Abitur Hessen Wirtschaftslehre 2021 · LK
Abiturprüfung Wirtschaftslehre in Hessen 2021, LK: 18 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik. Kostenlos.
Themen der Prüfung: Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation · Verbrauchsfunktionen, Produktionsfunktion und Kostenverläufe · Investition und Investitionsrechenverfahren · Außenfinanzierung und Sonderformen der Finanzierung · Gütermarktgleichgewicht im keynesianischen Modell · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik · Wachstums-, Verteilungs- und Umweltpolitik
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.1-1.2: Produktionsprogram… · Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik
Küchentechnik für die Großgastronomie
Die Culinair Maestro GmbH (CM GmbH) ist ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Großküchentechnik spezialisiert hat. 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an zwei Standorten in Kassel und Braunschweig. Produziert werden diverse Kochgeräte, Heißluftdämpfer und -öfen sowie Multifunktionsgeräte.
Eine starke Nachfrage herrscht im Segment der Self-Cooking-Center, zuverlässige Assistenten für Profiküchen. Auf nur einem Quadratmeter Fläche ist es möglich, mit einem solchen Multifunktionsgerät zu grillen, braten, backen, dämpfen und dünsten, unabhängig davon, ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Backwaren zubereitet werden sollen. Die Bedienung ist einfach, die Qualität der Speisen hoch, eine enorme Entlastung der Küchenteams ist die Folge.
Die CM GmbH fertigt vier Typen der Self-Cooking-Center CM+SCC ® unterschiedlicherborätegrößen in Elektro- oder Gasausführung.
Im Zwei-Schicht-System werden auf einer Fertigungsanlage nacheinander vier Typen der Self-Cooking-Center CM+SCC ® produziert (Material 1). Ein Produktionsteam von jeweils zwei Mitarbeitern ist spezialisiert auf die Fertigung der kleineren Elektro-Self-Cooking-Center, ein Produktionsteam für die Produktion der größeren gasbetriebenen Geräte besteht aus jeweils drei Fachkräften.
Hinweis: Jedes Team – sofern es nicht gerade in die Fertigung der Self-Cooking-Center involviert ist – wird in den Fertigungsprozess anderer Produkte der CM GmbH eingebunden.
Material 1: Produktionsdaten des Zeitraums Oktober bis Dezember 2019 für das Segment CM+SCC ®
Produktbezeichnung · CM+SCC-Typ S ® · CM+SCC-Typ M ® · CM+SCC-Typ L ® · CM+SCC-Typ XL ®
Essen-Anzahl pro Tag (min./max.) · 30 – 100 · 80 – 150 · 150 – 300 · 300 – 500
Breite/Höhe/Tiefe in mm · 847/776/782 · 847/776/1042 · 879/791/1782 · 1084/996/1782
Ausführung · Elektro · Elektro · Gas · Gas
Verkaufspreis in Euro pro Produkt · 6.468,00 · 8.890,00 · 17.052,00 · 24.353,00
Produktionsdauer in Stunden pro Produkt · 16 · 18 · 21 · 24
Lohnkosten pro Stunde pro Facharbeiter in Euro · 35,50 · 35,50 · 35,50 · 35,50
Anzahl notwendiger Facharbeiter pro Produkt · 2 · 2 · 3 · 3
Variable Werkstoffkosten pro Produkt in Euro · 3.250,00 · 4.780,00 · 11.200,00 · 15.550,00
Fertigungsmenge = Absatzmenge in Stück · 16 · 14 · 10 · 10
Dauer einer Schicht in Stunden (Zwei-Schicht-System) · 8
Fixkosten der Fertigungsanlage pro Monat in Euro (2019) · 40.000
Produktionstage pro Woche · 5
1.1 Deckungsbeiträge und Betriebsergebnis (IV. Quartal 2019)
Ermitteln Sie die Deckungsbeiträge der einzelnen Produkte sowie das Betriebsergebnis des letzten Quartals 2019 aufgrund der vorliegenden Daten für das Segment Self-Cooking-Center CM+SCC® (Material 1).
Kennzahl
CM+SCC Typ S®
CM+SCC Typ M®
CM+SCC Typ L®
CM+SCC Typ XL®
Lohnkosten pro Stück (EUR)
Variable Stückkosten (EUR)
Stückdeckungsbeitrag (EUR)
Gesamt-DB im Quartal (EUR)
1.2.1 Engpassbezogene Produktionsprogrammplanung (I. Quartal 2020)
Bestimmen Sie bei vorliegendem Engpass das optimale Produktionsprogramm. Berechnen Sie das sich daraus ergebende Betriebsergebnis für das erste Quartal 2020 bei gleichbleibenden variablen Werkstoffkosten pro Produkt und Lohnkosten pro Stunde, sollte sich tatsächlich kein adäquater Ersatz für die Facharbeiter finden lassen.
Produkt
CM+SCC Typ S®
CM+SCC Typ M®
CM+SCC Typ L®
CM+SCC Typ XL®
Neue Produktionsdauer (Std./Stück)
Stückdeckungsbeitrag (EUR)
Relativer Deckungsbeitrag (EUR/Std.)
Rangfolge (1 bis 4)
Optimale Produktionsmenge (Stück)
1.2.2 Gründe gegen die Umsetzung des optimalen Produktionsprogramms
Erläutern Sie drei mögliche Gründe der Geschäftsleitung der CM GmbH, nicht das (gewinn-)optimale Produktionsprogramm umzusetzen.
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.3: Investitionsrechenverf… · Investition und Investitionsrechenverfahren
Küchentechnik für die Großgastronomie
Die Culinair Maestro GmbH (CM GmbH) ist ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Großküchentechnik spezialisiert hat. 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an zwei Standorten in Kassel und Braunschweig. Produziert werden diverse Kochgeräte, Heißluftdämpfer und -öfen sowie Multifunktionsgeräte.
Eine starke Nachfrage herrscht im Segment der Self-Cooking-Center, zuverlässige Assistenten für Profiküchen. Auf nur einem Quadratmeter Fläche ist es möglich, mit einem solchen Multifunktionsgerät zu grillen, braten, backen, dämpfen und dünsten, unabhängig davon, ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Backwaren zubereitet werden sollen. Die Bedienung ist einfach, die Qualität der Speisen hoch, eine enorme Entlastung der Küchenteams ist die Folge.
Die CM GmbH fertigt vier Typen der Self-Cooking-Center CM+SCC ® unterschiedlicherborätegrößen in Elektro- oder Gasausführung.
Im Zwei-Schicht-System werden auf einer Fertigungsanlage nacheinander vier Typen der Self-Cooking-Center CM+SCC ® produziert (Material 1). Ein Produktionsteam von jeweils zwei Mitarbeitern ist spezialisiert auf die Fertigung der kleineren Elektro-Self-Cooking-Center, ein Produktionsteam für die Produktion der größeren gasbetriebenen Geräte besteht aus jeweils drei Fachkräften.
Hinweis: Jedes Team – sofern es nicht gerade in die Fertigung der Self-Cooking-Center involviert ist – wird in den Fertigungsprozess anderer Produkte der CM GmbH eingebunden.
Material 1: Produktionsdaten des Zeitraums Oktober bis Dezember 2019 für das Segment CM+SCC ®
Produktbezeichnung · CM+SCC-Typ S ® · CM+SCC-Typ M ® · CM+SCC-Typ L ® · CM+SCC-Typ XL ®
Essen-Anzahl pro Tag (min./max.) · 30 – 100 · 80 – 150 · 150 – 300 · 300 – 500
Breite/Höhe/Tiefe in mm · 847/776/782 · 847/776/1042 · 879/791/1782 · 1084/996/1782
Ausführung · Elektro · Elektro · Gas · Gas
Verkaufspreis in Euro pro Produkt · 6.468,00 · 8.890,00 · 17.052,00 · 24.353,00
Produktionsdauer in Stunden pro Produkt · 16 · 18 · 21 · 24
Lohnkosten pro Stunde pro Facharbeiter in Euro · 35,50 · 35,50 · 35,50 · 35,50
Anzahl notwendiger Facharbeiter pro Produkt · 2 · 2 · 3 · 3
Variable Werkstoffkosten pro Produkt in Euro · 3.250,00 · 4.780,00 · 11.200,00 · 15.550,00
Fertigungsmenge = Absatzmenge in Stück · 16 · 14 · 10 · 10
Dauer einer Schicht in Stunden (Zwei-Schicht-System) · 8
Fixkosten der Fertigungsanlage pro Monat in Euro (2019) · 40.000
Produktionstage pro Woche · 5
Der zunehmende Fachkräftemangel in der Branche veranlasst die Geschäftsleitung der CM GmbH, die Automatisierung der Produktion voranzutreiben. Der führende deutsche Maschinen- und Werkzeughersteller, die MaTec AG, bietet ein Werkzeug-Tool für die bestehende Fertigungsanlage an, um die Herstellung der gasbetriebenen Self-Cooking-Center zu optimieren, sodass auch die Produkttypen L und XL durch nur zwei Facharbeiter gefertigt werden könnten. Ein italienischer Mitbewerber, die PoliTecnico srl, bietet ein vergleichbares Werkzeug-Tool an. Die Controlling-Abteilung des Großküchenspezialisten hat beide Angebote geprüft und die Rentabilität sowie den internen Zinsfuß beider Werkzeug-Tools ermittelt (Material 2).
