Aufgabe HT 2 - Aufgabe 4 · Abitur NRW Englisch LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg 2022
Thema: Sprachmittlung Deutsch → Englisch (Mediation) · Aus der Prüfung LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg (2022)
Aufgabenstellung
Klausurteil B: Sprachmittlung isoliert
Klausurteil B
Thomas Hummel
Wasser aus der Ferne
Es wird gebuddelt westlich von Bitburg. Die Kreisstadt in Rheinland-Pfalz ist gerade Zeuge eines Projekts, das auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten soll. Acht Wasserversorger verlegen in der Westeifel gemeinsam eine 83 Kilometer lange Leitung. Sie wird die Riveristalsperre bei Trier im Süden mit der Oleftalsperre in Nordrhein-Westfalen im Norden verbinden. Auf dem Weg werden einige Grundwasserbrunnen angeschlossen. „Damit stellen wir die Trinkwasserversorgung unserer Bevölkerung für die kommenden Jahrzehnte sicher“, sagt Arndt Müller, Vorstand der Stadtwerke Trier.
Grund für das Projekt: Auch über den Hügeln der Eifel fällt seit vielen Jahren regelmäßig zu wenig Regen. „In der Riveristalsperre ging der Wasserstand zeitweise erheblich zurück, wir mussten im Sommer vermehrt Tiefenbrunnen zuschalten“, berichtet Müller. Dabei sei das aktuell heiße und trockene Wetter noch kein Problem, weil es zuvor im Jahr ausreichend geregnet habe, die Talsperren voll waren. Doch der langfristige Trend zeige in eine eindeutige Richtung: Wassermangel. [...]
Sich an die neuen Bedingungen durch die Erderwärmung anpassen: Was in der Westeifel gelingt, haben viele Regionen in Deutschland noch vor sich. Nach einer Umfrage des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) unter bundesweit 180 Wasserversorgern sank bei mehr als der Hälfte der Grundwasserspiegel über die vergangenen Jahre deutlich ab. Demnach bereitet sich die Mehrzahl der Unternehmen bereits auf künftige Trockenperioden vor, die meisten davon halten aber weitere Maßnahmen und Analysen für notwendig. Einige geben indes zu, dass bei ihnen Einschränkungen in der Wasserversorgung absehbar seien, sie aber noch keine Vorkehrungen getroffen haben. „Auch wenn aktuell kein Wassernotstand zu befürchten ist, so lässt sich die zunehmend angespannte Situation klar und deutlich ablesen“, urteilt Wolf Merkel, DVGW-Vorstand für den Bereich Wasser.
An diesem Montag legte der Verein zusammen mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowie dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ein Maßnahmenpaket vor, denn „der Klimawandel ist eine enorme Herausforderung für die Wasserwirtschaft“. Die Folgen der Erderwärmung seien in einigen Regionen bereits heute spürbar, heißt es in dem Papier. „Um den Herausforderungen zu begegnen und für zukünftige Extremereignisse besser gewappnet zu sein, ist unmittelbares und entschlossenes Handeln unumgänglich.“
Besonders dringlich sei demnach, dass die Bundesregierung der öffentlichen Versorgung von Privathaushalten, Schulen oder Krankenhäusern gesetzlich Vorrang einräume. Gerade in längeren Trockenphasen kamen manche Wasserversorger in den vergangenen Jahren an ihre Grenzen. Hausbesitzer lassen Pools volllaufen, Sportvereine bewässern Spielfelder, Gärtner und Hausmeister werfen die Sprenger an. Wenn zudem die Landwirtschaft künftig größeren Bedarf anmeldet, befürchten die Verbände einen Kampf ums Wasser. [...]
Zusätzlich fordern die Wasserversorger, an besonders heißen und trockenen Tagen zehn bis 20 Prozent mehr Wasser aus Talsperren oder Brunnen entnehmen zu dürfen als bisher. Sie nennen es „Klimawandelzuschlag“. Die derzeitige Rechtslage sieht vor, nicht mehr Wasser zu nutzen, als sich anschließend wieder neu bilden kann.
