Abitur Hessen Wirtschaftslehre 2022 · LK
Abiturprüfung Wirtschaftslehre in Hessen 2022, LK: 13 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik. Kostenlos.
Themen der Prüfung: Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation · Verbrauchsfunktionen, Produktionsfunktion und Kostenverläufe · Investition und Investitionsrechenverfahren · Außenfinanzierung und Sonderformen der Finanzierung · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1 (1.1-1.2) · Investition und Investitionsrechenverfahren
Flitz AG
Die Flitz AG ist ein bekannter Zweiradhersteller, der seit 1985 Zweiräder konstruiert und produziert. Der Gründer Fritz Litz hat zunächst Mountainbikes in Serienfertigung hergestellt. Seit 2010 konstruiert die Flitz AG auch Elektro-Fahrräder. Zurzeit bietet sie Trekkingbikes und sportliche Crossbikes mit leistungsstarken Akkus an. Die Crossbikes wurden 2019 auf dem Markt eingeführt.
Mit der Entwicklung von Elektromotorrädern will die Flitz AG einen neuen, schnell wachsenden Markt erobern. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase konnte im Januar 2021 das erste Modell gefertigt und verkauft werden. Der neue E-Scooter mit einem 3,5 kW Motor ist vor allem für den Stadtverkehr konstruiert worden. Er zeichnet sich durch eine schnelle Beschleunigung und ein agiles Fahrverhalten aus.
Das klassische Mountainbike (MB), das E-Trekkingbike (E-Trek), das E-Crossbike (E-Cross) und der E-Scooter (ES-50) bilden damit das derzeitige Produktionsprogramm der Flitz AG. Durch modernste Fertigungstechniken lassen sich das E-Crossbike und der E-Scooter individuell an Kundenwünsche anpassen. Das E-Trekkingbike und das klassische Mountainbike hingegen sind standardisierte Modelle, die seit 2012 in Fließbandfertigung auf einer Produktionsstraße mit standardisierten Teilen in einer separaten Fertigungshalle gebaut werden. Bei hohen Absatzzahlen konnte damit in den letzten Jahren mit geringen Stückkosten produziert werden, was sich bei beiden Modellen in einer hohen Gewinnmarge niederschlug.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage am E-Bike-Markt überlegt die Flitz AG weiter zu expandieren. Außerdem liegt der Flitz AG eine Anfrage eines Sharingunternehmens (Fahrzeugvermietung) vor, das daran interessiert ist, den E-Scooter in seine Flotte aufzunehmen.
1.1
Um die Vorteilhaftigkeit unterschiedlicher Investitionsalternativen zu bestimmen, stehen mit den statischen und dynamischen Investitionsrechenverfahren unterschiedliche Vergleichsrechnungen zur Verfügung.
Beschreiben Sie drei Unterschiede zwischen den statischen und dynamischen Investitionsrechenarten und stellen Sie zwei Vorteile der statischen Investitionsrechnungen und eine Schwäche der dynamischen Investitionsrechnung dar. (9 BE)
1.2
Aufgrund des kurzfristigen Ausfalls der Maschine muss die GN-Glasfaser GmbH eine Ersatzmaschine beschaffen. Schnell liegt der Geschäftsleitung ein Angebot für eine entsprechende Maschine eines langjährigen Lieferanten vor.
– Die Anschaffungskosten der Maschine belaufen sich auf 15.000.000,00 Euro.
– Die Nutzungsdauer beträgt 5 Jahre.
– Der kalkulierte Liquidationserlös beträgt 100.000,00 Euro.
– Die jährlichen auszahlungswirksamen Fixkosten betragen 250.000,00 Euro.
– Die variablen Stückkosten betragen im 1. Jahr 115,00 Euro, erhöhen sich ab dem 3. Jahr um 5 % und erhöhen sich ab dem 5. Jahr um 6 %.
– Der Verkaufspreis pro Stück beträgt im 1. Jahr 150,00 Euro und erhöht sich ab dem 2. und ab dem 4. Jahr um jeweils 10 %.
– Die maximale Produktionskapazität beträgt 100.000 Stück.
– Die Geschäftsleitung rechnet mit einem Beschäftigungsgrad von 90 % in den ersten beiden Jahren und mit einem Beschäftigungsgrad von 80 % in den beiden folgenden Jahren sowie 70 % im fünften Jahr.
– Es ist davon auszugehen, dass alle produzierten Güter verkauft werden können.
Berechnen Sie den internen Zinsfuß der Investition mittels der Versuchszinssätze 5 % und 15 % aus den oben genannten Angaben und interpretieren Sie das Ergebnis und dessen Aussagekraft. (12 BE)
%
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1 (1.3-1.5) · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation
Flitz AG
Die Flitz AG ist ein bekannter Zweiradhersteller, der seit 1985 Zweiräder konstruiert und produziert. Der Gründer Fritz Litz hat zunächst Mountainbikes in Serienfertigung hergestellt. Seit 2010 konstruiert die Flitz AG auch Elektro-Fahrräder. Zurzeit bietet sie Trekkingbikes und sportliche Crossbikes mit leistungsstarken Akkus an. Die Crossbikes wurden 2019 auf dem Markt eingeführt.
Mit der Entwicklung von Elektromotorrädern will die Flitz AG einen neuen, schnell wachsenden Markt erobern. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase konnte im Januar 2021 das erste Modell gefertigt und verkauft werden. Der neue E-Scooter mit einem 3,5 kW Motor ist vor allem für den Stadtverkehr konstruiert worden. Er zeichnet sich durch eine schnelle Beschleunigung und ein agiles Fahrverhalten aus.
