Abitur NRW Geographie 2021 · LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg (Kolleg)

Abiturprüfung Geographie in Nordrhein-Westfalen 2021, LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg (Kolleg): 1 Aufgabe mit Lösungen. Mit automatischer Korrektur.

Themen der Prüfung: Wachstumsimpulse durch Großprojekte und Infrastruktur · Strukturwandel und Tertiärisierung · Wirtschaftsfaktor Tourismus

Aufgabe 1 · Strukturwandel und Tertiärisierung

Abiturprüfung 2021 – Geographie, Leistungskurs

Aufgabenstellung: Zukunftsfähige Regionalentwicklung unter dem Einfluss sich wandelnder Industriebranchen? – Das Beispiel der Automobilproduktion in Stuttgart

Materialgrundlage

M 1: Atlaskarten nach Wahl

M 2: Die Region Stuttgart

M 3: Region Stuttgart – Wirtschaft

M 4: Region Stuttgart – Beschäftigung

M 5: Automotive-Cluster Region Stuttgart

M 6: Automotive-Cluster Region Stuttgart – automobile Wertschöpfungskette

M 7: Investitionen der Automobilhersteller Daimler und Porsche in der Region Stuttgart

M 8: Aktuelle Veränderungen im Bereich Fahrzeuge/Fahrzeugbau

M 9: Automobilindustrie – Marktprognose

M 10: Pressemeldung

M 2: Die Region Stuttgart

gehört zu den drei wirtschaftsstärksten Ballungsräumen in Deutschland

in 179 Städten und Gemeinden leben 2,7 Millionen Menschen

mit 729 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Region Stuttgart die am dichtesten besiedelte Fläche Deutschlands

auf 10 % der baden-württembergischen Fläche erwirtschaften 25 % der Einwohner rund 30 % der Wirtschaftsleistung Baden-Württembergs

Quelle: https://www.dialogforum.de/region-stuttgart (Zugriff 09.08.2021)

M 3: Region Stuttgart – Wirtschaft

Quelle: Diercke Weltatlas. Braunschweig: Westermann 2015, S. 48.2 (Ausschnitt)

M 4: Region Stuttgart – Beschäftigung

· 2007 · 2018

absolut · in % · absolut · in %

Primärer Sektor · 2.929 · 0,3 · 3.994 · 0,3

Sekundärer Sektor · 376.648 · 36,3 · 416.321 · 33,0

Tertiärer Sektor · 657.670 · 63,4 · 840.660 · 66,7

Quellen: Dispan, J.; Koch, A.; König, T.: Strukturbericht Region Stuttgart 2019; https://www.stuttgart.ihk24.de/standort-region-stuttgart/konjunktur-stuttgart/industriestatistik-677740 (Zugriff 10.08.2021)

M 5: Automotive-Cluster Region Stuttgart

Rund 215.500 Beschäftigte sind im Jahr 2018 in der Automobilwirtschaft der Region Stuttgart tätig.

► 17,1 % der Beschäftigten

Clusterkern:

Hersteller: 78.200

Zulieferer (direkt): 39.900 · 118.000

Produktionscluster (IMU-Schätzung) · ca. 45.000

Kfz-Gewerbe

(Autohäuser, Kfz-Werkstätten) · 23.700

Automotive-bezogene Dienstleistung (IMU-Schätzung) · ca. 21.700

Leiharbeit im Automotivebereich (IMU-Schätzung) · ca. 7.000

Quellen: Dispan, J.; Koch, A.; König, T.: Strukturbericht Region Stuttgart 2019

M 6: Automotive-Cluster Region Stuttgart – automobile Wertschöpfungskette

Merkmale Automobilindustrie Region Stuttgart

Automobilhersteller im Premiumsegment: Daimler, Porsche

„Mega“-Zulieferer (Top 100–Welt) mit Hauptsitz in der Region: Bosch, Mahle, Behr, Eberspächer, Mann+Hummel

Zahlreiche mittelständische Zulieferer (rd. 400 Betriebe)

Spezialisierter Maschinenbau

Engineering-Dienstleister

Forschungseinrichtungen

Unternehmen · Produkte (Auswahl) · Beschäftigte in der Region Stuttgart · Forschungs- und Entwicklungsausgaben

Daimler AG · Endhersteller Fahrzeuge · 82.700 · 9,7 Mrd. €

Bosch GmbH · Antriebssysteme für Verbrennungsmotoren und elektrische Antriebe; Batterien · 35.000 · 6,1 Mrd. €

Porsche AG · Endhersteller Fahrzeuge · 17.700 · 2,0 Mrd. €

Mahle GmbH · Kolbensysteme, Zylinderkomponenten · 6.700 · k. A.

