Aufgabe 3 · Abitur NRW Physik GK · Nachtermin 2021
Thema: Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern · Aus der Prüfung GK · Nachtermin (2021)
Aufgabenstellung
Aufgabe 3: Überlegungen rund um das Schlüsselexperiment „Fadenstrahlrohr“
a)
Eine Hallsonde misst in der Mitte des Helmholtzspulenpaares die Stärke des Magnetfeldes, und zwar abhängig von der Stromstärke in den Spulen (vgl. Abbildung 1).
Dabei werden die folgenden Messwerte erhalten:
in A · 0,0 · 0,5 · 1,0 · 1,5 · 2,0 · 2,5 · 3,0
in mT · 0,00 · 0,35 · 0,65 · 0,98 · 1,34 · 1,62 · 2,05
1. Zeigen Sie unter Verwendung aller Messwerte, dass näherungsweise proportional zur Stromstärke durch die Spulen ist.
2. Bestimmen Sie den Proportionalitätsfaktor einschließlich seiner Einheit:
3. Bestimmen Sie die Spulenstromstärke , bei der das Magnetfeld die Stärke hat:
b)
Für das folgende Experiment wird das Fadenstrahlrohr (vgl. Abbildung 2) in das Helmholtzspulenpaar eingebracht.
Im Folgenden werden die Austrittsgeschwindigkeit der Elektronen aus der Elektronenkanone sowie Richtung und Stärke des Magnetfeldes stets so eingestellt, dass die Elektronen im Fadenstrahlrohr eine Kreisbahn mit dem Radius durchlaufen.
1. Skizzieren Sie in Abbildung 2 die Kreisbahn der Elektronen im homogenen Magnetfeld und geben Sie beispielhaft für ein beliebiges Elektron die momentane Bewegungsrichtung, die Richtung der Lorentzkraft sowie die Richtung des Magnetfeldes an:
2. Zeigen Sie, dass unter den genannten Bedingungen zwischen und der folgende Zusammenhang gilt: .
3. Berechnen Sie die Magnetfeldstärke bei einer Elektronengeschwindigkeit von :
c)
Die für dieses Experiment nötigen Elektronen werden in einer Elektronenkanone „erzeugt“ und dort auf die jeweils gewünschte Geschwindigkeit beschleunigt.
1. Geben Sie an, auf welche Weise die freien Elektronen in einer Elektronenkanone „erzeugt“ werden:
2. Zeigen Sie, dass ruhende Elektronen, um eine klassisch zu behandelnde Geschwindigkeit zu erreichen, die Spannung durchlaufen müssen:
3. Berechnen Sie die Beschleunigungsspannung , wenn sich die Elektronen bei einer Magnetfeldstärke von auf einer Kreisbahn mit bewegen:
4. Berechnen Sie die kinetische Energie von Elektronen nach dem Durchlaufen einer Beschleunigungsspannung von :
d)
Platziert man einen Kurzwellenempfänger (Radio) neben dem Experiment, so hört man bei einer bestimmten Frequenz je nach Stärke des Magnetfeldes ein deutliches Rauschen. Abbildung 3 zeigt den Fall, in dem der Empfänger deutlich rauscht; der Bahnradius beträgt dabei .
1. Zeigen Sie, dass für die Umlauffrequenz gilt: :
2. Berechnen Sie die Umlauffrequenz der Elektronen in diesem Versuch (verwenden Sie dazu die Werte aus Abbildung 3 und Angaben aus den vorherigen Teilaufgaben):
3. Vergleichen Sie die berechnete Frequenz mit derjenigen, bei der das Radio „Rauschen“ empfängt:
4. Begründen Sie, dass sich aus der Form der idealen Bahnkurve keine Abnahme der Elektronenenergie ablesen lässt:
5. Skizzieren Sie in Abbildung 3 eine weitere Bahnkurve, die man erwarten würde, wenn die Elektronen entlang der Bahn deutlich Energie verlieren:

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
a) 1. Zeigen Sie unter Verwendung aller Messwerte, dass B näherungsweise proportional zur Stromstärke Isp durch die Spulen ist.
Lösung: Quotientengleichheit B / Isp ≈ const. bzw. lineare Regression B(Isp) = 0,67 (mT/A) * Isp
a) 2. Bestimmen Sie den Proportionalitätsfaktor einschließlich seiner Einheit.
Lösung: 0,67 mT/A / 0,00067 T/A
a) 3. Bestimmen Sie die Spulenstromstärke Isp,1, bei der das Magnetfeld die Stärke B1 = 0,42 mT hat.
Lösung: 0,63 A / 630 mA
b) 1. Skizzieren Sie in Abbildung 2 die Kreisbahn der Elektronen im homogenen Magnetfeld und geben Sie beispielhaft für ein beliebiges Elektron die momentane Bewegungsrichtung, die Richtung der Lorentzkraft sowie die Richtung des Magnetfeldes an.
