Abitur Hessen Sport 2021 · LK
Abiturprüfung Sport in Hessen 2021, LK: 16 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien. Kostenlos.
Themen der Prüfung: Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten · Kondition und Ausdauertraining: Trainingsplanung · Krafttraining im Fitness- und Gesundheitssport · Gesundheit, Doping und Medikamentenmissbrauch · Motive sportlichen Handelns und Sport in der Gesellschaft
Aufgabe Vorschlag A - 1.1 - Struktur sportlicher Bewegung… · Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien
Struktur sportlicher Bewegungen
Aufgabenstellung Vorschlag A, Aufgabe 1.1
Material 1
1.1
Beschreiben Sie anhand der in Material 1 dargestellten Bilder die Skitricksprungtechnik 180.
Analysieren Sie diese unter besonderer Berücksichtigung von Translation und Rotation sowie eines für die Technikausführung wesentlichen biomechanischen Prinzips.
(20 BE)
Aufgabe Vorschlag A - 1.2 - Sportartspezifische Anforderu… · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten
Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten
Aufgabenstellung Vorschlag A, Aufgabe 1.2
Material 1
1.2
Untersuchen Sie das koordinative Anforderungsprofil des Sprungs und begründen Sie am Beispiel mehrerer zielgerichteter Übungen, wie sich die für den Sprung notwendigen koordinativen Fähigkeiten verbessern lassen.
(15 BE)
Aufgabe Vorschlag A - 2 · Krafttraining im Fitness- und Gesundheitssport
Material 2
Im Eingangsbereich eines Fitnessstudios liegen zur Mitnahme diverse Trainingskarten aus:
Trainingskarte (Vorderseite)
Trainingskarte (Rückseite)
Workout Tag
A03 Brustpresse
3 Sätze mit 10–15 Wdh.
A02 Butterfly
3 Sätze mit 10–15 Wdh.
B02 Latzugmaschine
3 Sätze mit 10–15 Wdh.
B01 Ruderzugmaschine
3 Sätze mit 10–15 Wdh.
E01 Beinpresse
3 Sätze mit 10–15 Wdh.
F01 Crunch
3 Sätze mit 10–15 Wdh.
B03 Rückenstrecker
3 Sätze mit 10–15 Wdh.
Trainingshinweise
Gewicht so auswählen, dass nach mindestens 10 Wdh. und maximal 15 Wdh. der Muskel erschöpft und keine korrekte Übungsausführung mehr möglich ist; ansonsten Gewicht anpassen.
Satzpausen: 60–90 Sek.
Mindestens 2 trainingsfreie Tage bis zur nächsten Trainingseinheit einplanen
Aufwärmen
Cool down
Atmung
leichtes Ausdauertraining (Gerät nach Wahl): 5–10 Min.
leichtes Ausdauertraining (Gerät nach Wahl): 10–20 Min.
Belastung: ausatmen
Entlastung: einatmen
LOOX Trainingsplaner, Auslage McFit Studio, Darmstadt (27.01.2019).
Hinweis: Die dargestellten Übungen eines gesamten Trainings (Material 2) sind über angegebene Nummern (z.B. A03 Brustpresse) an den Geräten / im Freihantelbereich zu finden und werden dort bildhaft dargestellt.
2.1
Beschreiben Sie das zugrunde liegende Training der in Material 2 dargestellten Trainingskarte und ordnen Sie diesem die zu erwartenden Trainingswirkungen zu. (15 BE)
2.2
Erörtern Sie aus Sicht des Trainierenden und ausgehend von Material 2 mögliche Vor- und Nachteile solcher Trainingskarten für ein effizientes und gelingendes Training im Fitnessstudio. (20 BE)
Aufgabe Vorschlag A - 3 · Motive sportlichen Handelns und Sport in der Gesellschaft
Aufgabe 3
3.1
Skizzieren Sie – ausgehend von Material 3 – Gründe, die das Konzept der European Championships für die TV-Sender interessant machen.
3.2
Setzen Sie sich unter Berücksichtigung der Position der unterschiedlichen Akteure differenziert mit der Frage „Sind die European Championships Fluch oder Segen für den Sport?“ auseinander.
Aufgabe Vorschlag B - 1.1 - Sportartspezifische Anforderu… · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten
Material 1
Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck
So ein ganz klein wenig verrückt muss man schon sein, um sich der Herausforderung des CrossDeLuxe zu stellen. Und laufverrückt reicht da bei weitem nicht aus. Dennoch, gut 4000 Sportler standen vor reichlich einer Woche am Start in Markkleeberg, um den berühmt berüchtigten Crosslauf anzugehen, ihn zu meistern, den inneren Schweinehund, die 29 natürlichen und künstlichen Hindernisse entlang des dortigen Sees und noch einiges mehr zu überwinden. [...] Und die mittlerweile neunte Auflage des Sparkassen-CrossDeLuxe bot ihnen und allen anderen Läufern alles, was das Crosslauf-Herz begehrt: sportliche Temperaturen im See, Unmengen von Schlamm und die teils scheinbar unberechenbaren Hindernisse. Am Freitag warfen sich rund 80 Firmen und 500 Kids beim Firmen-CrossDeLuxe und Family-CrossDeLuxe mutig ins Getümmel und weihten die Strecke ein. Samstag rutschten und schlitterten neben den 9-Kilometer-Läufern, auch um die 500 Starter die 9-Kilometer-Runde gleich zweimal. Und Sonntag wollten es dann noch einmal gut 1500 Schlammverrückte wissen und tobten sich auf den Big9 so richtig aus.
