Abitur Hessen Sport 2022 · LK

Abiturprüfung Sport in Hessen 2022, LK: 14 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien. Kostenlos.

Themen der Prüfung: Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten · Kondition und Ausdauertraining: Trainingsplanung · Krafttraining im Fitness- und Gesundheitssport · Gesundheit, Doping und Medikamentenmissbrauch · Bewegungslernen und Bewegungssteuerung · Kooperation und Konkurrenz im Sportspiel

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1 · Krafttraining im Fitness- und Gesundheitssport

Vorschlag A – Aufgabe 1

Untersuchen Sie die beiden dargestellten Personenprofile anhand der Anamnesebögen (Material 1a und Material 1b) hinsichtlich möglicher Gemeinsamkeiten und Unterschiede und stellen Sie davon ausgehend entsprechend angepasste Trainingsempfehlungen dar. [30 BE]

Material 1a: Anamnesebogen Person 1 Marie

Material 1b: Anamnesebogen Person 2 Dario

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2.1 · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten

Material 2

Akrobatik-Pyramide

Dietmar Klein: Akrobatik, URL: https://www.edugroup.at/fileadmin/DAM/Gegenstandsportale/ARGE_BSP/Dateien/Material/Sportforum_2017/Akrobatik/Akrobatik.pdf, S. 17 (abgerufen am 01.09.2020).

2.1 Beschreiben Sie die konditionellen, koordinativen und kooperativen Gelingensbedingungen für die Ausführung der Pyramide mit einer Vierergruppe (Material 2).

[15 BE]

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2.2 · Bewegungslernen und Bewegungssteuerung

Material 2

Akrobatik-Pyramide

Dietmar Klein: Akrobatik, URL: https://www.edugroup.at/fileadmin/DAM/Gegenstandsportale/ARGE_BSP/Dateien/Material/Sportforum_2017/Akrobatik/Akrobatik.pdf, S. 17 (abgerufen am 01.09.2020).

2.2 Entwerfen Sie grundlegende Aspekte eines Vermittlungskonzepts zum Erlernen einer Akrobatik-Pyramide für eine ungeübte Schülergruppe.

[20 BE]

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 3 · Gesundheit, Doping und Medikamentenmissbrauch

3.1 Nennen Sie ausgehend vom Text (Material 3) mögliche Ursachen für Medikamentenmissbrauch und stellen Sie die jeweiligen Interessen der genannten Akteure dar.

3.2 Entwickeln Sie ausgehend von Ihren Ergebnissen aus Aufgabe 3.1 wesentliche Aspekte eines Konzepts gegen Medikamentenmissbrauch.

Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 · Kondition und Ausdauertraining: Trainingsplanung

Material 1: Gespräch zwischen Sportlern

Die Sportler Pit und Tom gehen in den Park, um zu trainieren. Pit läuft mehrere Runden von jeweils 1500 m Länge in jeweils sechs Minuten um den Park, macht zwischen jeweils zwei Runden Liegestütze, Sit-Ups, Klimmzüge am Ast eines Baumes bis zur Erschöpfung und macht mit einem herumliegenden 20 Kilogramm schweren Baumstamm so viele Squats, wie er gerade noch schafft. Tom nutzt die herumstehenden Klettergerüste; zieht sich herauf, hangelt, balanciert, schwingt und springt. Als sich die beiden begegnen, kommt es zu folgendem Gespräch:

TOM: Das ist schon ein ganz schön ordentliches Programm, das du da fährst. Respekt!

PIT: Danke! Ich bin zur Zeit auch wirklich richtig fit. Ich könnte diese Runde ewig in richtig zügigem Tempo laufen und habe trotzdem noch totale Power für die Übungen dazwischen. Ich bin mal gespannt, wie es in der nächsten Fußballsaison konditionell bei mir läuft. Mach doch mal mit! Mein Training hat viel mehr Effekt als dein Klettern am Kinderklettergerüst.

