Aufgabe B2 · Abitur NRW Mathematik LK · Nachtermin · CAS · Weiterbildungsko 2021
Thema: Differentialrechnung: Tangenten, Extrem- und Wendepunkte · Aus der Prüfung LK · Nachtermin · CAS · Weiterbildungskolleg (2021)
Aufgabenstellung
Prüfungsteil B: Aufgaben mit Hilfsmitteln
Aufgabenstellung:
Im Sommer setzt sich ein Bienenvolk aus zehntausenden Arbeiterinnen, mehreren hundert Drohnen und einer Königin zusammen. Ausschließlich die Königin legt Eier, aus denen neue Bienen hervorgehen. Ein bestimmtes Bienenvolk wurde im Jahr 2019 über das Jahr hinweg genau beobachtet und anschließend modelliert. Weil sich fast alle Eier zu Arbeiterinnen entwickeln, bleiben Drohnen und Königinnen im Modell unberücksichtigt. Die Arbeiterinnen heißen vereinfachend „Bienen“.
Am 4. März schlüpften die ersten jungen Bienen.
Die Zunahme der Bienenanzahl vom 4. März bis zum 21. Oktober durch schlüpfende Bienen wird für durch die Funktion mit
modelliert. Dabei entspricht dem Beginn des 4. März. Bei endet der 4. März und beginnt der 5. März usw. Der 21. Oktober endet somit bei .
ist die (momentane) Zuwachsrate durch schlüpfende Bienen zum Zeitpunkt in der Einheit „Bienen pro Tag“. Sterbende Bienen werden zunächst nicht berücksichtigt.
In der gesamten Aufgabe müssen Zeitangaben nicht in Datumsangaben umgerechnet werden!
a)
(1) Geben Sie die Zuwachsrate zum Ende des 22. April () an. [2 Punkte]
Bienen pro Tag
(2) Ermitteln Sie, wann die Zuwachsrate jeweils am stärksten zunimmt und wann sie am stärksten abnimmt. [3 Punkte]
(3) Bestimmen Sie rechnerisch die Koordinaten des absoluten Hochpunktes des Graphen von im Intervall und interpretieren Sie diese im Sachzusammenhang. [6 Punkte]
[Hinweis: Bei manchen CAS dauert das Lösen einer Gleichung hier etwas länger ().]
(4) Der Wert des Integrals entspricht der Zahl der Bienen, die am 13. März schlüpfen. [Eine Begründung ist nicht nötig.] Ermitteln Sie diese Zahl. [1 Punkt]
Bienen
(5) Bestimmen Sie, wie viele Bienen vom Beginn des 4. März () bis zum Ende des 21. Oktober () im Mittel pro Tag schlüpfen. [2 Punkte]
Bienen pro Tag
b)
Wird ein Bienenvolk zu groß oder hat es zu wenig Platz für sein Nest, so teilt es sich auf und sucht nach neuen Nistplätzen – die Bienen schwärmen. Die meisten Imkerinnen und Imker versuchen dies zu vermeiden.
Ein Imker verwendet zwei verschiedene Ansätze, um vorherzusagen, wann die Gefahr besteht, dass die Bienen schwärmen („Schwarmzeit“):
Bei Ansatz A geht der Imker davon aus, dass die Bienen schwärmen könnten, wenn die Zuwachsrate mehr als 1300 Bienen pro Tag beträgt.
Bei Ansatz B geht der Imker davon aus, dass die Bienen schwärmen könnten, wenn in den nächsten 21 Tagen mindestens 30 000 Bienen schlüpfen werden.
(1) Ermitteln Sie für Ansatz A den Zeitraum, in dem ein Schwärmen der Bienen droht. [4 Punkte]
Von
bis
(2) Ermitteln Sie eine Gleichung, mit der man Anfang und Ende der Schwarmzeit nach Ansatz B berechnen kann. Bestimmen Sie anschließend die Schwarmzeit nach Ansatz B. [5 Punkte]
Von
bis
(3) Vergleichen Sie anhand Ihrer Ergebnisse aus (1) und (2) die Schwarmzeiten beider Ansätze. [1 Punkt]
c)
Die Lebenszeit einer Biene nach dem Schlüpfen beträgt im Frühjahr und Sommer wegen ihrer hohen Arbeitsbelastung durch die Brutpflege, die Wachsproduktion und das Sammeln von Nahrung durchschnittlich nur ca. 35 Tage („Sommerbienen“). Diese Lebenserwartung gilt für fast alle Bienen, die vor dem 1. September () schlüpfen. Am Ende des 5. Oktober () sind die meisten Sommerbienen demnach gestorben. Die Sterberate (in der Einheit „Bienen pro Tag“) der Sommerbienen wird für mit der Funktion mit
modelliert.