Das klassische Mountainbike (MB), das E-Trekkingbike (E-Trek), das E-Crossbike (E-Cross) und der E-Scooter (ES-50) bilden damit das derzeitige Produktionsprogramm der Flitz AG. Durch modernste Fertigungstechniken lassen sich das E-Crossbike und der E-Scooter individuell an Kundenwünsche anpassen. Das E-Trekkingbike und das klassische Mountainbike hingegen sind standardisierte Modelle, die seit 2012 in Fließbandfertigung auf einer Produktionsstraße mit standardisierten Teilen in einer separaten Fertigungshalle gebaut werden. Bei hohen Absatzzahlen konnte damit in den letzten Jahren mit geringen Stückkosten produziert werden, was sich bei beiden Modellen in einer hohen Gewinnmarge niederschlug.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage am E-Bike-Markt überlegt die Flitz AG weiter zu expandieren. Außerdem liegt der Flitz AG eine Anfrage eines Sharingunternehmens (Fahrzeugvermietung) vor, das daran interessiert ist, den E-Scooter in seine Flotte aufzunehmen.
1.3
Die GN-Glasfaser GmbH möchte ihre Produktion effizienter gestalten und Personal- und Anlageressourcen bestmöglich einsetzen. Die Geschäftsführung beschäftigt sich mit dem Lean-Production-Konzept.
Erläutern Sie den Kern des Lean-Production-Konzepts und drei Möglichkeiten der betrieblichen Umsetzung.
1.4
Die Umsetzung des Lean-Production-Konzepts soll zum 01.09.2022 abgeschlossen werden. Die Geschäftsführung erwartet nach der Umsetzung folgende Kosteneinsparungen durch die Rationalisierungsmaßnahmen und die effizientere Gestaltung des Produktionsprozesses:
Senkung der jährlichen Materialkosten in Höhe von 15.000.000,00 Euro um 12 %.
Wegfall von Lagerkosten in Höhe von 24.000,00 Euro pro Quartal.
Abnahme der Kosten für Überproduktion um 17.500,00 Euro pro Monat.
Minderung der Personalkosten um 10 % auf 2.750.000,00 Euro pro Jahr.
Gemeinkostenreduzierung durch Outsourcing in Höhe von 125.000,00 Euro pro Jahr.
Reduzierung der momentanen Fehlerkosten in Höhe von 50.000,00 Euro pro Monat um 25 % bis 30 %.
Berechnen Sie die erwartete Kosteneinsparung für das Jahr 2022 und 2023.
1.5
Der Betriebsrat fordert von der Geschäftsführung bei Umstellung auf das Lean-Production-Modell eine 15 % Gehaltserhöhung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Verfassen Sie eine Stellungnahme zu dieser Forderung.
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2 · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik
Aufgabe 2
Im Zuge Ihres Studiums der Wirtschaftswissenschaften absolvieren Sie ein Praktikum bei einem führenden deutschen Wirtschaftsinstitut. Ihr erstes Projekt, an dem Sie mitarbeiten dürfen, ist es, ein Dossier über die wirtschaftliche Lage eines Nachbarlandes zu erstellen.
2.1.1
Nennen Sie die Konjunkturphasen, zeichnen Sie einen idealtypischen Konjunkturzyklus und beschreiben Sie die Konjunkturphasen anhand von je drei charakterisierenden Indikatoren. Ordnen Sie den ausgewählten Indikatoren die Eigenschaft Früh-, Präsenz- und Spätindikator zu. [10 BE]
2.1.2
Nachdem Sie die Volkswirtschaft untersucht haben, kommen Sie anhand Ihres Daten- und Analysematerials zu dem Ergebnis, dass sich die analysierte Volkswirtschaft in einer Rezession befindet. Begründen Sie anhand welcher Indikatoren dies besonders gut zu erkennen ist. [5 BE]
2.1.3
Entwerfen Sie für fünf Indikatoren aus Aufgabe 2.1.2 entsprechende Zahlenreihen mit grafischer Darstellung für die letzten 4 Jahre, die auf das Vorliegen einer Rezession verweisen, und erläutern Sie Ihr erstelltes Datenmaterial. [11 BE]
2.2
Beschreiben Sie zwei positive und zwei negative Auswirkungen einer rezessiven Wirtschaftslage auf Ökologie und Gesellschaft. [8 BE]
2.3
Zur Behebung der Rezession möchte der Staat nun ein umfassendes Investitionsprogramm auflegen. Durch dieses sollen 8 Mrd. Euro in staatliche Bau- und Renovierungsprojekte fließen und weitere 8 Mrd. Euro in zusätzliche Sozialleistungen.
Zeigen Sie die unterschiedlichen Wirkungsweisen der beiden Maßnahmen. [6 BE]
2.4
Flankiert wird das Investitionsprogramm aus Aufgabe 2.3 durch geldpolitische Maßnahmen der Zentralbank. Beschreiben Sie zwei mögliche Maßnahmen der Zentralbank zur Rezessionsbekämpfung und zeigen Sie die beabsichtigten Wirkungsketten der Maßnahmen auf die rezessive Wirtschaftslage. [6 BE]
2.5
Diskutieren Sie die These, dass auch die Nachbarstaaten des in der Rezession befindlichen Landes, ein Interesse daran haben, dass sich die wirtschaftliche Lage im analysierten Land bessert. [6 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 (1.1-1.4) · Verbrauchsfunktionen, Produktionsfunktion und Kostenverläufe
Flitz AG
Die Flitz AG ist ein bekannter Zweiradhersteller, der seit 1985 Zweiräder konstruiert und produziert. Der Gründer Fritz Litz hat zunächst Mountainbikes in Serienfertigung hergestellt. Seit 2010 konstruiert die Flitz AG auch Elektro-Fahrräder. Zurzeit bietet sie Trekkingbikes und sportliche Crossbikes mit leistungsstarken Akkus an. Die Crossbikes wurden 2019 auf dem Markt eingeführt.
Mit der Entwicklung von Elektromotorrädern will die Flitz AG einen neuen, schnell wachsenden Markt erobern. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase konnte im Januar 2021 das erste Modell gefertigt und verkauft werden. Der neue E-Scooter mit einem 3,5 kW Motor ist vor allem für den Stadtverkehr konstruiert worden. Er zeichnet sich durch eine schnelle Beschleunigung und ein agiles Fahrverhalten aus.