Sorge bereitet den Verbänden die Verunreinigung. Auch hier steht vor allem die Landwirtschaft in der Kritik, hohe Nitratwerte durch Gülleeinträge und Rückstände von Pflanzenschutzmittel fallen laut Wasserversorgern desto stärker ins Gewicht, je niedriger die Pegelstände sind. Aber auch Arzneimittel oder Mikroplastik verursachen Probleme. Die Wasserverbände drängen deshalb auf ein Verursacherprinzip. Wer für die Schadstoffe verantwortlich ist, soll hinterher auch für die Reinigung des Trinkwassers bezahlen. Damit sollen finanzielle Anreize für mehr Gewässerschutz gesetzt werden.
Einig ist sich die Wasserindustrie darin, dass sie künftig wesentlich mehr Geld braucht. In der Umfrage des DVGW erwarten die Unternehmen in den kommenden zehn Jahren einen drei Mal höheren Finanzbedarf als bislang, um ihre Infrastruktur umzubauen. Das Projekt in der Eifel etwa kostet 120 Millionen Euro, ein Viertel davon übernimmt das Land Rheinland-Pfalz, der Rest kommt über die Gebührenzahler herein. [...]
Eine nationale Wasserstrategie soll helfen, das Land auf mehr Hitze und Trockenheit, aber auch auf Starkregen und Hochwasser vorzubereiten.
4.
While spending a school exchange in the United States, you take part in an Environmental Science course that is currently dealing with water crises around the globe. The class website needs an article on Germany, and you have been asked to write it.
Drawing on Thomas Hummel's statements, write this article and outline the situation in Germany as well as possible ways of addressing it.
(Mediation) [18 Punkte]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
4. While spending a school exchange in the United States, you take part in an Environmental Science course that is currently dealing with water crises around the globe. The class website needs an article on Germany, and you have been asked to write it. Drawing on Thomas Hummel's statements, write this article and outline the situation in Germany as well as possible ways of addressing it.
Lösung: Sample website article: Facing the Dry Future: Germany’s Looming Water Crisis and How to Tackle It When thinking about climate-induced droughts and acute water scarcity, Germany might not be the first country that comes to mind. However, the impacts of global warming have arrived in Central Europe, creating significant challenges for municipal water suppliers and regional ecosystems alike. The Current Situation * Long-term shortages: Long-term climatic trends clearly point towards persistent water scarcity, even if occasional rainy periods temporarily refill reservoirs. * Depleting groundwater levels: Over recent years, more than half of surveyed German water suppliers reported a substantial drop in local groundwater tables. * Threats to supply and rising conflicts: Extended heatwaves and dry spells push regional water utilities to their operating limits. Conflicts over water allocation loom as private usage (such as filling swimming pools or watering lawns) clashes with agricultural irrigation and public needs. * Need for action: While acute emergencies remain contained for now, experts stress that targeted adaptation strategies, ongoing research, and decisive preventive action are urgently needed. Proposed Countermeasures and Demands To address these vulnerabilities, German water utility associations (DVGW, BDEW, VKU) have presented an extensive action package: * Statutory prioritization: The federal government should legally prioritize public drinking water supplies for households, schools, and hospitals over commercial or private recreational uses during droughts. * Flexible withdrawal quotas: Water suppliers demand a temporary legal allowance ("Klimawandelszuschlag") to extract 10–20% more water from reservoirs and wells during critical dry spells. * Enforcing the polluter-pays principle: Lower water levels increase the relative concentration of pollutants such as agricultural nitrates, pesticides, pharmaceuticals, and microplastics. Polluters should bear the financial burden of water purification to incentivize environmental protection. * Upgrading infrastructure: Billions of euros in investments—such as the 83-kilometer pipeline interconnecting reservoirs in the Eifel region—are required to modernize distribution networks across regional borders. * National water strategy: Implementing an overarching federal water plan will help prepare the country for future weather extremes, including severe droughts and flash floods.
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