Nicht einer der Finisher kam trocken, geschweige denn sauber ins Ziel. Aber genau das ist es ja, was den CrossDeLuxe ausmacht und zum Beispiel auch [...] die Truppe um Feuerwehrsportler Christian Lehmann aus acht Frauen und sieben Männern [anlockte]. [...] Die Truppe entschied sich bewusst für die neun Kilometer. „Man konnte sich auch für 18 Kilometer anmelden, also die ganze Strecke zweimal laufen, aber das ist dann schon ganz schön heftig“, gab Christian unumwunden zu. Gleich nach dem Start ging es für die Läufer durch die Wasserdurchquerung. Es hieß also schwimmen, gut 50 Meter – die richtige Einstimmung auf das, was die Teilnehmer erwartete. “Weiter ging es durch Schlammlöcher, bei denen man auch durchtauchen musste, über Stock und Stein über insgesamt 29 Hindernisse, von steilen Bergen, die mit Seilen erklommen werden mussten, über Reifenwände, durch Tunnel, über Kletterwände bis sechs Meter Höhe, Wasserrutschen hinunter und das ganze natürlich mit ganz viel Schlamm und Dreck“, schildert [Christian] die anspruchsvolle Strecke. Den Teilnehmern wurde also alles abverlangt, um den Parcours zu überwinden. Und dennoch hatten sie alle irgendwie einen riesigen Spaß. Vor allem das Laufen und Kämpfen in der Gemeinschaft war ein tolles Erlebnis, sich gegenseitig an den Hindernissen zu unterstützen und zu motivieren. „Vielen geht es auch gar nicht um die Zeit, der Spaß und das Durchhalten stehen im Vordergrund. Ein Teil von uns hat trotzdem versucht, an die Grenzen zu gehen und die bestmögliche Zeit zu erreichen [...]“, erzählt Christian Lehmann offensichtlich immer noch voller Begeisterung. Im Ziel bekam jeder seine Teilnehmermedaille und es wurde ein Zielfoto von allen geschossen. Im Anschluss hieß es dann noch alle dreckigen Klamotten in einen Sack und erstmal grob reinigen. „Wir sind gleich nochmal in [den] Markkleeberger See gesprungen. Anschließend wärmten wir uns auf und schauten noch ein bisschen bei den anderen Läufen zu.“ [...]
Zur Truppe gehörten unter anderem Anne und Andreas Hempel. „Ich wusste bereits auf was ich mich einlasse, Anne war das erste mal mit dabei und hat sich von meiner Euphorie aus dem letzten Jahr anstecken lassen. Wir sind die neun Kilometer größtenteils als Pärchen zusammengelaufen, haben uns gegenseitig bei den Hindernissen geholfen und uns motiviert. Der Lauf hat mega viel Spaß gemacht, die Zuschauer und die Streckenposten haben uns immer angefeuert und die Stimmung war einfach grandios. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei“, erklärte Andreas Hempel im Nachhinein.
Eileen Jack: Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck, in: Torgauer Zeitung, 08.10.2018, S. 16.
Material 2
Hindernisse beim CrossDeLuxe (Auswahl)
Abb. 1–4: Sportfreunde Neuseenland e.V.: URL: https://www.crossdeluxe.de/streckenverlaufcrossdeluxe/hindernisse.html (abgerufen am 27.05.2020).
Abb. 5 und 6: Eileen Jack: Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck, in: Torgauer Zeitung, 08.10.2018, S. 16.
1.1 Ordnen Sie dem beschriebenen Wettkampf „CrossDeLuxe“ die konditionellen und koordinativen Anforderungen (Material 1 und 2) zu. [10 BE]
a)
b)
Aufgabe Vorschlag B - 1.2 - Motive sportlichen Handelns u… · Motive sportlichen Handelns und Sport in der Gesellschaft
Material 1
Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck
So ein ganz klein wenig verrückt muss man schon sein, um sich der Herausforderung des CrossDeLuxe zu stellen. Und laufverrückt reicht da bei weitem nicht aus. Dennoch, gut 4000 Sportler standen vor reichlich einer Woche am Start in Markkleeberg, um den berühmt berüchtigten Crosslauf anzugehen, ihn zu meistern, den inneren Schweinehund, die 29 natürlichen und künstlichen Hindernisse entlang des dortigen Sees und noch einiges mehr zu überwinden. [...] Und die mittlerweile neunte Auflage des Sparkassen-CrossDeLuxe bot ihnen und allen anderen Läufern alles, was das Crosslauf-Herz begehrt: sportliche Temperaturen im See, Unmengen von Schlamm und die teils scheinbar unberechenbaren Hindernisse. Am Freitag warfen sich rund 80 Firmen und 500 Kids beim Firmen-CrossDeLuxe und Family-CrossDeLuxe mutig ins Getümmel und weihten die Strecke ein. Samstag rutschten und schlitterten neben den 9-Kilometer-Läufern, auch um die 500 Starter die 9-Kilometer-Runde gleich zweimal. Und Sonntag wollten es dann noch einmal gut 1500 Schlammverrückte wissen und tobten sich auf den Big9 so richtig aus.