TOM: Danke für das Angebot, aber ich bleibe lieber bei meinem Training. Ich bin Turner und mache auch Parkour. Da kommt es auf mehr als nur auf Power an. Und dafür ist das Klettergerüst ab und zu mal genau das Richtige. So verbessere ich mich auch.

1.1

Beschreiben Sie die in Material 1 dargestellten Trainingsprogramme und ordnen Sie diese trainingswissenschaftlich ein. (15 BE)

1.2

Stellen Sie ausgehend vom Beispiel der beiden Sportler (Material 1) wesentliche Prinzipien der Gestaltung des Trainingsprozesses (Trainingsprinzipien) und Variationsmöglichkeiten dar und untersuchen Sie, inwiefern diese Prinzipien zur Gestaltung des Trainingsprozesses für das jeweilige Training der beiden Sportler eine unterschiedliche Bedeutung haben. (20 BE)

Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 2 · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten

Aufgabe 2

2.1

Beschreiben Sie die dargestellte Mountainbike-Fahrtechnik Wheelie (Material 2) und untersuchen Sie diese hinsichtlich ihres koordinativen Anforderungsprofils. (15 BE)

Material 2

Marc Brodesser: Wheelie (2017)

2.2

Gestalten Sie ausgehend von Ihren Ergebnissen aus Aufgabe 2.1 eine Trainingseinheit innerhalb des Inhaltsfeldes Fahren, Rollen, Gleiten, die anhand eines zielgerichteten koordinativen Fähigkeitstrainings auf die Durchführung des Wheelies vorbereitet. (20 BE)

Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 3 · Kooperation und Konkurrenz im Sportspiel

Material 3

Eric Nestler: FUNino: Keine Torwarte mehr bis zur E-Jugend? (2019)

Wird es bald bis zur E-Jugend keinen Torwart mehr geben? Die in Bayern neue Spielform FUNino plant nicht mehr ein, dass bei den ganz kleinen ein Torwart mitspielt.

[...] [Z]wei Vierer-Teams, bei denen jeweils drei Spieler auf dem Feld stehen, vier Tore und eine sechs Meter breite Torschusszone. Das sind die Grundregeln für FUNino. Der Name stammt vom englischen Wort „Fun“ (=Spaß) und dem spanischen Wort „niño“ (=Kind). Was schon länger als Turniermodus bekannt ist, soll in Zukunft in den offiziellen Spielbetrieb eingeführt werden. [...]

Das Spielfeld ist etwa 32 Meter lang und 25 Meter breit. Jeweils zwei Tore befinden sich auf der Grundlinie. Zwischen ihnen befindet sich ein Abstand von etwa 14 Metern. Vor den Toren ist eine sechs Meter breite Torschusszone. Nur aus dieser dürfen Tore erzielt werden.

Die Mannschaften bestehen jeweils aus vier Spielern. Davon sind anfangs drei Spieler auf dem Feld. Liegt eine Mannschaft mit drei oder mehr Toren zurück, kommt ein vierter Spieler hinzu. Sobald der Unterschied im Spielstand nur noch zwei Tore beträgt, muss ein Spieler den Platz wieder verlassen. Immer wenn ein Tor fällt, müssen beide Mannschaften den Auswechselspieler einsetzen. Dabei werden alle Spieler einer Mannschaft der Reihe nach aus- beziehungsweise eingewechselt. So bekommen alle Spieler dieselben Einsatzzeiten.

Alle drei Spieler agieren auf dem Feld. Einen Torwart gibt es genauso wenig, wie Abseits, Ecken und Einwürfe. Der Ball wird immer durch einen „Self-Pass“ oder einen Pass außerhalb der Torschusszone ins Spiel gebracht. [...]