(1) Begründen Sie, dass sich für die Änderungsrate der Bienenanzahl (in der Einheit „Bienen pro Tag“) durch die Funktion mit beschreiben lässt. [2 Punkte]
(2) Geben Sie anhand des Graphen von in Abbildung 2 näherungsweise an, zu welchem Zeitpunkt das Bienenvolk die größte Bienenanzahl hat, und begründen Sie Ihre Angabe. [4 Punkte]
(3) Bis zum Ende des 7. April () sind schon 240 Bienen gestorben. Zeigen Sie, dass am Ende des 5. Oktober () nicht alle Bienen tot sind, die vor dem 1. September (also bis ) geschlüpft sind. [4 Punkte]
d)
Bienen, die etwa ab dem 1. September schlüpfen („Winterbienen“), müssen im Herbst und Winter kaum arbeiten und haben deshalb eine sehr viel längere Lebenserwartung. Viele dieser Bienen überleben – gemeinsam mit ihrer Königin – den Winter und versorgen im nächsten Frühjahr die erste Brut, bevor sie sterben. Ab dem Ende des 5. Oktober () besteht das Volk in diesem Modell aus Winterbienen und einigen spät geschlüpften Sommerbienen mit erhöhter Lebenserwartung.
Eine Funktion soll die Sterberate der Bienen ab dem 6. Oktober modellieren. Für soll nur positive Funktionswerte annehmen. Ihr Graph soll streng monoton fallen und sich auf lange Sicht dem Graphen der konstanten Funktion mit annähern.
(1) Bei passender Wahl der Parameter und eignet sich der Ansatz
für eine Funktion , die die genannten Anforderungen erfüllt. Geben Sie an, welche Vorzeichen und haben müssen, und begründen Sie, dass mit dieser Vorzeichenwahl alle genannten Anforderungen erfüllt. [3 Punkte]
Vorzeichen von :
Vorzeichen von :
(2) Bestimmen Sie und so, dass der Graph von bei ohne Knick an den Graphen von anschließt. [3 Punkte]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
a) (1) Geben Sie die Zuwachsrate zum Ende des 22. April () an.
Lösung: ca. 1344 Bienen pro Tag
a) (2) Zeitpunkt der stärksten Zunahme
Lösung:
a) (2) Zeitpunkt der stärksten Abnahme
Lösung: (bzw. )
a) (3) Stelle des absoluten Hochpunktes
Lösung:
a) (3) Maximaler Funktionswert
Lösung: (ca. 1583)
a) (3) Deutung der Koordinaten im Sachzusammenhang
Lösung: Für ist die Zuwachsrate mit ca. 1583 Bienen pro Tag am größten. Die Bienenanzahl nimmt zu diesem Zeitpunkt am schnellsten zu.
a) (4) Zahl der am 13. März schlüpfenden Bienen:
Lösung: ca. 355
a) (5) Im Mittel pro Tag schlüpfende Bienen vom 4. März bis 21. Oktober
Lösung: etwa 917 Bienen pro Tag
b) (1) Schwarmzeit nach Ansatz A: Beginn
Lösung:
b) (1) Schwarmzeit nach Ansatz A: Ende
Lösung:
b) (2) Ermitteln Sie eine Gleichung, mit der man Anfang und Ende der Schwarmzeit nach Ansatz B berechnen kann.
Lösung:
b) (2) Schwarmzeit nach Ansatz B: Beginn
Lösung:
b) (2) Schwarmzeit nach Ansatz B: Ende
Lösung:
b) (3) Vergleichen Sie anhand Ihrer Ergebnisse aus (1) und (2) die Schwarmzeiten beider Ansätze.
Lösung: Beide Ansätze gehen davon aus, dass die Schwarmzeit etwa bei beginnt. Nach Ansatz B endet die Schwarmzeit aber mehr als drei Wochen früher als nach Ansatz A.
c) (1) Begründen Sie, dass sich für die Änderungsrate der Bienenanzahl durch beschreiben lässt.
Lösung: Das Bienenvolk wird durch schlüpfende Bienen verstärkt und durch sterbende Bienen dezimiert. Die Funktionen und modellieren die zugehörigen Änderungsraten durch schlüpfende und sterbende Bienen. Die Gesamtrate ist daher Zuwachsrate minus Sterberate.
c) (2) Zeitpunkt, zu dem das Bienenvolk die größte Bienenanzahl hat
Lösung: (bzw. )
c) (2) Begründung für den Zeitpunkt der maximalen Bienenanzahl
Lösung: Verläuft der Graph oberhalb der -Achse, wächst das Bienenvolk, verläuft er unterhalb der -Achse, verringert sich die Anzahl der Bienen. Da der Graph bis zur einzigen dargestellten Nullstelle oberhalb und danach unterhalb verläuft, wird zu diesem Zeitpunkt die maximale Volksstärke erreicht.
c) (3) Zeigen Sie, dass am Ende des 5. Oktober nicht alle Bienen tot sind, die vor dem 1. September geschlüpft sind.
Lösung: Geschlüpft bis : Bienen. Gestorben ab bis : Bienen. Da vor Ende des 7. April nur 240 Bienen gestorben sind, leben am Ende des 5. Oktober noch etwa Bienen, die vor dem 1. September geschlüpft sind.
d) (1) Vorzeichen des Parameters
Lösung: positiv ()
d) (1) Vorzeichen des Parameters
Lösung: negativ ()
d) (1) Begründung, dass die Anforderungen erfüllt
Lösung: Die Exponentialfunktion liefert für nur positive Werte (da ) und ihr Graph ist streng monoton fallend, wenn zusätzlich gilt. Da bei dieser Wahl der Vorzeichen für gilt, nähert sich die Funktion für dem Grenzwert 20 an.
d) (2) Parameter
Lösung:
d) (2) Parameter
Lösung:
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