Abitur NRW Sport 2021 · LK · Haupttermin
Abiturprüfung Sport in Nordrhein-Westfalen 2021, LK · Haupttermin: 9 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Bewegungsanalyse und biomechanische Prinzipien. Kostenlos.
Themen der Prüfung: Bewegungsanalyse und biomechanische Prinzipien · Koordination, Informationsverarbeitung und Druckbedingungen · Energiebereitstellung, Muskel und Anpassungen · Konditionelle Fähigkeiten und Trainingsplanung · Sportpsychologie und Sportethik · Regeln und Spielvermittlung
Aufgabe HT 1 - Teilaufgabe 1 · Koordination, Informationsverarbeitung und Druckbedingungen
Abiturprüfung 2021 – Sport, Leistungskurs
Materialgrundlage
M 1: Christoph Cöln, Gerrit Lagenstein: Das intelligenteste Finaltor der WM-Geschichte (veröffentlicht am 14.07.2014) (Text gekürzt und verändert)
M 2: „Ich saß sehr glücklich in diesem Bus.“ Ausschnitte aus einem Interview (geführt von Mounir Zitouni) mit Bastian Schweinsteiger (Kicker Ausgabe 047/2018 vom 07.06.2018)
M 3: Ferdinand Dyck: Ein ehemaliger Fußball-Profi erklärt, wie viele Spieler bei der WM 2018 gedopt sein werden
M 4: NADA Jahresbericht 2016 – Anhang, S. 22, 24 (geändert)
1. Neumaier legte 1999 ein Modell zur Analyse sportlicher Bewegungsaufgaben in Bezug auf deren koordinative Anforderungen (KAR-Modell) vor.
Skizzieren Sie die Druckbedingungen, die beim Lösen von Bewegungsaufgaben in sportlichen Situationen eine Rolle spielen, und erläutern Sie im Anschluss unter Bezugnahme auf M 1 die Regler-Stellung bei drei von Ihnen gewählten Druckbedingungen für Mario Götzes Tor im WM-Finale 2014. (23 Punkte)
Aufgabe HT 1 - Teilaufgabe 2 · Sportpsychologie und Sportethik
Abiturprüfung 2021 – Sport, Leistungskurs
Materialgrundlage
M 1: Christoph Cöln, Gerrit Lagenstein: Das intelligenteste Finaltor der WM-Geschichte (veröffentlicht am 14.07.2014) (Text gekürzt und verändert)
M 2: „Ich saß sehr glücklich in diesem Bus.“ Ausschnitte aus einem Interview (geführt von Mounir Zitouni) mit Bastian Schweinsteiger (Kicker Ausgabe 047/2018 vom 07.06.2018)
M 3: Ferdinand Dyck: Ein ehemaliger Fußball-Profi erklärt, wie viele Spieler bei der WM 2018 gedopt sein werden
M 4: NADA Jahresbericht 2016 – Anhang, S. 22, 24 (geändert)
2. Stellen Sie das Flow-Konzept nach Csíkszentmihályi dar und überprüfen Sie anhand der Interview-Äußerungen Schweinsteigers (M 2), ob er sich während des WM-Finales in einem Flow-Zustand befand. (28 Punkte)
a)
b)
c)
Aufgabe HT 1 - Teilaufgabe 3 · Sportpsychologie und Sportethik
Teilaufgabe 3
Abiturprüfung 2021 – Sport, Leistungskurs
Materialgrundlage
M 1: Christoph Cöln, Gerrit Lagenstein: Das intelligenteste Finaltor der WM-Geschichte (veröffentlicht am 14.07.2014) (Text gekürzt und verändert)
M 2: „Ich saß sehr glücklich in diesem Bus.“ Ausschnitte aus einem Interview (geführt von Mounir Zitouni) mit Bastian Schweinsteiger (Kicker Ausgabe 047/2018 vom 07.06.2018)
M 3: Ferdinand Dyck: Ein ehemaliger Fußball-Profi erklärt, wie viele Spieler bei der WM 2018 gedopt sein werden
M 4: NADA Jahresbericht 2016 – Anhang, S. 22, 24 (geändert)
Analysieren Sie den Text M 3 im Hinblick auf die erkennbaren Beweggründe für Doping und beziehen Sie dabei die Strukturen des Sports, persönliche Abwägungen sowie die genannten Präventionsmaßnahmen ein. Erörtern Sie anschließend unter Heranziehung von M 4 die These „Doping ist im Profi-Fußball flächendeckend vertreten".