Nicht einer der Finisher kam trocken, geschweige denn sauber ins Ziel. Aber genau das ist es ja, was den CrossDeLuxe ausmacht und zum Beispiel auch [...] die Truppe um Feuerwehrsportler Christian Lehmann aus acht Frauen und sieben Männern [anlockte]. [...] Die Truppe entschied sich bewusst für die neun Kilometer. „Man konnte sich auch für 18 Kilometer anmelden, also die ganze Strecke zweimal laufen, aber das ist dann schon ganz schön heftig“, gab Christian unumwunden zu. Gleich nach dem Start ging es für die Läufer durch die Wasserdurchquerung. Es hieß also schwimmen, gut 50 Meter – die richtige Einstimmung auf das, was die Teilnehmer erwartete. “Weiter ging es durch Schlammlöcher, bei denen man auch durchtauchen musste, über Stock und Stein über insgesamt 29 Hindernisse, von steilen Bergen, die mit Seilen erklommen werden mussten, über Reifenwände, durch Tunnel, über Kletterwände bis sechs Meter Höhe, Wasserrutschen hinunter und das ganze natürlich mit ganz viel Schlamm und Dreck“, schildert [Christian] die anspruchsvolle Strecke. Den Teilnehmern wurde also alles abverlangt, um den Parcours zu überwinden. Und dennoch hatten sie alle irgendwie einen riesigen Spaß. Vor allem das Laufen und Kämpfen in der Gemeinschaft war ein tolles Erlebnis, sich gegenseitig an den Hindernissen zu unterstützen und zu motivieren. „Vielen geht es auch gar nicht um die Zeit, der Spaß und das Durchhalten stehen im Vordergrund. Ein Teil von uns hat trotzdem versucht, an die Grenzen zu gehen und die bestmögliche Zeit zu erreichen [...]“, erzählt Christian Lehmann offensichtlich immer noch voller Begeisterung. Im Ziel bekam jeder seine Teilnehmermedaille und es wurde ein Zielfoto von allen geschossen. Im Anschluss hieß es dann noch alle dreckigen Klamotten in einen Sack und erstmal grob reinigen. „Wir sind gleich nochmal in [den] Markkleeberger See gesprungen. Anschließend wärmten wir uns auf und schauten noch ein bisschen bei den anderen Läufen zu.“ [...]
Zur Truppe gehörten unter anderem Anne und Andreas Hempel. „Ich wusste bereits auf was ich mich einlasse, Anne war das erste mal mit dabei und hat sich von meiner Euphorie aus dem letzten Jahr anstecken lassen. Wir sind die neun Kilometer größtenteils als Pärchen zusammengelaufen, haben uns gegenseitig bei den Hindernissen geholfen und uns motiviert. Der Lauf hat mega viel Spaß gemacht, die Zuschauer und die Streckenposten haben uns immer angefeuert und die Stimmung war einfach grandios. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei“, erklärte Andreas Hempel im Nachhinein.
Eileen Jack: Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck, in: Torgauer Zeitung, 08.10.2018, S. 16.
Material 2
Hindernisse beim CrossDeLuxe (Auswahl)
Abb. 1–4: Sportfreunde Neuseenland e.V.: URL: https://www.crossdeluxe.de/streckenverlaufcrossdeluxe/hindernisse.html (abgerufen am 27.05.2020).
Abb. 5 und 6: Eileen Jack: Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck, in: Torgauer Zeitung, 08.10.2018, S. 16.
Material 3
3.000 m Hindernislauf in der Leichtathletik
Die Aufgabe dieses [Wettbewerbs] besteht darin, die Distanz von 3.000 Meter, [die auf der klassischen 400 Meter-Laufbahn zurückgelegt wird], möglichst schnell zu absolvieren und dabei korrekt die Hindernisse zu überwinden. Man könnte nun auf die Idee kommen und dies als langen Hürdenlauf ansehen, aber das ist insofern falsch, weil andere Hürden verwendet werden. Bei den Hürden über 100, 110 oder 400 Meter werden solche Hindernisse aufgestellt, die man auch umfallen lassen kann. Die Hürden beim Hindernislauf sind hingegen feste Einrichtungen.
Was braucht man für den Hindernislauf? Zum einen die Hürden, die mindestens 3,94 Meter breit sind [...]. Bei den Männern ist diese Hürde 94 Zentimeter hoch, bei den Frauen 76 Zentimeter. Dieses Hindernis kann man überspringen wie beim kurzen Hürdenlauf, man kann aber auch mit einem Bein oben aufsetzen und von der erhöhten Position den Sprung hinter das Hindernis wählen. [...] Der Wassergraben ist 3,66 Meter lang und an seinem Anfang steht eine Hürde, sodass man von dort aus einen Teil des Wassergrabens überwinden kann, indem man auf die Hürde tritt und mit einem Sprung die tiefsten Stellen verhindern kann. Denn hinter der Hürde ist der Wassergraben am tiefsten und kann bis zu 70 cm tief sein, zu seinem Ende hin flacht sich der Boden immer mehr ab, um das Bahnniveau zu erreichen.
Die Kunst besteht also darin, zum ersten mit viel Ausdauer die drei Kilometer überwinden zu können und zum zweiten die Hindernisse möglichst ohne Zeitverlust zu überwinden. [...]
Bei der Distanz von 3.000 Meter werden insgesamt 28 Hindernisse und 7 Wassergräben überwunden, wobei es sich natürlich immer um die gleichen Hindernisse handelt. Die Hürden werden zu vier Stück jeweils vor oder nach der Kurve aufgestellt und das fünfte Stück befindet sich unmittelbar vor dem Wassergraben.