Das klassische Mountainbike (MB), das E-Trekkingbike (E-Trek), das E-Crossbike (E-Cross) und der E-Scooter (ES-50) bilden damit das derzeitige Produktionsprogramm der Flitz AG. Durch modernste Fertigungstechniken lassen sich das E-Crossbike und der E-Scooter individuell an Kundenwünsche anpassen. Das E-Trekkingbike und das klassische Mountainbike hingegen sind standardisierte Modelle, die seit 2012 in Fließbandfertigung auf einer Produktionsstraße mit standardisierten Teilen in einer separaten Fertigungshalle gebaut werden. Bei hohen Absatzzahlen konnte damit in den letzten Jahren mit geringen Stückkosten produziert werden, was sich bei beiden Modellen in einer hohen Gewinnmarge niederschlug.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage am E-Bike-Markt überlegt die Flitz AG weiter zu expandieren. Außerdem liegt der Flitz AG eine Anfrage eines Sharingunternehmens (Fahrzeugvermietung) vor, das daran interessiert ist, den E-Scooter in seine Flotte aufzunehmen.
1.1
Geben Sie aus den Situationsdaten heraus die monetären Verbrauchsfunktionen (Kostenfunktionen) für die genannten Produktionsfaktoren an und ermitteln Sie die variable Kostenfunktion pro Stück in Abhängigkeit von der Intensität (aggregierte monetäre Verbrauchsfunktion / Mengen-Kosten-Leistungsfunktion).
Hinweis: Sollten Sie zu keinem Ergebnis kommen, verwenden Sie, falls für weitere Aufgabenstellungen notwendig, die Funktion: .
1.2
Berechnen Sie die kostengünstigste Intensität und die damit verbundenen variablen Stückkosten sowie die variablen Gesamtkosten pro Tag bei Regelarbeitszeit und erläutern Sie Ihre Ergebnisse.
1.3
Beschreiben Sie vier unterschiedliche Anpassungsmöglichkeiten der HU-Kunststoff AG auf unterschiedlichen Auftragssituationen. Bestimmen Sie auch rechnerisch, wie sich durch die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten die variablen Gesamtkosten pro Tag verändern.
1.4
Begründen Sie die in der Produktionsfunktion Typ B zugrunde liegende limitationale Beziehung von Produktionsfaktoren im Rahmen der industriellen Produktion.
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 (1.5, 1.6, 1.8) · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation
Flitz AG
Die Flitz AG ist ein bekannter Zweiradhersteller, der seit 1985 Zweiräder konstruiert und produziert. Der Gründer Fritz Litz hat zunächst Mountainbikes in Serienfertigung hergestellt. Seit 2010 konstruiert die Flitz AG auch Elektro-Fahrräder. Zurzeit bietet sie Trekkingbikes und sportliche Crossbikes mit leistungsstarken Akkus an. Die Crossbikes wurden 2019 auf dem Markt eingeführt.
Mit der Entwicklung von Elektromotorrädern will die Flitz AG einen neuen, schnell wachsenden Markt erobern. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase konnte im Januar 2021 das erste Modell gefertigt und verkauft werden. Der neue E-Scooter mit einem 3,5 kW Motor ist vor allem für den Stadtverkehr konstruiert worden. Er zeichnet sich durch eine schnelle Beschleunigung und ein agiles Fahrverhalten aus.
Das klassische Mountainbike (MB), das E-Trekkingbike (E-Trek), das E-Crossbike (E-Cross) und der E-Scooter (ES-50) bilden damit das derzeitige Produktionsprogramm der Flitz AG. Durch modernste Fertigungstechniken lassen sich das E-Crossbike und der E-Scooter individuell an Kundenwünsche anpassen. Das E-Trekkingbike und das klassische Mountainbike hingegen sind standardisierte Modelle, die seit 2012 in Fließbandfertigung auf einer Produktionsstraße mit standardisierten Teilen in einer separaten Fertigungshalle gebaut werden. Bei hohen Absatzzahlen konnte damit in den letzten Jahren mit geringen Stückkosten produziert werden, was sich bei beiden Modellen in einer hohen Gewinnmarge niederschlug.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage am E-Bike-Markt überlegt die Flitz AG weiter zu expandieren. Außerdem liegt der Flitz AG eine Anfrage eines Sharingunternehmens (Fahrzeugvermietung) vor, das daran interessiert ist, den E-Scooter in seine Flotte aufzunehmen.
1.5
Die HU-Kunststoff AG setzt in ihrem Produktionsbereich auf gut ausgebaute und hoch effiziente produktorientierte Fertigungsstraßen, die teils als Fließfertigung und teils als Reihenfertigung organisiert sind.
Vergleichen Sie Fließ- und Reihenfertigung und beschreiben Sie zwei Vor- und Nachteile von produktorientierten Fertigungsstraßen. [8 BE]
1.6
Im Bereich der Weiterentwicklung und Optimierung der Produktion setzt die HU-Kunststoff AG seit einigen Jahren immer mehr auf die Einführung und Erweiterung von Home-Office-Zeiten für die entsprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Leiten Sie vier positive Aspekte dieser Entwicklung her. Gehen Sie dabei sowohl auf positive Aspekte für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. [8 BE]
1.8
Produktentwicklungen sind i. d. R. sehr arbeits- und kostenintensive Vorhaben und stellen auch die HU-Kunststoff AG immer wieder vor die Frage, einzelne Produktkomponenten selbst zu produzieren oder zuzukaufen.