[29 Punkte]
M 3: Ein ehemaliger Fußball-Profi erklärt, wie viele Spieler bei der WM 2018 gedopt sein werden
[…]
Lotfi El Bousidi spielte als Profi in Griechenland, Spanien sowie für Mainz 05. Vor zwei Jahren veröffentlichte er zu dem Thema seine Diplomarbeit, für sie hatte er mit vielen Spielern geredet und festgestellt: Es gibt flächendeckendes Doping im Profifußball, bis zu einem Viertel aller deutschen Profis tun es. Wir haben mit dem 35-Jährigen darüber gesprochen.
[…]
Wie wahrscheinlich ist es, dass bei der WM 2018 kein einziger Spieler gedopt sein wird?
Lotfi El Bousidi: Das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Bei großen Turnieren, egal ob Champions League oder WM, ist der Wettkampf ja noch härter als im Ligabetrieb. Außerdem wollen auch Mannschaften, deren Spieler sonst nicht auf Top-Niveau spielen, bei der WM alles geben. Deswegen rechne ich auf jeden Fall mit Dopingsperren – wenn richtig getestet wird.
Haben Sie eine Vorstellung, wie viele Spieler gedopt sein werden?
Das kann ich letztlich nicht einschätzen. In der Bundesliga haben nach den Ergebnissen meiner Untersuchung zwischen 14 und 25 Prozent der Spieler schon einmal gedopt. In Spanien, wo ich ebenfalls eine Umfrage durchgeführt habe, waren es sogar bis zu 30 Prozent der Spieler. Wie gesagt: Ich glaube, dass die Bereitschaft bei einer WM höher ist als in der Meisterschaft. Andererseits ist aber auch das Risiko, erwischt zu werden, größer.
[…]
Viele Fußballfunktionäre sagen noch immer: „Doping im Fußball bringt nichts." Was erwidern Sie?
Ich würde dagegen halten, dass es vor allem bei einem Turnier wie der WM etwas bringt. Da hat man ja viel mehr Spiele in kurzer Zeit, also weniger Zeit, sich zu erholen. Da sind zum einen Präparate gefragt, die die Regeneration fördern. Und zum anderen solche, die Ermüdungssignale des Körpers abstellen. […] Dann werden teilweise auch Präparate genutzt, die diese Schmerzen unterdrücken. Man läuft dann einfach weiter. Aber das sind richtig gefährliche Produkte. Der Körper sendet uns ja nicht ohne Grund Warnsignale.
Wissen das die Spieler, die so etwas nehmen?
Nein, tun sie nicht. Für mich war das eines der wichtigsten Ergebnisse meiner Arbeit. Ich hatte explizit die Frage gestellt, ob die Spieler wüssten, was auf der Dopingliste steht. Ob sie sich überhaupt auskennen. Und die Zahl derer, die gar nichts wussten, war erschreckend hoch.
Was bedeutet das?
Dass man die Schuld auf keinen Fall alleine den Spielern geben kann. Natürlich muss jeder darauf achten, was einem verabreicht wird. Aber die wenigsten hinterfragen das. Wenn ich denen, die dopen, den Namen eines Präparats nennen würde, wäre ich nicht sicher, dass sie schon einmal davon gehört hätten.
[…]
Dopen sich Spieler auch selbst?
Ja. Es haben auch einige in meinen Umfragen zugegeben, dass sie sich Steroide auf dem Schwarzmarkt besorgt haben. Vor allem waren es überwiegend Spieler, die nach einer längeren Verletzungspause wieder angreifen wollten.
Wie sind Sie eigentlich auf das Thema für Ihre Abschlussarbeit gekommen?
