Aufgabe NT 3 - Teilaufgabe 4 · Abitur NRW Französisch LK · Nachtermin · fortgeführt 2021

Thema: Sprachmittlung Deutsch → Französisch (Médiation) · Aus der Prüfung LK · Nachtermin · fortgeführt (2021)

Aufgabenstellung

Klausurteil B: Sprachmittlung isoliert

4. Votre correspondante Coralie a regardé un documentaire sur la gentrification à Paris. Elle aimerait savoir si l’Allemagne connaît les mêmes difficultés et comment on pourrait préserver la mixité sociale dans une grande ville. En naviguant sur Internet, vous avez trouvé un article qui pourrait vous aider à lui répondre.

Écrivez-lui un e-mail dans lequel vous résumez les informations de l’article à ce sujet. (médiation) [18 Punkte]

Klausurteil B

Anette Orth

Leben in der Stadt – Purer Luxus nur für Reiche?

Wer heute eine Wohnung in München sucht, erntet mitleidige Blicke in seinem Freun-

deskreis. Das Angebot ist mehr als überschaubar und selbst Doppelverdiener haben

Probleme, die exorbitanten Mieten aufzubringen.

Bis jetzt erlebten bayerische Bürger hauptsächlich in der Landeshauptstadt den Miet-Alp-

5 traum. Doch auch in anderen bayerischen Städten wie Bamberg drohen bisher nicht gekannte

Mietsteigerungen und ein knapper Markt. Können wir uns das Leben in der Stadt in Zukunft

überhaupt noch leisten? […]

Die Gentrifizierung und ihre Folgen

Und die Städte verändern sich. Ihre Viertel werden nach und nach einer radikalen Schönheits-

kur unterzogen, die vor allem alteingesessenen Bürgern nicht gefällt. Das Schreckgespenst

10 der Gentrifizierung geistert durch alte Arbeiterquartiere, wie zurzeit in Giesing in München.

Unter Gentrifizierung versteht man die Veredelung eines Stadtteils. Der Prozess läuft so ab:

Anfangs „herunter gekommene“ Quartiere werden von Künstlern und Kreativen entdeckt –

es entwickelt sich eine Szene, das Viertel wird attraktiv. Die Mieten steigen, die Spirale dreht

sich. Alteingesessene Normalverdiener können sich ihre eigene Stadt bald nicht mehr leisten.

15 Die Stadtteil-Veredelung spaltet die Bürger, denn die Renaissance der Stadt dient nur den

Wohlhabenden, die sich teure Lofts und Townhouses leisten können. Sozial Schwache wer-

den an den Stadtrand oder aufs Land gedrängt. Der Münchner Stadtdirektor Walter Buser

sagt, dass München einfach nicht genügend Fläche habe, genügend Wohnungen zu bauen.

So würden künftig immer mehr Menschen pendeln müssen: aus dem Umland oder aus den

20 umliegenden Städten Augsburg, Ingolstadt oder Landshut.

Bündnis Bezahlbares Wohnen

„Wenn man nicht mehr da wohnen kann, wo man gerne möchte, wird es schwierig“, sagt

Maximilian Heisler. Er ist einer der Sprecher des Bündnisses Bezahlbares Wohnen und er

25 sorgt sich auch um den Charakter und den Charme seines Viertels, Giesing, in dem er aufge-

wachsen ist und bis heute lebt. Er fürchtet, dass Giesing wie andere Viertel in der Innenstadt

nicht nur teuer, sondern auch schick und langweilig wird, weil nur noch die Besserverdienen-

den, nicht aber die Normalverdiener vom Studenten bis zum Rentner hier leben können.

[…]

30 Lösungsvorschläge für moderate Mieten

Zu den Forderungen vom Bündnis Bezahlbares Wohnen gehört die Regionalisierung des

Mietrechts, was gerade unter Druck stehenden Städten wie München die Möglichkeit zum

Gegensteuern einräumen würde. Im Moment schreibt ein Bundesgesetz vor, dass die Miete

alle drei Jahre um 20 Prozent erhöht werden darf, solange bis sie die ortsübliche Vergleichs-

35 miete erreicht.