Berechnen Sie aus den Daten des Materials 1 die Kosten für die Eigenfertigung und den Fremdbezug für 9.750 Teile des Produktes MKK1 und ermitteln Sie auf dieser Datengrundlage, ob sich die HU-Kunststoff AG für die Eigenfertigung oder den Fremdbezug entscheiden sollte. [6 BE]
Material 1: Datenübersicht zur Entscheidung Eigenfertigung und Fremdbezug bei Produkt MKK1
Folgende Kosten und Preise sind für 9.750 MKK1-Teile zu erwarten:
Materialaufwand je Stück: · 10,00 Euro
Abschreibungen auf Sachanlagen pro Jahr: · 42.000,00 Euro
Lohnkosten je Stück: · 35,00 Euro
Aufwendungen für Energie je Stück: · 3,60 Euro
Mietaufwendungen pro Jahr: · 7.000,00 Euro
Aufwendungen für Verpackungsmaterial je Stück: · 2,40 Euro
Instandhaltungskosten pro Jahr: · 3.000,00 Euro
Bezugspreise für den Fremdbezug:
ab 2.000 Stück: 89,10 Euro/Stück
ab 6.000 Stück: 79,10 Euro/Stück
ab 8.500 Stück: 60,52 Euro/Stück
ab 11.500 Stück: 56,90 Euro/Stück
Euro
Euro/Stück
Euro/Stück
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 (1.7) · Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik
Flitz AG
Die Flitz AG ist ein bekannter Zweiradhersteller, der seit 1985 Zweiräder konstruiert und produziert. Der Gründer Fritz Litz hat zunächst Mountainbikes in Serienfertigung hergestellt. Seit 2010 konstruiert die Flitz AG auch Elektro-Fahrräder. Zurzeit bietet sie Trekkingbikes und sportliche Crossbikes mit leistungsstarken Akkus an. Die Crossbikes wurden 2019 auf dem Markt eingeführt.
Mit der Entwicklung von Elektromotorrädern will die Flitz AG einen neuen, schnell wachsenden Markt erobern. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase konnte im Januar 2021 das erste Modell gefertigt und verkauft werden. Der neue E-Scooter mit einem 3,5 kW Motor ist vor allem für den Stadtverkehr konstruiert worden. Er zeichnet sich durch eine schnelle Beschleunigung und ein agiles Fahrverhalten aus.
Das klassische Mountainbike (MB), das E-Trekkingbike (E-Trek), das E-Crossbike (E-Cross) und der E-Scooter (ES-50) bilden damit das derzeitige Produktionsprogramm der Flitz AG. Durch modernste Fertigungstechniken lassen sich das E-Crossbike und der E-Scooter individuell an Kundenwünsche anpassen. Das E-Trekkingbike und das klassische Mountainbike hingegen sind standardisierte Modelle, die seit 2012 in Fließbandfertigung auf einer Produktionsstraße mit standardisierten Teilen in einer separaten Fertigungshalle gebaut werden. Bei hohen Absatzzahlen konnte damit in den letzten Jahren mit geringen Stückkosten produziert werden, was sich bei beiden Modellen in einer hohen Gewinnmarge niederschlug.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage am E-Bike-Markt überlegt die Flitz AG weiter zu expandieren. Außerdem liegt der Flitz AG eine Anfrage eines Sharingunternehmens (Fahrzeugvermietung) vor, das daran interessiert ist, den E-Scooter in seine Flotte aufzunehmen.
1.7 Die Produktentwicklung stellt für die HU-Kunststoff AG, wie für viele Unternehmen, einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar. Zeigen Sie, inwiefern die Produktentwicklung letztlich alle Bereiche eines Unternehmens betrifft. Gehen Sie dabei unter anderem auf den Produktions-, Personal- und Marketingbereich ein. (9 BE)
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 2 · Außenfinanzierung und Sonderformen der Finanzierung
Aufgrund der kurzfristig notwendig gewordenen Neubeschaffung einer Maschine und einer hohen noch nicht bezahlten Lieferantenrechnung hat die HU-Kunststoff AG kurzfristig einen Liquiditätsengpass. Da die Rechnung des Lieferanten gute Skontobedingungen aufweist, möchte die HU-Kunststoff AG trotz Liquiditätsschwierigkeiten die Rechnung zeitnah begleichen und vergleicht die Zahlungskonditionen der Rechnung mit den Kreditkonditionen bei ihrer Hausbank.
Zahlungskonditionen Rechnung:
Rechnungsbetrag: 748.000,00 Euro
Zahlbar innerhalb von 15 Tagen nach Rechnungseingang mit Abzug von 3 % Skonto
Zahlbar innerhalb von 45 Tage netto
Demgegenüber steht der Zinssatz für einen kurzfristigen Kredit von 12 % p.a. bei der Hausbank.
2.1
Berechnen Sie die Kostenersparnis der günstigeren Alternative für die HU-Kunststoff AG und erläutern Sie einen qualitativen Aspekt für die Skontoausnutzung. (6 BE)
2.2
Erklären Sie, inwiefern die HU-Kunststoff AG hier einen Lieferantenkredit in Anspruch nimmt, wenn das Skonto nicht ausgenutzt wird und berechnen Sie den Zinssatz des Lieferantenkredits. (5 BE)
%
2.3
Der Lieferantenkredit stellt eine kurzfristige Fremdfinanzierung dar. Beschreiben Sie zwei weitere kurzfristige Fremdfinanzierungsformen. (4 BE)
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 3 · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik
Material 2
Tachiro: Japan erhöht erneut die Mehrwertsteuer (21.11.2019)
Japan setzt auf die „Erhöhung der Verbrauchsteuer“, muss aber gleichzeitig deren negativen Einschlag abfangen. [...]
Werkzeug Steuererhöhung
Zum 1. Oktober wurde in Japan die Mehrwertsteuer auf zehn Prozent erhöht. Lebensmittel werden zum niedrigen Satz von acht Prozent abgegeben; alles andere, einschließlich das Verspeisen der Lebensmittel vor Ort, wird mit zehn Prozent versteuert. Also ungefähr wie bei uns in Deutschland mit sieben beziehungsweise 19 Prozent.
Es gab kein Zurück mehr. Mit den erhöhten Steuereinnahmen sollen die hohen Sozialkosten, die durch eine stark überalterte japanische Gesellschaft weiterhin zunehmen, aufgefangen werden: Es geht um die Senkung der Pflegeversicherungsprämien und um Hilfen für ältere Menschen mit niedrigen Renten – aber es soll mit der Steuererhöhung auch eine kostenlose Vorschulbildung finanziert werden.
Konjunkturbremse statt Erholung
Die letzte Erhöhung liegt nur fünf Jahre zurück. Aus Sorge um die Wirtschaftserholung hatte Abe sie schon zweimal verschoben. Ein ähnliches volkswirtschaftliches Desaster wie nach der letzten Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2014 soll nun vermieden werden. Damals stieg der Steuersatz von fünf auf acht Prozent.