Quellen: Dispan, J.; Koch, A.; König, T.: Strukturbericht Region Stuttgart 2019

M 7: Investitionen der Automobilhersteller Daimler und Porsche in der Region Stuttgart

Porsche investiert mehr als 700 Mio. Euro in den Stammsitz Zuffenhausen, um eine Fabrik für den Elektrosportwagen Taycan und mit ihr rund 1.500 neue Arbeitsplätze aufzubauen. Die hochmoderne Taycan-Produktion und -Montage, bei der erstmals fahrerlose Transportsysteme im kontinuierlichen Fluss eingesetzt werden, ging Ende 2019 in Betrieb. Ergänzt werden diese Investitionen in die Produktionsstätte in Stuttgart durch die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten rund um Elektroantriebe im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach (in dem insgesamt rund 6.500 Beschäftigte tätig sind).

Daimler investiert im Mercedes-Benz Werk Untertürkheim in den Wandel zum Hightech-Standort für Komponenten der Elektromobilität. Im Werk wird seit April 2019 eine Batteriefabrik für den Antrieb des Elektroautos EQS aufgebaut. In dieser Fabrik für Elektroantriebsbatterien werden zugekaufte Lithium-Ionen-Zellen zu einem Batteriesystem montiert. Ziel ist es, auch weitere Komponenten für Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge, wie z. B. den Elektromotor, am Standort zu produzieren. Eine weitere Fabrik für Antriebsbatterien im globalen Batterie-Produktionsverbund soll ab 2020 in Sindelfingen entstehen. Zudem investiert Daimler im Werk Sindelfingen schon heute in eine neue S-Klasse-Montagehalle mit sehr flexibler und digital vernetzter Produktion, in der die nächste Generation der S-Klasse und das Elektroauto EQ auf einem Montageband produziert werden.

Quellen: Dispan, J.; Koch, A.; König, T.: Strukturbericht Region Stuttgart 2019

M 8: Aktuelle Veränderungen im Bereich Fahrzeuge/Fahrzeugbau

Quelle: Buss et al. (2018): FAST 2030, S. 27

M 9: Automobilindustrie – Marktprognose

Quelle: https://giessereichemie.de/automobilzulieferer_brauchen_transformationsstrategie/ (Zugriff 10.08.2021)

M 10: Pressemeldung

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000114037789/mehr-elektroautos-weniger-jobs (Zugriff 10.08.2021)

1.

Lokalisieren Sie die Region Stuttgart räumlich und beschreiben Sie, wie die Wirtschaft dieser Region aufgebaut ist. (20 Punkte)

2.

Erläutern Sie, wie sich die Automobilindustrie in der Region Stuttgart seit 2008 entwickelt hat, welche Strukturen sie aufweist und welche Bedeutung sie besitzt. (35 Punkte)

3.

Nehmen Sie kritisch Stellung zur Themenfrage und beziehen Sie dabei die aktuellen Veränderungen in der Automobilindustrie ein. (25 Punkte)

Aufgabe 2 · Wirtschaftsfaktor Tourismus

Aufgabe 2

Thema: Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor und seine Bedeutung für Zielregionen – am Beispiel Borkum

Grundlage sind die Materialien M 2 – M 10 (siehe unten). Als Hilfsmittel sind Atlas, Wörterbuch und Taschenrechner erlaubt.

M 2: Borkum – Klima

Quellen: de.climate-data.org; nordsee.insel-leben.de (Zugriff 27.08.2021)

M 3: Borkum – Rahmenbedingungen

Positionierung der Insel

Reisemotive (in %)

Quelle: www.cdn.borkum.de/wp-content/uploads/2017/10/LeitbildBorkum2030-Stand030516_final_small-1.pdf (Zugriff 27.08.2021)

M 4: Borkum – touristische Einrichtungen und Angebote

Quelle (verändert): www.klett-map.de (Zugriff 27.08.2021)

