Aufgabe HT 1 - Compito 4 · Abitur NRW Italienisch LK · Haupttermin · fortgeführt 2022

Thema: Sprachmittlung Deutsch → Italienisch · Aus der Prüfung LK · Haupttermin · fortgeführt (2022)

Aufgabenstellung

Klausurteil B

Flüchtlinge als Chance: Eine Problemstadt macht vor, was „Wir schaffen das“ bedeutet

Altena zählte lange zu den Problemstädten; keine andere Kommune im Westen Deutschlands verlor in den letzten Jahren so viele Einwohner. Mit dem Beschluss von 2015, über das Pflichtmaß hinaus Flüchtlinge aufzunehmen, begann ein neuer Abschnitt. Mittlerweile wird Altena als Vorbild für Integration betrachtet.

[...]

Während zahlreiche Kommunen überfordert mit der Unterbringung der ihnen zugewiesenen

Asylbewerber waren, entschied man sich in Altena, 100 Flüchtlinge mehr aufzunehmen als

nötig – trotz finanzieller Schwierigkeiten. Fünf Jahre ist dieser Schritt nun her, in der Gemeinde

hat sich einiges getan. Das Gespräch mit den Menschen dort zeigt, wie ernst die Altenaer

5 Merkels viel zitierte Worte „Wir schaffen das“ nehmen. Klar wird aber auch: In der Corona-

Krise stößt die Integrationspolitik auf neue Probleme.

Flüchtlinge als Chance in Altena: „Haben viele interessante Menschen dazugewonnen“

Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) sagt im Gespräch mit FOCUS Online: „Ich halte den

Satz der Bundeskanzlerin für richtig. Wir haben die Herausforderung angenommen und sie

10 positiv bewältigt.“ Zum fünfjährigen Jubiläum der Flüchtlingskrise zieht er eine erfreuliche

Bilanz. „Letztlich sind die meisten Flüchtlinge, die nun bei uns in Altena leben, eine Berei-

cherung für die Bevölkerung. Unser Konzept ist aufgegangen, wir haben sehr viele interes-

sante Menschen dazugewonnen“, erklärt er.

Altenas Integrationskonzept ist einfach, aber effektiv. Die Kleinstadt bietet Flüchtlingen seit

15 dem ersten Tag Deutschkurse an, sogenannte „Kümmerer“ helfen Zuwanderern bei Behör-

dengängen oder erklären ihnen die Grundsätze der Mülltrennung. Sammelunterkünfte gibt

es in Altena nicht: Flüchtlinge werden dezentral in vormals leerstehenden Wohnungen unter-

gebracht. Dass das möglich ist, liegt auch an einem großen Problem, mit dem die Gemeinde

zu kämpfen hat. Denn Altena schrumpfte in den vergangenen Jahrzehnten so stark wie keine

20 andere westdeutsche Kommune. Zählte die Stadt 1970 noch rund 32.000 Einwohner, leben

heute nur noch knapp 17.000 Menschen in der Gemeinde.

„Natürlich hatten wir dadurch freien Wohnraum“, sagt auch Hollstein. Dieser sei an die Stadt

vermietet und von Helfern für die Flüchtlinge hergerichtet worden. Eine „Win-Win-Situa-

tion“, wie es der Bürgermeister nennt. Für ihn steht fest: „Das sind neue Nachbarn, die wir

25 gern in unserer Stadt haben wollen. Über die Jahre sind sehr viele Zuwanderer bei uns geblie-

ben, insgesamt über 400“, sagt er. So lautet auch das Motto der Stadt: „Vom Flüchtling zum

Altenaer Mitbürger“. Viele Migranten haben inzwischen ihren Schulabschluss gemacht, eine

Ausbildung begonnen oder eine Arbeit aufgenommen.

[...] Damit Integration in deutschen Kommunen funktioniert, braucht es einen positiven Um-

30 gang mit dem Thema Flüchtlinge und Schlüsselpersonen, die die Eingliederung vorantreiben.

Hollstein vergleicht die Integrationspolitik mit einem Marathonlauf: Auch, wenn bereits vieles

gelungen sei, müsse man weiter am Konzept arbeiten. Besonders die Corona-Krise bringe

laut dem CDU-Politiker neue Herausforderungen mit sich.

Corona-Krise birgt Gefahren für die Integration von Flüchtlingen

35 Das bestätigt Forscherin Bendel, die auch Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher

Stiftungen für Integration und Migration ist. „Schon jetzt haben viele in der Pandemie ihren

Job verloren, die Arbeitslosenquote unter Migranten stieg um mehr als zwei Prozent“, warnt

sie. Das führt sie zum einen darauf zurück, dass viele Zuwanderer in von der Virus-Krise

besonders betroffenen Sektoren wie der Gastronomie oder der Hotellerie arbeiten. Zum ande-

40 ren hätten einige Migranten lediglich Zeitverträge, die die jeweiligen Unternehmen in der

Krise nicht verlängern würden.

In Altena ist laut Hollstein noch nicht absehbar, wie viele Migranten ihre Arbeit verloren

haben. Viele würden im Helfer- und Handwerksbereich arbeiten, also anderen Sektoren als

die, die Bendel nennt. Dennoch versuche man, Zuwanderer in der Pandemie so gut es gehe zu

45 unterstützen. Hollstein erklärt: „Wir haben zum Beispiel Dolmetscher engagiert, die Erklä-

rungen zum Thema Corona auf Arabisch oder in andere Sprachen übersetzen.“ So scheint

in Altena auch in der Virus-Krise zu gelten: „Wir schaffen das“.

Klausurteil B: Sprachmittlung isoliert

Compito 4: Un vostro amico italiano è volontario presso Mani Tese, un’organizzazione impegnata per la giustizia sociale ed economica a livello mondiale. Il gruppo che opera nella sua città si adopera per promuovere l’integrazione degli immigrati e per aiutarli nel periodo della pandemia. Leggendo questo articolo, vi è venuto in mente lui, perché cerca continuamente esempi positivi e interessanti di integrazione per la sua organizzazione.

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