Ich musste in meiner gesamten Karriere nur einmal zur Dopingprobe, andere wurden gar nicht geprüft. Gleichzeitig wusste ich von ehemaligen Profis, die in den Achtzigern und Neunzigern Cortison und sonst was gespritzt bekamen und darunter heute gesundheitlich extrem leiden. Das passte für mich nicht zusammen.
Was wollten Sie mit der Veröffentlichung erreichen?
Vor allem wollte ich meine Kollegen, die so wenig wissen übers Doping, vor den gesundheitlichen Risiken warnen. Außerdem sind Fußballer riesige Vorbilder für Kinder – und so sollten sie sich auch verhalten.
[…]
Was hat sich in den zwei Jahren seit Ihrer Diplomarbeit verändert?
Durch die Aussagen vieler Ex-Profis und deren Dopingvergehen in der Vergangenheit ist das Thema Doping aktuell wie nie. Die VDV-Spielergewerkschaft setzt sich verstärkt für Dopingpräventionen ein und bietet umfangreiche Aufklärung. Viele Spieler, auch in meinem Bekanntenkreis, waren erschrocken, als sie erfuhren, welche gesundheitlichen Risiken ein Spieler in Kauf nimmt, wenn er zu solchen Präparaten greift.
[…]
Von Ferdinand Dyck
Quelle: https://www.vice.com/de/article/gyk8a3/ein-ehemaliger-fussball-profi-erklaert-wie-viele-spieler-bei-der-wm-gedopt-sein-werden (Zugriff: 05.12.2019)
M 4: Auszug aus dem NADA Jahresbericht 2016
Verband · Proben aus Blutkontrollen · Proben aus Urinkontrollen · Proben aus Kontrollen (gesamt) · Anzahl der Verstöße
Deutsche Fußball Liga (1. und 2. Bundesliga)* · 222 · 1923 · 2145 · 5
* In den beiden Ligen kamen in diesem Jahr ca. 1000 Fußballprofis zum Einsatz.
Quelle: https://www.nada.de/service-infos/jahresberichte (Zugriff: 15.06.2020)
Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 1 · Energiebereitstellung, Muskel und Anpassungen
Abiturprüfung 2021 – Sport, Leistungskurs
Materialgrundlage
M 1: Fischer, U. et al. (2009) Schulsport, Sicherheit, Gesundheit. Schwimmen & Volleyball – Bausteine für einen sicheren und attraktiven Unterricht. Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Bildreihen Volleyball (DVD)
M 2: Wenzel, Uwe (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! Quelle: http://nwls.sport-iat.de/wp-content/uploads/2017/05/05_Kondition_3.pdf (Zugriff: 05.05.2020) (verändert)
M 3: siehe M 2
Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung
1. Beschreiben Sie, wie ein Skelettmuskel aufgebaut ist und wie er funktioniert, und stellen Sie die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Muskulatur an einem selbst gewählten Beispiel aus der Sportpraxis dar. (20 Punkte)
Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 2 · Bewegungsanalyse und biomechanische Prinzipien
Abiturprüfung 2021 – Sport, Leistungskurs
Materialgrundlage
M 1: Fischer, U. et al. (2009) Schulsport, Sicherheit, Gesundheit. Schwimmen & Volleyball – Bausteine für einen sicheren und attraktiven Unterricht. Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Bildreihen Volleyball (DVD)
M 2: Wenzel, Uwe (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! Quelle: http://nwls.sport-iat.de/wp-content/uploads/2017/05/05_Kondition_3.pdf (Zugriff: 05.05.2020) (verändert)
M 3: siehe M 2
Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung
2. Analysieren Sie den Bewegungsablauf des Angriffsschlags im Volleyball (M 1) mithilfe der funktionalen Bewegungsanalyse nach Göhner. Erläutern Sie danach unter Rückgriff auf die analysierte Technik, inwiefern zwei von Ihnen gewählte biomechanische Prinzipien wirksam sind. (30 Punkte)
a)
b)
Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 3 · Konditionelle Fähigkeiten und Trainingsplanung
Abiturprüfung 2021 – Sport, Leistungskurs
Materialgrundlage
M 1: Fischer, U. et al. (2009) Schulsport, Sicherheit, Gesundheit. Schwimmen & Volleyball – Bausteine für einen sicheren und attraktiven Unterricht. Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Bildreihen Volleyball (DVD)
M 2: Wenzel, Uwe (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! Quelle: http://nwls.sport-iat.de/wp-content/uploads/2017/05/05_Kondition_3.pdf (Zugriff: 05.05.2020) (verändert)
M 3: siehe M 2
Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung
3.
