Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3 · Abitur Hessen Sport LK 2022
Thema: Bewegungslernen und Bewegungssteuerung · Aus der Prüfung LK (2022)
Aufgabenstellung
Material 5: Umlernen nach Umstellung der (sport-)technischen Bedingungen
Hinweis: Die Grafik zeigt die durchschnittliche Entwicklung des sportlichen Leistungsniveaus mehrerer Profisportler im Eisschnelllauf unmittelbar vor und nach der Einführung des Klappschlittschuhs Mitte der 1990er Jahre. Der Klappschlittschuh ist eine speziell für den Eisschnelllauf konstruierte Abwandlung des traditionellen Schlittschuhs, bei der die Kufe nicht mehr starr am Schuh befestigt, sondern an einem Klappgelenk gelagert ist. Die Kufe des Klappschlittschuhs hat so eine längere Kontaktzeit mit dem Eis als die des traditionellen Schlittschuhs, ermöglicht damit eine längere Abstoßphase und kann daher zu einer besseren Leistung des Sportlers führen.
3.1
Beschreiben und interpretieren Sie den Verlauf des Graphen (Material 5) auf der Grundlage Ihres Wissens über Bewegungsregulation.
3.2
Setzen Sie sich mit möglichen Faktoren auseinander, die für einen Sportler die Umstellung auf ein neues Sportgerät besser gelingen lassen.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
3.1 Beschreiben und interpretieren Sie den Verlauf des Graphen (Material 5) auf der Grundlage Ihres Wissens über Bewegungsregulation.
Lösung: Beschreibung: - Darstellung der sportlichen Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von der Zeit nach Umstellung der sporttechnischen Bedingungen. - Vor der Umstellung: erreichtes Leistungsniveau (sLN alt). - Nach Umstellung: Zunächst sprunghafter/deutlicher Rückgang der Leistungsfähigkeit, anschließende Stabilisierungsphase und stetiger Wiederanstieg über das Ausgangsniveau hinaus bis zum neuen Leistungsniveau (sLN neu). Interpretation: - Das neue Sportgerät fungiert als Störgröße im Bewegungsvollzug; gewohnte Bewegungsprogramme passen nicht mehr optimal zu den veränderten biomechanischen Eigenschaften. - Verarbeitung der veränderten Situation über den äußeren Regelkreis (Trainerfeedback, Laufzeiten) und vor allem inneren Regelkreis (Reafferenzen, kinästhetischer Analysator bzgl. des veränderten Abdruckverhaltens). - Afferenzsynthese und Soll-Ist-Wert-Vergleich führen zur Umprogrammierung/Anpassung der generalisierten motorischen Programme im motorischen Gedächtnis. - Mit zunehmender Einübung gelingt die Regulation effizienter, sodass die biomechanischen Vorteile des Klappmechanismus voll ausgeschöpft werden und sLN neu erreicht wird.
3.2 Setzen Sie sich mit möglichen Faktoren auseinander, die für einen Sportler die Umstellung auf ein neues Sportgerät besser gelingen lassen.
Lösung: Mögliche Faktoren zur Bewältigung der Umstellung: - Variationsreiche und situativ-variable Trainingsgestaltung bereits im Vorfeld zur Ausbildung flexibler generalisierter motorischer Programme. - Variablenreiches Üben während des Umlernens (Experimentieren mit dem neuen Gerät ermöglichen). - Hohes Maß an Übungszeit / Wiederholungszahlen zur Beschleunigung der Regelkreis-Durchläufe. - Gezieltes und vielfältiges Feedback (Videoanalyse, biomechanische Messungen, qualifizierte Trainerrückmeldung für externe Information). - Psychologische Betreuung und Austausch mit erfahrenen Athleten zum Abbau von Verunsicherung oder Ängsten.
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