Wolfgang Winkelbauer (Hg.): URL: https://www.sportlexikon.com/la-hindernislauf (abgerufen am 02.10.2019).
Material 4
3.000 m Hindernislauf der Damen
Wikimedia Foundation, Inc (Hg.): URL: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2631882 (abgerufen am 02.10.2019).
1.2
Vergleichen Sie die Sportveranstaltung „CrossDeLuxe“ mit dem leichtathletischen Hindernislauf (Material 3 und 4) hinsichtlich der Bedeutung der Faktoren der sportlichen Leistungsfähigkeit und möglicher Zuwendungsmotive. [20 BE]
Aufgabe Vorschlag B - 1.3 - Kondition und Ausdauertrainin… · Kondition und Ausdauertraining: Trainingsplanung
Material 1
Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck
So ein ganz klein wenig verrückt muss man schon sein, um sich der Herausforderung des CrossDeLuxe zu stellen. Und laufverrückt reicht da bei weitem nicht aus. Dennoch, gut 4000 Sportler standen vor reichlich einer Woche am Start in Markkleeberg, um den berühmt berüchtigten Crosslauf anzugehen, ihn zu meistern, den inneren Schweinehund, die 29 natürlichen und künstlichen Hindernisse entlang des dortigen Sees und noch einiges mehr zu überwinden. [...] Und die mittlerweile neunte Auflage des Sparkassen-CrossDeLuxe bot ihnen und allen anderen Läufern alles, was das Crosslauf-Herz begehrt: sportliche Temperaturen im See, Unmengen von Schlamm und die teils scheinbar unberechenbaren Hindernisse. Am Freitag warfen sich rund 80 Firmen und 500 Kids beim Firmen-CrossDeLuxe und Family-CrossDeLuxe mutig ins Getümmel und weihten die Strecke ein. Samstag rutschten und schlitterten neben den 9-Kilometer-Läufern, auch um die 500 Starter die 9-Kilometer-Runde gleich zweimal. Und Sonntag wollten es dann noch einmal gut 1500 Schlammverrückte wissen und tobten sich auf den Big9 so richtig aus.
Nicht einer der Finisher kam trocken, geschweige denn sauber ins Ziel. Aber genau das ist es ja, was den CrossDeLuxe ausmacht und zum Beispiel auch [...] die Truppe um Feuerwehrsportler Christian Lehmann aus acht Frauen und sieben Männern [anlockte]. [...] Die Truppe entschied sich bewusst für die neun Kilometer. „Man konnte sich auch für 18 Kilometer anmelden, also die ganze Strecke zweimal laufen, aber das ist dann schon ganz schön heftig“, gab Christian unumwunden zu. Gleich nach dem Start ging es für die Läufer durch die Wasserdurchquerung. Es hieß also schwimmen, gut 50 Meter – die richtige Einstimmung auf das, was die Teilnehmer erwartete. “Weiter ging es durch Schlammlöcher, bei denen man auch durchtauchen musste, über Stock und Stein über insgesamt 29 Hindernisse, von steilen Bergen, die mit Seilen erklommen werden mussten, über Reifenwände, durch Tunnel, über Kletterwände bis sechs Meter Höhe, Wasserrutschen hinunter und das ganze natürlich mit ganz viel Schlamm und Dreck“, schildert [Christian] die anspruchsvolle Strecke. Den Teilnehmern wurde also alles abverlangt, um den Parcours zu überwinden. Und dennoch hatten sie alle irgendwie einen riesigen Spaß. Vor allem das Laufen und Kämpfen in der Gemeinschaft war ein tolles Erlebnis, sich gegenseitig an den Hindernissen zu unterstützen und zu motivieren. „Vielen geht es auch gar nicht um die Zeit, der Spaß und das Durchhalten stehen im Vordergrund. Ein Teil von uns hat trotzdem versucht, an die Grenzen zu gehen und die bestmögliche Zeit zu erreichen [...]“, erzählt Christian Lehmann offensichtlich immer noch voller Begeisterung. Im Ziel bekam jeder seine Teilnehmermedaille und es wurde ein Zielfoto von allen geschossen. Im Anschluss hieß es dann noch alle dreckigen Klamotten in einen Sack und erstmal grob reinigen. „Wir sind gleich nochmal in [den] Markkleeberger See gesprungen. Anschließend wärmten wir uns auf und schauten noch ein bisschen bei den anderen Läufen zu.“ [...]
Zur Truppe gehörten unter anderem Anne und Andreas Hempel. „Ich wusste bereits auf was ich mich einlasse, Anne war das erste mal mit dabei und hat sich von meiner Euphorie aus dem letzten Jahr anstecken lassen. Wir sind die neun Kilometer größtenteils als Pärchen zusammengelaufen, haben uns gegenseitig bei den Hindernissen geholfen und uns motiviert. Der Lauf hat mega viel Spaß gemacht, die Zuschauer und die Streckenposten haben uns immer angefeuert und die Stimmung war einfach grandios. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei“, erklärte Andreas Hempel im Nachhinein.
Eileen Jack: Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck, in: Torgauer Zeitung, 08.10.2018, S. 16.
Material 2
Hindernisse beim CrossDeLuxe (Auswahl)
Abb. 1–4: Sportfreunde Neuseenland e.V.: URL: https://www.crossdeluxe.de/streckenverlaufcrossdeluxe/hindernisse.html (abgerufen am 27.05.2020).