In anderen europäischen Ländern wird FUNino schon seit mehreren Jahren gespielt. Der FC Barcelona integriert bei seiner Nachwuchsarbeit bereits seit fast 25 Jahren das Kleinfeldspiel. Nun ist die Spielform auch in Deutschland angekommen. [Der Verbands-Jugendleiter des Bayrischen Fußballverbandes (BFV) Florian] Weißmann treibt speziell in Bayern die Verbreitung des neuen Formats voran. Er hob hervor, dass er überrascht war, dass Bayern in diesem Bereich noch am rückständigsten sei – und dass als größter Verband Deutschlands. In anderen Bezirken [...] ist FUNino schon seit längerem im Jugendbereich verankert. „Klar ist es in kleineren Verbänden einfacher, Neuerungen zu verwirklichen und zu etablieren. Trotzdem müssen wir auch in Bayern damit anfangen, das Drei-gegen-Drei-Spiel mit einzelnen Infoveranstaltungen und Events den Vereinen näherzubringen.“ Der Umbruch in Bayern soll laut Weißmann „nur langsam und nicht von heute auf morgen stattfinden.“ [...] Er hofft auch in Zukunft weiter auf die Unterstützung der Vereine im Voranbringen des Drei-gegen-Drei-Formats. [...] Laut Weißmann ist das große Ziel des BFV, in Zukunft die G- und F-Junioren im Drei gegen Drei spielen zu lassen, während die E-Jugendspieler mit jeweils fünf Feldspielern antreten.

Aber nicht nur bei den Junioren soll diese Spielform Anklang finden. Für den Großfeld-Jugendfußball und im Erwachsenenbereich gibt es mittlerweile über 40 Variationen von FUNino, die jeder Trainer in sein Training einbauen könnte.

Eric Nestler: Was verbirgt sich hinter der Neuerung FUNino? Keine Torwarte mehr bis zur E-Jugend?, URL: https://www.merkur.de/sport/amateur-fussball/landkreis-muenchen/funino-keine-torwarte-mehr-bis-zur-e-jugend-11945741.html (abgerufen am 19.09.2020).

Hinweis

Je nach Geburtsjahr und -datum ist das Alter der E-Junioren im BFV neun bis zehn Jahre, das Alter der F-Junioren im BFV sieben bis acht Jahre und das Alter der G-Junioren im BFV jünger als sieben Jahre.

Material 4

3.1

Beschreiben Sie die Besonderheiten der Fußball-Variante FUNino (Material 3 und Material 4) und untersuchen Sie, welche Bereiche der sportartspezifischen Spielfähigkeit des klassischen Fußballsspiels durch FUNino verbessert werden können.

[15 BE]

3.2

Diskutieren Sie die Vor- und Nachteile der Einführung von FUNino im Ligabetrieb der E-, F- und G-Junioren.

[15 BE]

Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.1 · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten

Vorschlag C – Thema und Aufgabenstellung

Kooperation und Konkurrenz im Sportspiel

Struktur sportlicher Bewegungen

Lernen sportlicher Bewegungen

1.1

Beschreiben Sie unter Einbezug von Material 1 das konditionelle und koordinative Anforderungsprofil der Sportart Basketball. (15 BE)

Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.2 und 1.3 · Kooperation und Konkurrenz im Sportspiel

Vorschlag C – Thema und Aufgabenstellung

Kooperation und Konkurrenz im Sportspiel

Struktur sportlicher Bewegungen

Lernen sportlicher Bewegungen

1.2

Stellen Sie die wesentlichen Aspekte zweier Ihnen bekannter Sportspielvermittlungskonzepte einander gegenüber und beurteilen Sie, welches davon in einem Leistungskurs an Ihrer Schule zur Vorbereitung auf die Abiturprüfung des Spiels Basketball (Material 2) besser geeignet sein könnte.

[25 BE]

Material 2: Beispielhafte sportpraktische Abiturprüfung Basketball (2021)

Für eine sehr gute Note muss folgendes gezeigt werden, für eine ausreichende Leistung müssen die genannten Inhalte in Ansätzen erkennbar sein und in Spielsituationen sinnvoll angewandt werden:

Prüfbereich 1 (sportartspezifische Techniken): Technikparcours mit Dribbling/Spielstellung Defense, Korbleger links, Pass und Fangen, Sprungwurf mit Täuschung, Dribbelslalom, Korbleger rechts; [...]