Auch ein Verbot der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in bestimmten Stadt-

vierteln oder zumindest eine stärkere Kontrolle durch die Stadt, eine Stärkung des Denkmal-

schutzes gegen „abrisswütige Investoren“ oder Reformen bei der Berechnung des Mietspie-

gels, der häufig kein realistisches Bild der Mietpreise wiedergibt, stehen im Forderungskata-

40 log der Aktivisten. Und schließlich wollen sie Bevölkerung und Politik sensibilisieren für die

Gefahren der Gentrifizierung.

Wie kann Wohnungsbau in München und Bamberg künftig gestaltet werden?

Trotz knapper Kassen dürfen Städte und Kommunen nicht aufhören, bezahlbaren Wohnraum

zu schaffen. Öffentliche Freiflächen sollten nicht meistbietend versteigert, sondern für neuen

45 Wohnungsbau genutzt werden. Dabei ist auch die Förderung von Genossenschaften wichtig,

die vor allem günstige Grundstücke brauchen. Auch Hochhäuser dürfen kein Tabu sein, die

durch Großsiedlungen wie Neuperlach oder Hasenbergl in Verruf gekommen sind.

Leben in der Stadt – für überzeugte Münchner oder Bamberger gibt es keine Alternative zur

städtischen Lebendigkeit, zum Bildungsangebot und zu ihrer Kultur. Allen Prognosen nach

50 werden Bayerns Städte weiter wachsen. Das Leben in der Stadt sollte aber auch künftig nicht

nur für Reiche möglich sein; es ist ja gerade die bunte Mischung der Bewohner, die eine Stadt

so lebens- und liebenswert macht.

Aufgabenstellung: Aufgabe NT 3 - Teilaufgabe 4 · Abitur NRW Französisch LK · Nachtermin · fortgeführt 2021

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Écrivez-lui un e-mail dans lequel vous résumez les informations de l’article à ce sujet.

Lösung: Exemple d'e-mail synthétisant les critères officiels : Chère Coralie, J'ai bien reçu ton message. C'est vrai que la gentrification n'est pas un phénomène réservé à Paris : en Allemagne aussi, de nombreuses métropoles comme Munich, mais aussi des villes moyennes comme Bamberg, sont touchées par une crise aiguë du logement. En Bavière, l'offre de logements est très insuffisante face à la demande, ce qui entraîne une flambée des loyers insoutenable, même pour les ménages où les deux conjoints travaillent. Des quartiers populaires et autrefois vétustes subissent une transformation radicale : découverts d'abord par des artistes, ils deviennent branchés, ce qui fait monter les prix. Les habitants traditionnels aux revenus modestes ou moyens sont ainsi repoussés en périphérie ou obligés de faire la navette depuis des villes voisines. Ces quartiers rénovés perdent leur mixité sociale, leur charme et leur authenticité, devenant chics mais monotones au profit des catégories les plus aisées. Face à cela, des initiatives citoyennes comme le collectif « Bündnis Bezahlbares Wohnen » (Alliance pour un logement abordable) se mobilisent pour préserver la diversité sociale. Elles proposent plusieurs solutions concrètes : - Régionaliser le droit des baux afin que les villes en tension puissent encadrer plus strictement la hausse des loyers (actuellement limitée au niveau fédéral à 20 % sur trois ans). - Interdire ou contrôler sévèrement la conversion d'appartements locatifs en logements en copropriété. - Renforcer la protection du patrimoine historique contre les promoteurs qui démolissent l'ancien. - Réformer le calcul des indices de référence des loyers pour qu'ils reflètent la réalité du marché. - Mobiliser les communes pour créer des logements abordables sur les terrains publics (au lieu de les vendre aux enchères au plus offrant), encourager les coopératives de logement et ne plus exclure la densification urbaine ou la construction de tours. En résumé, les pouvoirs publics doivent agir d'urgence, car c'est précisément le mélange des populations qui fait la richesse et la qualité de vie d'une ville. À très bientôt, [Nom]

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