Aufgabe B2 - Differentialrechnung · Abitur NRW Mathematik LK · Nachtermin · CAS · Weiterbildungsko 2023

Thema: Differentialrechnung: Tangenten, Extrem- und Wendepunkte · Aus der Prüfung LK · Nachtermin · CAS · Weiterbildungskolleg (2023)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung:

In Abbildung 1 ist eine Holzliege zu sehen, deren geschwungene Liegefläche auf zwei Seitenteilen ruht. Für die Seitenteile wird Holz der Dicke 4 cm4\text{ cm} verwendet. Dabei besitzt 1 cm31\text{ cm}^3 dieses Holzes eine Masse von 0,75 g0{,}75\text{ g}.

Abbildung 2 stellt den Längsschnitt eines Seitenteils dieser Liege als Modell dar. Den oberen Rand beschreibt der Graph einer Funktion gg, den unteren Rand der Graph einer Funktion hh.

Für die Funktionen gg und hh, durch deren Graphen der obere und untere Rand in einem geeigneten Intervall beschrieben wird, gilt:

g(x)=23x3−3x2+4x−710,x∈Rundh(x)=0,06x4−0,30x2+0,38,x∈R.g(x) = \frac{2}{3}x^3 - 3x^2 + 4x - \frac{7}{10}, \quad x \in \mathbb{R} \quad \text{und} \quad h(x) = 0{,}06x^4 - 0{,}30x^2 + 0{,}38, \quad x \in \mathbb{R}. Im Modell steht eine Längeneinheit für 40 cm40\text{ cm} in der Wirklichkeit.

Üblicherweise legt sich eine Person so auf die Liege, dass sich – bezogen auf den Längsschnitt – die Kniekehlen ungefähr in dem Punkt befinden, der im Modell durch den lokalen Hochpunkt HH des Graphen von gg gegeben ist. Das Gesäß befindet sich dann ungefähr in dem Punkt, der im Modell durch den lokalen Tiefpunkt TT des Graphen von gg gegeben ist (siehe Abbildung 2). Bei einer bequemen Liege sollte die Oberschenkellänge ungefähr dem Abstand zwischen diesen beiden Punkten entsprechen (erste Bedingung). Außerdem sollte im Bereich zwischen diesen beiden Punkten die Steigung zwischen −0,7-0{,}7 und 0,70{,}7 liegen (zweite Bedingung).

Die Hersteller möchten zukünftig auch Liegen anbieten, die individuell an die jeweilige Körpergröße angepasst sind. Sie benutzen zur Modellierung des oberen Randes des Seitenteils für geeignete k>0k > 0 Funktionen gkg_k mit

gk(x)=23k2x3−3kx2+4x−710k,x∈R.g_k(x) = \frac{2}{3}k^2 x^3 - 3kx^2 + 4x - \frac{7}{10k}, \quad x \in \mathbb{R}.

In der Regel liegt man so auf der Liege, dass – im Längsschnitt betrachtet – die Kniekehlen etwa an dem Punkt liegen, den im Modell der lokale Hochpunkt HH des Graphen von gg darstellt. Das Gesäß liegt dann etwa an dem Punkt, der im Modell dem lokalen Tiefpunkt TT des Graphen von gg entspricht (siehe Abbildung 2). Eine Liege ist bequem, wenn die Oberschenkellänge ungefähr dem Abstand dieser beiden Punkte entspricht (erste Bedingung). Zudem soll die Steigung zwischen diesen beiden Punkten stets zwischen −0,7-0,7 und 0,70,7 liegen (zweite Bedingung).

Teilaufgabe a

a) (1)

Ermitteln Sie die Koordinaten des Hochpunkts und des Tiefpunkts des Graphen von gg.

[Zur Kontrolle: Die Extremstellen sind x=1x = 1 und x=2x = 2.]

H(H(

∣\mid

))

T(T(

∣\mid

))

a) (2)

Berechnen Sie die Entfernung zwischen Hochpunkt und Tiefpunkt.

a) (3)

Bestimmen Sie rechnerisch die Steigung des Graphen von gg an der Wendestelle, ohne dabei Werte oder Zusammenhänge zu nutzen, die aus Funktionsgraphen abgelesen wurden.

a) (4)

Eine Person mit der Körpergröße 172 cm172\text{ cm} hat im Durchschnitt einen Oberschenkel der Länge 40 cm40\text{ cm}.

Beurteilen Sie, ob die Liege für eine solche Person beide Bedingungen für Bequemlichkeit erfüllt.