Ein Trainer einer männlichen Volleyball-E-Jugend (U13) plant, die Sprungkraft seiner Spieler mithilfe von plyometrischem Training zu steigern. Diese Trainingsmethode setzt er erstmals ein.
Stellen Sie Richtlinien dar, die der Trainer im Umgang mit dieser Krafttrainingsmethode einhalten sollte, und berücksichtigen Sie dabei besonders die Entwicklungsstufen im Kindes- und Jugendalter (M 2 und M 3). Entwerfen Sie auf dieser Grundlage fünf Übungsstationen, die die Sprungleistung einer männlichen Volleyball-E-Jugend (U13) verbessern. (30 Punkte)
M 2: Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge!
Wer hat es nicht getan? „Himmel und Hölle“ auf dem Schulhof, Seilspringen im Garten und „Froschsprünge“ auf dem Spielplatz! Springen gehört zum natürlichen Bewegungsdrang unserer Kinder und ist nichts anderes als Plyometrie. Wissenschaftlich gesprochen sind es alle Übungen, bei denen der konzentrischen Muskelaktivität eine exzentrische vorgeschaltet ist und ein Maximum an Kraft in kürzester Zeit erbracht werden muss. Die Vorteile, plyometrische Übungen systematisch in den Trainingsprozess zu integrieren, reichen von erhöhter Knochendichte und Widerstandsfähigkeit gegen Verletzungen bis hin zu verbessertem Gleichgewicht, erhöhter Kraft, Schnellkraft, Schnelligkeit und Agility. In vielen Studien konnte plyometrisches Training über mindestens 6 Wochen erfolgreich zur Verbesserung der Sprintschnelligkeit, Sprungleistung und Agility in verschiedenen Sportarten eingesetzt werden. Die Herausforderung für den Trainer besteht darin, die unzähligen Übungen und Variationen systematisch und gewinnbringend einzusetzen, ohne dass Überlastungen und Verletzungen provoziert werden. Zu bedenken ist, dass bei Kindern zum Beispiel der passive Bewegungsapparat (Knochen, Sehnen, Bänder) viel weicher als der von Erwachsenen ist und auch die hemmenden neuromuskulären Mechanismen zum Schutz der Muskel-Sehnen-Einheit stärker ausgeprägt sind. Es ist aber auch genau die Zeit, in der sich das Nervensystem und neuromuskuläre System rasant entwickeln und grundlegende Bewegungsmuster gefestigt werden. So kann ein prellendes Springen mit Verkürzung der Stützzeiten wohl am ehesten bis zum 12. Lebensjahr erlernt und entwickelt werden. […] Nach der Pubertät kann vor allem die Abfluggeschwindigkeit – also der in der Stützzeit zu realisierende Kraftstoß (Sprungleistung) trainiert werden. Hier hat der für die Kinderleichtathletik bekannte Ausspruch „Springen lernen ist wichtiger als Sprünge lernen“ seinen Ursprung. In der Pubertät und in der Phase der „adolescent awkwardness“ kann es aufgrund von ungünstigeren Last-Kraft-Verhältnissen und hohen Wachstumsraten zu technischen Rückschritten oder unkoordinierten Bewegungen kommen. In dieser Zeit kann es sinnvoll sein, Plyometrie zu reduzieren und an die individuellen Voraussetzungen der Athleten anzupassen. Dies sichert die Verträglichkeit der steigenden Belastung in den kommenden Jahren und gewährleistet schnelle Stütze und Sprünge mit maximalen Kraftstößen im Hochleistungsbereich.