Material 2: Daten der Controlling-Abteilung für die Angebote der Werkzeug-Tools der MaTec AG sowie der PoliTecnico srl
MaTec AG
PoliTecnico srl
Maximalkapazität
110 Stück pro Jahr
86 Stück pro Jahr
Anschaffungspreis
70.000 Euro
50.000 Euro
Kalkulationszinssatz
6 %
6 %
Rentabilität
15,38 %
23,00 %
Interner Zinsfuß
13,52 %
18,40 %
1.3.1
Vergleichen Sie die beiden Rechenverfahren zur Ermittlung der Rentabilität und des internen Zinsfußes und bewerten Sie die Aussagekraft beider Kennziffern.
(8 BE)
1.3.2
Beurteilen Sie auf Basis der vorliegenden Werte die Investitionsalternativen und stellen Sie zwei weitere Aspekte dar, die eine Investitionsentscheidung entscheidend beeinflussen können.
(6 BE)
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.4: Fachkräftemangel · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation
Küchentechnik für die Großgastronomie
Die Culinair Maestro GmbH (CM GmbH) ist ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Großküchentechnik spezialisiert hat. 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an zwei Standorten in Kassel und Braunschweig. Produziert werden diverse Kochgeräte, Heißluftdämpfer und -öfen sowie Multifunktionsgeräte.
Eine starke Nachfrage herrscht im Segment der Self-Cooking-Center, zuverlässige Assistenten für Profiküchen. Auf nur einem Quadratmeter Fläche ist es möglich, mit einem solchen Multifunktionsgerät zu grillen, braten, backen, dämpfen und dünsten, unabhängig davon, ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Backwaren zubereitet werden sollen. Die Bedienung ist einfach, die Qualität der Speisen hoch, eine enorme Entlastung der Küchenteams ist die Folge.
Die CM GmbH fertigt vier Typen der Self-Cooking-Center CM+SCC ® unterschiedlicherborätegrößen in Elektro- oder Gasausführung.
Im Zwei-Schicht-System werden auf einer Fertigungsanlage nacheinander vier Typen der Self-Cooking-Center CM+SCC ® produziert (Material 1). Ein Produktionsteam von jeweils zwei Mitarbeitern ist spezialisiert auf die Fertigung der kleineren Elektro-Self-Cooking-Center, ein Produktionsteam für die Produktion der größeren gasbetriebenen Geräte besteht aus jeweils drei Fachkräften.
Hinweis: Jedes Team – sofern es nicht gerade in die Fertigung der Self-Cooking-Center involviert ist – wird in den Fertigungsprozess anderer Produkte der CM GmbH eingebunden.
Material 1: Produktionsdaten des Zeitraums Oktober bis Dezember 2019 für das Segment CM+SCC ®
Produktbezeichnung · CM+SCC-Typ S ® · CM+SCC-Typ M ® · CM+SCC-Typ L ® · CM+SCC-Typ XL ®
Essen-Anzahl pro Tag (min./max.) · 30 – 100 · 80 – 150 · 150 – 300 · 300 – 500
Breite/Höhe/Tiefe in mm · 847/776/782 · 847/776/1042 · 879/791/1782 · 1084/996/1782
Ausführung · Elektro · Elektro · Gas · Gas
Verkaufspreis in Euro pro Produkt · 6.468,00 · 8.890,00 · 17.052,00 · 24.353,00
Produktionsdauer in Stunden pro Produkt · 16 · 18 · 21 · 24
Lohnkosten pro Stunde pro Facharbeiter in Euro · 35,50 · 35,50 · 35,50 · 35,50
Anzahl notwendiger Facharbeiter pro Produkt · 2 · 2 · 3 · 3
Variable Werkstoffkosten pro Produkt in Euro · 3.250,00 · 4.780,00 · 11.200,00 · 15.550,00
Fertigungsmenge = Absatzmenge in Stück · 16 · 14 · 10 · 10
Dauer einer Schicht in Stunden (Zwei-Schicht-System) · 8
Fixkosten der Fertigungsanlage pro Monat in Euro (2019) · 40.000
Produktionstage pro Woche · 5
Die örtliche Kasseler Tageszeitung eröffnet im Wirtschaftsteil einen Bericht mit folgender Schlagzeile: „Wider den Fachkräftemangel - Culinair Maestro investiert in Zukunft“
1.4.1
Beschreiben Sie vor dem Hintergrund der Situationsdarstellung (vgl. 1.2) drei Probleme, die mit einem Fachkräftemangel einhergehen können. [6 BE]
1.4.2
Entwickeln Sie zwei Ideen für die CM GmbH, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. [6 BE]
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2: Wirtschaftskreislauf · Gütermarktgleichgewicht im keynesianischen Modell
2 Die wirtschaftliche Situation der XYZ-Republik ist im Wesentlichen durch die in Material 3 vorliegenden Daten gekennzeichnet.
Material 3: Wirtschaftliche Daten der XYZ-Republik (alle Angaben in Mio. Geldeinheiten)
Faktoreinkommen der privaten Haushalte aus inländischen Unternehmen · 900
Gehaltszahlungen des Staates · 70
Transferzahlungen des Staates an inländische Haushalte · 50
Konsumausgaben der privaten Haushalte · 750
Steuerzahlungen der privaten Haushalte · 180
Subventionszahlungen des Staates · 25
Staatskonsum und staatliche Aufträge · 165
Steuerzahlungen der Unternehmungen · 110
Unternehmensexporte · 45
Unternehmensimporte · 50
2.1
Zeichnen Sie den erweiterten Wirtschaftskreislauf der XYZ-Republik basierend auf dem vorliegenden Datenmaterial und ordnen Sie den Geldströmen die zugehörigen Werte zu.
[10 BE]
2.2
Ermitteln Sie das verfügbare Einkommen und Sparen der privaten Haushalte, den Gesamtetat des Staates, den Budgetüberschuss/das Budgetdefizit des Staates sowie den Außenbeitrag. Zeichnen Sie ggf. fehlende Geldströme und Sektoren in Ihre Skizze aus 2.1 ein.
Hinweis: Das Sparen der Unternehmen ist Null.
[7 BE]
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 3.1-3.3.1: Gütermarktgleich… · Gütermarktgleichgewicht im keynesianischen Modell
Ausgangslage
Das Bruttoinlandsprodukt des UVW-Landes wuchs in der letzten Legislaturperiode lediglich um 0,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8 Prozent. Insbesondere in den ländlichen Regionen herrscht eine wesentlich höhere Arbeitslosigkeit. Viele junge Menschen zieht es aufgrund des Arbeitsplatzmangels in die Ballungszentren. Auch klafft die Schere zwischen Arm und Reich im Land derzeit immer weiter auseinander: 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über 70 Prozent des Vermögens.
Die Regierungschefin, der Finanzminister und der Wirtschaftsminister des UVW-Landes treffen sich, um über wirtschaftspolitische Maßnahmen zu diskutieren, die die Konjunktur beleben sollen. Auf Grundlage der vorliegenden volkswirtschaftlichen Daten (Material 4) werden die Gespräche geführt.
Material 4
Wirtschaftliche Daten des UVW-Landes (alle Angaben in Mio. Geldeinheiten)
Autonomer Konsum der Haushalte · 700
Autonome Investitionen der Unternehmen · 70
Transferzahlungen des Staates · 80
Transformationszahlungen des Staates · 230
Steuereinnahmen des Staates · 280
3.1
Bestimmen Sie zunächst die Konsum-, die Sparfunktion sowie die Investitionsfunktion und die gesamtwirtschaftliche Nachfragefunktion ohne Staat bei einer marginalen Konsumquote von . Zeichnen Sie die Funktionen in ein Koordinatensystem, kennzeichnen Sie das Basiseinkommen in Ihrer Skizze und beschreiben Sie dessen Bedeutung.
