Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.1-2.3: Investitionsrechen… · Abitur Hessen Wirtschaftslehre LK 2021

Thema: Investition und Investitionsrechenverfahren · Aus der Prüfung LK (2021)

Aufgabenstellung

AIR DRAG & more GmbH (Augsburg)

Die AIR DRAG & more GmbH, Augsburg, beliefert die Q-Board ® GmbH mit Rekuperationsbremsen. Das sind Bremsen, die durch Rückspeisung der Energie die Akkulaufzeit des Q-BE-SCOO bis zu 10 Prozent verlängern können. Derzeit zahlt die Q-Board ® GmbH der AIR DRAG & more GmbH 39,00 Euro pro Bremssystem. Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach diesen Bremssystemen – eine vom Unternehmen beauftragte Marktstudie prognostiziert für die kommende Saison 58000 Bremssysteme – plant die AIR DRAG & more GmbH eine weitere per Computer gesteuerte Fertigungsanlage zu erwerben.

Zur Auswahl stehen zwei Anlagentypen unterschiedlicher Unternehmen:

Die Anlage C+ der VNC Camfacture AG mit Sitz in Nürnberg kostet 450.000 Euro und kann maximal 70.000 Bremskomponenten jährlich bearbeiten. Am Ende der fünfjährigen Nutzungsdauer wird mit einem Restwert von 20.000 Euro kalkuliert. Die Materialkosten pro Bremskomponente betragen 32,00 Euro pro Stück, variable Energiekosten können mit 1,20 Euro pro Stück veranschlagt werden, anteiliger Arbeitslohn für die Bedienung der Anlage wird mit 2,80 Euro je Bremskomponente kalkuliert. Nach Angaben des Herstellers fallen jährlich zudem fixe Wartungskosten in Höhe von 8.000 Euro an, variable Reparaturkosten sollen mit 0,50 Euro je Stück veranschlagt werden.

Der italienische Maschinenbauer Ferrara Macchine Industriali srl unterbreitet dem Zulieferer der Q-Board ® GmbH folgendes Angebot: Die Anlage FMI kostet 620.000 Euro bei einem vom Hersteller veranschlagten Restwert nach fünfjähriger Nutzungsdauer in Höhe von 30.000 Euro. Für Lieferung und Montage werden 25.000 Euro vom italienischen Maschinenbauer veranschlagt. Die Materialkosten je Bremskomponente entsprechen denen der C+, allerdings sind die Energiekosten pro Stück mit 60 Cent um 50 Prozent geringer. Der anteilige Arbeitslohn beträgt 2,50, Wartungskosten in Höhe von 18.000 Euro pro Jahr müssen ebenfalls berücksichtigt werden, allerdings keine variablen Reparaturkosten. Maximal können auf der Anlage FMI 62000 Bremskomponenten jährlich bearbeitet werden.

2.1

Vergleichen Sie die beiden Investitionsalternativen C+ und FMI rechnerisch auf Basis des ausgewählten Datenmaterials. Neben der Ermittlung der Rentabilität ist mindestens ein dynamisches Investitionsrechenverfahren anzuwenden. Erstellen Sie eine Grafik, aus der die kritische Menge und die Break-Even-Punkte der Anlagen ablesbar sind. [18 BE]

Hinweis: Bei der Lösung der Aufgabenstellung gehen Sie von einem kalkulatorischen Zinssatz in Höhe von 6 % aus, ein weiterer Versuchszinssatz liegt bei 20 %.

Ergebnisse der statischen und dynamischen Investitionsrechnung

Kosten- und Gewinnvergleich (für die geplante Absatzmenge von 58.000 Stück)

Maschine C+

Maschine FMI

Rentabilitätsvergleich und Break-Even-Punkte

Maschine C+

Maschine FMI

Dynamische Investitionsrechnung (Kapitalwert bei 6 % Kalkulationszins)

2.2

Erklären und beurteilen Sie die von Ihnen grafisch und rechnerisch ermittelten Zahlenwerte. [8 BE]

2.3

Eine von der AIR DRAG & more GmbH in Auftrag gegebene Marktforschungsstudie prognostiziert in den folgenden Jahren eine erhöhte Nachfrage im Bereich der Rekuperationsbremsen. Laut einer gerade veröffentlichten Studie rechnet man mit einer möglichen Absatzsteigerung von mindestens 6 Prozent jährlich.