M 5: Borkum – Daten zum Tourismus

Beherbergungsbetriebe · 2000 · 2005 · 2010 · 2015 · 2019 · 2020

Hotel · 51 · 48 · 45 · 41 · 41 · 34

Pension, Gasthof · 12 · 13 · 15 · 13 · 13 · 11

Ferienhaus, Ferienwohnung · 130 · 135 · 111 · 88 · 102 · 83

Erholungsheim · 11 · 9 · 7 · 5 · 5 · 4

Jugendherberge · 3 · 3 · 2 · 1 · 1 · 1

Reha-Klinik · 7 · 6 · 8 · 7 · 7 · 6

Campingplatz · 1 · 2 · 1 · 2 · 1 · 1

Bettenangebot · 8.348 · 8.319 · 8.101 · 7.023 · 7.799 · 6.595

Bettenauslastung (in %) · 46,6 · 41,4 · 47,1 · 53,2 · 55,3 · 44,7

Quellen: www.stadt-borkum.de; www.statistik.niedersachsen.de (Zugriff 27.08.2021)

M 6: Borkum – Demografie

Quelle: www.statistik.niedersachsen.de (Zugriff 27.08.2021)

M 7: Borkum – sozioökonomische Daten

Quelle: www.statistik.niedersachsen.de (Zugriff 27.08.2021)

M 8: Borkum – Wohnen

Quellen: www.statistik.niedersachsen.de; www.magazin.norderney-zs.de; www.wohnungsboerse.net (Zugriff 27.08.2021)

M 9: Leben auf Borkum – Pressemeldungen

Auf Niedersachsens Ostfriesischen Inseln geht ein Gespenst um – das Gespenst der „Syltifizierung". Als Folge der Finanzkrise, wegen kaum noch vorhandener Zinsen hat der Run der Reichen und Schönen jetzt auch Borkum erreicht – auch hier wird das Wohnen zunehmend unbezahlbar.

Dabei hat die Preisexplosion verheerende Folgen für die Sozialstruktur der Inseln: Immer mehr Bürgermeister klagen über „tote Zonen" – über Straßenzüge, in denen die Rollläden der Fenster oft über Monate unten bleiben. Denn überhitzt wird der Immobilienmarkt nicht von Neubürgern, die dauerhaft auf den Inseln leben wollen: Gekauft werden Zweitwohnungen, die von ihren Besitzern als Kapitalanlage betrachtet und oft nur wenige Wochen im Jahr bewohnt werden.

„Das ist ein riesiges Problem", sagt der Initiator der Inselkonferenz, der SPD-Landtagsabgeordnete Holger Heymann [...] „Es gibt immer mehr Pendlerfamilien", klagt der Sozialdemokrat. Eine „Zumutung" sei das: Fünf von sieben Inseln sind tideabhängig, können von Schiffen also nur bei günstigem Wasserstand angelaufen werden. „Dadurch entstehen unmögliche Fährzeiten", sagt Heymann.

Quelle: https://taz.de/Gentrifizierung-im-Meer (Zugriff 27.08.2021)

Die westlichste und größte ostfriesische Insel Borkum kann beim Tourismus mit dem Label „allergikerfreundlich" werben. Die Kleinbahn vom Hafen zur Stadt läuft zwar im Dieselbetrieb, neuerdings ist aber ein Elektrobus im Einsatz. Die Polizei geht mit dem ersten Elektro-Motorrad auf Streife, auch städtische Fahrzeuge werden auf E-Antrieb umgestellt. Beim Autoverkehr gibt es starke Einschränkungen im Ortskern. Als erste deutsche Fähre pendelt ein Schiff mit dem umweltfreundlichen Flüssiggasantrieb (LNG) von Emden nach Borkum.

Quelle: https://www.shz.de/17082741 (Zugriff 27.08.2021)

M 10: Wachstumszyklusmodell nach Butler

Quelle: www.pearltrees.com/louisxx/geographie (Zugriff 27.08.2021)

1.

Lokalisieren Sie die Insel Borkum und kennzeichnen Sie ihr touristisches Potenzial. [22 Punkte]

2.

Erläutern Sie, wie sich der Tourismus auf Borkum entwickelt hat, wie er aufgebaut ist und welche Bedeutung er hat. [29 Punkte]

3.