[…] [In einer] Gewöhnungsphase [sollten] allgemein kräftigende und technische Aspekte des Springens vorbereitet und geprüft werden. Hierunter zählen gelenk- und rumpfstabilisierende Übungen, Gleichgewichtstraining und koordinativ-technische Aspekte des Springens wie z. B. eine optimale Hüft- und Oberkörperposition oder eine korrekte Landemechanik. Außerdem sollte plyometrisches Training durch ein Sehnenadaptationstraining vorbereitet und stetig ergänzt werden. Ist ein sicherer Einsatz plyometrischer Übungen gegeben, sollte man sich in einem Langzeitplan über die üblichen Steuergrößen Intensität, Umfang, Häufigkeit und Erholung Gedanken machen. Grundsätzlich gilt: Qualität geht vor Quantität! Hohe Intensitäten sollten sparsam eingesetzt und mit Pausen versehen werden, die eine fast vollständige Erholung sicherstellen. Darüber hinaus sollte das Training mit einer sorgfältigen Übungsauswahl geplant werden, die neben der Spezifität – also der Nähe zum Wettkampf bzw. zur Sportart – auch die Reihenfolge im Mikro-, Meso- und Makrozyklus berücksichtigt. Aus der sportartbedingten Übungsauswahl kann man sich im Sinne einer progressiven, aber individuellen Belastungssteuerung eine sinnvolle Kategorisierung überlegen.
[…] Grundsätzlich gilt: beidbeinige Sprünge sind einfacher als einbeinige und je höher die Fallhöhe, das Körpergewicht und die Eingangsgeschwindigkeit in Bewegungs- und Querrichtung und je härter der Untergrund desto belastender ist ein Sprung. So werden Tiefsprünge oftmals pauschal als unangebracht und sehr belastend eingeordnet. Allerdings gilt unabhängig vom Alter: So hoch wie man springt, kann man auch fallen!
Quelle: Wenzel, U. (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! (verändert)
Quelle: Wenzel, U. (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! (verändert)
Aufgabe HT 3 - Teilaufgabe 1 · Regeln und Spielvermittlung
M 1: Zur pädagogischen Bedeutung von Sportregeln
Helmut Digel hat seine 1982 vorgelegte Regelsystematik selbst erweitert; so führte er 1984 in dem Aufsatz „Zur pädagogischen Bedeutung von Sportregeln“ aus:
[…] Für unseren Zweck bedeutet dies, dass, wenn von Sportregeln die Rede ist, man nicht nur jene Regeln beachten darf, die schriftlich in den Regelbüchern zu den Sportarten niedergelegt sind, sondern auch jene Regeln mitberücksichtigt, die im Sinne informeller Regeln das Handeln im Sport leiten. Im Sport wird über sie in erster Linie dessen Ethik, die Sportidee und das taktische Handeln in den einzelnen Sportarten festgelegt. […]
Die Regeln können dabei schriftlich fixiert sein […]. Sie können aber auch informellen Charakter besitzen, wie es z.B. für die moralischen Maximen im Sport oder für die Wettkampfidee üblich ist. […]
Quelle: http://sport-quergedacht.de/wiss_beitrag/zur-paedagogischen-bedeutung-von-sportregeln/ (Zugriff: 15.01.2021)
Aufgabenstellung 1: Stellen Sie die Regelsystematik nach Digel dar und beziehen Sie dabei seine spätere Erweiterung (M 1) mit ein. Erläutern Sie die Systematik zudem mithilfe von Beispielen aus einer Ihrer Abiturprüfungssportarten. [25 Punkte]
Aufgabe HT 3 - Teilaufgabe 2 · Regeln und Spielvermittlung
M 2: Zehn einfache Regeln für „Ultimate“
Zehn einfache Regeln für „Ultimate“ des DFV (Deutscher Frisbeesportverband e.V.)
1. Spirit of the Game
Ultimate betont die Sportlichkeit, Anstand und Fair-Play. Kämpferischer Einsatz wird zwar gefördert, darf aber niemals auf Kosten des Respekts vor dem Gegner, der Regeln und dem Spaß am Spielen gehen.