Abb. 5 und 6: Eileen Jack: Laufen, Tauchen, Klettern durch Schlamm und Dreck, in: Torgauer Zeitung, 08.10.2018, S. 16.
1.3 Entwickeln Sie grundlegende Aspekte eines Trainingskonzepts, mit dem sich ein Schüler des Sportleistungskurses auf die Teilnahme am „CrossDeLuxe“ über eine Streckenlänge von 9 Kilometern erfolgreich vorbereiten könnte. [20 BE]
a)
b)
c)
d)
Aufgabe Vorschlag B - 2 · Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien
Material 5: Technik Kraulschwimmen
Bodo Ungerechts, Gunther Volck, Werner Freitag: Lehrplan Schwimmsport. Bd. 1: Technik, 2. überarbeitete Auflage 2009, S. 100–101.
2
Ordnen Sie der in Material 5 dargestellten Kraulbewegung die Phasenstruktur zu.
Skizzieren Sie die Funktion der Phasen bei der Ausführung der Kraularmbewegung unter Einbezug wesentlicher biomechanischer Prinzipien. (15 BE)
Aufgabe Vorschlag B - 3 · Gesundheit, Doping und Medikamentenmissbrauch
Aufgabe 3.1
Stellen Sie mögliche Motivationen und Ursachen, die zum Doping führen, dar und beschreiben Sie eine Form des Dopings im Ausdauersport und deren mögliche gesundheitliche Risiken.
Aufgabe 3.2
Diskutieren Sie den Vorschlag Nils Schumanns (Material 6) vor dem Hintergrund möglicher Auswirkungen für den Breiten- und Leistungssport.
Aufgabe Vorschlag C - 1 · Kondition und Ausdauertraining: Trainingsplanung
Aufgaben
1.1
Beschreiben und erläutern Sie die Grafik (Material 1) vor dem Hintergrund Ihres Wissens über die Gestaltung von Training zur Auslösung von Anpassungsprozessen (Trainingsprinzipien und -gesetze). [15 BE]
Material 1
Idealtypisches Periodisierungsmodell für Mannschaften mittleren Qualifikationsniveaus im Basketball
Lothar Bösing, Christian Bauer, Hubert Remmert, Andreas Lau: Handbuch Basketball. Technik – Taktik – Training – Methodik, 3. Aufl., Aachen 2019, S. 316.
1.2
Entwickeln und begründen Sie wesentliche Aspekte eines Trainingskonzepts zur gezielten Förderung der spezifischen Ausdauer für eine Basketballmannschaft mittleren Qualifikationsniveaus, das im Rahmen des Jahrestrainingsplans (Material 1) innerhalb der Vorbereitungsphase 2 (VP2) erfolgreich durchgeführt werden könnte. [20 BE]
Aufgabe Vorschlag C - 2 · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten
Material 2
Crossminton: Trendige Badminton-Variante auf Speed
Die einen sprechen von Crossminton, die anderen nennen es Speedminton und wieder andere sagen Speed Badminton. Doch egal, welcher der drei Namen fällt, er bezeichnet dieselbe Sportart, deren Spielidee der Berliner Bill Brandes 2001 entwickelte. […]
Einen Schläger, einen Ball und einen Mitspieler – mehr braucht es nicht für Crossminton. Die Besonderheit steckt dabei im Ball. Anders als ein gewöhnlicher Federball lässt sich der Speeder nicht so leicht vom Wind aus der Bahn werfen und fliegt noch dazu weiter – locker bis zu 30 Meter sind drin. Er ist kleiner und schwerer konzipiert, um auch draußen bei Böen und steifer Brise benutzt werden zu können. Noch dazu sind mit dem Speeder angeblich Geschwindigkeiten von bis zu 290 km/h möglich. […]
Crossminton enthält Elemente von Tennis, Badminton und Squash. Es wird allerdings mit mehr Tempo und ohne Netz gespielt. Dabei liefern sich zwei Spieler im Einzel ein Duell, im Doppel treten sie in Zweierteams gegeneinander an. Die Gegner stehen sich jeweils in einem 5,5 Meter großen Feld gegenüber. Zwischen ihnen liegen 12,8 Meter Abstand. Und dann fliegen die Speeder zwischen ihnen hin und her. Ziel dabei ist es, den Ball in das Feld des anderen zu befördern. Dafür gibt es einen Punkt. Wer zuerst 16 Punkte erzielt hat, hat den Satz gewonnen. Ein Crossminton-Spiel ist vorüber, wenn ein Sportler oder ein Team zwei Sätze für sich entschieden hat. […]
Das Schöne am Crossminton ist, dass du es immer und überall spielen kannst. Bei gutem Wetter und angenehmen Temperaturen ist die blitzschnelle Badminton-Variante die perfekte Outdoor-Sportart für Park, Strand oder Garten. Ein Netz wird nicht benötigt, ein Spielfeld auch nicht unbedingt und der Wind kann dem stabilen Speeder erst recht nichts anhaben. […] Dank leuchtender Night-Speeder lässt sich das Spiel sogar auf den Abend oder in die Nacht verlagern. In diesen sorgt ein Knicklicht dafür, dass die Bälle auch bei Dunkelheit gut zu sehen sind.
Auch wenn das Spiel simpel klingt und die Ausrüstung relativ schnell zusammengestellt ist, verlangt Crossminton dem Sportler ganz schön viel ab. Eine gute Kondition und Fitness sind Grundvoraussetzungen, wenn die Bälle mit Highspeed durch die Gegend zischen. Auch Schnelligkeit und ein gutes Ballgefühl verschaffen beim Speedminton einen Vorteil. Außerdem komme es auf eine variantenreiche Schlägertechnik und intensive Beinarbeit an, verriet Stephan Vedder vom Hamburger Crossminton-Verein Elbspeeders.