Nehmen Sie kritisch Stellung zu den Zukunftsaussichten des Tourismus auf Borkum und beziehen Sie dabei das Wachstumszyklusmodell nach Butler ein. [29 Punkte]

Aufgabe 3 · Wachstumsimpulse durch Großprojekte und Infrastruktur

Thema: Infrastrukturprojekte als Wachstumsmotor? – Das Beispiel der Öresund-Verbindung

Materialgrundlage

M 1: Atlaskarten nach Wahl

M 2: Öresund-Region 1991 – Wirtschaft

M 3: Beschäftigungsstruktur Öresund-Region

M 4: Öresund-Region – demografische Entwicklung

M 5: Daten und Fakten zur Öresund-Verbindung

M 6: Öresund-Verbindung – Verkehrsentwicklung

M 7: Immobilienpreise und interregionale Umzüge in der Öresund-Region

M 8: Öresund-Verbindung – Entwicklungsszenarien

M 9: Ostseeraum – Prognose Güterverkehr

M 10: Transeuropäisches Netzwerk – Verkehr (TEN-V)

M 2: Öresund-Region 1991 – Wirtschaft

M 3: Beschäftigungsstruktur Öresund-Region

Wirtschaftssektor (Anteile in %)

Agglomeration Kopenhagen 1993

Agglomeration Kopenhagen 2007

Agglomeration Kopenhagen 2018

Agglomeration Malmö 1997

Agglomeration Malmö 2011

Agglomeration Malmö 2018

Primärer Sektor

1,0

0,7

0,6

1,8

1,4

1,3

Sekundärer Sektor

17,9

14,8

13,0

23,9

19,7

18,9

Tertiärer Sektor

81,1

84,5

86,4

74,3

78,9

79,8

Anzahl Beschäftigte insgesamt

830.371

938.511

985.079

484.536

570.823

585.585

M 4: Öresund-Region – demografische Entwicklung

Jahr

Stadt Kopenhagen

Hauptstadtregion Kopenhagen

Stadt Malmö

Region Malmö

Öresund-Region*

2000 · k. A. · k. A. · 259.579 · 579.034 · 3.503.576

2005 · 501.158 · 1.633.565 · 271.271 · 604.382 · 3.583.302

2010 · 539.542 · 1.699.387 · 298.963 · 656.355 · 3.698.199

2015 · 591.481 · 1.789.174 · 322.574 · 695.430 · 3.811.094

2020 · 638.117 · 1.854.084 · 347.949 · 748.433 · 3.884.731

2024 · k. A. · k. A. · k. A. · k. A. · 3.970.000

2029 · k. A. · k. A. · k. A. · k. A. · 4.050.000

M 5: Daten und Fakten zur Öresund-Verbindung

1991: Abkommen zwischen Dänemark und Schweden über den Bau der Verbindung

Fertigstellung: 1. Juli 2000 (Bauzeit: 4,5 Jahre)

Baukosten: ca. 3 Mrd. Euro; Förderung durch EU-Fonds für regionale Entwicklung

5.000 Beschäftigte während der Bauphase

Streckenführung: kombinierte vierspurige Autobahnbrücke mit zweispuriger Bahntrasse

Nutzungszweck

M 6: Öresund-Verbindung – Verkehrsentwicklung

Jahresaufkommen nach Verkehrsträger

Kategorie

2001

2010

2015

2019

Pkw · 2.662.082 · 6.499.956 · 6.313.667 · 5.459.591

Motorräder · 24.228 · 32.198 · 33.993 · 40.535

Lkw · 153.335 · 328.905 · 448.292 · 545.134

Busse · 37.745 · 44.520 · 46.811 · 58.749

Verkehr insgesamt · 2.877.390 · 6.905.579 · 6.842.763 · 6.104.009

M 7: Immobilienpreise und interregionale Umzüge in der Öresund-Region

Anmerkung: Im schwedischen Teil der Öresundregion – insbesondere in Malmö – sind die Wohnungs- und Immobilienpreise seit 2010 weiter stark gestiegen. 2016 lag der Quadratmeterpreis für ein Einfamilienhaus in Malmö und Umgebung fast auf dem gleichen Niveau wie in der Hauptstadtregion Kopenhagen.

