Aufgabe 1 - Teilaufgabe 1: Dickenmessung mit Rönt… · Abitur NRW Physik LK · Nachtermin 2023

Thema: Photonen und Photoeffekt · Aus der Prüfung LK · Nachtermin (2023)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Messung von Foliendicken

In der Folienproduktion gelten strenge Qualitätsanforderungen. Dazu gehört unter anderem, dass die festgelegten Materialdicken der Folien bis auf wenige Mikrometer eingehalten werden. Um dies zu überprüfen, wird die Dicke der Folie gemessen. Abbildung 1a stellt den grundsätzlichen Messaufbau dar, Abbildung 1b zeigt beispielhaft eine Dickenmessanlage.

Für die Dickenmessung kommen unterschiedliche Strahlenarten infrage. In Teilaufgabe 1 wird zunächst Röntgenstrahlung eingesetzt, anschließend in Teilaufgabe 2 α\alpha-Strahlung. Als Detektor dient in Teilaufgabe 1 ein Geiger-Müller-Zählrohr (GMZ), in Teilaufgabe 2 ein Halbleiterdetektor.

Teilaufgabe 1: Dickenmessung mit Röntgenstrahlung

Als Strahlenquelle dient zunächst eine Röntgenröhre. Abbildung 2 zeigt zwei Röntgenspektren: Eines wurde ohne Zirkon-Filter (Zr-Filter), das andere mit Zr-Filter aufgenommen.

Aufgetragen ist die Wellenlänge λ\lambda in Pikometern gegen die mit einem GMZ gemessene Zählrate RR in Impulsen pro Sekunde (Imp/s).

a)

Zuerst soll das Röntgenspektrum ohne Zr-Filter qualitativ untersucht werden (vgl. durchgezogener Graph in Abbildung 2).

Beschreiben Sie das Spektrum ohne Zr-Filter anhand von Abbildung 2.

Beschreiben Sie, welche physikalischen Prozesse auf atomarer Ebene in einer Röntgenröhre Röntgenstrahlung erzeugen.

b)

Nun wird das Röntgenspektrum ohne Zr-Filter quantitativ ausgewertet.

Ermitteln Sie mithilfe von Abbildung 2 die Beschleunigungsspannung UBU_B, die an der Röntgenröhre eingestellt ist.

Bestimmen Sie mithilfe von Abbildung 2 die Wellenlängen λ1\lambda_1 und λ2\lambda_2 der beiden Peaks.

Die beiden Peaks gehören zu charakteristischen Linien des Röntgenspektrums, hier zur KαK_\alpha- und zur KβK_\beta-Linie.

Berechnen Sie die Energien der KαK_\alpha- und der KβK_\beta-Linie in keV.

Begründen Sie mithilfe einer quantitativen Energiebetrachtung, weshalb der Peak der LαL_\alpha-Linie in Abbildung 2 fehlt.

c)

Um die Röntgenstrahlung zu filtern, wird ein Zr-Filter vor den Austritt der Röntgenröhre gestellt (vgl. gestrichelter Graph in Abbildung 2).

Vergleichen Sie die zwei Spektren aus Abbildung 2.

Erläutern Sie anhand von Abbildung 2, dass der Zr-Filter näherungsweise nur eine bestimmte Wellenlänge der Röntgenstrahlung passieren lässt.

d)

Für die Dickenmessung von Aluminiumfolie wird der Zr-Filter verwendet. Aluminiumfolie dient als Absorber im Strahlengang. Gemessen wird die Zählrate RR abhängig von der Anzahl nn hintereinander angeordneter Folien. Tabelle 1 enthält die Messwerte.

Anzahl nn der Aluminiumfolien

0

32

64

128

256

Zählrate RR in Imp/s

2346

1734

1172

534

148

Für die Schwächung der Röntgenstrahlung durch die Folien gilt: R(n)=R0⋅e−μnR(n) = R_0 \cdot e^{-\mu n}. Dabei bezeichnet R0R_0 die Zählrate ohne Absorber (Eingangszählrate), R(n)R(n) die Zählrate bei nn Folien und μ\mu einen Schwächungskoeffizienten.

