Aufgabe 3 · Abitur NRW Psychologie LK · Haupttermin 2023
Thema: Psychische Störungen und Psychotherapie · Aus der Prüfung LK · Haupttermin (2023)
Aufgabenstellung
Aufgabe 3
Materialgrundlage: Demir, Selin / Marlinghaus, Lisa / Fruck, Josefin / Gloster, Andrew: Annehmen statt vermeiden. In: Gehirn&Geist 5/2021, S. 76 – 80.
Aufgabenstellung:
Arbeiten Sie aus dem Text die Grundannahmen, Ziele und Methoden der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) heraus und weisen Sie nach, dass sich dieses Verfahren dem kognitivistischen Paradigma zuordnen lässt. (24 Punkte)
Vergleichen Sie die Akzeptanz- und Commitmenttherapie mit der Psychoanalyse nach Freud in Bezug auf Grundannahmen, Ziele und Methoden; beziehen Sie dabei auch sein tiefenpsychologisches Persönlichkeitsmodell ein. (30 Punkte)
Erörtern Sie, wie sinnvoll die ACT bei der Behandlung einer Zwangsstörung eingesetzt werden kann. Nehmen Sie zum Schluss Stellung, ob bei einer Zwangsstörung die Akzeptanz- und Commitmenttherapie gegenüber der Psychoanalyse zu bevorzugen ist. (26 Punkte)
1.
2.
3.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
1. Arbeiten Sie aus dem Text die Grundannahmen, Ziele und Methoden der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) heraus und weisen Sie nach, dass sich dieses Verfahren dem kognitivistischen Paradigma zuordnen lässt.
Lösung: Grundannahmen: Negative mentale Zustände abzustreiten ist schwierig und verstärkt sie oft; Vermeidung als Abwehrstrategie verleiht negativen Gedanken Gewicht; Akzeptanz verschafft Linderung. Ziele: Aufgeben des Vermeidungsverhaltens, Identifizierung persönlicher Werte, Balance zwischen Akzeptanz und Veränderung. Methoden: Selbstbesserungsübungen, Achtsamkeits- und Imaginationsübungen, Verfremdung (Donald-Duck-Stimme). Zuordnung zum Kognitivismus: Wissen ist in assoziativen Netzwerken strukturiert, dysfunktionale Gedanken sind zu überwinden.
2. Vergleichen Sie die Akzeptanz- und Commitmenttherapie mit der Psychoanalyse nach Freud in Bezug auf Grundannahmen, Ziele und Methoden; beziehen Sie dabei auch sein tiefenpsychologisches Persönlichkeitsmodell ein.
Lösung: Gemeinsamkeiten: Vermeidung hilft dauerhaft nicht; Annahme assoziativ verknüpften Wissens. Unterschiede: ACT sieht Störungen in Vermeidung und Gedankenfusion; Psychoanalyse sieht Ursachen in unvollständig verdrängten Konflikten aus der Kindheit. Methoden: ACT ist gegenwartsorientiert; Psychoanalyse nutzt freie Assoziation und blickt in die Kindheit zurück.
3. Erörtern Sie, wie sinnvoll die ACT bei der Behandlung einer Zwangsstörung eingesetzt werden kann. Nehmen Sie zum Schluss Stellung, ob bei einer Zwangsstörung die Akzeptanz- und Commitmenttherapie gegenüber der Psychoanalyse zu bevorzugen ist.
Lösung: Merkmale nach DSM-5: wiederkehrende Zwangsgedanken und -handlungen. Zustimmende Argumente für ACT: Gedankenetreibenlassen passt gut bei Grübeln, Distanzierung verringert Bedrohlichkeit. Ablehnende Argumente: Ursache wird nicht ausfindig gemacht. Stellungnahme: Begründete Abwägung zwischen ACT und Psychoanalyse.
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