3.2
Berechnen Sie das Gleichgewichtseinkommen mit und ohne staatliche Aktivität. Erklären Sie den Begriff des Gleichgewichtseinkommens und kennzeichnen Sie das Gleichgewichtseinkommen ohne staatliche Aktivität in Ihrer Skizze aus 3.1.
3.3.1
Der Wirtschaftsminister des UVW-Landes schlägt vor, ein kreditfinanziertes Ausgabenpaket über insgesamt 30 Mio. GE zu schnüren. Davon sollen 25 Prozent in Transferausgaben fließen, die restlichen 75 Prozent sollen für Transformationsausgaben zur Verfügung stehen.
Berechnen Sie das Gleichgewichtseinkommen nach der Realisierung des Ausgabenpaketes.
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 3.3.2: Wirtschaftspolitisch… · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik
Ausgangslage
Das Bruttoinlandsprodukt des UVW-Landes wuchs in der letzten Legislaturperiode lediglich um 0,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8 Prozent. Insbesondere in den ländlichen Regionen herrscht eine wesentlich höhere Arbeitslosigkeit. Viele junge Menschen zieht es aufgrund des Arbeitsplatzmangels in die Ballungszentren. Auch klafft die Schere zwischen Arm und Reich im Land derzeit immer weiter auseinander: 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über 70 Prozent des Vermögens.
Die Regierungschefin, der Finanzminister und der Wirtschaftsminister des UVW-Landes treffen sich, um über wirtschaftspolitische Maßnahmen zu diskutieren, die die Konjunktur beleben sollen. Auf Grundlage der vorliegenden volkswirtschaftlichen Daten (Material 4) werden die Gespräche geführt.
Material 4
Wirtschaftliche Daten des UVW-Landes (alle Angaben in Mio. Geldeinheiten)
Autonomer Konsum der Haushalte · 700
Autonome Investitionen der Unternehmen · 70
Transferzahlungen des Staates · 80
Transformationszahlungen des Staates · 230
Steuereinnahmen des Staates · 280
3.3.2
Stellen Sie ein wirtschaftspolitisches Ziel dar, das man mit dem kreditfinanzierten Ausgabenpaket – unter Berücksichtigung der Ausgangslage des UVW-Landes – verfolgen könnte.
Entwickeln Sie einen konkreten Vorschlag zur Verwendung der 30 Mio. GE und leiten Sie anhand dieses Vorschlags die beabsichtigte Wirkungsweise her.
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1.1-1.2.2: Produktionsprogr… · Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik
Livskilde GmbH
Die Livskilde GmbH aus Hessen schöpft aus über 20 Quellen ihr Mineralwasser und erzielt im Jahr 2020 mit einem Absatz von 243 Mio. Litern einen Umsatz in Höhe von 152 Mio. €. Im Betrieb in Nidderau wird Mineralwasser, im Betrieb in Usingen werden nicht alkoholische Getränke abgefüllt. Der Absatzmarkt befindet sich fast zu 95% auf dem hessischen Markt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 600 Mitarbeiter bei einer 40-Stundenwoche. Die Livskilde GmbH erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Gewinn von 10 Mio. €. Die Geschäftsleitung ist interessiert an weiteren relevanten Daten für wichtige operative und strategische Entscheidungen.
Material 1: Datenmaterial zur Produktionsprogrammanalyse
Absatzzahlen
Jahr/Absatz in Mio. Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonade · Schorlen
2004 · 152 · 11,1 · 30 · 17
2008 · 156 · 15 · 35,4 · 20
2012 · 160 · 18,1 · 33 · 23
2016 · 162 · 21,4 · 30,6 · 28
2020 · 159 · 26 · 26 · 32
Verkaufspreise
Jahr/Preis pro Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonaden · Schorlen
2004 · 0,42 € · 0,80 € · 0,52 € · 0,67 €
2008 · 0,45 € · 0,85 € · 0,55 € · 0,72 €
2012 · 0,49 € · 0,90 € · 0,56 € · 0,75 €
2016 · 0,52 € · 0,96 € · 0,59 € · 0,83 €
2020 · 0,52 € · 1,00 € · 0,62 € · 0,85 €
Produkte · Umsatz des größten Wettbewerbers in 2020 · Marktwachstum im Jahr 2021
Mineralwasser · 75,0 Mio. € · + 1,0 %
Säfte · 22,5 Mio. € · + 5,0 %
Limonaden · 47,0 Mio. € · + 0,2 %
Schorlen · 23,0 Mio. € · + 2,8 %
Material 2: Daten aus der Controlling-Abteilung Nidderau
Eine Kundenbefragung ergab, dass neben Mineralwasser auch dringend Kokoswasser in Hessen angeboten werden soll. Das Kokoswasser müsste zunächst von einem österreichischen Anbieter bezogen werden. Die Controlling-Abteilung hat alle wesentlichen Daten bereits ermittelt:
Plan-Zahlen für das Jahr 2021 · Mineralwasser (Eigenproduktion) · Kokoswasser
geplante Absatzmenge in Kästen · 14 000 000 · 500 000
Kapazitätsgrenze Produktionsmenge in Kästen · 15 000 000 · –
Verkaufspreis in € je Kasten · 5,99 · 14,99
variable Kosten in € je Kasten · 4,06 · –
Einstandspreis in € je Kasten · – · 10,49
Fixkosten des Betriebs in € · 25 Mio.
1.1
Erstellen Sie mithilfe des Materials 1 und basierend auf der Produktlebenszyklusanalyse sowie der Portfolioanalyse eine Produktionsprogrammanalyse für die Livskilde GmbH und entwickeln Sie eine Handlungsempfehlung für die Geschäftsleitung.
Hinweis: Wählen Sie bei der Skalierung des Marktwachstums innerhalb des Portfolios / der Vier-Feld-Matrix die Werte 6 (höchstes Wachstum) und 3 (mittleres Wachstum).
1.2.1
Ermitteln Sie das voraussichtliche Betriebsergebnis für das Jahr 2021, falls Kokoswasser ins Produktsortiment in Nidderau aufgenommen werden würde.
€
1.2.2
Gehen Sie davon aus, dass sich der Einstandspreis bei Kokoswasser für das Jahr 2021 um 19% erhöht. Gleichzeitig wäre ein Großabnehmer bereit, pro Jahr 50000 Kästen Kokoswasser zu einem Preis von 12,44 € je Kasten abzunehmen.
Entscheiden Sie, ob der Zusatzauftrag angenommen werden sollte oder nicht.
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1.2.3: Make or Buy · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation
Livskilde GmbH
Die Livskilde GmbH aus Hessen schöpft aus über 20 Quellen ihr Mineralwasser und erzielt im Jahr 2020 mit einem Absatz von 243 Mio. Litern einen Umsatz in Höhe von 152 Mio. €. Im Betrieb in Nidderau wird Mineralwasser, im Betrieb in Usingen werden nicht alkoholische Getränke abgefüllt. Der Absatzmarkt befindet sich fast zu 95% auf dem hessischen Markt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 600 Mitarbeiter bei einer 40-Stundenwoche. Die Livskilde GmbH erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Gewinn von 10 Mio. €. Die Geschäftsleitung ist interessiert an weiteren relevanten Daten für wichtige operative und strategische Entscheidungen.
Material 1: Datenmaterial zur Produktionsprogrammanalyse
Absatzzahlen
Jahr/Absatz in Mio. Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonade · Schorlen
2004 · 152 · 11,1 · 30 · 17
2008 · 156 · 15 · 35,4 · 20
2012 · 160 · 18,1 · 33 · 23
2016 · 162 · 21,4 · 30,6 · 28
2020 · 159 · 26 · 26 · 32
Verkaufspreise
Jahr/Preis pro Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonaden · Schorlen
2004 · 0,42 € · 0,80 € · 0,52 € · 0,67 €
2008 · 0,45 € · 0,85 € · 0,55 € · 0,72 €
2012 · 0,49 € · 0,90 € · 0,56 € · 0,75 €
2016 · 0,52 € · 0,96 € · 0,59 € · 0,83 €
2020 · 0,52 € · 1,00 € · 0,62 € · 0,85 €
Produkte · Umsatz des größten Wettbewerbers in 2020 · Marktwachstum im Jahr 2021
Mineralwasser · 75,0 Mio. € · + 1,0 %
Säfte · 22,5 Mio. € · + 5,0 %
Limonaden · 47,0 Mio. € · + 0,2 %
Schorlen · 23,0 Mio. € · + 2,8 %
Material 2: Daten aus der Controlling-Abteilung Nidderau
Eine Kundenbefragung ergab, dass neben Mineralwasser auch dringend Kokoswasser in Hessen angeboten werden soll. Das Kokoswasser müsste zunächst von einem österreichischen Anbieter bezogen werden. Die Controlling-Abteilung hat alle wesentlichen Daten bereits ermittelt:
Plan-Zahlen für das Jahr 2021 · Mineralwasser (Eigenproduktion) · Kokoswasser
geplante Absatzmenge in Kästen · 14 000 000 · 500 000
Kapazitätsgrenze Produktionsmenge in Kästen · 15 000 000 · –
Verkaufspreis in € je Kasten · 5,99 · 14,99
variable Kosten in € je Kasten · 4,06 · –
Einstandspreis in € je Kasten · – · 10,49
Fixkosten des Betriebs in € · 25 Mio.
