Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.2 und 1.3 · Abitur Hessen Sport LK 2022

Thema: Kooperation und Konkurrenz im Sportspiel · Aus der Prüfung LK (2022)

Aufgabenstellung

Vorschlag C – Thema und Aufgabenstellung

Kooperation und Konkurrenz im Sportspiel

Struktur sportlicher Bewegungen

Lernen sportlicher Bewegungen

1.2

Stellen Sie die wesentlichen Aspekte zweier Ihnen bekannter Sportspielvermittlungskonzepte einander gegenüber und beurteilen Sie, welches davon in einem Leistungskurs an Ihrer Schule zur Vorbereitung auf die Abiturprüfung des Spiels Basketball (Material 2) besser geeignet sein könnte.

[25 BE]

Material 2: Beispielhafte sportpraktische Abiturprüfung Basketball (2021)

Für eine sehr gute Note muss folgendes gezeigt werden, für eine ausreichende Leistung müssen die genannten Inhalte in Ansätzen erkennbar sein und in Spielsituationen sinnvoll angewandt werden:

Prüfbereich 1 (sportartspezifische Techniken): Technikparcours mit Dribbling/Spielstellung Defense, Korbleger links, Pass und Fangen, Sprungwurf mit Täuschung, Dribbelslalom, Korbleger rechts; [...]

Prüfbereich 3 (Zielspiel als komplexes Mannschaftsspiel): Spiel 5:5, Offensiv- und Defensivverhalten, Positionsangriff, Fast-Break, Ball-Raum-Verteidigung, Mann-Mann-Verteidigung.

Beobachtungsschwerpunkte für die mannschaftsspieltaktischen Anforderungen:

Verstehen und Anwenden der vorgegebenen Spielsysteme in Abwehr und Angriff

Umschalten: Schneller Angriff nach Ballerhalt durch Rebound, Abfangen, Einwurf

Schnellangriff: Rebound, schneller Outlet-Pass, Besetzen der „Spuren“ und Passen nach vorne, Trailer, Safety

Übergang zum Positionsangriff: Einnehmen seiner Spielposition nach Abbruch des Schnellangriffs

Positionsangriff gegen Mann- bzw. Zonenverteidigung: Ausfüllen seiner Spielposition in einem festgelegten Angriffssystem

Umschalten von Angriff auf Verteidigung: Floor-Balance im Angriff, schnelles Sprinten in die Verteidigung, Einnehmen seiner Zonenposition bzw. schnelles Zuordnen zu seinem Gegenspieler in der Manndeckung

1.3

Diskutieren Sie vor dem Hintergrund Ihrer Ergebnisse aus den Aufgaben 1.1 und 1.2 die Eignung des basketballspezifischen Zirkeltrainings (Material 3) im Rahmen des schulischen Basketballunterrichts.

[15 BE]

Material 3: Basketballspezifisches Zirkeltraining

Die Intensität eines Zirkeltrainings ist über die Belastungszeit, die Wiederholungszahl, die Pausenlänge, das Niveau der Übungen und das Gewicht der eingesetzten Geräte steuerbar. Das Verhältnis der Belastungszeit zur Pausenzeit verändert sich mit zunehmendem Leistungsstand von 1:2 über 1:1 bis zu 2:1.

Herbert Reim, Werner Krüger: Sportiv Basketball. Theorie zur Praxis, Leipzig 1996, S. 29.

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.2 und 1.3 · Abitur Hessen Sport LK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1.2 Stellen Sie die wesentlichen Aspekte zweier Ihnen bekannter Sportspielvermittlungskonzepte einander gegenüber und beurteilen Sie, welches davon in einem Leistungskurs an Ihrer Schule zur Vorbereitung auf die Abiturprüfung des Spiels Basketball (Material 2) besser geeignet sein könnte.

