschiedenen Ionenarten entsprechen.

Lösung: Es kann sein, dass die Masse mm eines Reinstoffs (ungefähr) mit der Masse einer chemischen Verbindung übereinstimmt. Daher können mehr als vier Ionenarten zu den vier Peaks in Abbildung 2 führen.

c) Bestimmen Sie anhand der Tabelle, welche Kohlenwasserstoffe C_xH_y in der Probe möglicherweise vorliegen, unabhängig von den jeweiligen Isotopen.

Lösung: CH, CH2, CH3

c) Entscheiden Sie durch Vergleich der Peaks bei m/z = 12 und m/z = 13, ob allein das Kohlenstoffisotop 13C den Peak bei m/z = 13 verursachen kann.

Lösung: Nein, der Peak kann nicht ausschließlich durch 13C^{13}\mathrm{C} hervorgerufen werden. Die Intensität bei m/z=12m/z = 12 ist etwa nur doppelt so groß wie bei m/z=13m/z = 13. Mit 98,94 %98{,}94\,\% tritt das Kohlenstoffisotop 12C^{12}\mathrm{C} jedoch viel häufiger als 13C^{13}\mathrm{C} mit 1,06 %1{,}06\,\% auf, weshalb der Peak bei m/z=13m/z = 13 nicht ausschließlich durch das Kohlenstoffisotop 13C^{13}\mathrm{C} hervorgerufen worden sein kann, sondern z. B. auch durch die Verbindung von 12C^{12}\mathrm{C} und 1H^1\mathrm{H}.

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