Aufgabe 3 - Teilaufgabe 2 · Abitur NRW Chemie LK · Nachtermin 2023

Thema: Kunststoffe · Aus der Prüfung LK · Nachtermin (2023)

Aufgabenstellung

Fachspezifische Vorgaben

Ein großes Problem unserer Zeit ist Plastikabfall, der entweder unkontrolliert in die Umwelt gelangt oder sich auf Mülldeponien anhäuft. Viele Kunststoffe verrotten nicht, unter anderem auch Polyethen. Ihre Vorteile im Außenbereich, z. B. für die Verwendung als Abdeckfolie oder Fischereinetz, werden bei der Entsorgung zum Nachteil. Hier müssen Lösungen gefunden werden.

Biologisch abbaubare Kunststoffe

Bereits vor 20 Jahren haben Chemiker den biologisch vollständig abbaubaren Kunststoff ecoflex ® entwickelt. Folien und Verpackungen aus ecoflex ® verrotten gemeinsam mit dem Biomüll in der Kompostieranlage. Dabei zersetzen Mikroorganismen das Polymer enzymatisch in die ursprünglichen Bausteine und verwerten diese zu natürlichen Stoffwechselprodukten. Nach drei Monaten bleiben vom Kunststoff lediglich Wasser und Kohlenstoffdioxid übrig. Bei der Herstellung von ecoflex ® reagieren Adipinsäure, Butan-1,4-diol und Terephthalsäure (mithilfe eines Katalysators) unter Wasserabspaltung zum fertigen Polymer.

Ein anderer Hersteller hat mit BAK 1095 ® einen Kunststoff entwickelt, bei dem anstelle von Terephthalsäure ε-Caprolactam verwendet wird. Analog zur ecoflex ® -Synthese dienen Butan-1,4-diol und Adipinsäure als weitere Monomere.

Herstellung von Adipinsäure

Großtechnisch wird Adipinsäure in zwei Reaktionsschritten aus Cyclohexan gewonnen. In einem ersten Schritt wird Cyclohexan mit Luftsauerstoff zu einem Cyclohexanol/Cyclohexanon-Gemisch oxidiert. Nach Abtrennung von nicht umgesetztem Cyclohexan reagiert das Gemisch mit Salpetersäure zu Adipinsäure und nitrosen Gasen. Zur optimalen Steuerung der Reaktion ist es notwendig, die Zusammensetzung des Stoffgemischs zu kennen, wobei die Bestimmung der Salpetersäurekonzentration mittels Leitfähigkeitstitration erfolgen kann.

Zusatzinformationen:

Salpetersäure: HNO3\text{HNO}_3, starke Säure

Ionen, geordnet nach ihrer Ionenäquivalentleitfähigkeit:

Na+<NO3−≪OH−≪H3O+\text{Na}^+ < \text{NO}_3^- \ll \text{OH}^- \ll \text{H}_3\text{O}^+

2. Erläutern Sie, wie BAK 1095 &reg; synthetisiert wird, und geben Sie dazu die Reaktionsgleichung in Strukturformeln an. Beurteilen Sie, ob auch BAK 1095 &reg; grundsätzlich zu den biologisch abbaubaren Kunststoffen zählt. [18 Punkte]

a)

b)

c)

Aufgabenstellung: Aufgabe 3 - Teilaufgabe 2 · Abitur NRW Chemie LK · Nachtermin 2023

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Reaktionsgleichung für die Synthese von BAK 1095® mithilfe von Strukturformeln

Lösung:

Erläuterung der Synthese von BAK 1095®

Lösung: Adipinsäure und Butan-1,4-diol reagieren in einer Kondensationsreaktion unter Wasserabspaltung. Das freiwerdende Wasser öffnet den Caprolactam-Ring hydrolytisch zu 6-Aminohexansäure. Die Hydroxy- bzw. Carboxygruppen reagieren anschließend unter weiterer Kondensation mit der Amino- bzw. Carboxygruppe zu Ester- und Amidbindungen.

Beurteilung der biologischen Abbaubarkeit

Lösung: BAK 1095® verfügt sowohl über Estergruppen als auch über Amidgruppen in der Kette. Beide Bindungsarten können durch hydrolytische bzw. enzymatische Spaltung mit Wassermolekülen zu kleineren Bruchstücken mit Hydroxy-, Carboxy- und Aminogruppen abgebaut werden. Daher handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen biologisch abbaubaren Kunststoff.

Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium

Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.

‹ Aufgabe 3 - Teilaufgabe 1 · LK · Nachtermin 2023 · Aufgabe 1 · GK · Haupttermin 2022 ›

Mehr Aufgaben zu Kunststoffe