Nennen Sie drei nicht-monetäre Kriterien einer Investitionsauswahl und entscheiden Sie sich auf Grundlage aller gewonnenen Erkenntnisse für eine Investitionsalternative. [6 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.1-2.3: Investitionsrechen… · Abitur Hessen Wirtschaftslehre LK 2021

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

2.1 Kostenvergleichsrechnung: Gesamtkosten pro Jahr für Maschine C+ (bei 58.000 Stück)

Lösung: 2.225.100,00 €

2.1 Gewinnvergleichsrechnung: Jahresgewinn für Maschine C+ (bei 58.000 Stück)

Lösung: 36.900,00 €

2.1 Kostenvergleichsrechnung: Gesamtkosten pro Jahr für Maschine FMI (bei 58.000 Stück)

Lösung: 2.197.050,00 €

2.1 Gewinnvergleichsrechnung: Jahresgewinn für Maschine FMI (bei 58.000 Stück)

Lösung: 64.950,00 €

2.1 Kritische Menge (K1=K2K_1 = K_2 bzw. G1=G2G_1 = G_2)

Lösung: 37965 / 37964,29

2.1 Rentabilitätsvergleichsrechnung: Rentabilität Maschine C+

Lösung: 21,70 % / 21,7 %

2.1 Break-Even-Menge Maschine C+

Lösung: 43240

2.1 Rentabilitätsvergleichsrechnung: Rentabilität Maschine FMI

Lösung: 25,24 %

2.1 Break-Even-Menge Maschine FMI

Lösung: 41347

2.1 Dynamische Investitionsrechnung: Kapitalwert Maschine C+ (bei 6 % Zinssatz)

Lösung: 142.039,00 € / 142039

2.1 Dynamische Investitionsrechnung: Kapitalwert Maschine FMI (bei 6 % Zinssatz)

Lösung: 254.431,89 € / 254431,89

2.1 Erstellen einer Grafik (Break-Even-Punkte und kritische Menge)

Lösung: Grafik der Gewinnfunktionen bzw. Erlös- und Kostenfunktionen: - Gewinnfunktion GC+=39x−(108.100+36,50x)=2,50x−108.100G_{C+} = 39x - (108.100 + 36{,}50x) = 2{,}50x - 108.100 - Gewinnfunktion GFMI=39x−(161.250+35,10x)=3,90x−161.250G_{FMI} = 39x - (161.250 + 35{,}10x) = 3{,}90x - 161.250 - Schnittpunkt beider Gewinnfunktionen: Kritische Menge bei 37.965 Stück. - Schnittpunkte mit der Abszisse (G=0G = 0): BEP C+ bei 43.240 Stück; BEP FMI bei 41.347 Stück.

2.2 Erklären und beurteilen Sie die von Ihnen grafisch und rechnerisch ermittelten Zahlenwerte.

Lösung: Der Prüfling verweist auf die von ihm ermittelten Daten und die rechnerischen Vorzüge der italienischen Maschine FMI: - Die kritische Menge liegt bei ca. 37.965 Stück; ab dieser Produktionsmenge ist FMI kostengünstiger bzw. gewinnträchtiger. - Der Break-Even-Punkt der Anlage FMI wird bereits bei 41.347 Stück erreicht (1.593 Stück früher als bei C+ mit 43.240 Stück). - Die Rentabilität von FMI schneidet mit 25,24 % um 3,54 Prozentpunkte besser ab als C+ (21,70 %). - Der Kapitalwert beider Anlagen ist positiv, was eine Verzinsung über dem Kalkulationszinssatz von 6 % belegt; FMI ist mit 254.431,89 € wesentlich vorteilhafter als C+ (142.039,00 €). - Auch der interne Zinsfuß liegt bei FMI höher (ca. 19,46 % vs. 17,41 %).

2.3 Nennen Sie drei nicht-monetäre Kriterien einer Investitionsauswahl und entscheiden Sie sich auf Grundlage aller gewonnenen Erkenntnisse für eine Investitionsalternative.

Lösung: Nicht-monetäre Kriterien: 1. Maximalkapazität / Kapazitätsgrenze: Bei prognostizierten 6 % jährlicher Absatzsteigerung stößt FMI (Kapazität: 62.000 Stück) bereits im 2. Jahr an ihre Kapazitätsgrenze (58.000⋅1,06=61.48058.000 \cdot 1{,}06 = 61.480, im 2. Jahr 65.16965.169 Stück), wohingegen C+ bis zu 70.000 Stück bearbeiten kann. 2. Zuverlässigkeit, Service und räumliche Nähe: C+ stammt aus Nürnberg (räumliche Nähe, schnellere Ersatzteilversorgung), FMI aus Italien. 3. Bedienerfreundlichkeit, Einschulungsaufwand und Platzbedarf der Anlagen. 4. Umwelt- und Arbeitssicherheitsaspekte. Entscheidung: Begründete prüflingsindividuelle Entscheidung: - Für FMI sprechen die eindeutig besseren quantitativen Kennzahlen (geringere Kosten ab 37.965 Stück, höherer Gewinn, bessere Rentabilität und höherer Kapitalwert). - Für C+ spricht entscheidend die höhere Maximalkapazität (70.000 vs. 62.000 Stück), die bei dynamischem Marktwachstum unabdingbar ist, um Marktanteile auszubauen, sowie die räumliche Nähe zum Lieferanten.

Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium

Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.

‹ Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.3: Investitionsrechenverf… · LK 2021 · Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.1-1.2 · LK · bilingual Englisch 2021 ›

Mehr Aufgaben zu Investition und Investitionsrechenverfahren