2. Spielfeld
Ein offizielles Spielfeld ist 100 m lang und 37 m breit. Davon ist das Hauptspielfeld 64 m lang, und die jeweiligen Endzonen 18 m tief. Je nach Spieleranzahl kann das Spielfeld verkleinert werden. Die Relationen der Spielfeldteile sollten ungefähr 3/5 Spielfeld und je 1/5 Endzone betragen.
3. Spielbeginn
Jeder Punkt beginnt mit der Aufstellung der beiden Mannschaften mit je sieben Spielern an der Grundlinie (in der Halle fünf gegen fünf). Die verteidigende Mannschaft wirft die Scheibe zur angreifenden Mannschaft (Anwurf).
4. Bewegung der Scheibe
Die Scheibe darf in jede Richtung des Spielfeldes geworfen werden. Mit der Scheibe darf man nicht laufen. Der Werfer hat zehn Sekunden Zeit die Scheibe abzuwerfen. Der direkte Verteidiger des Werfers (Marker) zählt den Werfer laut im Sekundentakt an.
5. Punktgewinn
Die angreifende Mannschaft erzielt einen Punkt, wenn ein Mitspieler die Scheibe in der Endzone des Gegners fängt. Die Mannschaft mit dem Punktgewinn bleibt auf dieser Seite, die andere Mannschaft muss die Spielfeldseite wechseln.
6. Scheibenwechsel
Wenn ein Pass vom Mitspieler nicht gefangen werden kann (Scheibe berührt den Boden, fliegt ins Aus oder der Gegner fängt sie ab), kommt die verteidigende Mannschaft sofort in Scheibenbesitz und greift nun an.
7. Auswechseln
Spieler dürfen nur nach einem Punkt oder nach einer Verletzung ausgewechselt werden.
8. Körperkontakt
Zwischen Spielern ist kein Körperkontakt erlaubt. Darauf haben alle Spieler zu achten. Das Behindern der Verteidigung durch einen angreifenden Spieler wie im Basketball ist ebenfalls verboten („Pick“). Jede Körperberührung ist im Prinzip ein Foul.
9. Foulspiel
Wenn ein Spieler einen Gegenspieler berührt, ist das ein Foul. Foul ruft der Spieler, der gefoult wurde. Wenn die Scheibe dem Angreifer dabei verloren geht, wird das Spiel unterbrochen und nach einem „Check“ fortgesetzt, als wäre das Foul nicht passiert. Ist der foulende Spieler mit dem Foulruf nicht einverstanden, so wird der letzte Pass wiederholt.
10. Selbstverantwortung
Es gibt keine Schiedsrichter. Jeder Spieler ist selbst dafür verantwortlich, Fouls oder Linienverstöße (erster Bodenkontakt muss „in" sein, die Linie zählt zum Aus) anzuzeigen. Die Spieler regeln ihre Meinungsverschiedenheiten in fairer Weise.
Quelle: http://frisbeesportverband.de/images/dfv/dfv_verband/presse/pressemitteilungen/PM_10_Ultimate-Regeln.pdf (Zugriff: 15.01.2021)
2. Übertragen Sie die Regelsystematik nach Digel auf die 10-Ultimate-Regeln des Deutschen Frisbeesport-Verbandes (M 2) und prüfen Sie die Aussage: Wenn es ‚wirklich‘ um etwas geht (wie z. B. beim Fußball), reichen die 10-Ultimate-Regeln bei weitem nicht aus. (32 Punkte)
Aufgabe HT 3 - Teilaufgabe 3 · Regeln und Spielvermittlung
M 2: Zehn einfache Regeln für „Ultimate“
Zehn einfache Regeln für „Ultimate“ des DFV (Deutscher Frisbeesportverband e.V.)
1. Spirit of the Game
Ultimate betont die Sportlichkeit, Anstand und Fair-Play. Kämpferischer Einsatz wird zwar gefördert, darf aber niemals auf Kosten des Respekts vor dem Gegner, der Regeln und dem Spaß am Spielen gehen.