Teilaufgabe c

Am Seitenteil wird eine Leiste vv parallel zur yy-Achse befestigt (siehe Abbildung 3). Sie soll an der Stelle xvx_v mit 0,34<xv<2,400{,}34 < x_v < 2{,}40 sitzen, an der der vertikale Abstand (Abstand in yy-Richtung) zwischen oberem und unterem Rand des Seitenteils am größten ist.

Ermitteln Sie den maximalen vertikalen Abstand zwischen oberem und unterem Rand des Seitenteils.

Teilaufgabe d

Die Hersteller möchten zukünftig auch Liegen anbieten, die individuell an die jeweilige Körpergröße angepasst sind. Sie benutzen zur Modellierung des oberen Randes des Seitenteils für geeignete k>0k > 0 Funktionen gkg_k mit

gk(x)=23k2x3−3kx2+4x−710k,x∈R.g_k(x) = \frac{2}{3}k^2 x^3 - 3kx^2 + 4x - \frac{7}{10k}, \quad x \in \mathbb{R}.

d) (1)

Bestimmen Sie rechnerisch in Abhängigkeit von kk die Koordinaten und die Art der lokalen Extrempunkte des Graphen von gkg_k.

[Zur Kontrolle: Die Extremstellen von gkg_k sind x=1kx = \frac{1}{k} und x=2kx = \frac{2}{k}.]

d) (2)

Bestimmen Sie kk so, dass die Liegefläche, modelliert mit gkg_k, die erste Bedingung für Bequemlichkeit bei einem zehnjährigen Kind mit Körpergröße 140 cm140\text{ cm} und einer Oberschenkellänge von ca. 30 cm30\text{ cm} erfüllt.

d) (3)

Erläutern Sie, auf welche Weise die Werte von kk verändert werden müssen, damit die mit gkg_k modellierte Liegefläche für große bzw. kleine Menschen geeignet ist.

d) (4)

Zeigen Sie, dass bei gkg_k die Steigung an der Wendestelle nicht von kk abhängt und dass jede mit einer Funktion gkg_k modellierte Liege die zweite Bedingung für Bequemlichkeit erfüllt.

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Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) (1) x-Koordinate des Hochpunkts H

Lösung: 1

a) (1) y-Koordinate des Hochpunkts H

Lösung: 0,97 / 29/30

a) (1) x-Koordinate des Tiefpunkts T

Lösung: 2

a) (1) y-Koordinate des Tiefpunkts T

Lösung: 0,63 / 19/30

a) (2) Berechnen Sie die Entfernung zwischen Hochpunkt und Tiefpunkt.

Lösung: 1,06

a) (3) Bestimmen Sie rechnerisch die Steigung des Graphen von g an der Wendestelle.

Lösung: -0,5

a) (4) Beurteilen Sie, ob die Liege für eine solche Person beide Bedingungen für Bequemlichkeit erfüllt.

Lösung: Der Abstand der Punkte der Liege, die durch den Hoch- und Tiefpunkt von g modelliert werden, beträgt ungefähr 1,06 · 40 cm ≈ 42 cm und entspricht damit ungefähr der Oberschenkellänge von 40 cm. Die Steigung von -0,5 an der steilsten Stelle zwischen Hoch- und Tiefpunkt, nämlich der Wendestelle, liegt zwischen den Werten -0,7 und 0,7. Die Liege erfüllt also die beiden Voraussetzungen für eine bequeme Liege.

c) Ermitteln Sie den maximalen vertikalen Abstand zwischen oberem und unterem Rand des Seitenteils.

Lösung: 34,4 cm / 0,344 m / 0,86 LE

d) (1) y-Koordinate des Hochpunkts H_k

Lösung: 29/(30k)

d) (1) y-Koordinate des Tiefpunkts T_k

Lösung: 19/(30k)

d) (2) Bestimmen Sie k so, dass die Liegefläche, modelliert mit g_k, die erste Bedingung erfüllt.

Lösung: 1,41 / 4*sqrt(10)/9

d) (3) Erläutern Sie, auf welche Weise die Werte von k verändert werden müssen, damit die mit g_k modellierte Liegefläche für große bzw. kleine Menschen geeignet ist.

Lösung: Je größer der Wert von k ist, desto kleiner ist der Abstand zwischen Hoch- und Tiefpunkt und umgekehrt. Eine Liege für kleine Menschen erhält man also durch große Werte von k, eine Liege für große Menschen durch kleine Werte von k.

d) (4) Wendestelle x_W in Abhängigkeit von k

Lösung: 3/(2k)

d) (4) Steigung an der Wendestelle g_k'(x_W)

Lösung: -0,5 / -1/2

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