Lösung: Vergleich zweier Sportspielvermittlungskonzepte (beispielhaft Integrative Sportspielvermittlung vs. Taktik-Spiel-Konzept): 1. Gegenüberstellung nach Grundgedanke, Ablauf sowie Inhalt und Methode: - Grundgedanke: Integrative Sportspielvermittlung setzt auf übergreifende spielerische Basisfähigkeiten/-fertigkeiten mit Transfer auf viele Spiele. Das Taktik-Spiel-Konzept stellt das Spiel und dessen taktische Grundidee („Was ist zu tun?“) in den Mittelpunkt; Fertigkeiten („Wie?“) folgen bedarfsorientiert. - Ablauf: Integrative Vermittlung idealerweise langfristig über drei Stufen (sportspielübergreifend, sportspielgerichtet, sportspielspezifisch). Taktik-Spiel-Konzept als Kreis-Spirale auf jedem Niveau durchführbar (Spielform -> Reflexion/taktisches Bewusstsein -> Fertigkeitsübung -> erweiterte Spielform). - Inhalt/Methode: Integrative Vermittlung nutzt das Bausteinsystem (Säulen A: spielerisch-taktisch, B: fähigkeitsorientiert, C: fertigkeitsorientiert). Taktik-Spiel-Konzept nutzt wechselnde Phasen aus Spielformen, Reflexion und gezielten Fertigkeitsübungen mit hoher Eigenverantwortung der Lernenden. 2. Beurteilung bezüglich Material 2 (Abiturprüfung): - Prüfbereich 1 (Technikparcours): In der integrativen Vermittlung haben technische Basiskomponenten einen hohen Stellenwert; im Taktik-Spiel-Konzept ist Technik primär Mittel zum Zweck. - Prüfbereich 3 (5:5 Mannschaftsspiel/Taktik): Feste Spielsysteme lassen sich im integrativen Konzept erst spät vermitteln. Das Taktik-Spiel-Konzept bereitet schneller auf situative und individual-/gruppentaktische Anforderungen vor. - Fazit/Urteil: Unter schulischen Rahmenbedingungen (zeitlich begrenzt, ca. 2 Praxisstunden/Woche) eignet sich das Taktik-Spiel-Konzept in der Regel besser, da es den Prüfbereich 3 in kürzerer Zeit gezielter vorbereitet. Die integrative Vermittlung erfordert meist einen mehrjährigen Aufbau.

1.3 Diskutieren Sie vor dem Hintergrund Ihrer Ergebnisse aus den Aufgaben 1.1 und 1.2 die Eignung des basketballspezifischen Zirkeltrainings (Material 3) im Rahmen des schulischen Basketballunterrichts.

Lösung: Diskussion der Eignung des Zirkeltrainings (Material 3): Pro-Argumente (Eignung): - Gezielte Schulung konditioneller Anforderungen (z. B. Kraftausdauer beim Beinstrecken, Schnellkraft beim Sprungwurf mit Medizinball, Reaktivkraft beim Auf-/Niedersprung). - Spezifische Muskelgruppen werden beansprucht (z. B. Abwehrhaltung im Dreieck laufen). - Einbindung intensiver Intervallmethoden (lakfazider anaerober Bereich). - Hohe Zeiteffizienz und Eignung für größere Lerngruppen im Schulalltag. - Differenzierungsmöglichkeiten über Belastungs-/Pausenzeiten, Gewichte und Kastenhöhen. Contra-Argumente (Grenzen/Gegenargumente): - Wichtige konditionelle Komponenten wie Sprintschnelligkeit, alaktazide Schnelligkeitsausdauer oder langfristige Grundlagenausdauer werden kaum abgedeckt. - Technik, Taktik und komplexe Spielfähigkeit werden im Zirkel nicht oder nur rudimentär vermittelt. - Vermittlungskonzepte integrieren Kondition meist spielerisch statt isoliert. - Notwendige Reizdichte (mehrfaches wöchentliches Training zur signifikanten Leistungssteigerung) ist im Schulsport selten realisierbar. Fazit: Das Zirkeltraining eignet sich gut als ergänzende Methode zur Schaffung konditioneller Grundlagen, kann jedoch das Erlernen der Spielfähigkeit sowie taktische und technische Spielformen nicht ersetzen.

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