M 8: Öresund-Verbindung – Entwicklungsszenarien

M 9: Ostseeraum – Prognose Güterverkehr

M 10: Transeuropäisches Netzwerk – Verkehr (TEN-V)

Anmerkung: Die EU hat verkehrspolitisch insgesamt neun Verkehrskorridore TEN-V (Transeuropäische Netze-Verkehr) durch Europa gebildet. Die neun multimodalen Korridore mit einer Gesamtlänge von 15.000 km sollen bis 2030 so ausgebaut werden, dass sie den definierten technischen Mindestkriterien für ein leistungsfähiges Verkehrsnetz entsprechen.

1.

Lokalisieren Sie die Öresund-Region und kennzeichnen Sie ihre Ausstattung mit Verkehrsinfrastruktur sowie ihre sozioökonomische Struktur zu Beginn der 1990er Jahre. [25 Punkte]

2.

Erläutern Sie, welche Entwicklungsprozesse seit der Fertigstellung der Öresund-Verbindung abgelaufen sind. [27 Punkte]

3.

Erörtern Sie die Chancen und die Probleme der Öresund-Verbindung sowohl für die Region als auch im Rahmen der europäischen Raumentwicklung. [28 Punkte]

Hinweis: Zusätzlich zu den 80 Punkten für die inhaltlich-methodische Leistung können bis zu 20 Punkte für die Darstellungsleistung erreicht werden (Gesamt: 100 Punkte).

Aufgabe 4 · Strukturwandel und Tertiärisierung

Abiturprüfung 2021 – Geographie, Leistungskurs

Aufgabenstellung: Thema: Zukunftsfähige Entwicklung nach Verlust wichtiger Funktionen? – Das Beispiel Bonn

Materialgrundlage

M 1: Atlaskarten nach Wahl

M 2: Bonn – administrative Gliederung und Verkehrsanbindung

M 3: Verteilung der Beschäftigten im Raum Bonn 1990

M 4: Bonn – Arbeitsstätten und Arbeitsplätze 1990

M 5: 1991 prognostizierte Auswirkungen des Verlusts der Hauptstadtfunktion für Bonn

M 6: Der Hauptstadtbeschluss

M 7: Ab 1994 nach Bonn verlagerte Bundeseinrichtungen

M 8: Bundesmittel 1994 – 2004 für die Region Bonn

M 9: Bonn – sozioökonomische Daten

M 10: Bonn – Standorte wichtiger Institutionen und Unternehmen (2019)

M 2: Bonn – administrative Gliederung und Verkehrsanbindung

Quellen: Stadt Bonn (2019): Jahreswirtschaftsbericht, S. 14; https://www.region-bonn.de/die-region (Zugriff 12.11.2020)

M 3: Verteilung der Beschäftigten im Raum Bonn 1990

Quelle: Prognos: Stellungnahme zu den Kosten der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes von Bonn nach Berlin. Köln 1990, S. 11

M 4: Bonn – Arbeitsstätten und Arbeitsplätze 1990

Quellen: Prognos: Stellungnahme zu den Kosten der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes von Bonn nach Berlin. Köln 1990, S. 11; Stadt Bonn/Der Oberstadtdirektor (Hrsg.): Daten zur Bundeshauptstadt Bonn. Bonn 1990

M 5: 1991 prognostizierte Auswirkungen des Verlusts der Hauptstadtfunktion für Bonn

Quelle: Latz, W.: Die Bedeutung der Hauptstadtfunktion für Bonn. In: Praxis Geographie 21 (1991) H. 10, S. 56