Garmin Beatyesterday: Crossminton: Trendige Badminton-Variante auf Speed, URL: https://de.beatyesterday.org/active/fitness/crossminton-trendige-badminton-variante-auf-speed/ (abgerufen am 25.01.2020).
Material 3
Crossminton Spielfeld und Abmessungen
Kölner Speed Badminton Verein 2010 e.V.: URL: http://www.ksbv.de/wp-content/uploads/2016/12/Spielfeld.png (abgerufen am 16.09.2020).
2.1
Ordnen Sie der Sportart Crossminton (Material 2 und 3) die für ihre Ausübung wesentlichen koordinativen Fähigkeiten zu.
[10 BE]
2.2
Erklären Sie Grundlagen des Trainings koordinativer Fähigkeiten und entwickeln Sie für eine koordinative Fähigkeit geeignete Übungsformen, die sowohl das Training der koordinativen Fähigkeit als auch eine Verbesserung des Crossmintonspiels erwarten lassen.
[20 BE]
Aufgabe Vorschlag C - 3 · Gesundheit, Doping und Medikamentenmissbrauch
Material 4: Rücktrittserklärung des Profiskirennfahrers Marcel Hirscher
[Hinweis: Marcel Hirscher (Österreich) ist einer der erfolgreichsten alpinen Skirennläufer. Er ist achtfacher Weltcupgesamtsieger in Folge, siebenfacher Weltmeister und hat dreimal an olympischen Winterspielen teilgenommen. In Pyeongchang wurde er zweifacher Olympiasieger. Im September 2019 verkündete Hirscher im Alter von 30 Jahren bei einem Fernsehauftritt seinen Rücktritt vom Profisport.]
1
Es ist heute der Tag, an dem ich meine aktive Karriere beenden werde. Jetzt ist es draußen und jetzt wird es, glaube ich, leichter und besser für mich, und somit glaube ich, habe ich jetzt schon mal ganz gut den ersten Schritt gemacht. Also ich merke, dass ich an einem Punkt bin, wo es notwendig ist, zu entscheiden, bin ich bereit, diesen Preis noch zu zahlen? Ihr wisst, welchen Einsatz und welchen
5
Aufwand ich immer betrieben habe. Ich habe einfach gemerkt im Sommer, dass das für mich einfach nicht mehr dafür steht, dass ich diesen Aufwand nicht mehr leisten kann und möchte, und daher glaube ich, es ist jetzt eine schlaue Entscheidung zu sagen: Das war’s.
8
Es ist auf der einen Seite teilweise auch die Motivation. Teilweise merke ich natürlich auch – und das habe ich die letzten Jahre auch sehr oft kommuniziert –, dass einfach der Sommer schon fast zu kurz
10
wird für die Zeit, die ich brauche, um wirklich wieder zu hundert Prozent regeneriert zu sein, und das heißt im Endeffekt, mein Akku – wenn man sich das vorstellt beim Handy – man steckt an, aber er lädt nicht mehr so schnell und so effektiv wieder auf hundert Prozent, wie das mit achtzehn war. Und ich für mich selber muss sagen, es ist nicht verwunderlich nach zwölf Jahren mehr oder weniger ohne Verletzung, ohne Pause, auf dem Niveau das Ganze zu betreiben.
15
Und auch das ist mit eingeflossen in meine Entscheidung: Die Familie war [...] für mich persönlich eine Entscheidung. Also ich möchte gerne mehr Zeit mit dem Kleinen verbringen und mit der Laura [Anmerkung: gemeint ist Hirschers Frau]. [...] Ich freue mich einfach, dass ich den kleinen Mann aufwachsen sehe, das ist wirklich schön.
Marcel Hirscher: Rücktrittserklärung, ausgestrahlt am 04.09.2019 im ORF, URL: https://www.sport1.de/wintersport/ski-alpin/2019/10/ski-alpin-markus-wasmeier-fordert-umdenken-in-sachen-weltcup (abgerufen am 01.04.2020, Transkript).
3.1
Beschreiben Sie das Salutogenese-Modell nach Aaron Antonovsky und stellen Sie die wesentlichen Unterschiede zum Risikofaktoren-Modell dar. [15 BE]
3.2
Setzen Sie sich ausgehend von der Rücktrittserklärung des Profiskirennfahrers (Material 4) damit auseinander, wie Sporttreiben grundsätzlich gestaltet sein müsste, damit Sport als generalisierte Widerstandsressource wirken kann. [20 BE]
Aufgabe Vorschlag D - 1.1 - Sportartspezifische Anforderu… · Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten
Material 1
Herkunft des Parkoursports
Le Parkour wurde in Frankreich entwickelt. [...] Diese Fortbewegungsart auf der Straße soll nicht
etwa im Wettkampf stattfinden, sondern eher ein Lebensgefühl ausdrücken. Hindernisse der
Umgebung, wie Mauern, Geländer, Bänke etc., gilt es dabei zügig und elegant zu überwinden, eben
so, als wären es keine Hindernisse, sondern lediglich eine Herausforderung für Körper und Geist, den
5 kürzesten Weg zwischen zwei Orten bei gleichzeitig minimalem Aufwand zu finden. Aus diesem
Bewegungsfluss soll im Idealfall ein „Flow“-Gefühl entstehen.