1.2.3
Die Geschäftsleitung ist sich unsicher, ob das Kokoswasser zukünftig selbst hergestellt oder eingekauft werden sollte.
Beschreiben Sie drei Aspekte, die bei der Abwägung zwischen make or buy Berücksichtigung finden sollten. [6 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1.2.4: Anpassungsformen der… · Verbrauchsfunktionen, Produktionsfunktion und Kostenverläufe
Livskilde GmbH
Die Livskilde GmbH aus Hessen schöpft aus über 20 Quellen ihr Mineralwasser und erzielt im Jahr 2020 mit einem Absatz von 243 Mio. Litern einen Umsatz in Höhe von 152 Mio. €. Im Betrieb in Nidderau wird Mineralwasser, im Betrieb in Usingen werden nicht alkoholische Getränke abgefüllt. Der Absatzmarkt befindet sich fast zu 95% auf dem hessischen Markt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 600 Mitarbeiter bei einer 40-Stundenwoche. Die Livskilde GmbH erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Gewinn von 10 Mio. €. Die Geschäftsleitung ist interessiert an weiteren relevanten Daten für wichtige operative und strategische Entscheidungen.
Material 1: Datenmaterial zur Produktionsprogrammanalyse
Absatzzahlen
Jahr/Absatz in Mio. Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonade · Schorlen
2004 · 152 · 11,1 · 30 · 17
2008 · 156 · 15 · 35,4 · 20
2012 · 160 · 18,1 · 33 · 23
2016 · 162 · 21,4 · 30,6 · 28
2020 · 159 · 26 · 26 · 32
Verkaufspreise
Jahr/Preis pro Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonaden · Schorlen
2004 · 0,42 € · 0,80 € · 0,52 € · 0,67 €
2008 · 0,45 € · 0,85 € · 0,55 € · 0,72 €
2012 · 0,49 € · 0,90 € · 0,56 € · 0,75 €
2016 · 0,52 € · 0,96 € · 0,59 € · 0,83 €
2020 · 0,52 € · 1,00 € · 0,62 € · 0,85 €
Produkte · Umsatz des größten Wettbewerbers in 2020 · Marktwachstum im Jahr 2021
Mineralwasser · 75,0 Mio. € · + 1,0 %
Säfte · 22,5 Mio. € · + 5,0 %
Limonaden · 47,0 Mio. € · + 0,2 %
Schorlen · 23,0 Mio. € · + 2,8 %
Material 2: Daten aus der Controlling-Abteilung Nidderau
Eine Kundenbefragung ergab, dass neben Mineralwasser auch dringend Kokoswasser in Hessen angeboten werden soll. Das Kokoswasser müsste zunächst von einem österreichischen Anbieter bezogen werden. Die Controlling-Abteilung hat alle wesentlichen Daten bereits ermittelt:
Plan-Zahlen für das Jahr 2021 · Mineralwasser (Eigenproduktion) · Kokoswasser
geplante Absatzmenge in Kästen · 14 000 000 · 500 000
Kapazitätsgrenze Produktionsmenge in Kästen · 15 000 000 · –
Verkaufspreis in € je Kasten · 5,99 · 14,99
variable Kosten in € je Kasten · 4,06 · –
Einstandspreis in € je Kasten · – · 10,49
Fixkosten des Betriebs in € · 25 Mio.
1.2.4
Unternehmen haben grundsätzlich mehrere Möglichkeiten innerhalb der Produktion auf Absatzsteigerungen zu reagieren. Hierzu zählen die intensitätsmäßige und die zeitliche Anpassungsform.
Arbeiten Sie heraus, inwiefern sich Gesamtkosten bei den oben genannten Anpassungsmaßnahmen verändern und stellen Sie den entsprechenden idealtypischen Gesamtkostenverlauf grafisch dar. (8 BE)
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1.3: Finanzierung (Kredit,… · Außenfinanzierung und Sonderformen der Finanzierung
Livskilde GmbH
Die Livskilde GmbH aus Hessen schöpft aus über 20 Quellen ihr Mineralwasser und erzielt im Jahr 2020 mit einem Absatz von 243 Mio. Litern einen Umsatz in Höhe von 152 Mio. €. Im Betrieb in Nidderau wird Mineralwasser, im Betrieb in Usingen werden nicht alkoholische Getränke abgefüllt. Der Absatzmarkt befindet sich fast zu 95% auf dem hessischen Markt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 600 Mitarbeiter bei einer 40-Stundenwoche. Die Livskilde GmbH erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Gewinn von 10 Mio. €. Die Geschäftsleitung ist interessiert an weiteren relevanten Daten für wichtige operative und strategische Entscheidungen.
Material 1: Datenmaterial zur Produktionsprogrammanalyse
Absatzzahlen
Jahr/Absatz in Mio. Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonade · Schorlen
2004 · 152 · 11,1 · 30 · 17
2008 · 156 · 15 · 35,4 · 20
2012 · 160 · 18,1 · 33 · 23
2016 · 162 · 21,4 · 30,6 · 28
2020 · 159 · 26 · 26 · 32
Verkaufspreise
Jahr/Preis pro Liter · Mineralwasser · Säfte · Limonaden · Schorlen
2004 · 0,42 € · 0,80 € · 0,52 € · 0,67 €
2008 · 0,45 € · 0,85 € · 0,55 € · 0,72 €
2012 · 0,49 € · 0,90 € · 0,56 € · 0,75 €
2016 · 0,52 € · 0,96 € · 0,59 € · 0,83 €
2020 · 0,52 € · 1,00 € · 0,62 € · 0,85 €
Produkte · Umsatz des größten Wettbewerbers in 2020 · Marktwachstum im Jahr 2021
Mineralwasser · 75,0 Mio. € · + 1,0 %
Säfte · 22,5 Mio. € · + 5,0 %
Limonaden · 47,0 Mio. € · + 0,2 %
Schorlen · 23,0 Mio. € · + 2,8 %
Material 2: Daten aus der Controlling-Abteilung Nidderau
Eine Kundenbefragung ergab, dass neben Mineralwasser auch dringend Kokoswasser in Hessen angeboten werden soll. Das Kokoswasser müsste zunächst von einem österreichischen Anbieter bezogen werden. Die Controlling-Abteilung hat alle wesentlichen Daten bereits ermittelt:
Plan-Zahlen für das Jahr 2021 · Mineralwasser (Eigenproduktion) · Kokoswasser
geplante Absatzmenge in Kästen · 14 000 000 · 500 000
Kapazitätsgrenze Produktionsmenge in Kästen · 15 000 000 · –
Verkaufspreis in € je Kasten · 5,99 · 14,99
variable Kosten in € je Kasten · 4,06 · –
Einstandspreis in € je Kasten · – · 10,49
Fixkosten des Betriebs in € · 25 Mio.
1.3 Die Geschäftsleitung hat sich am Standort Nidderau für die Investition in eine neue PET-Mehrweganlage mit einer Stundenleistung von 15000 Litern entschieden. Der voraussichtliche Finanzmittelbedarf beträgt hierfür 6,5 Mio. Euro. Für die Investition in Flaschen und Kästen werden weitere 3 Mio. Euro notwendig. Weitere 3 Mio. Euro fließen in den Bau einer neuen 6000 qm großen Lager- und Verladehalle mit entsprechender Freifläche. Der für Finanzen zuständige Geschäftsführer möchte, aufgrund des günstigen Zinsniveaus, die Hälfte des Finanzbedarfs mit einem Ratendarlehen finanzieren.
Material 3: Kreditangebot der Bank für ein Ratendarlehen
– Auszahlung: 100%
– Zinssatz: 3,01% p.a.