Dies war der erste Schritt hin zu einer Verbrauchsteuer von zehn Prozent, dem lang geplanten Ziel des Finanzministeriums. Doch es kam, wie es kommen musste – und so, wie es Ökonomen prognostiziert haben: Die Kaufleistung nach der Erhöhung 2014 brach deutlich ein. Als Folge dieses vorhersehbaren Verhaltens stürzte die Wirtschaft in eine kurze, aber heftige Rezession.
Die Staatsverschuldung wartet nicht, sie steigt heimlich und stumm immer weiter. Weniger leise fielen die Warnungen aus dem „Abenomics“-Kader aus: Wenn selbst der Abe-Berater und ehemalige Botschafter für die Schweiz, Etsuro Honda, deutlich macht, dass der aktuelle Zeitpunkt der schlechteste für eine Steuererhöhung ist, dann heißt es, die Ohren zu spitzen.
Honda folgerte, dass Gehälter nicht mehr steigen könnten und die Steuererhöhung so letztlich die Einkommen schmälern würde. Ein kaufkräftiger Konsument ist bei dieser Gleichung nicht das Ergebnis. Experten sprechen für das Jahr 2019 von einem Wachstum von nur einem Prozent. Mittel- bis langfristig ist das zu wenig.
Privatwirtschaftliche Kooperationen
Dabei ist Geld vorhanden. Nicht in den Staatskassen. Japans Unternehmen können ein Bargeldvermögen von 506,4 Billionen Yen – umgerechnet 4,32 Billionen Euro – vorweisen. Laut Bloomberg ist diese Summe größer als das Bruttoinlandsprodukt der meisten Länder. Japans Firmen haben also finanzielle Ausdauer – mit Blick auf die Weltwirtschaft und Japans andauernde Handelskriege ist dies keine schlechte Nachricht.
Japans Regierung wiederum finanziert sehr viel in Kooperationen mit den Unternehmen der Privatwirtschaft. Seien es die Olympischen Spiele, die Rugby-WM oder modernste Bauten in Tokio: Bügeln Japans Firmen aus, was die Politik zerknittert? Andererseits sind so die Unternehmen stärker in den Projekten verankert, das sollte grundsätzlich zu deren Erfolg beitragen.
Nach der sehr erfolgreichen Rugby-WM ist der Blick jetzt auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio gerichtet, die nun gerade nicht zur Beruhigung der japanischen Finanzlage beitragen werden. Selbstverständlich übersteigen die Kosten exorbitant die Prognosen und Zielvorgaben.
Die Lösung liegt in der Zukunft
Doch Japans Regierung verknüpft die Steuererhöhung mit einer Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Bei der Zahlung mit Kreditkarte können Geschäfte eine Erstattung von zwei bis fünf Prozent anbieten. Auf diese Art möchte die Regierung Kleinunternehmer und Japaner davon überzeugen, in der Welt von Apps, Kartenzahlsystemen und sonstigen Varianten von „cashless payments“ anzukommen. Der FinTech-Standort muss vorankommen, die Verbraucher müssen weg vom Sparstrumpf. Vor allem sollen sie weniger Bargeld einsetzen.
Um kleinen Geschäften den Schritt zu erleichtern, können diese sogar fünf Prozent Erstattung bei bargeldloser Zahlung gewähren. Aus den acht Prozent Mehrwertsteuer auf Lebensmittel werden im Tante-Emma-Laden dann effektiv drei Prozent. Gleichzeitig bekommen die kleinen Geschäfte so auch einen gern genommenen Push!
Die Erstattung von zwei bis fünf Prozent im bargeldlosen Zahlungsverkehr und weitere Erleichterungen bei bestimmten Konsumgütern werden sicherlich einen größeren Teil des Ergebnisses der Verbrauchsteuererhöhung wieder auffressen. Andererseits ist diese Aktion befristet auf neun Monate, und sicherlich werden sich die Verbraucher währenddessen an die neuen Steuersätze gewöhnt haben.
Quod erat demonstrandum
Wenn es der Regierung dabei gleich noch gelingt, mehr Japaner von bargeldlosen Zahlungsmitteln zu überzeugen, könnten sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Konjunkturbremse abfangen und einen bedeutenden Schritt in Richtung 40 Prozent „cashless payment ratio“ im Jahr 2027 tun.
Die lag 2017 nämlich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei nur 18 Prozent und soll binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt werden. Es ist so verblüffend wie erschreckend: Japan hängt an seinem 10.000-JPY-Schein.
Als Maßnahme zur Verringerung der Gesamtverschuldung des japanischen Haushalts wird die Mehrwertsteuererhöhung nicht dienen. Vielleicht kann der höhere Steuersatz aber wenigstens die Steigerung durch Sozialkosten auf mittelfristige Sicht abfangen.
https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article203696508/Staatseinnahmen-Japan-erhoeht-erneut-die-Mehrwertsteuer.html, abgerufen am 08.09.2020.
Im Oktober 2019 hat die japanische Regierung die Umsatzsteuer von 8 % auf 10 % erhöht, um unter anderem das japanische Sozialsystem zu finanzieren.
3.1
Fassen Sie die in dem Text (Material 2) dargestellte wirtschaftliche Situation Japans zusammen. (6 BE)
3.2
Erläutern Sie eine zu erwartende positive und eine negative Auswirkung der durchgeführten Umsatzsteuererhöhung jeweils mittels einer Wirkungskette. (6 BE)
3.3
Die deutsche Bundesregierung hat im Zuge der wirtschaftspolitischen Corona-Maßnahmen eine temporäre Reduzierung der Umsatzsteuersätze in Deutschland vorgenommen.