Für die Ausführung von Le Parkour wird neben der effizienten Bewegungsweise von den Sportlern ein
weiteres Motiv genannt, nämlich einen ungewöhnlichen Weg in einer Hindernislandschaft zu finden,
der sich von denen anderer abhebt. Damit wird einerseits deutlich, dass Le Parkour eine Individual-
10 sportart ist – obwohl es häufig in Gruppen ausgeführt wird – andererseits gerät die häufige
Behauptung, dass Le Parkour keinen Leistungsvergleich anstrebt, aufgrund dieses Motivs ins Wanken.
Dies belegen zudem die zahlreichen im Internet eingestellten Videos, die neben der Suche nach
Anerkennung durch die zigfache Darstellung gleicher Bewegungen einen Vergleich in der Ausführung
und der Schwierigkeit zeigen.
15 Während Le Parkour, wie bereits beschrieben, als eine effiziente Art der Hindernisüberwindung
verstanden wird, ist Freerunning die kunstvolle Variante und damit weniger auf Effizienz, sondern
eher auf Eleganz und Akrobatik ausgerichtet. [...]
Als Wettkampfvariante gilt schließlich Parcouring. Hierbei werden Le Parkour und Freerunning
teilweise vermischt. Der so genannte Traceur muss eine Hindernislandschaft im Vergleich zur
20 Konkurrenz überwinden. Dabei wird nach den Kriterien Speed (Geschwindigkeit) und Style
(Akrobatik) beurteilt.
Parcouring ist eine Disziplin, die in Kreisen der Gründer von Le Parkour Missfallen erzeugt, stellt sie
doch den Aspekt des Wettkampfs in den Vordergrund, was der ursprünglichen Philosophie der
Darstellung des Lebensgefühls widerspricht.
25 Inzwischen wird der Begriff Parkour oft synonym für sämtliche Disziplinen verwendet, sei es, weil der
Begriff am geläufigsten ist, oder sei es aus Unklarheit, was die Abgrenzung betrifft.
Sascha Rochhausen: Parkoursport im Schulturnen, 3. Aufl. Norderstedt 2010, S. 10 f.
Material 2
Bewegungsinhalte des Parkoursports
Jürgen Schmidt-Sinns, Saskia Scholl, Alex Pach: Le Parkour und Freerunning. Das Basisbuch für Schule und Verein, Aachen 2010, S. 41.
Material 3
Beispielhafte Elemente des Parkoursports
Ultimate Parkour Gear: URL: https://ultimateparkourgear.com/wp-content/uploads/2017/01/parkour-training.jpeg (abgerufen am 09.11.2018).
Brad Wendes: URL: http://bradwendes.blogspot.com/2013/04/?m=0 (abgerufen am 09.11.2018).
1.1 Beschreiben Sie unter Einbezug der Materialien 1 bis 3 die konditionellen und koordinativen Anforderungen der Sportart Parkour. [15 BE]
Hinweis: Parkour versteht sich in dieser und allen folgenden Aufgabenstellungen als Sammelbegriff aller Parkoursport-Disziplinen (vgl. Material 1).
Aufgabe Vorschlag D - 1.2 - Kondition und Ausdauertrainin… · Kondition und Ausdauertraining: Trainingsplanung
Material 1
Herkunft des Parkoursports
Le Parkour wurde in Frankreich entwickelt. [...] Diese Fortbewegungsart auf der Straße soll nicht
etwa im Wettkampf stattfinden, sondern eher ein Lebensgefühl ausdrücken. Hindernisse der
Umgebung, wie Mauern, Geländer, Bänke etc., gilt es dabei zügig und elegant zu überwinden, eben
so, als wären es keine Hindernisse, sondern lediglich eine Herausforderung für Körper und Geist, den
5 kürzesten Weg zwischen zwei Orten bei gleichzeitig minimalem Aufwand zu finden. Aus diesem
Bewegungsfluss soll im Idealfall ein „Flow“-Gefühl entstehen.
Für die Ausführung von Le Parkour wird neben der effizienten Bewegungsweise von den Sportlern ein
weiteres Motiv genannt, nämlich einen ungewöhnlichen Weg in einer Hindernislandschaft zu finden,
der sich von denen anderer abhebt. Damit wird einerseits deutlich, dass Le Parkour eine Individual-
10 sportart ist – obwohl es häufig in Gruppen ausgeführt wird – andererseits gerät die häufige
Behauptung, dass Le Parkour keinen Leistungsvergleich anstrebt, aufgrund dieses Motivs ins Wanken.
Dies belegen zudem die zahlreichen im Internet eingestellten Videos, die neben der Suche nach
Anerkennung durch die zigfache Darstellung gleicher Bewegungen einen Vergleich in der Ausführung
und der Schwierigkeit zeigen.
15 Während Le Parkour, wie bereits beschrieben, als eine effiziente Art der Hindernisüberwindung
verstanden wird, ist Freerunning die kunstvolle Variante und damit weniger auf Effizienz, sondern
eher auf Eleganz und Akrobatik ausgerichtet. [...]
Als Wettkampfvariante gilt schließlich Parcouring. Hierbei werden Le Parkour und Freerunning
teilweise vermischt. Der so genannte Traceur muss eine Hindernislandschaft im Vergleich zur
20 Konkurrenz überwinden. Dabei wird nach den Kriterien Speed (Geschwindigkeit) und Style
(Akrobatik) beurteilt.