– Laufzeit: 5 Jahre
– jährliche Tilgung zum Jahresende
1.3.1
Berechnen Sie mit Hilfe von Material 3 die Schuld am Anfang des Jahres, die Tilgung und Zinszahlungen und die Schuld am Ende des Jahres während der gesamten Laufzeit des Darlehens sowie die gesamte Liquiditätsbelastung, wenn der Kredit nach fünf Jahren vollständig getilgt sein soll. [6 BE]
Jahre
Schuld am Anfang des Jahres (€)
Tilgung (€)
Zinsen (€)
Schuld am Ende des Jahres (€)
Summe
–
–
–
1.3.2
Stellen Sie zwei Faktoren dar, die auf das Kreditrating der Livskilde GmbH einwirken. [4 BE]
1.3.3
Die Livskilde GmbH plant im Jahr 2022 einen Umsatz von 140 Mio. € zu erwirtschaften. Das Zahlungsziel beträgt 30 Tage. Eine im Markt bekannte Factoring Gesellschaft legt der Geschäftsführung folgendes Factoring-Angebot vor:
– Dienstleistungsgebühr: 1,3% des Umsatzes
– Delkrederegebühr: 0,7% des Umsatzes
– Zinsen: 5,7% pro Jahr
Bestimmen Sie die jährlichen Kosten des Factorings und erläutern Sie zwei weitere Aspekte, die zur Entscheidungsfindung (für oder gegen das Angebot) herangezogen werden sollten. [7 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 2.1-2.2: Fiskal- und Wirtsc… · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik
Die deutsche Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen, um die Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft erhalten zu können. Einen Einblick in diese Thematik liefert das Material 4.
Material 4
Jens Südekum: „Steuern senken bringt nichts“ DIE ZEIT (7. März 2019)
Wirtschaftspolitik muss nicht freundlich zu Unternehmen sein. Sie soll Investitionen und Wachstum
fördern.
Annegret Kramp-Karrenbauer war kaum zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt, da kam schon der
Ratschlag: Sie möge die "wirtschaftsfreundliche" Politik betreiben, für die der Kandidat Friedrich
5 Merz stand. [...] Viele in der Union sehnten sich danach.
Wirtschaftsfreundlich sein? [...] Es gilt, eine kompetente Form von Freundlichkeit zu finden. Und das
möglichst bald, denn Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Noch läuft es rund. Der
Aufschwung geht ins zehnte Jahr, und wir haben uns an Erfolgsmeldungen gewöhnt. Aber die fetten
Jahre könnten bald vorbei sein. An allen Ecken lauern Gefahren für die Konjunktur: Donald Trumps
10 Handelskrieg, der Brexit, das Ende der lockeren Geldpolitik.
Das sind längst nicht die einzigen Sorgen. Enorme strukturelle Probleme gesellen sich hinzu. Allen
voran der demografische, klimatische und technologische Wandel. Ohne Zuwanderung könnte die
Erwerbsbevölkerung bis 2060 von heute 46 Millionen auf unter 30 Millionen Menschen schrumpfen.
Auf jeden Beschäftigten kämen immer mehr Rentner. Das ist ökonomisch umso leichter zu schultern,
15 je mehr die Aktiven erwirtschaften. [...]
Auf Zukunftsfeldern wie 3-D-Druck, Robotik oder Umwelttechnik sind deutsche Firmen zwar
führend. Aber die aufregendsten Trends, etwa bei künstlicher Intelligenz, entstehen im Ausland,
zunehmend in China. [...]
Das Ziel aller Wirtschaftskompetenten muss mehr Produktivitätswachstum sein, bei gleichzeitig
20 sinkendem CO 2 -Ausstoß. Also bessere und umweltfreundlichere Produkte sowie höhere Investitionen
in Deutschland. Doch was kann der Staat konkret dafür tun? Hier beginnen die Kontroversen.
Ein wirtschaftsfreundliches Rezept ist das "Trickle-down". Die Idee: Man senke die Firmensteuern,
dann kommen die gewünschten Investitionen von selbst. Am Ende profitierten angeblich alle – selbst
der Staat durch höhere Steuereinnahmen. [...]
25 Das Problem an diesem Rezept: Es funktioniert nicht. Donald Trump hat die amerikanische
Körperschaftsteuer massiv von 35 auf 21 Prozent gesenkt. Viele US-Konzerne haben daraufhin
Gewinne aus Steueroasen zurückverlagert. Aber für Investitionen haben sie diese nicht verwendet.
Zwar investiert Amerika insgesamt viel, aber kaum zusätzlich seit der Steuersenkung. Stattdessen
haben die Unternehmen hohe Dividenden ausgeschüttet und eigene Aktien rückgekauft. Bei den
30 Löhnen tat sich praktisch nichts, dafür klafft jetzt ein riesiges Loch im amerikanischen Haushalt.
Diese Art von Wirtschaftsfreundlichkeit ist nicht zu empfehlen. Eine effektive steuerliche Entlastung
der Unternehmen ist damit nicht grundsätzlich tabu. Aber sie sollte durch großzügigere
Abschreibungsregeln für Forschungs- und Entwicklungsausgaben erfolgen. Dann verzichtet der Staat
nicht einfach auf Einnahmen, sondern schafft gezielt Anreize zu investieren. So kommt zur
35 Freundlichkeit auch ein Schuss Kompetenz hinzu. Steuersenkungen allein werden Deutschland nicht
voranbringen.
Durch die Digitalisierung werden Technologiezyklen dramatisch kürzer. Viele Tätigkeiten werden
bald von Algorithmen ausgeübt. Gerade im großen und ungeschützten Dienstleistungssektor geraten
viele Berufe unter Druck, vom Sachbearbeiter bis zum Radiologen. Daraus folgt keine
40 Massenarbeitslosigkeit, denn es entstehen auch neue Aufgabenfelder. Schon wegen der Demografie
werden anderswo im Arbeitsmarkt händeringend Fachkräfte gesucht. Aber diese Nachfrage findet oft
nicht das passende Angebot an Qualifikationen.
Als Antwort muss Deutschland seine Wissensinfrastruktur massiv ausbauen: mehr und bessere Kitas
und Schulen, lokale Weiterbildungsstätten und Fachhochschulen, die eng mit der lokalen Wirtschaft
45 verzahnt und auch in der Provinz bestens digital angebunden sind. [...]
Zudem braucht Europa an der Spitze Forschungsinstitute, die so gut ausgestattet sind, dass sie der
Konkurrenz in Amerika und China nicht bloß ein müdes Lächeln entlocken. Wie sonst sollen
Innovationen entstehen, deren Zugewinne hierzulande anfallen? Wie sonst soll Europa im Wettlauf
um Technologieführerschaft bestehen?
50 Diese Zukunftsstrategie wird sehr viel Geld kosten. Aber langfristig ist es für die Gesellschaft teurer,
auf die Investitionen und den dazugehörigen Personalausbau zu verzichten.
Was hält uns also auf? Geldmangel kann es momentan nicht sein. Der Überschuss der öffentlichen
Haushalte betrug allein vergangenes Jahr rund 58 Milliarden Euro. Dieses Geld stünde für
Investitionen zur Verfügung, aber es kommt nicht auf die Straße. Denn auf lokaler Ebene fehlt oft das
55 Fachpersonal, um Projekte durchzuplanen – was angesichts der Vielzahl an Vorschriften und
Bürgerinitiativen auch eine echte Herausforderung ist. Außerdem sind die Auftragsbücher von
Handwerkern übervoll.
[...]
Die Finanzierungsspielräume sind zu eng gesteckt, um große und langfristig orientierte Projekte
60 anzupacken.
Natürlich könnte der Staat Prioritäten setzen und anderswo sparen. Doch wo genau? Ein paar unnötige
Ausgaben, die man problemlos streichen könnte, gibt es sicher. Doch im großen Stil Sozialleistungen
zu kürzen, um zu investieren, ist nicht nur politisch unmöglich. In Zeiten großer gesellschaftlicher
Verunsicherung und Ungleichheit ist es auch nicht sinnvoll.
65 Wir müssen uns daher von der Vorstellung trennen, dass man Infrastruktur gegen Sozialausgaben
ausspielen kann. Oder dass es bei Investitionen um Konjunkturpolitik geht. Es geht um die Sicherung
des langfristigen Wachstumspotenzials der alternden deutschen Volkswirtschaft in einem zunehmend
ungemütlichen internationalen Umfeld.