Vergleichen Sie die Maßnahmen der deutschen und der japanischen Regierung in drei Punkten. (8 BE)
3.4
Begründen Sie zwei Umstände, die dazu führen können, dass beabsichtigte Wirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen nicht wie beabsichtigt eintreten. (5 BE)
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1 (1.1-1.2) · Produktionsprogrammplanung und Produktpolitik
Flitz AG
Die Flitz AG ist ein bekannter Zweiradhersteller, der seit 1985 Zweiräder konstruiert und produziert. Der Gründer Fritz Litz hat zunächst Mountainbikes in Serienfertigung hergestellt. Seit 2010 konstruiert die Flitz AG auch Elektro-Fahrräder. Zurzeit bietet sie Trekkingbikes und sportliche Crossbikes mit leistungsstarken Akkus an. Die Crossbikes wurden 2019 auf dem Markt eingeführt.
Mit der Entwicklung von Elektromotorrädern will die Flitz AG einen neuen, schnell wachsenden Markt erobern. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase konnte im Januar 2021 das erste Modell gefertigt und verkauft werden. Der neue E-Scooter mit einem 3,5 kW Motor ist vor allem für den Stadtverkehr konstruiert worden. Er zeichnet sich durch eine schnelle Beschleunigung und ein agiles Fahrverhalten aus.
Das klassische Mountainbike (MB), das E-Trekkingbike (E-Trek), das E-Crossbike (E-Cross) und der E-Scooter (ES-50) bilden damit das derzeitige Produktionsprogramm der Flitz AG. Durch modernste Fertigungstechniken lassen sich das E-Crossbike und der E-Scooter individuell an Kundenwünsche anpassen. Das E-Trekkingbike und das klassische Mountainbike hingegen sind standardisierte Modelle, die seit 2012 in Fließbandfertigung auf einer Produktionsstraße mit standardisierten Teilen in einer separaten Fertigungshalle gebaut werden. Bei hohen Absatzzahlen konnte damit in den letzten Jahren mit geringen Stückkosten produziert werden, was sich bei beiden Modellen in einer hohen Gewinnmarge niederschlug.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage am E-Bike-Markt überlegt die Flitz AG weiter zu expandieren. Außerdem liegt der Flitz AG eine Anfrage eines Sharingunternehmens (Fahrzeugvermietung) vor, das daran interessiert ist, den E-Scooter in seine Flotte aufzunehmen.
Aufgaben
1.1
Erstellen Sie auf Grundlage des Materials 1 eine Portfolioanalyse mit Hilfe der BCG-Matrix. Werten Sie Ihre Ergebnisse aus und entwickeln Sie eine Handlungsempfehlung für die Flitz AG auch unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Unternehmens.
Hinweis: Die Trennlinie für den mit Marktvolumen gewichteten Mittelwert des Marktwachstums liegt bei 8 %.
[18 BE]
Zweiräder
Umsatz in Mio. €
Relativer Marktanteil in %
Mountainbike
E-Trekking
E-Cross
E-Scooter
Zeichnen Sie die 4-Felder-Portfolio-Matrix mit Beschriftung der Achsen, Trennlinien und den vier Produkten (Kreise mit relativer Umsatzgröße).
Werten Sie die Positionierung der Produkte (Question Marks, Stars, Cash Cows, Poor Dogs) aus und formulieren Sie strategische Handlungsempfehlungen für die Flitz AG.
1.2
Zeigen Sie anhand von zwei Kritikpunkten die Grenzen der Aussagefähigkeit einer Portfolioanalyse anhand der BCG-Matrix auf.
[4 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1 (1.3) · Fertigungsprozesse, Rationalisierung und Arbeitsorganisation
Flitz AG
Die Flitz AG ist ein bekannter Zweiradhersteller, der seit 1985 Zweiräder konstruiert und produziert. Der Gründer Fritz Litz hat zunächst Mountainbikes in Serienfertigung hergestellt. Seit 2010 konstruiert die Flitz AG auch Elektro-Fahrräder. Zurzeit bietet sie Trekkingbikes und sportliche Crossbikes mit leistungsstarken Akkus an. Die Crossbikes wurden 2019 auf dem Markt eingeführt.
Mit der Entwicklung von Elektromotorrädern will die Flitz AG einen neuen, schnell wachsenden Markt erobern. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase konnte im Januar 2021 das erste Modell gefertigt und verkauft werden. Der neue E-Scooter mit einem 3,5 kW Motor ist vor allem für den Stadtverkehr konstruiert worden. Er zeichnet sich durch eine schnelle Beschleunigung und ein agiles Fahrverhalten aus.
Das klassische Mountainbike (MB), das E-Trekkingbike (E-Trek), das E-Crossbike (E-Cross) und der E-Scooter (ES-50) bilden damit das derzeitige Produktionsprogramm der Flitz AG. Durch modernste Fertigungstechniken lassen sich das E-Crossbike und der E-Scooter individuell an Kundenwünsche anpassen. Das E-Trekkingbike und das klassische Mountainbike hingegen sind standardisierte Modelle, die seit 2012 in Fließbandfertigung auf einer Produktionsstraße mit standardisierten Teilen in einer separaten Fertigungshalle gebaut werden. Bei hohen Absatzzahlen konnte damit in den letzten Jahren mit geringen Stückkosten produziert werden, was sich bei beiden Modellen in einer hohen Gewinnmarge niederschlug.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage am E-Bike-Markt überlegt die Flitz AG weiter zu expandieren. Außerdem liegt der Flitz AG eine Anfrage eines Sharingunternehmens (Fahrzeugvermietung) vor, das daran interessiert ist, den E-Scooter in seine Flotte aufzunehmen.
1.3
Die Flitz AG fertigt Verkleidungsteile des E-Scooters und Teile des E-Cross-Bikes in einem additiven Fertigungsverfahren, d. h., dass sie 3D-Drucker einsetzen, um z. B. die Verkleidungsteile des Rollers und Einzelteile des E-Cross-Bikes, wie z. B. den Sattel oder die Griffe, auszudrucken. Der Kunde konfiguriert bei der Bestellung sein Fahrzeug und die Daten werden direkt in die Fertigungsplanung einbezogen und an die Lieferanten weitergegeben. Die Entwicklungsabteilung testet gerade, den kompletten Rahmen der Fahrräder aus einem thermoplastischen Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoff zu drucken, was Gewichtsvorteile und keine Einbußen bei der Stabilität hätte.