Lösung: Kreisförmige Bahnkurve mit Radius (Durchmesser ), die tangential an der Austrittsöffnung der Elektronenkanone nach oben beginnt. An einem Punkt der Kreisbahn: Geschwindigkeitsvektor tangential zur Bahn, Lorentzkraft radial zum Kreismittelpunkt gerichtet, Magnetfeld senkrecht in die Zeichenebene hinein (Kreuz-Symbole ).
b) 2. Zeigen Sie, dass unter den genannten Bedingungen zwischen ve und B der folgende Zusammenhang gilt: ve = e/m * (5,0 cm) * B.
Lösung: Gleichsetzen von Lorentzkraft und Zentripetalkraft: FL = FZ => e * ve * B = m * ve^2 / r => ve = (e/m) * r * B mit r = 5,0 cm
b) 3. Berechnen Sie die Magnetfeldstärke B bei einer Elektronengeschwindigkeit von ve = 3,69 * 10^6 m/s.
Lösung: 0,42 mT / 0,00042 T / 420 µT
c) 1. Geben Sie an, auf welche Weise die freien Elektronen in einer Elektronenkanone „erzeugt“ werden.
Lösung: Durch den glühelektrischen Effekt (thermische Emission) aus einem geheizten Glühdraht.
c) 2. Zeigen Sie, dass ruhende Elektronen, um eine klassisch zu behandelnde Geschwindigkeit ve zu erreichen, die Spannung UB = (m * ve^2) / (2 * e) durchlaufen müssen.
Lösung: Energieerhaltung: Wel = Ekin => e * UB = 1/2 * m * ve^2 => UB = (m * ve^2) / (2 * e)
c) 3. Berechnen Sie die Beschleunigungsspannung UB, wenn sich die Elektronen bei einer Magnetfeldstärke von B = 1,42 mT auf einer Kreisbahn mit r = 5,0 cm bewegen.
Lösung: 444 V / 0,444 kV
c) 4. Berechnen Sie die kinetische Energie Ekin in Joule von Elektronen nach dem Durchlaufen einer Beschleunigungsspannung von 770 V.
Lösung: 1,23 * 10^(-16) J / 1,23e-16 J
c) 4. Berechnen Sie die kinetische Energie Ekin in Elektronenvolt von Elektronen nach dem Durchlaufen einer Beschleunigungsspannung von 770 V.
Lösung: 770 eV / 0,77 keV
d) 1. Zeigen Sie, dass für die Umlauffrequenz f = 1/T gilt: f = (e * B) / (2π * m).
Lösung: ve = (e/m) * r * B und ve = omega * r = 2π * f * r => 2π * f * r = (e/m) * r * B => f = (e * B) / (2π * m)
d) 2. Berechnen Sie die Umlauffrequenz der Elektronen in diesem Versuch.
Lösung: 18,75 MHz / 1,88 * 10^7 Hz
d) 3. Vergleichen Sie die berechnete Frequenz mit derjenigen, bei der das Radio „Rauschen“ empfängt.
Lösung: Die berechnete Umlauffrequenz stimmt mit der am Radio eingestellten Empfangsfrequenz von 18,750 MHz überein.
d) 4. Begründen Sie, dass sich aus der Form der idealen Bahnkurve keine Abnahme der Elektronenenergie ablesen lässt.
Lösung: Die Bahnkurve ist kreisförmig mit konstantem Radius; daher muss die kinetische Energie der Elektronen nahezu konstant sein.
d) 5. Skizzieren Sie in Abbildung 3 eine weitere Bahnkurve, die man erwarten würde, wenn die Elektronen entlang der Bahn deutlich Energie verlieren.
Lösung: Eine nach innen spiralförmig verlaufende Bahnkurve (Spirale mit abnehmendem Bahnradius).
Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium
Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.
‹ Aufgabe 1 - Teilaufgabe 3 (c) · GK · Nachtermin 2022 · Aufgabe 2 - Teilaufgabe 1 a) Hall-Effekt · LK · Haupttermin 2021 ›
Mehr Aufgaben zu Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern
- Aufgabe 3 - Teilaufgabe 2: Herausfiltern von Heli… · LK · Nachtermin 2023
- Aufgabe 3 - Teilaufgabe 3: Magnetfelder im Fusion… · LK · Nachtermin 2023
- Aufgabe 1 - Teilaufgabe 1 · GK · Nachtermin 2022
- Aufgabe 1 - Teilaufgabe 2 · GK · Nachtermin 2022
- Aufgabe 1 - Teilaufgabe 3 (c) · GK · Nachtermin 2022
- Aufgabe 2 - Teilaufgabe 1 a) Hall-Effekt · LK · Haupttermin 2021
- Aufgabe 2 - Teilaufgabe 1a · LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg 2021
- Aufgabe 3 - Teilaufgabe 1 a)-b) · LK · Nachtermin 2021