Prüfbereich 3 (Zielspiel als komplexes Mannschaftsspiel): Spiel 5:5, Offensiv- und Defensivverhalten, Positionsangriff, Fast-Break, Ball-Raum-Verteidigung, Mann-Mann-Verteidigung.

Beobachtungsschwerpunkte für die mannschaftsspieltaktischen Anforderungen:

Verstehen und Anwenden der vorgegebenen Spielsysteme in Abwehr und Angriff

Umschalten: Schneller Angriff nach Ballerhalt durch Rebound, Abfangen, Einwurf

Schnellangriff: Rebound, schneller Outlet-Pass, Besetzen der „Spuren“ und Passen nach vorne, Trailer, Safety

Übergang zum Positionsangriff: Einnehmen seiner Spielposition nach Abbruch des Schnellangriffs

Positionsangriff gegen Mann- bzw. Zonenverteidigung: Ausfüllen seiner Spielposition in einem festgelegten Angriffssystem

Umschalten von Angriff auf Verteidigung: Floor-Balance im Angriff, schnelles Sprinten in die Verteidigung, Einnehmen seiner Zonenposition bzw. schnelles Zuordnen zu seinem Gegenspieler in der Manndeckung

1.3

Diskutieren Sie vor dem Hintergrund Ihrer Ergebnisse aus den Aufgaben 1.1 und 1.2 die Eignung des basketballspezifischen Zirkeltrainings (Material 3) im Rahmen des schulischen Basketballunterrichts.

[15 BE]

Material 3: Basketballspezifisches Zirkeltraining

Die Intensität eines Zirkeltrainings ist über die Belastungszeit, die Wiederholungszahl, die Pausenlänge, das Niveau der Übungen und das Gewicht der eingesetzten Geräte steuerbar. Das Verhältnis der Belastungszeit zur Pausenzeit verändert sich mit zunehmendem Leistungsstand von 1:2 über 1:1 bis zu 2:1.

Herbert Reim, Werner Krüger: Sportiv Basketball. Theorie zur Praxis, Leipzig 1996, S. 29.

Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2 · Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien

Material 4: Hoher Aufschlag im Badminton

Ordnen Sie dem hohen Aufschlag im Badminton (Material 4) eine Phasenstruktur zu. Analysieren Sie den Bewegungsablauf bezüglich der Wirkweise eines hierbei dominanten biomechanischen Prinzips.

a)

b)

Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3 · Bewegungslernen und Bewegungssteuerung

Material 5: Umlernen nach Umstellung der (sport-)technischen Bedingungen

Hinweis: Die Grafik zeigt die durchschnittliche Entwicklung des sportlichen Leistungsniveaus mehrerer Profisportler im Eisschnelllauf unmittelbar vor und nach der Einführung des Klappschlittschuhs Mitte der 1990er Jahre. Der Klappschlittschuh ist eine speziell für den Eisschnelllauf konstruierte Abwandlung des traditionellen Schlittschuhs, bei der die Kufe nicht mehr starr am Schuh befestigt, sondern an einem Klappgelenk gelagert ist. Die Kufe des Klappschlittschuhs hat so eine längere Kontaktzeit mit dem Eis als die des traditionellen Schlittschuhs, ermöglicht damit eine längere Abstoßphase und kann daher zu einer besseren Leistung des Sportlers führen.

3.1

Beschreiben und interpretieren Sie den Verlauf des Graphen (Material 5) auf der Grundlage Ihres Wissens über Bewegungsregulation.

3.2

Setzen Sie sich mit möglichen Faktoren auseinander, die für einen Sportler die Umstellung auf ein neues Sportgerät besser gelingen lassen.