Skizzieren Sie die wesentlichen Grundzüge von Industrie 4.0 und beurteilen Sie allgemein Auswirkungen auf die Produktion und die Arbeitswelt. (9 BE)
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2 (2.1) · Investition und Investitionsrechenverfahren
2
Die Flitz AG hat sich entschieden, in das 3D-Druckverfahren zu investieren.
Material 2: Daten zum Angebot der 3D-Drucker
3D-Drucker 1
3D-Drucker 2
Anschaffungskosten · 90.000,00 € · 110.000,00 €
Restwert · 5.000,00 € · 4.000,00 €
Nutzungsdauer in Jahren · 5 Jahre · 6 Jahre
Jährliche maximal mögliche Leistung bezogen auf die Produktion von einer durchschnittlichen Rahmengröße · 720 Rahmen · 960 Rahmen
Kalkulationszinssatz p.a. · 5 % · 5 %
Materialkosten pro Rahmen · 870,00 € · 870,00 €
Stromkosten pro Rahmen · 32,20 € · 26,80 €
Lohnkosten pro Rahmen · 75,00 € · 75,00 €
sonstige fixe Kosten pro Jahr · 8.000,00 € · 12.000,00 €
2.1.1
Für zwei Drucker haben Sie ein Angebot vorliegen. Die Flitz AG geht davon aus, dass sie zunächst 700 Rahmen benötigt.
Ermitteln Sie mit Hilfe des Materials 2 die kostengünstigere Alternative.
Hinweis: Folgeinvestitionen aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsdauer bleiben unberücksichtigt.
[6 BE]
€
€
2.1.2
Bestimmen Sie die kritische Menge für den Vergleich der 3D-Drucker. Entscheiden Sie sich auf der Grundlage aller vorliegenden Daten für ein Modell.
[5 BE]
Stück
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2 (2.2) · Außenfinanzierung und Sonderformen der Finanzierung
2
Die Flitz AG hat sich entschieden, in das 3D-Druckverfahren zu investieren.
2.2 Die Flitz AG braucht neues Kapital, um weiter expandieren zu können. Die bisherige zusammengefasste Bilanz können Sie in Material 3 einsehen.
Die Aktien der Flitz AG waren bisher mit 26-prozentigem Anteil im Familienbesitz der Familie Litz. Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre mit mehr als 3/4 Mehrheit für eine ordentliche Kapitalerhöhung um 6 Mio. €.
Die neuen Aktien sollen zu einem Ausgabekurs von 14,00 € ausgegeben werden. Der Kurs der alten Aktien vor Kapitalerhöhung liegt bei 18,00 €. Der Nennwert der Aktien beträgt 3,00 €. Nach der Ausgabe der neuen Aktien sollen keine Dividendenunterschiede bestehen.
Material 3: Bilanz Flitz AG (zusammengefasst)
Aktiva
Flitz AG in Mio. €
Passiva
A. Anlagevermögen
42,0
A. Eigenkapital
B. Umlaufvermögen
Grundkapital (gezeichnetes Kapital)
24,0
Vorräte
3,0
Kapitalrücklagen
8,0
halbfertige Produkte
1,1
gesetzliche Rücklagen
2,0
Forderungen
3,2
andere Gewinnrücklagen
2,8
flüssige Mittel
2,5
B. Fremdkapital
15,0
Bilanzsumme
51,8
Bilanzsumme
51,8
2.2.1
Berechnen Sie das Bezugsverhältnis, den rechnerischen Wert des Bezugsrechtes und den rechnerischen Durchschnittskurs (Mittelkurs), der sich nach der Kapitalerhöhung bildet.
[4 BE]
: 1
€
€
2.2.2
Erstellen Sie die Bilanz nach der Kapitalerhöhung, nachdem das Kapital zugeflossen ist und unter der Annahme, dass keine weitere Veränderung stattgefunden hat.
Hinweis: Anfallende Gebühren werden nicht berücksichtigt.
[5 BE]
Bilanzposten
Wert in Mio. €
Flüssige Mittel (Umlaufvermögen)
Grundkapital (gezeichnetes Kapital)
Kapitalrücklagen
Bilanzsumme (Aktiva und Passiva)
2.2.3
Begründen Sie, inwieweit den „Altaktionären“ bei einer Kapitalerhöhung durch Emission neuer Aktien Bezugsrechte zugestanden werden müssen, indem Sie auch explizit auf die Vermögensverhältnisse der Familie Litz eingehen.
[5 BE]
2.2.4
Der Aktionär Hugo Müller besitzt 500 Aktien der Flitz AG und bekommt ein Bezugsangebot zugesendet. Er möchte 23 Aktien kaufen.
Stellen Sie rechnerisch dar, wie Herr Müller seine neuen Aktien erwirbt.
Zeigen Sie, dass sich nach dem Kauf sein Gesamtvermögen nicht verändert hat.
Hinweis: Anfallende Gebühren bleiben unberücksichtigt.
[5 BE]
€
€
2.2.5
Nennen Sie je zwei Vor- und Nachteile der Finanzierung durch Eigenkapital.
[4 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3 · Konjunkturschwankungen und Wirtschaftspolitik
3 Die durch Corona ausgelöste Pandemie hat weltweiten Einfluss auf die Wirtschaftspolitik vieler Staaten. Durch Lockdowns, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und pessimistischen Zukunftserwartungen geht die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zurück.
Material 4
Uwe Jean Heuser: „Die reine Leere“ in Die Zeit (29. Oktober 2020, Seite 13)
1 Nur weil Deutschland lange sparsam war, kann es in der Krise mit Geld helfen. Das haben all jene Ökonomen nicht verstanden, die schon in fetten Jahren ständig nach dem Staat rufen. Jünger übertreiben gern die Lehre ihrer Meister, gerade wenn es um Wirtschaft geht. [...] Derzeit führen die Jünger eines anderen Meisters ihr Vorbild ad absurdum: John Maynard Keynes und seine
5 Lehre vom starken Staat. [...]
Dann kommt 2020 – und Corona. Das Virus löst einen Schock aus, für den der Kapitalismus ausnahmsweise nichts kann. Der Staat wird zum Retter. Die europäische wie auch die amerikanische Zentralbank lassen der großen Geldschwemme eine noch größere folgen. Und was sagen die Keynesianer angesichts dieser Verausgabung des Staates in höchster Not? Mehr davon! So soll das
10 neue Normal aussehen. [...]
