Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 3 · Abitur NRW Sport LK · Haupttermin 2021

Thema: Konditionelle Fähigkeiten und Trainingsplanung · Aus der Prüfung LK · Haupttermin (2021)

Aufgabenstellung

Abiturprüfung 2021 – Sport, Leistungskurs

Materialgrundlage

M 1: Fischer, U. et al. (2009) Schulsport, Sicherheit, Gesundheit. Schwimmen & Volleyball – Bausteine für einen sicheren und attraktiven Unterricht. Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Bildreihen Volleyball (DVD)

M 2: Wenzel, Uwe (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! Quelle: http://nwls.sport-iat.de/wp-content/uploads/2017/05/05_Kondition_3.pdf (Zugriff: 05.05.2020) (verändert)

M 3: siehe M 2

Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung

3.

Ein Trainer einer männlichen Volleyball-E-Jugend (U13) plant, die Sprungkraft seiner Spieler mithilfe von plyometrischem Training zu steigern. Diese Trainingsmethode setzt er erstmals ein.

Stellen Sie Richtlinien dar, die der Trainer im Umgang mit dieser Krafttrainingsmethode einhalten sollte, und berücksichtigen Sie dabei besonders die Entwicklungsstufen im Kindes- und Jugendalter (M 2 und M 3). Entwerfen Sie auf dieser Grundlage fünf Übungsstationen, die die Sprungleistung einer männlichen Volleyball-E-Jugend (U13) verbessern. (30 Punkte)

M 2: Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge!

Wer hat es nicht getan? „Himmel und Hölle“ auf dem Schulhof, Seilspringen im Garten und „Froschsprünge“ auf dem Spielplatz! Springen gehört zum natürlichen Bewegungsdrang unserer Kinder und ist nichts anderes als Plyometrie. Wissenschaftlich gesprochen sind es alle Übungen, bei denen der konzentrischen Muskelaktivität eine exzentrische vorgeschaltet ist und ein Maximum an Kraft in kürzester Zeit erbracht werden muss. Die Vorteile, plyometrische Übungen systematisch in den Trainingsprozess zu integrieren, reichen von erhöhter Knochendichte und Widerstandsfähigkeit gegen Verletzungen bis hin zu verbessertem Gleichgewicht, erhöhter Kraft, Schnellkraft, Schnelligkeit und Agility. In vielen Studien konnte plyometrisches Training über mindestens 6 Wochen erfolgreich zur Verbesserung der Sprintschnelligkeit, Sprungleistung und Agility in verschiedenen Sportarten eingesetzt werden. Die Herausforderung für den Trainer besteht darin, die unzähligen Übungen und Variationen systematisch und gewinnbringend einzusetzen, ohne dass Überlastungen und Verletzungen provoziert werden. Zu bedenken ist, dass bei Kindern zum Beispiel der passive Bewegungsapparat (Knochen, Sehnen, Bänder) viel weicher als der von Erwachsenen ist und auch die hemmenden neuromuskulären Mechanismen zum Schutz der Muskel-Sehnen-Einheit stärker ausgeprägt sind. Es ist aber auch genau die Zeit, in der sich das Nervensystem und neuromuskuläre System rasant entwickeln und grundlegende Bewegungsmuster gefestigt werden. So kann ein prellendes Springen mit Verkürzung der Stützzeiten wohl am ehesten bis zum 12. Lebensjahr erlernt und entwickelt werden. […] Nach der Pubertät kann vor allem die Abfluggeschwindigkeit – also der in der Stützzeit zu realisierende Kraftstoß (Sprungleistung) trainiert werden. Hier hat der für die Kinderleichtathletik bekannte Ausspruch „Springen lernen ist wichtiger als Sprünge lernen“ seinen Ursprung. In der Pubertät und in der Phase der „adolescent awkwardness“ kann es aufgrund von ungünstigeren Last-Kraft-Verhältnissen und hohen Wachstumsraten zu technischen Rückschritten oder unkoordinierten Bewegungen kommen. In dieser Zeit kann es sinnvoll sein, Plyometrie zu reduzieren und an die individuellen Voraussetzungen der Athleten anzupassen. Dies sichert die Verträglichkeit der steigenden Belastung in den kommenden Jahren und gewährleistet schnelle Stütze und Sprünge mit maximalen Kraftstößen im Hochleistungsbereich.

[…] [In einer] Gewöhnungsphase [sollten] allgemein kräftigende und technische Aspekte des Springens vorbereitet und geprüft werden. Hierunter zählen gelenk- und rumpfstabilisierende Übungen, Gleichgewichtstraining und koordinativ-technische Aspekte des Springens wie z. B. eine optimale Hüft- und Oberkörperposition oder eine korrekte Landemechanik. Außerdem sollte plyometrisches Training durch ein Sehnenadaptationstraining vorbereitet und stetig ergänzt werden. Ist ein sicherer Einsatz plyometrischer Übungen gegeben, sollte man sich in einem Langzeitplan über die üblichen Steuergrößen Intensität, Umfang, Häufigkeit und Erholung Gedanken machen. Grundsätzlich gilt: Qualität geht vor Quantität! Hohe Intensitäten sollten sparsam eingesetzt und mit Pausen versehen werden, die eine fast vollständige Erholung sicherstellen. Darüber hinaus sollte das Training mit einer sorgfältigen Übungsauswahl geplant werden, die neben der Spezifität – also der Nähe zum Wettkampf bzw. zur Sportart – auch die Reihenfolge im Mikro-, Meso- und Makrozyklus berücksichtigt. Aus der sportartbedingten Übungsauswahl kann man sich im Sinne einer progressiven, aber individuellen Belastungssteuerung eine sinnvolle Kategorisierung überlegen.

[…] Grundsätzlich gilt: beidbeinige Sprünge sind einfacher als einbeinige und je höher die Fallhöhe, das Körpergewicht und die Eingangsgeschwindigkeit in Bewegungs- und Querrichtung und je härter der Untergrund desto belastender ist ein Sprung. So werden Tiefsprünge oftmals pauschal als unangebracht und sehr belastend eingeordnet. Allerdings gilt unabhängig vom Alter: So hoch wie man springt, kann man auch fallen!

Quelle: Wenzel, U. (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! (verändert)

Quelle: Wenzel, U. (2017). Plyometrie im Nachwuchstraining? Schneller werden durch reaktive Sprünge! (verändert)

Aufgabenstellung: Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 3 · Abitur NRW Sport LK · Haupttermin 2021

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Stellen Sie Richtlinien dar, die der Trainer im Umgang mit dieser Krafttrainingsmethode einhalten sollte, und berücksichtigen Sie dabei besonders die Entwicklungsstufen im Kindes- und Jugendalter (M 2 und M 3). Entwerfen Sie auf dieser Grundlage fünf Übungsstationen, die die Sprungleistung einer männlichen Volleyball-E-Jugend (U13) verbessern.

Lösung: Ausarbeitung mit Richtlinien für plyometrisches Training bei U13-Jungen und Entwurf von 5 sportartspezifischen Übungsstationen.

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