Dafür muss sich der Staat verbindlich verpflichten, stetig und konjunkturunabhängig in neue
70 Technologien und Wissen zu investieren, sodass sich der Markt darauf einstellt. Diese
Zukunftsausgaben sollten von der Schuldenbremse ausgenommen werden. Wachstumsfördernde
Investitionen durch Kredite zu finanzieren ist aus ökonomischer Sicht unproblematisch. Erst recht,
wenn der deutsche Staat dafür fast keine Zinsen zahlen muss.
Gut für die Unternehmen wäre diese Politik allemal. Sie sehen Infrastrukturlücken und
75 Fachkräftemangel mittlerweile als zentrale Bremsen für private Investitionen. Eine stetige und
langfristig orientierte Investitionsstrategie des Staates wäre ein Paradebeispiel für kompetente
Wirtschaftsfreundlichkeit.
geändert nach: https://www.zeit.de/2019/11/wirtschaftspolitik-wachstum-investitionen-foerderung-unternehmen (abgerufen am 01.06.2019).
2.1
Fassen Sie den Text zusammen. [9 BE]
2.2
Setzen Sie sich mit folgendem Textauszug auseinander: „Diese Zukunftsstrategie wird sehr viel Geld kosten. Aber langfristig ist es für eine Gesellschaft teurer auf Investitionen und den dazugehörigen Personalausbau zu verzichten.“ [Zeile 50-51] [10 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 2.3-2.4: Wachstums- und Umw… · Wachstums-, Verteilungs- und Umweltpolitik
Die deutsche Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen, um die Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft erhalten zu können. Einen Einblick in diese Thematik liefert das Material 4.
Material 4
Jens Südekum: „Steuern senken bringt nichts“ DIE ZEIT (7. März 2019)
Wirtschaftspolitik muss nicht freundlich zu Unternehmen sein. Sie soll Investitionen und Wachstum
fördern.
Annegret Kramp-Karrenbauer war kaum zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt, da kam schon der
Ratschlag: Sie möge die "wirtschaftsfreundliche" Politik betreiben, für die der Kandidat Friedrich
5 Merz stand. [...] Viele in der Union sehnten sich danach.
Wirtschaftsfreundlich sein? [...] Es gilt, eine kompetente Form von Freundlichkeit zu finden. Und das
möglichst bald, denn Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Noch läuft es rund. Der
Aufschwung geht ins zehnte Jahr, und wir haben uns an Erfolgsmeldungen gewöhnt. Aber die fetten
Jahre könnten bald vorbei sein. An allen Ecken lauern Gefahren für die Konjunktur: Donald Trumps
10 Handelskrieg, der Brexit, das Ende der lockeren Geldpolitik.
Das sind längst nicht die einzigen Sorgen. Enorme strukturelle Probleme gesellen sich hinzu. Allen
voran der demografische, klimatische und technologische Wandel. Ohne Zuwanderung könnte die
Erwerbsbevölkerung bis 2060 von heute 46 Millionen auf unter 30 Millionen Menschen schrumpfen.
Auf jeden Beschäftigten kämen immer mehr Rentner. Das ist ökonomisch umso leichter zu schultern,
15 je mehr die Aktiven erwirtschaften. [...]
Auf Zukunftsfeldern wie 3-D-Druck, Robotik oder Umwelttechnik sind deutsche Firmen zwar
führend. Aber die aufregendsten Trends, etwa bei künstlicher Intelligenz, entstehen im Ausland,
zunehmend in China. [...]
Das Ziel aller Wirtschaftskompetenten muss mehr Produktivitätswachstum sein, bei gleichzeitig
20 sinkendem CO 2 -Ausstoß. Also bessere und umweltfreundlichere Produkte sowie höhere Investitionen
in Deutschland. Doch was kann der Staat konkret dafür tun? Hier beginnen die Kontroversen.
Ein wirtschaftsfreundliches Rezept ist das "Trickle-down". Die Idee: Man senke die Firmensteuern,
dann kommen die gewünschten Investitionen von selbst. Am Ende profitierten angeblich alle – selbst
der Staat durch höhere Steuereinnahmen. [...]
25 Das Problem an diesem Rezept: Es funktioniert nicht. Donald Trump hat die amerikanische
Körperschaftsteuer massiv von 35 auf 21 Prozent gesenkt. Viele US-Konzerne haben daraufhin
Gewinne aus Steueroasen zurückverlagert. Aber für Investitionen haben sie diese nicht verwendet.
Zwar investiert Amerika insgesamt viel, aber kaum zusätzlich seit der Steuersenkung. Stattdessen
haben die Unternehmen hohe Dividenden ausgeschüttet und eigene Aktien rückgekauft. Bei den
30 Löhnen tat sich praktisch nichts, dafür klafft jetzt ein riesiges Loch im amerikanischen Haushalt.
Diese Art von Wirtschaftsfreundlichkeit ist nicht zu empfehlen. Eine effektive steuerliche Entlastung
der Unternehmen ist damit nicht grundsätzlich tabu. Aber sie sollte durch großzügigere
Abschreibungsregeln für Forschungs- und Entwicklungsausgaben erfolgen. Dann verzichtet der Staat
nicht einfach auf Einnahmen, sondern schafft gezielt Anreize zu investieren. So kommt zur
35 Freundlichkeit auch ein Schuss Kompetenz hinzu. Steuersenkungen allein werden Deutschland nicht
voranbringen.
Durch die Digitalisierung werden Technologiezyklen dramatisch kürzer. Viele Tätigkeiten werden
bald von Algorithmen ausgeübt. Gerade im großen und ungeschützten Dienstleistungssektor geraten
viele Berufe unter Druck, vom Sachbearbeiter bis zum Radiologen. Daraus folgt keine
40 Massenarbeitslosigkeit, denn es entstehen auch neue Aufgabenfelder. Schon wegen der Demografie
werden anderswo im Arbeitsmarkt händeringend Fachkräfte gesucht. Aber diese Nachfrage findet oft
nicht das passende Angebot an Qualifikationen.
Als Antwort muss Deutschland seine Wissensinfrastruktur massiv ausbauen: mehr und bessere Kitas
und Schulen, lokale Weiterbildungsstätten und Fachhochschulen, die eng mit der lokalen Wirtschaft
45 verzahnt und auch in der Provinz bestens digital angebunden sind. [...]
Zudem braucht Europa an der Spitze Forschungsinstitute, die so gut ausgestattet sind, dass sie der
Konkurrenz in Amerika und China nicht bloß ein müdes Lächeln entlocken. Wie sonst sollen
Innovationen entstehen, deren Zugewinne hierzulande anfallen? Wie sonst soll Europa im Wettlauf
um Technologieführerschaft bestehen?
50 Diese Zukunftsstrategie wird sehr viel Geld kosten. Aber langfristig ist es für die Gesellschaft teurer,
auf die Investitionen und den dazugehörigen Personalausbau zu verzichten.
Was hält uns also auf? Geldmangel kann es momentan nicht sein. Der Überschuss der öffentlichen
Haushalte betrug allein vergangenes Jahr rund 58 Milliarden Euro. Dieses Geld stünde für
Investitionen zur Verfügung, aber es kommt nicht auf die Straße. Denn auf lokaler Ebene fehlt oft das
55 Fachpersonal, um Projekte durchzuplanen – was angesichts der Vielzahl an Vorschriften und
Bürgerinitiativen auch eine echte Herausforderung ist. Außerdem sind die Auftragsbücher von
Handwerkern übervoll.
[...]
Die Finanzierungsspielräume sind zu eng gesteckt, um große und langfristig orientierte Projekte
60 anzupacken.
Natürlich könnte der Staat Prioritäten setzen und anderswo sparen. Doch wo genau? Ein paar unnötige
Ausgaben, die man problemlos streichen könnte, gibt es sicher. Doch im großen Stil Sozialleistungen
zu kürzen, um zu investieren, ist nicht nur politisch unmöglich. In Zeiten großer gesellschaftlicher
Verunsicherung und Ungleichheit ist es auch nicht sinnvoll.
65 Wir müssen uns daher von der Vorstellung trennen, dass man Infrastruktur gegen Sozialausgaben
ausspielen kann. Oder dass es bei Investitionen um Konjunkturpolitik geht. Es geht um die Sicherung
des langfristigen Wachstumspotenzials der alternden deutschen Volkswirtschaft in einem zunehmend
ungemütlichen internationalen Umfeld.
Dafür muss sich der Staat verbindlich verpflichten, stetig und konjunkturunabhängig in neue
70 Technologien und Wissen zu investieren, sodass sich der Markt darauf einstellt. Diese
Zukunftsausgaben sollten von der Schuldenbremse ausgenommen werden. Wachstumsfördernde
Investitionen durch Kredite zu finanzieren ist aus ökonomischer Sicht unproblematisch. Erst recht,
wenn der deutsche Staat dafür fast keine Zinsen zahlen muss.