Das Problem dabei ist eine Art selektiver Wahrnehmung. Warum konnte Deutschland denn so vehement auf die Pandemie reagieren und allein 2020 mehr als 200 Milliarden Euro zusätzliche Schulden machen? [...] Die Antwort: Weil die Bundesrepublik als einziges führendes Industrieland im vergangenen Jahrzehnt solide wirtschaftete und den Anteil der Staatsschulden an der jährlichen
15 Wirtschaftsleistung von rund 80 auf knapp 60 Prozent gedrückt hatte. Sie kann es sich leisten.
In den fetten Jahren sparen
Das ist jedoch nur möglich, weil die Regierung den Lockrufen der Keynesianer im vergangenen Jahrzehnt nicht gefolgt ist. In beschleunigtem Takt forderten sie, Deutschland möge neue Schulden aufnehmen. Egal ob deutsche oder angelsächsische Ökonomen: Sie hielten es kaum aus, dass die
20 Bundesrepublik sich von der internationalen Verschuldungslust nicht mitreißen ließ und an ihrer – als Konsequenz der Finanzkrise eingeführten – Schuldenbremse festhielt. [...] Es sei gerade so günstig für den Staat, weil er sich Geld zum Nulltarif leihen könne oder sogar noch Negativzinsen hinzuerhalte. Gegen den wütenden Rat der Keynesianer ist Deutschland bisher lieber den Vorschlägen von John Maynard Keynes selbst gefolgt. [...] Aktive Konjunkturpolitik hat also zwei Seiten: Der Staat hält sich
25 zurück, wenn die Wirtschaft läuft, und wirft sich ins Geschehen, wenn sie stockt. [...] Verschärft wird die Sache noch dadurch, dass die Notenbankchefs den Staaten die Schuldenpolitik so leicht machen wie noch nie. Mindestens sechs Billionen Euro schießen die führenden Zentralbanken in der Corona-Krise an Liquidität zu – unter anderem indem sie noch viel mehr Staatsanleihen kaufen als ohnehin schon. Damit senden sie den Staaten ein Signal: Verschuldet euch, so hoch ihr wollt, wir
30 decken euch.
Wenn Staaten dieser Verlockung folgen, können die Zentralbanken die Geldschwemme künftig nicht mehr zurücknehmen. Denn dann stiegen die Zinsen, hoch verschuldete Länder wie Italien gingen bankrott. Bliebe die Geldschwemme aber bestehen, würde irgendwann eine allgemeine Geldentwertung folgen, wie wir sie bisher nur bei Immobilien und Aktien kannten. [...]
Neuer Wohlstand entsteht aus neuen Ideen und Unternehmen
35 Verschulden die Nationen sich jetzt also ungebremst weiter, laufen sie irgendwann gemeinsam mit den Zentralbanken in die Falle. Davon ist Deutschland weiter entfernt als die meisten anderen Industrieländer. Eine andere Gefahr tritt dafür umso deutlicher zutage: Der Staat überzieht und überfordert sich damit selbst.
40 Ein ums andere Mal hat Berlin sein Rettungsprogramm ausgeweitet, ohne zu warten, ob es denn nicht auch so tragen würde. Zum Beispiel gab es zu Beginn der Corona-Krise ein Notkreditprogramm für Firmen, bei dem Banken alle Anträge noch eingehend prüfen mussten – schon weil sie selbst einen Teil der Haftung übernahmen. Doch da ging noch mehr: Bald gab es Kredite, die zu hundert Prozent vom Staat garantiert wurden und von Geldhäusern nur noch marginal geprüft wurden. Also wuchs die
45 Gefahr, dass sich auch Firmen Geld leihen konnten, die schon vor dem Virus schwach waren. Auch beim Kurzarbeitergeld wurde die großzügige Unterstützung noch einmal gesteigert, sodass sich weitere Firmen am Leben halten konnten, die es unter normalen Umständen nicht mehr geben sollte.
Neuer Wohlstand entsteht aus neuen Ideen und Unternehmen, nicht aus der Rettung jedes alten Betriebs. Dagegen leidet das deutsche Konjunkturpaket dieses Jahres – so der Chefvolkswirt der
50 Allianz – unter "Ambitionslosigkeit". Anders als das französische Pendant fördere es kaum den digital-ökologischen Umbau. [...]
(W)er gerade den Staat mit noch mehr Kraft vollpumpt und ihn zum Alleskönner erhebt, sorgt unweigerlich für seine Überforderung. Auf einmal soll dieser Staat nicht nur mehr ausgeben, sondern auch am besten wissen, wer in der Wirtschaft überleben soll und wer nicht. Welche Technologien die
55 Zukunft bestimmen und daher in Deutschland und Europa entwickelt werden müssen. [...]
[...] Stark ist der Staat nicht, wenn er wächst und sich immer neue Aufgaben anmaßt, sondern wenn er effizient handelt und mit knappen Mitteln möglichst viel Wohlstand und Fairness schafft. [...]
Wir alle sollten uns an diese Weisheiten erinnern – und mal wieder Keynes lesen.
geändert nach https://www.zeit.de/2020/45/konjunkturpolitik-schuldenbremse-deutschland-coronakrise-handlungsfaehig/komplettansicht (abgerufen am 04.01.2021 12:35 Uhr).
3.1
Fassen Sie die grundlegenden Gedanken des Artikels „Die reine Leere“ (Material 4) zusammen. [9 BE]
3.2
Beschreiben Sie die zentralen Merkmale der nachfrage- und angebotsorientierten Wirtschaftspolitik und nennen Sie jeweils drei Instrumente. [12 BE]
3.3
Beurteilen Sie auf Grundlage der Aufgaben 3.1 und 3.2 die Aufstellung eines Konjunkturpaketes im Sinne von Keynes unter Berücksichtigung der Zielerreichung des magischen Sechsecks. [14 BE]
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Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.
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