Aufgabe 3 - Teilaufgabe 1: Kernfusion von Deuteri… · Abitur NRW Physik LK · Nachtermin 2023

Thema: Kernphysik und ionisierende Strahlung · Aus der Prüfung LK · Nachtermin (2023)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Kernfusionsreaktoren

Wenn Fusionsreaktoren und ihre Technik weiter erforscht und optimiert werden, könnten sie künftig eine Alternative zu den bisher üblichen Energieträgern darstellen. Der ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) in Südfrankreich, der in den Abbildungen 1 und 2 dargestellt ist, ist ein Beispiel für einen solchen Reaktor. Um zu verstehen, wie Fusionsreaktoren funktionieren, spielen elektrische und magnetische Felder eine zentrale Rolle.

Teilaufgabe 1: Kernfusion von Deuterium und Tritium

Zur Beschreibung elektrischer Phänomene führte Michael Faraday den Begriff des Feldes ein.

a)

Nennen Sie zwei physikalische Merkmale eines elektrischen Felds.

b)

Bei der Kernfusion bildet sich ein Heliumkern, indem ein Tritiumkern (3H^3\text{H}-Isotop von Wasserstoff) mit der Ladung qT=+eq_T = +e und ein Deuteriumkern (2H^2\text{H}-Isotop von Wasserstoff) mit der Ladung qD=+eq_D = +e verschmelzen.

Betrachtet man die elektrische Kraft FelF_\text{el} zwischen zwei Punktladungen der Ladung qq und QQ mit dem Abstand rr, so wird diese gemäß Fel=14πε0⋅q⋅Qr2F_\text{el} = \frac{1}{4\pi\varepsilon_0}\cdot\frac{q\cdot Q}{r^2} bestimmt. Dabei beträgt die elektrische Feldkonstante ε0=8,854⋅10−12 AsVm\varepsilon_0 = 8{,}854\cdot 10^{-12}\,\frac{\text{As}}{\text{Vm}}.

Stellen Sie die Wechselwirkung in einer Zeichnung dar, in der Sie die Kerne zusammen mit Pfeilen für die wirkenden Kräfte darstellen.

Wird der Abstand der beiden Kerne auf die Größenordnung eines Kerndurchmessers von aF=10−15 ma_\text{F} = 10^{-15}\text{ m} verkleinert, kann es zur Fusion der Kerne kommen.

c)

Für die Kernfusion wird das Deuterium-Tritium-Gasgemisch auf mehr als 100 Millionen Grad Celsius aufgeheizt. Bei dieser Temperatur werden die Elektronen von den Tritium- und Deuteriumatomen abgelöst, sodass Kerne und Elektronen getrennt vorliegen. Die Tritiumkerne (mT=3,02 um_\text{T} = 3{,}02\text{ u}) besitzen dann eine kinetische Energie von beispielsweise Ekin=13 keVE_\text{kin} = 13\text{ keV}. Dabei bezeichnet u=1,66⋅10−27 kg\text{u} = 1{,}66\cdot 10^{-27}\text{ kg} die atomare Masseneinheit.

d)

Im ITER sollen durch die Fusion pro Sekunde E1=500 MJE_1 = 500\text{ MJ} an Energie frei werden. Pro Fusion von einem Deuteriumkern (mD=2,01 um_\text{D} = 2{,}01\text{ u}) und einem Tritiumkern (mT=3,02 um_\text{T} = 3{,}02\text{ u}) wird eine Energie von EF=17,6 MeVE_\text{F} = 17{,}6\text{ MeV} frei. Der gesamte Fusionsprozess soll für t=400 st = 400\text{ s} aufrecht gehalten werden.

Aufgabenstellung: Aufgabe 3 - Teilaufgabe 1: Kernfusion von Deuteri… · Abitur NRW Physik LK · Nachtermin 2023

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Nennen Sie zwei physikalische Merkmale eines elektrischen Felds.

Lösung: Beispiele: Das elektrische Feld vermittelt eine Kraftwirkung auf eine Probeladung. / Ein elektrisches Feld wird durch Ladungen erzeugt. / Die Stärke nimmt mit dem Abstand zur Ladung ab. / Die Abschirmung erfolgt durch elektrische Leiter (Faraday'scher Käfig). / Elektrische Feldlinien stehen (im statischen Fall) orthogonal auf Leiteroberflächen.

b) Geben Sie die Gleichung der Fusion von Tritium und Deuterium zu Helium an.

Lösung: 13H+12H→24He+01n^3_1\text{H} + {}^2_1\text{H} \rightarrow {}^4_2\text{He} + {}^1_0\text{n}

b) Berechnen Sie den Betrag der elektrischen Kraft Fel,AF_{\text{el},\text{A}} zwischen Tritium- und Deuteriumkern im Abstand aA=10−10 ma_\text{A} = 10^{-10}\text{ m}.

Lösung: 2,3⋅10−82{,}3\cdot 10^{-8} N

b) Stellen Sie die Wechselwirkung in einer Zeichnung dar, in der Sie die Kerne zusammen mit Pfeilen für die wirkenden Kräfte darstellen.

Lösung: Zwei positiv geladene Kerne (T und D) im Abstand aAa_\text{A}, von denen Kraftpfeile Fel,AF_{\text{el},\text{A}} ausgehen, die auf der Verbindungslinie entgegengesetzt nach außen gerichtet und gleich lang sind (abstoßende Coulomb-Kraft).

b) Bestimmen Sie den Faktor, um den sich die nun wirkende elektrische Kraft Fel,FF_{\text{el},\text{F}} im Vergleich zu Fel,AF_{\text{el},\text{A}} verändert.

Lösung: 101010^{10}

c) Bestimmen Sie die Geschwindigkeit vv eines Tritiumkerns (klassischer Ansatz).

Lösung: 9,1⋅1059{,}1\cdot 10^5 m/s / 910910 km/s

c) Beurteilen Sie die Geschwindigkeit vv im Hinblick auf die Notwendigkeit relativistisch zu rechnen.

Lösung: vc=9,1⋅105 ms3,0⋅108 ms=3,0⋅10−3\frac{v}{c} = \frac{9{,}1\cdot 10^5\,\frac{\text{m}}{\text{s}}}{3{,}0\cdot 10^8\,\frac{\text{m}}{\text{s}}} = 3{,}0\cdot 10^{-3}, somit ist v≈31000cv \approx \frac{3}{1000}c. Effekte der Relativitätstheorie sind bei diesen Geschwindigkeiten zu vernachlässigen, ein relativistischer Ansatz ist nicht notwendig.

d) Bestimmen Sie die Ausgangsmasse der Teilchen in kg, die bei der Betriebsdauer von t=400 st = 400\text{ s} fusionieren.

Lösung: 5,93⋅10−45{,}93\cdot 10^{-4} kg / 0,5930{,}593 g

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