Aufgabe Modul C - 1.2.1-1.2.2 · Abitur Hessen Chemietechnik LK 2022

Thema: Organische Reaktionsmechanismen · Aus der Prüfung LK (2022)

Aufgabenstellung

Perfluorierte Alkylverbindungen

Vollständig fluorierte Alkylverbindungen sind organische oberflächenaktive Verbindungen, bei denen die Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst ganz oder zum Teil durch Fluoratome ersetzt worden sind. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften (wasserabweisend, atmungsaktiv, sehr stabil) werden sie u.a. bei der Herstellung von Outdoorkleidung eingesetzt. Sie reichern sich allerdings in der Umwelt sowie im menschlichen und tierischen Gewebe an und stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Die wichtigsten Vertreter sind vollständig fluorierte Alkylsulfonsäuren, vollständig fluorierte Carbonsäuren sowie Fluortelomeralkohole (FTOH).

Perfluoroktansulfonsäure (Material 1) gilt als krebserregend, ist nicht biologisch abbaubar und reichert sich in der Nahrungskette an. Die Verwendung von Perfluoroktansulfonsäure ist deshalb seit 2020 in der EU verboten. Perfluoroktansulfonsäure wird u. a. durch Perfluorbutansulfonsäure ersetzt.

Material 1: Strukturformel von Perfluoroktansulfonsäure

Perfluorbutansulfonsäure wird in einer zweistufigen Synthese ausgehend von Tetrafluorethen und Pentafluoriodethan und anschließender Umsetzung mit Hydrogensulfit (HSO3−\text{HSO}_3^-) hergestellt (Material 2). Diesen Prozess nennt man Telomerisierung.

Material 2: Synthese von Perfluorbutansulfonsäure

1.2 Perfluorbutansulfonsäure wird in einer zweistufigen Synthese ausgehend von Tetrafluorethen und Pentafluoriodethan und anschließender Umsetzung mit Hydrogensulfit (HSO3−\text{HSO}_3^-) hergestellt (Material 2). Diesen Prozess nennt man Telomerisierung.

1.2.1

Benennen Sie das Produkt der Synthesestufe (1) nach der IUPAC-Nomenklatur (Material 2). [2 BE]

1.2.2

Entwickeln Sie den Reaktionsmechanismus für die Synthesestufe (2) und benennen Sie den Reaktionsmechanismus (Material 2). [5 BE]

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Aufgabenstellung: Aufgabe Modul C - 1.2.1-1.2.2 · Abitur Hessen Chemietechnik LK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1.2.1 Benennen Sie das Produkt der Synthesestufe (1) nach der IUPAC-Nomenklatur (Material 2).

Lösung: 1,1,1,2,2,3,3,4,4-Nonafluor-4-iodbutan

1.2.2 Benennen Sie den Reaktionsmechanismus (Material 2).

Lösung: SN2\text{S}_\text{N}2-Reaktion / bimolekulare nukleophile Substitution

1.2.2 Entwickeln Sie den Reaktionsmechanismus für die Synthesestufe (2) (Material 2).

Lösung: Der Mechanismus verläuft als bimolekulare nukleophile Substitution (SN2\text{S}_\text{N}2): 1. Das nukleophile Hydrogensulfit-Ion (−|SO2OH^-\text{|SO}_2\text{OH}) greift das C-Atom mit dem Iodsubstituenten von der dem Iodatom gegenüberliegenden Seite (Rückseitenangriff) an. 2. Es bildet sich ein trigonal-bipyramidaler Übergangszustand mit partiellen Bindungen zu Schwefel und Iod aus. 3. Das Iodid-Ion (I−\text{I}^-) spaltet sich als Abgangsgruppe ab.

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