Parcouring ist eine Disziplin, die in Kreisen der Gründer von Le Parkour Missfallen erzeugt, stellt sie
doch den Aspekt des Wettkampfs in den Vordergrund, was der ursprünglichen Philosophie der
Darstellung des Lebensgefühls widerspricht.
25 Inzwischen wird der Begriff Parkour oft synonym für sämtliche Disziplinen verwendet, sei es, weil der
Begriff am geläufigsten ist, oder sei es aus Unklarheit, was die Abgrenzung betrifft.
Sascha Rochhausen: Parkoursport im Schulturnen, 3. Aufl. Norderstedt 2010, S. 10 f.
Material 2
Bewegungsinhalte des Parkoursports
Jürgen Schmidt-Sinns, Saskia Scholl, Alex Pach: Le Parkour und Freerunning. Das Basisbuch für Schule und Verein, Aachen 2010, S. 41.
Material 3
Beispielhafte Elemente des Parkoursports
Ultimate Parkour Gear: URL: https://ultimateparkourgear.com/wp-content/uploads/2017/01/parkour-training.jpeg (abgerufen am 09.11.2018).
Brad Wendes: URL: http://bradwendes.blogspot.com/2013/04/?m=0 (abgerufen am 09.11.2018).
1.2 Entwickeln Sie für einen motivierten Einsteiger in die Sportart Parkour wesentliche Aspekte eines vorbereitenden Trainings für einen Zeitraum von zwei Monaten, mit dem sowohl den Anforderungen der Sportart als auch Ihren individuellen Voraussetzungen Rechnung getragen wird. [20 BE]
Aufgabe Vorschlag D - 2 · Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien
Material 4
Wallflip
Material 5
Flickflack
2.1
Ordnen Sie der Bewegung „Wallflip“ (Material 4) eine Phasenstruktur und für den Bewegungsablauf wesentliche Elemente (Knotenpunkte) zu. [15 BE]
2.2
Vergleichen Sie die Phasenstruktur des „Flickflacks“ (Material 5) mit der des „Wallflips“ und erklären Sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten wesentlicher die Bewegungen bestimmender Elemente. [15 BE]
Aufgabe Vorschlag D - 3 · Motive sportlichen Handelns und Sport in der Gesellschaft
Aufgabe 3
Material 1 (Zusammenfassung): Herkunft des Parkoursports
Le Parkour entstand in Frankreich als Fortbewegungsart im urbanen Raum, die nicht vorrangig als Wettkampf gedacht war, sondern ein Lebensgefühl ausdrücken sollte. Hindernisse wie Mauern, Geländer oder Bänke sollen zügig und elegant überwunden werden – als Herausforderung für Körper und Geist auf dem kürzesten Weg bei minimalem Aufwand, woraus im Idealfall ein „Flow“-Gefühl resultiert.
Gleichzeitig suchen Aktive nach individuellen Wegen, die sich abheben. Die Verbreitung von Videos im Internet belegt das Streben nach Anerkennung und Leistungsvergleich. Während das klassische Parkour auf Effizienz fokussiert ist, setzt Freerunning auf Akrobatik und Ästhetik. Als Wettkampfvariante (Parcouring) werden Hindernisläufe nach Kriterien wie Geschwindigkeit (Speed) und Stil/Akrobatik (Style) bewertet – eine Ausrichtung, die unter den Gründern wegen des Bruchs mit der ursprünglichen Philosophie umstritten ist.
Material 6 (Zusammenfassung): Hindernisse auf dem Weg zu Olympia
Der Internationale Turnerbund (FIG) unternahm Bestrebungen, Parkour als neue Verbandsdisziplin zu integrieren, um den Weg zu den Olympischen Spielen zu ebnen. Dies löste bei vielen Traceuren Proteste aus (#WeAreNotGymnastics). Vertreter der Szene (wie Parkour UK oder Parkour Earth) fürchten den Verlust von Autonomie und Authentizität, wenn starre Verbandsstrukturen, standardisierte Regelwerke und klassische Wettkampfformate (z. B. Zeitläufe oder Punktrichterwertungen) der freien Bewegungskultur übergestülpt werden.
Andererseits suchen Sportverbände und das IOC den Zugang zu jungen Zielgruppen und Trendsportarten, während Medien und Wirtschaft an spektakulären, vermarktbaren Bildern und Sponsoringmöglichkeiten interessiert sind.
3.1
Arbeiten Sie am Beispiel der Sportart Parkour unter Einbezug von Material 1 zugrunde liegende Motive heraus.
[15 BE]
3.2
Erörtern Sie ausgehend von Ihren Ergebnissen aus 3.1 und unter Einbezug von Material 6 grundsätzliche Entwicklungschancen und -risiken einer Sportart im Kontext der unterschiedlichen Akteure.
[20 BE]
Du kannst auch nach Themen lernen
Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.
- Sportartspezifische Anforderungsprofile und koordinative Fähigkeiten · 7 Aufgaben
- Struktur sportlicher Bewegungen: Phasen und biomechanische Prinzipien · 5 Aufgaben
- Kondition und Ausdauertraining: Trainingsplanung · 4 Aufgaben
- Krafttraining im Fitness- und Gesundheitssport · 3 Aufgaben
- Gesundheit, Doping und Medikamentenmissbrauch · 3 Aufgaben
- Motive sportlichen Handelns und Sport in der Gesellschaft · 3 Aufgaben