Gut für die Unternehmen wäre diese Politik allemal. Sie sehen Infrastrukturlücken und
75 Fachkräftemangel mittlerweile als zentrale Bremsen für private Investitionen. Eine stetige und
langfristig orientierte Investitionsstrategie des Staates wäre ein Paradebeispiel für kompetente
Wirtschaftsfreundlichkeit.
geändert nach: https://www.zeit.de/2019/11/wirtschaftspolitik-wachstum-investitionen-foerderung-unternehmen (abgerufen am 01.06.2019).
2.3
Zeigen Sie, inwiefern grundsätzlich zwischen Wachstum, Beschäftigung und Schutz der natürlichen Umwelt Zielkonflikte und Zielharmonien bestehen. [10 BE]
2.4
Beschreiben Sie zwei umweltpolitische Instrumente Ihrer Wahl und beurteilen Sie, inwieweit diese die Ziele der Umweltpolitik unterstützen können. [12 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.1: Fertigungsorganisation · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation
Q-Board ® GmbH (Bayern)
Die Q-Board ® GmbH, ein bayerisches Familienunternehmen, hat lange Zeit ausschließlich den Markt von Snow- und Skateboards in Europa bestimmt, auch Kickboards bereicherten fünf Jahre nach Unternehmensgründung die Produktpalette des Unternehmens. Die Geschäftsführer des Unternehmens, die Brüder Maximilian und Johannes Quadflieg, witterten Chancen im Bereich der E-Mobilität und diversifizierten.
Seit 2018 stellt das Unternehmen nun E-Scooter in Werkstattfertigung her. Speziell designte Trittbretter und Lenkstangen werden im Familienunternehmen produziert. Reifen (Wheels) und E-Motoren importiert die Q-Board GmbH vom amerikanischen Marktführer, weitere Komponenten für die Montage, wie z.B. Brems- und Beleuchtungssysteme, liefern zwei deutsche Qualitätsunternehmen.
1.1
Erklären Sie das Fertigungssystem der Werkstättenfertigung und beschreiben Sie je einen möglichen Vor- und Nachteil. (5 BE)
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.2-1.3: Verbrauchsfunktion… · Verbrauchsfunktionen, Produktionsfunktion und Kostenverläufe
Q-Board ® GmbH (Bayern)
Die Q-Board ® GmbH, ein bayerisches Familienunternehmen, hat lange Zeit ausschließlich den Markt von Snow- und Skateboards in Europa bestimmt, auch Kickboards bereicherten fünf Jahre nach Unternehmensgründung die Produktpalette des Unternehmens. Die Geschäftsführer des Unternehmens, die Brüder Maximilian und Johannes Quadflieg, witterten Chancen im Bereich der E-Mobilität und diversifizierten.
Seit 2018 stellt das Unternehmen nun E-Scooter in Werkstattfertigung her. Speziell designte Trittbretter und Lenkstangen werden im Familienunternehmen produziert. Reifen (Wheels) und E-Motoren importiert die Q-Board GmbH vom amerikanischen Marktführer, weitere Komponenten für die Montage, wie z.B. Brems- und Beleuchtungssysteme, liefern zwei deutsche Qualitätsunternehmen.
1.2 Für die Herstellung eines Trittbrettes wird eine spezielle Aluminiumlegierung verwendet. Die Formpresse verursacht dafür einen Stromverbrauch pro Stück in Kilowattstunden von , wobei die Stromkosten pro Kilowattstunde 29 Cent betragen. Der Kilogrammpreis für die Aluminiumlegierung liegt durchschnittlich bei 1,90 Euro, wobei 2,5 Kilogramm pro Trittbrett dieser Legierung für die Herstellung benötigt werden. Maximal können stündlich 12 Trittbretter in dieser Presse geformt werden. Die Formpresse wird an 5 Tagen pro Woche 8 Stunden täglich von einer Arbeitskraft bedient. Pro Trittbrett werden Lohnkosten in Höhe von 4,00 Euro veranschlagt.
1.2.1
Ermitteln Sie die Kostenfunktion der variablen Kosten für das in der Formpresse bearbeitete Trittbrett (aggregierte monetäre Verbrauchsfunktion / Mengen-Kosten-Leistungs-Funktion). [5 BE]
1.2.2
Q-BE-SCOO® (Q-Board-E-Scooter): schneller – weiter – leichter … Die Auftragsbücher der Q-Board®GmbH sind gefüllt und so produzierte das Unternehmen im vergangenen Monat an der Kapazitätsgrenze.
Ermitteln Sie die Kostensituation für das Segment der Trittbretter pro Stück, pro Produktionstag sowie die Gesamtkosten des vergangenen Monats. Die Fixkosten pro Produktionstag der Maschine betragen 1.020,00 Euro. [8 BE]
Hinweis: Sollte Ihnen keine Lösung aus 1.2.1 vorliegen, so gehen Sie von folgender Mengen-Kosten-Leistungsfunktion aus: .
1.3 Die für die Herstellung der Lenkstangen aufgestellte Mengen-Kosten-Leistungsfunktion einer Fertigungsanlage lautet: . Auch an diesem Aggregat beträgt die Regelarbeitszeit 8 Stunden pro Tag, maximal können auf der Fertigungsanlage stündlich 15 Lenkstangen hergestellt werden.
1.3.1
Bestimmen Sie die optimale Produktionsmenge für einen Tag und vergleichen Sie die sich aus dem optimalen Auslastungsgrad ergebenden variablen Stückkosten mit den variablen Stückkosten einer Maximalauslastung. [6 BE]
1.3.2
Das Marktwachstum im Bereich der E-Mobilität ist hoch, die Konkurrenz drängt mit Massenprodukten auf den Markt. Als „In-E-Scooter“ aufgrund des außergewöhnlichen Designs und ausgereifter Technik hat sich der Q-BE-SCOO® einen Namen gemacht, der weit über die Landesgrenzen hinwegreicht.
Beschreiben Sie allgemein die Möglichkeiten, der wachsenden Nachfrage zu begegnen, und entwickeln Sie für unterschiedliche Nachfrageveränderungen sinnvolle Anpassungsmöglichkeiten für die Produktion. Diskutieren Sie mögliche Vor- und Nachteile aufgrund der internationalen Verflechtungen. [9 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.1-2.3: Investitionsrechen… · Investition und Investitionsrechenverfahren
AIR DRAG & more GmbH (Augsburg)
Die AIR DRAG & more GmbH, Augsburg, beliefert die Q-Board ® GmbH mit Rekuperationsbremsen. Das sind Bremsen, die durch Rückspeisung der Energie die Akkulaufzeit des Q-BE-SCOO bis zu 10 Prozent verlängern können. Derzeit zahlt die Q-Board ® GmbH der AIR DRAG & more GmbH 39,00 Euro pro Bremssystem. Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach diesen Bremssystemen – eine vom Unternehmen beauftragte Marktstudie prognostiziert für die kommende Saison 58000 Bremssysteme – plant die AIR DRAG & more GmbH eine weitere per Computer gesteuerte Fertigungsanlage zu erwerben.
Zur Auswahl stehen zwei Anlagentypen unterschiedlicher Unternehmen:
Die Anlage C+ der VNC Camfacture AG mit Sitz in Nürnberg kostet 450.000 Euro und kann maximal 70.000 Bremskomponenten jährlich bearbeiten. Am Ende der fünfjährigen Nutzungsdauer wird mit einem Restwert von 20.000 Euro kalkuliert. Die Materialkosten pro Bremskomponente betragen 32,00 Euro pro Stück, variable Energiekosten können mit 1,20 Euro pro Stück veranschlagt werden, anteiliger Arbeitslohn für die Bedienung der Anlage wird mit 2,80 Euro je Bremskomponente kalkuliert. Nach Angaben des Herstellers fallen jährlich zudem fixe Wartungskosten in Höhe von 8.000 Euro an, variable Reparaturkosten sollen mit 0,50 Euro je Stück veranschlagt werden.
Der italienische Maschinenbauer Ferrara Macchine Industriali srl unterbreitet dem Zulieferer der Q-Board ® GmbH folgendes Angebot: Die Anlage FMI kostet 620.000 Euro bei einem vom Hersteller veranschlagten Restwert nach fünfjähriger Nutzungsdauer in Höhe von 30.000 Euro. Für Lieferung und Montage werden 25.000 Euro vom italienischen Maschinenbauer veranschlagt. Die Materialkosten je Bremskomponente entsprechen denen der C+, allerdings sind die Energiekosten pro Stück mit 60 Cent um 50 Prozent geringer. Der anteilige Arbeitslohn beträgt 2,50, Wartungskosten in Höhe von 18.000 Euro pro Jahr müssen ebenfalls berücksichtigt werden, allerdings keine variablen Reparaturkosten. Maximal können auf der Anlage FMI 62000 Bremskomponenten jährlich bearbeitet werden.