Aufgabe Vorschlag D - Aufgabe 1 · Krafttraining im Fitness- und Gesundheitssport

Bedeutung der Kraft im Fitness- und Gesundheitstraining

Material 1a: Pegboard (2021)

Das Pegboard, auch Steckbrett genannt, stellt Kletterer und Teilnehmer von Hindernisläufen immer wieder vor besondere Herausforderungen. Es ist eine aus einem Lochraster bestehende Wand, die durch das Hineinstecken von Stäben, sogenannten „Sticks“, überwunden werden muss.

Material 1b: Fanny Josefine: How to do pegboard climbing (2020)

1.1

Nennen Sie die bei der erfolgreichen Bewältigung des Pegboards (Material 1a und 1b) beanspruchten Hauptmuskelgruppen und deren wichtigsten Muskeln und beschreiben Sie ausgehend von einem geeigneten Strukturmodell die dafür notwendigen Kraftfähigkeiten. [15 BE]

1.2

Entwickeln Sie, unter Einbezug Ihrer Ergebnisse in Aufgabe 1.1, Eckpunkte eines Trainingskonzepts, auf dessen Grundlage das Bewältigen des Pegboards gelingen sollte. [15 BE]

Aufgabe Vorschlag D - Aufgabe 2 · Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien

Material 2a

Fani Bermperidou: Gesamtdarstellung des Speerwurfs des Rollstuhlsportlers (2009)

Hinweis: Der Rollstuhl ist während der Ausführung festgestellt.

Material 2b

Henrik Lühr: Speerwurf Leichtathletik (2020)

Material 3

Deutsche Rekorde im Speerwurf (2021)

Deutscher Rekord Speerwurf Männer Johannes Vetter:

97,76 m (2020)

Deutscher Rekord Para Leichtathletik Startklasse F56 Speerwurf Männer Gerhard Wies:

29,56 m (1999)

Hinweis: Die Klasse F56 ist eine Startklasse der paralympischen Sportarten in der Leichtathletik. Sportler in dieser Klasse haben zwei beeinträchtigte Beine, können ohne Hilfsmittel nicht aufstehen und führen ihre Sportart im Sitzen aus. Die Athleten weisen eine gute Funktion des Rumpfes und der Arme auf. Die Funktion der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur ist begrenzt vorhanden.

2.1

Ordnen Sie der in Material 2a abgebildeten Speerwurfbewegung eine Phasenstruktur zu und beschreiben Sie die wesentlichen Funktionen der jeweiligen Phasen. [15 BE]

2.2

Vergleichen Sie die beiden Speerwurfbewegungen (Material 2a und 2b) und interpretieren Sie die unterschiedlich erzielten Weiten der in Material 3 aufgezeigten Athleten. [20 BE]

Aufgabe Vorschlag D - Aufgabe 3 · Bewegungslernen und Bewegungssteuerung

Bewegungssteuerung und -regelung

3.1

Stellen Sie das Modell der Bewegungssteuerung und -regelung dar. (15 BE)

Material 4

Achim Dreis: Speerwerfer Johannes Vetter: „Das war nahezu der perfekte Wurf“ (2020)

Trotz allem war 2020 für ihn zumindest sportlich ein positives Jahr. Speerwerfer Johannes Vetter spricht im Interview über den Beinahe-Weltrekord, seine Trauer und die Arbeit als Lokalpolitiker.

In der Weltbestenliste dieser Saison führen Sie mit zehn Metern Vorsprung. Fühlen Sie sich durch Corona um den sicheren Olympiasieg 2020 gebracht?

Nein, gar nicht. Ich sehe das Jahr für mich persönlich durchweg positiv.

[…]

Weil Sie diesen tollen Wurf auf 97,76 Meter geschafft hatten. Aber Ihnen wurde die Möglichkeit genommen, internationale Titel zu gewinnen. Hadern Sie kein bisschen?