2. Spielfeld
Ein offizielles Spielfeld ist 100 m lang und 37 m breit. Davon ist das Hauptspielfeld 64 m lang, und die jeweiligen Endzonen 18 m tief. Je nach Spieleranzahl kann das Spielfeld verkleinert werden. Die Relationen der Spielfeldteile sollten ungefähr 3/5 Spielfeld und je 1/5 Endzone betragen.
3. Spielbeginn
Jeder Punkt beginnt mit der Aufstellung der beiden Mannschaften mit je sieben Spielern an der Grundlinie (in der Halle fünf gegen fünf). Die verteidigende Mannschaft wirft die Scheibe zur angreifenden Mannschaft (Anwurf).
4. Bewegung der Scheibe
Die Scheibe darf in jede Richtung des Spielfeldes geworfen werden. Mit der Scheibe darf man nicht laufen. Der Werfer hat zehn Sekunden Zeit die Scheibe abzuwerfen. Der direkte Verteidiger des Werfers (Marker) zählt den Werfer laut im Sekundentakt an.
5. Punktgewinn
Die angreifende Mannschaft erzielt einen Punkt, wenn ein Mitspieler die Scheibe in der Endzone des Gegners fängt. Die Mannschaft mit dem Punktgewinn bleibt auf dieser Seite, die andere Mannschaft muss die Spielfeldseite wechseln.
6. Scheibenwechsel
Wenn ein Pass vom Mitspieler nicht gefangen werden kann (Scheibe berührt den Boden, fliegt ins Aus oder der Gegner fängt sie ab), kommt die verteidigende Mannschaft sofort in Scheibenbesitz und greift nun an.
7. Auswechseln
Spieler dürfen nur nach einem Punkt oder nach einer Verletzung ausgewechselt werden.
8. Körperkontakt
Zwischen Spielern ist kein Körperkontakt erlaubt. Darauf haben alle Spieler zu achten. Das Behindern der Verteidigung durch einen angreifenden Spieler wie im Basketball ist ebenfalls verboten („Pick“). Jede Körperberührung ist im Prinzip ein Foul.
9. Foulspiel
Wenn ein Spieler einen Gegenspieler berührt, ist das ein Foul. Foul ruft der Spieler, der gefoult wurde. Wenn die Scheibe dem Angreifer dabei verloren geht, wird das Spiel unterbrochen und nach einem „Check“ fortgesetzt, als wäre das Foul nicht passiert. Ist der foulende Spieler mit dem Foulruf nicht einverstanden, so wird der letzte Pass wiederholt.
10. Selbstverantwortung
Es gibt keine Schiedsrichter. Jeder Spieler ist selbst dafür verantwortlich, Fouls oder Linienverstöße (erster Bodenkontakt muss „in" sein, die Linie zählt zum Aus) anzuzeigen. Die Spieler regeln ihre Meinungsverschiedenheiten in fairer Weise.
Quelle: http://frisbeesportverband.de/images/dfv/dfv_verband/presse/pressemitteilungen/PM_10_Ultimate-Regeln.pdf (Zugriff: 15.01.2021)
3. Setzen Sie die 10-Ultimate-Regeln zu dem im Spiel auftretenden Zeit-, Belastungs- und Komplexitätsdruck in Beziehung und entwerfen Sie für diese Druckbedingungen jeweils eine Regeländerung, die den Druck erhöht, sowie eine, die ihn verringert. (23 Punkte)
Du kannst auch nach Themen lernen
Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.
- Regeln und Spielvermittlung · 11 Aufgaben · 85 % Wahrscheinlichkeit
- Koordination, Informationsverarbeitung und Druckbedingungen · 7 Aufgaben · 85 % Wahrscheinlichkeit
- Energiebereitstellung, Muskel und Anpassungen · 6 Aufgaben · 80 % Wahrscheinlichkeit
- Sportpsychologie und Sportethik · 7 Aufgaben · 70 % Wahrscheinlichkeit
- Bewegungsanalyse und biomechanische Prinzipien · 4 Aufgaben · 65 % Wahrscheinlichkeit
- Konditionelle Fähigkeiten und Trainingsplanung · 8 Aufgaben · 60 % Wahrscheinlichkeit