2.1
Vergleichen Sie die beiden Investitionsalternativen C+ und FMI rechnerisch auf Basis des ausgewählten Datenmaterials. Neben der Ermittlung der Rentabilität ist mindestens ein dynamisches Investitionsrechenverfahren anzuwenden. Erstellen Sie eine Grafik, aus der die kritische Menge und die Break-Even-Punkte der Anlagen ablesbar sind. [18 BE]
Hinweis: Bei der Lösung der Aufgabenstellung gehen Sie von einem kalkulatorischen Zinssatz in Höhe von 6 % aus, ein weiterer Versuchszinssatz liegt bei 20 %.
Ergebnisse der statischen und dynamischen Investitionsrechnung
Kosten- und Gewinnvergleich (für die geplante Absatzmenge von 58.000 Stück)
Maschine C+
Maschine FMI
Rentabilitätsvergleich und Break-Even-Punkte
Maschine C+
Maschine FMI
Dynamische Investitionsrechnung (Kapitalwert bei 6 % Kalkulationszins)
2.2
Erklären und beurteilen Sie die von Ihnen grafisch und rechnerisch ermittelten Zahlenwerte. [8 BE]
2.3
Eine von der AIR DRAG & more GmbH in Auftrag gegebene Marktforschungsstudie prognostiziert in den folgenden Jahren eine erhöhte Nachfrage im Bereich der Rekuperationsbremsen. Laut einer gerade veröffentlichten Studie rechnet man mit einer möglichen Absatzsteigerung von mindestens 6 Prozent jährlich.
Nennen Sie drei nicht-monetäre Kriterien einer Investitionsauswahl und entscheiden Sie sich auf Grundlage aller gewonnenen Erkenntnisse für eine Investitionsalternative. [6 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.4: Financial-Leasing · Außenfinanzierung und Sonderformen der Finanzierung
AIR DRAG & more GmbH (Augsburg)
Die AIR DRAG & more GmbH, Augsburg, beliefert die Q-Board ® GmbH mit Rekuperationsbremsen. Das sind Bremsen, die durch Rückspeisung der Energie die Akkulaufzeit des Q-BE-SCOO bis zu 10 Prozent verlängern können. Derzeit zahlt die Q-Board ® GmbH der AIR DRAG & more GmbH 39,00 Euro pro Bremssystem. Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach diesen Bremssystemen – eine vom Unternehmen beauftragte Marktstudie prognostiziert für die kommende Saison 58000 Bremssysteme – plant die AIR DRAG & more GmbH eine weitere per Computer gesteuerte Fertigungsanlage zu erwerben.
Zur Auswahl stehen zwei Anlagentypen unterschiedlicher Unternehmen:
Die Anlage C+ der VNC Camfacture AG mit Sitz in Nürnberg kostet 450.000 Euro und kann maximal 70.000 Bremskomponenten jährlich bearbeiten. Am Ende der fünfjährigen Nutzungsdauer wird mit einem Restwert von 20.000 Euro kalkuliert. Die Materialkosten pro Bremskomponente betragen 32,00 Euro pro Stück, variable Energiekosten können mit 1,20 Euro pro Stück veranschlagt werden, anteiliger Arbeitslohn für die Bedienung der Anlage wird mit 2,80 Euro je Bremskomponente kalkuliert. Nach Angaben des Herstellers fallen jährlich zudem fixe Wartungskosten in Höhe von 8.000 Euro an, variable Reparaturkosten sollen mit 0,50 Euro je Stück veranschlagt werden.
Der italienische Maschinenbauer Ferrara Macchine Industriali srl unterbreitet dem Zulieferer der Q-Board ® GmbH folgendes Angebot: Die Anlage FMI kostet 620.000 Euro bei einem vom Hersteller veranschlagten Restwert nach fünfjähriger Nutzungsdauer in Höhe von 30.000 Euro. Für Lieferung und Montage werden 25.000 Euro vom italienischen Maschinenbauer veranschlagt. Die Materialkosten je Bremskomponente entsprechen denen der C+, allerdings sind die Energiekosten pro Stück mit 60 Cent um 50 Prozent geringer. Der anteilige Arbeitslohn beträgt 2,50, Wartungskosten in Höhe von 18.000 Euro pro Jahr müssen ebenfalls berücksichtigt werden, allerdings keine variablen Reparaturkosten. Maximal können auf der Anlage FMI 62000 Bremskomponenten jährlich bearbeitet werden.
2.4
Die AIR DRAG & more GmbH möchte die CNC gesteuerte Fertigungsanlage leasen. Beide Maschinenbauunternehmen bieten den Käufern ihrer Anlagen an, die mit modernster Steuerungstechnik versehenen Werkzeugmaschinen zu leasen.
Skizzieren Sie den Ansatz des Financial-Leasings unter Berücksichtigung möglicher Vor- und Nachteile für den Leasingnehmer.
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3.1-3.2: Umweltpolitische P… · Wachstums-, Verteilungs- und Umweltpolitik
Ein umweltpolitisches Ziel ist das Prinzip der Nachhaltigkeit. So locken E-Scooter-Anbieter potentielle Kunden nicht nur mit dem Versprechen nach Flexibilität, sondern werben nicht selten mit dem Nachhaltigkeitsaspekt. Doch der Strom zum Aufladen der Akkus kommt in Deutschland meist nicht aus erneuerbaren Energien. Zudem benötigt man für die Fertigung der Batterien bzw. Akkus Rohstoffe wie Kobalt und jede Menge Energie, von den Arbeitsbedingungen der Arbeitskräfte zur Rohstoffgewinnung ganz abgesehen. Nur 8 Prozent aller Fahrten mit dem Roller ersetzen lt. einer französischen Studie Autofahrten. 1
1 https://www.careelite.de/e-scooter-nachhaltig/ (08.09.2019, 13:11 Uhr)
3.1
Beschreiben Sie zwei Prinzipien der Umweltpolitik und entwickeln Sie jeweils eine Maßnahme am Beispiel der E-Scooter-Herstellung zur Umsetzung der Prinzipien. (8 BE)
3.2
Beschreiben Sie je zwei nicht fiskalische Instrumente und zwei fiskalische Instrumente der Umweltpolitik und entwickeln Sie konkrete Anwendungsbeispiele für die Q-Board ® GmbH oder am Beispiel eines Zulieferbetriebes, die geeignet sind, mögliche Umweltziele zu erreichen. (10 BE)
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3.3: Stabilitätsgesetz und… · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik
Ein umweltpolitisches Ziel ist das Prinzip der Nachhaltigkeit. So locken E-Scooter-Anbieter potentielle Kunden nicht nur mit dem Versprechen nach Flexibilität, sondern werben nicht selten mit dem Nachhaltigkeitsaspekt. Doch der Strom zum Aufladen der Akkus kommt in Deutschland meist nicht aus erneuerbaren Energien. Zudem benötigt man für die Fertigung der Batterien bzw. Akkus Rohstoffe wie Kobalt und jede Menge Energie, von den Arbeitsbedingungen der Arbeitskräfte zur Rohstoffgewinnung ganz abgesehen. Nur 8 Prozent aller Fahrten mit dem Roller ersetzen lt. einer französischen Studie Autofahrten. 1
1 https://www.careelite.de/e-scooter-nachhaltig/ (08.09.2019, 13:11 Uhr)
3.3
Nennen Sie die Ziele des Stabilitätsgesetzes von 1967 und diskutieren Sie exemplarisch den Beziehungszusammenhang zwischen Umweltschutz und zweier dieser Ziele. (9 BE)
Du kannst auch nach Themen lernen
Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.
- Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik · 11 Aufgaben · 90 % Wahrscheinlichkeit
- Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation · 9 Aufgaben · 90 % Wahrscheinlichkeit
- Außenfinanzierung und Sonderformen der Finanzierung · 9 Aufgaben · 90 % Wahrscheinlichkeit
- Investition und Investitionsrechenverfahren · 8 Aufgaben · 90 % Wahrscheinlichkeit
- Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik · 7 Aufgaben · 90 % Wahrscheinlichkeit
- Gütermarktgleichgewicht im keynesianischen Modell · 5 Aufgaben · 75 % Wahrscheinlichkeit