M 6: Der Hauptstadtbeschluss

Als am 20. Juni 1991 der Deutsche Bundestag mit 337 zu 320 Stimmen die Verlegung der Hauptstadt von Bonn nach Berlin beschloss, verursachte dies bei nicht wenigen Bonnern und Bewohnern des Umlandes ernsthafte Existenzängste. [...] Der Bundestag verabschiedete am 26. April 1994 das sogenannte Berlin/Bonn-Gesetz, in dem die Arbeitsteilung zwischen Berlin und der „Bundesstadt Bonn“ geregelt ist, und kurz darauf folgte eine Vereinbarung über Ausgleichsmaßnahmen für die Region mit einer Laufzeit bis 2004. [...] Der Bundespräsident, der Bundeskanzler, der Deutsche Bundestag und der Bundesrat sowie die meisten Ministerien sind nach Berlin umgezogen. [...] Sechs Ministerien verbleiben laut Gesetz mit ihrem Kern in der Bundesstadt: Es handelt sich um die Ministerien für Verteidigung, Gesundheit, Umwelt- und Naturschutz, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bildung, Wissenschaft und Forschung und Technologie sowie Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. [...] Um den Stellenverlust von rund 22.000 Arbeitsplätzen auszugleichen und Bonn/Rhein-Sieg-Kreis/Ahrweiler breitere richtungsweisende Entwicklungslinien vorzugeben, wurde das sogenannte Fünf-Säulen-Modell entworfen, das Schwerpunkte nennt, mit denen die Zukunft der Region gesichert werden soll: Es stellt die weitere Bedeutung für politische und staatliche Funktionen heraus (Bundesstadt) und sieht eine Verstärkung internationaler Beziehungen durch die Ansiedlung international tätiger Institutionen vor (Entwicklungshilfe, UN u. a.). Ein großes Gewicht liegt auf dem Ausbau der Wissenschaftsregion, wovon man sich eine zusätzliche Unterstützung der Säule Wirtschaft erhofft. Die fünfte Säule betrifft die Planung und Gestaltung des regionalen Lebensraumes in Richtung nachhaltiger Strukturen.

Quelle: Grotz, R.: Bonn und der Hauptstadtverlust – wie geht es weiter? In: Petermanns Geographische Mitteilungen 144 (2000) H. 5, S. 20/21

M 7: Ab 1994 nach Bonn verlagerte Bundeseinrichtungen

Einrichtung

Mitarbeiter/innen

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht · 1.200

Bundesinstitut für Arzneimittel & Medizinprodukte · 1.100

Statistisches Bundesamt (Hauptstelle in Wiesbaden) · 750

Bundesrechnungshof · 600

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung · 600

Bundesversicherungsamt · 540

Bundesinstitut für Berufsbildung · 500

Internationale Weiterbildung & Entwicklung GmbH · 430

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung · 400

Bundeszentralregister beim Generalbundesanwalt · 400

Bundeskartellamt · 300

Zentralstelle für Arbeitsvermittlung · 300

Zentrale des Eisenbahnbundesamtes · 250

Deutscher Entwicklungsdienst · 160

Hauptverwaltung des Bundeseisenbahnvermögens · 140

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung · 67

Deutsches Institut für Entwicklungspolitik · 57

Deutsche Gesellschaft für Ernährung · 43

Bundesamt für Strahlenschutz (Hauptstelle in Salzgitter) · 40

Quelle: Wiegandt, C.: Bonn boomt – von der Bundesstadt zur internationalen Stadt. In: Geographische Rundschau 58 (2006) H. 6, S. 54

M 8: Bundesmittel 1994 – 2004 für die Region Bonn

Bereich

Mittel

Wissenschaftsstandort · 861 Mio. €

Kulturstandort · 60 Mio. €

Wirtschaftlicher Strukturwandel Region Bonn · 74 Mio. €

Verkehr (ICE-Anbindung) · 256 Mio. €

Soforthilfe (einschließlich Darlehen) · 97 Mio. €

Grundstücksleistungen · 51 Mio. €

Internationales Kongresszentrum Bundeshaus Bonn · 38 Mio. €

Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Wohnungswesen: Vereinbarungen über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn vom 29. Juni 1994. Bilanz. Bonn 2004

M 9: Bonn – sozioökonomische Daten

Leerstandsquote Büroflächen:

2006: 5,07 %

2018: 1,57 %

Quellen: Stadt Bonn: Jahreswirtschaftsberichte 2019 und 2020; Bundesagentur für Arbeit; Regionalatlas Deutschland; https://wirtschaftsregionbonn.org/wp-content/uploads/2019/09/Neu-B%C3%BCromarktRegionBonn-Q4-2018.pdf (Zugriff 23.07.2021)

M 10: Bonn – Standorte wichtiger Institutionen und Unternehmen (2019)

Quelle (verändert): Wiegandt, C.: Bonn im Strukturwandel – die Bundesstadt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. In: Geographische Rundschau 72 (2020), H. 9, S. 26–31

1.

Lokalisieren Sie Bonn und erläutern Sie, welche Bedeutung die Hauptstadtfunktion um 1990 für die Stadt hatte. [30 Punkte]

2.

Überprüfen Sie, inwieweit sich die Auswirkungen, die für Bonn nach dem Verlust der Hauptstadtfunktion vorhergesagt wurden, tatsächlich eingestellt haben. [50 Punkte]

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