Nein, muss ich wirklich sagen. Ich sehe das rational. Fakt war, es fand keine EM statt. Fakt war auch, die Olympischen Spiele wurden nicht abgesagt, sie wurden „nur“ um ein Jahr verschoben. Als das klar war, ging es für mich darum: „Du musst dir neue Ziele setzen. Du brauchst etwas, was dich anreizt, weiter zu trainieren.“ Ich lebe fürs Speerwerfen. Und ich wollte unbedingt performen. Da muss man sich Alternativen schaffen. Einige Wettkämpfe fanden ja statt. Ich hab mir Ziele gesetzt: Ich wollte über 90 Meter werfen, ich wollte Weltjahresbester werden, ich wollte deutscher Meister werden. Das habe ich peu à peu abgearbeitet und hatte enorm viel Spaß. Ich hatte auch Freude daran, überhaupt mal wieder in diesen Flow zu kommen, weil mir das in den letzten beiden Jahren aufgrund eines familiären Schicksalsschlags und wegen meiner körperlichen Gesundheit einfach verwehrt gewesen war.

[…]

Da lohnt es sich für Sie auch nicht, tiefzustapeln. Mit Ihrer Vorleistung gibt es nur dieses Ziel?

Es bringt auch nichts, hochzustapeln und zu sagen: „Ich will nächstes Jahr hundert Meter werfen.“ Das hat man nicht in der Hand. Bei solchen Weiten, 90 oder 95 Meter plus, gehört auch viel Glück dazu. Dafür ist unsere Disziplin auch technisch zu anspruchsvoll und fehlerbehaftet, weil so viele Teilbewegungen in einer sehr kurzen Zeit vonstattengehen. Ich kann jetzt nicht sagen: Ich mache einen Saisonaufbau bis zu den Olympischen Spielen, da soll der Höhepunkt meiner Leistungsfähigkeit sein, und da werfe ich hundert Meter. Natürlich trainieren wir so, dass wir bei den Spielen den Höhepunkt haben, aber dann reicht es dort schon aus, wenn du einen kleinen Fehler in der Kette hast, dann fliegt der Speer nicht mehr über 90.

Wie war das bei dem 97-Meter-Wurf – haben Sie da schon währenddessen gemerkt, dass alle Teilelemente in der Kette perfekt funktionierten?

Ja, das merkt man schon. Es baut sich eine Spannung auf, bei der sich abzeichnet, dass der Speer weit fliegt. Man sieht es ja auch anhand meiner Reaktion. Ich habe nicht mal dem Speer hinterhergeschaut, sondern mich direkt rumgedreht, geschrien und gejubelt, weil ich ganz genau wusste: „Das war nahezu der perfekte Wurf.“ Da hat richtig viel zusammengepasst, das hat man natürlich gespürt. Aber so was zu stabilisieren, da gehören viele Komponenten dazu. Da reicht ein minimaler Fehler, der für den Laien gar nicht ersichtlich ist, – dann fragt man sich: Warum ist der nur 83 Meter geflogen? Und warum der andere dann 97? Es ist wirklich schwierig beim Speerwerfen.

Versuchen Sie, das Bewegungsmuster einzufrieren vor dem inneren Auge?

Auch das trainieren wir. Ich arbeite mit einem Sportpsychologen zusammen, der mich dabei unterstützt. Aber all diese Teilbewegungen der Muskelfasern, so tief kann ich gar nicht in mich reinschauen. Ich habe vor meinem Auge, wie es aussehen muss, aber das in dieser Drucksituation im Wettkampf in der Kürze auf den Punkt zu bringen ist enorm schwierig.

Achim Dreis: Speerwerfer Johannes Vetter: Das war nahezu der perfekte Wurf, 26.12.2020; URL: https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/speerwerfer-johannes-vetter-ueber-olympia-corona-und-weltrekord-17115200.html?premium (abgerufen am 15.05.2021).

3.2

Stellen Sie unter Einbezug von Material 4 die Bedeutung des Modells der Bewegungssteuerung und -regelung für die Qualität der Bewegung bei Spitzensportlern und Anfängern gegenüber. (20 BE)

Du kannst auch nach Themen lernen

Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.

Alle 8 Themen ansehen