Zeigen Sie durch Auswertung aller Messwerte, dass diese näherungsweise folgendem Gesetz folgen: R(n)=2350 1s⋅e−μnR(n) = 2350\,\frac{1}{\text{s}} \cdot e^{-\mu n} mit μ=0,011\mu = 0{,}011.

e)

n1/2n_{1/2} ist die Anzahl der Aluminiumfolien, bei der die Zählrate RR der Röntgenstrahlung auf die Hälfte der Anfangsrate R0R_0 gesunken ist.

Bestimmen Sie n1/2n_{1/2}.

Berechnen Sie die Anzahl nn der Folien, bei der etwa 19 %19\,\% der Anfangsrate R0R_0 gemessen werden.

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Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Beschreiben Sie das Spektrum ohne Zr-Filter anhand von Abbildung 2 und beschreiben Sie, welche physikalischen Prozesse auf atomarer Ebene in einer Röntgenröhre Röntgenstrahlung erzeugen.

Lösung: Beschreibung des kontinuierlichen Bremsspektrums mit Grenzwellenlänge und Maximum sowie der charakteristischen Peaks. Erklärung der Bremsstrahlung (Abbremsung von Elektronen im Coulombfeld der Kerne) und der charakteristischen Strahlung (Herausschlagen von Hüllenelektronen und nachfolgende Übergänge).

b) Ermitteln Sie mithilfe von Abbildung 2 die Beschleunigungsspannung UBU_B, die an der Röntgenröhre eingestellt ist.

Lösung: 3535 kV / 3500035000 V

b) Bestimmen Sie mithilfe von Abbildung 2 die Wellenlänge λ1\lambda_1 des kleineren Peaks.

Lösung: 6363 pm / 6,3⋅10−116{,}3\cdot 10^{-11} m

b) Bestimmen Sie mithilfe von Abbildung 2 die Wellenlänge λ2\lambda_2 des größeren Peaks.

Lösung: 7171 pm / 7,1⋅10−117{,}1\cdot 10^{-11} m

b) Berechnen Sie die Energie der KβK_\beta-Linie in keV.

Lösung: 2020 keV / 2000020000 eV

b) Berechnen Sie die Energie der KαK_\alpha-Linie in keV.

Lösung: 1717 keV / 1700017000 eV

b) Begründen Sie mithilfe einer quantitativen Energiebetrachtung, weshalb der Peak der LαL_\alpha-Linie in Abbildung 2 fehlt.

Lösung: Die LαL_\alpha-Linie entspricht der Differenz ELα=EKβ−EKα=3 keVE_{L_\alpha} = E_{K_\beta} - E_{K_\alpha} = 3\,\text{keV}, was einer Wellenlänge von ca. 412 pm412\,\text{pm} entspricht, die außerhalb des Diagrammbereichs liegt.

c) Vergleichen Sie die zwei Spektren aus Abbildung 2 und erläutern Sie anhand von Abbildung 2, dass der Zr-Filter näherungsweise nur eine bestimmte Wellenlänge der Röntgenstrahlung passieren lässt.

Lösung: Das Bremsspektrum und die KβK_\beta-Linie werden durch den Zr-Filter stark absorbiert, während die KαK_\alpha-Linie nur geringfügig abgeschwächt wird. Daher dominiert die KαK_\alpha-Linie bei 71 pm71\,\text{pm} das gefilterte Spektrum (Quasimonochromasie).

d) Zeigen Sie durch Auswertung aller Messwerte, dass diese näherungsweise folgendem Gesetz folgen: R(n)=2350 1s⋅e−μnR(n) = 2350\,\frac{1}{\text{s}} \cdot e^{-\mu n} mit μ=0,011\mu = 0{,}011.

Lösung: Nachweis durch Quotientenbildung/Berechnung von μ\mu für alle Messwerte (z. B. μ=−1nln⁡(R/R0)\mu = -\frac{1}{n} \ln(R/R_0) ergibt jeweils ca. 0,0110{,}011) oder über eine Ausgleichskurve mit Bestimmtheitsmaß nahe 1.

e) Bestimmen Sie n1/2n_{1/2}.

Lösung: 63

e) Berechnen Sie die Anzahl nn der Folien, bei der etwa 19 %19\,\% der Anfangsrate R0R_0 gemessen werden.

Lösung: 151

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