Aufgabe Vorschlag C2 – Aufgabe 3 · Abitur Hessen Mathematik LK · WTR 2022

Thema: Beurteilende Statistik: Hypothesentests und Intervalle · Aus der Prüfung LK · WTR (2022)

Aufgabenstellung

Der Betreiber der Kantine hat die Vermutung, dass der Anteil der Vegetarier nicht mehr 30 %30\,\% beträgt, sondern gestiegen sein könnte, da die vegetarischen Gerichte stärker nachgefragt werden. Um das Angebot gegebenenfalls anpassen zu können, werden 150150 zufällig ausgewählte Besucher der Kantine gefragt, ob sie Vegetarier sind. Bei der Befragung geben 5757 Personen an, Vegetarier zu sein.

Material 2

3.1

Entwickeln Sie anhand der Angaben einen Hypothesentest mit einem Signifikanzniveau von 5 %5\,\% und formulieren Sie eine Entscheidungsregel im Sachzusammenhang. Entscheiden Sie, ob davon auszugehen ist, dass der Anteil der Vegetarier gestiegen ist. [7 BE]

3.2

Erläutern Sie die Fehler 1. und 2. Art und deren mögliche Konsequenzen im Sachzusammenhang. [4 BE]

3.3

Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn sich der Anteil der Vegetarier tatsächlich auf 40 %40\,\% erhöht hat. [3 BE]

3.4

In Material 2 sind die Wahrscheinlichkeitsverteilungen für einen Anteil der Vegetarier von p0=0,3p_0 = 0{,}3 und p1=0,4p_1 = 0{,}4 dargestellt. Begründen Sie die Lage des Maximums der zu p1=0,4p_1 = 0{,}4 gehörigen Verteilung.

Zeichnen Sie die Fläche ein, deren Inhalt ein Maß für die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art darstellt, wobei die Annahme aus Aufgabe 3.3 weiterhin zugrunde gelegt wird. [4 BE]

3.5

Erläutern Sie anhand des Diagramms in Material 2, wie sich die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art entwickelt, wenn der tatsächliche Anteil pp der Vegetarier von 40 %40\,\% kontinuierlich bis auf 100 %100\,\% steigt.

Begründen Sie, dass für p≤0,3p \le 0{,}3 die Wahrscheinlichkeit, H0H_0 beizubehalten, mindestens 95,29 %95{,}29\,\% ist, wenn beim Hypothesentest aus Aufgabe 3.1 die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art höchstens 4,71 %4{,}71\,\% beträgt.

Begründen Sie, warum man für p≤0,3p \le 0{,}3 den Fehler 2. Art nicht begehen kann. [5 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C2 – Aufgabe 3 · Abitur Hessen Mathematik LK · WTR 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

3.1 Kritischer Wert k für den Ablehnungsbereich K = {k, ..., 150}

Lösung: 55

3.1 Formulieren Sie eine Entscheidungsregel im Sachzusammenhang. Entscheiden Sie, ob davon auszugehen ist, dass der Anteil der Vegetarier gestiegen ist.

Lösung: Entscheidungsregel: Wenn in der Stichprobe mindestens 55 Personen angeben, Vegetarier zu sein, wird davon ausgegangen, dass der Anteil der Vegetarier gestiegen ist (H_0 wird verworfen). Entscheidung: Da bei der Befragung 57 Personen angeben, Vegetarier zu sein, wird H_0 verworfen und es wird davon ausgegangen, dass der Anteil der Vegetarier gestiegen ist.

3.2 Erläutern Sie die Fehler 1. und 2. Art und deren mögliche Konsequenzen im Sachzusammenhang.

Lösung: Fehler 1. Art: Die Nullhypothese H_0 wird verworfen, obwohl sie gilt. Der Betreiber der Kantine nimmt fälschlicherweise an, dass sich der Anteil der Vegetarier erhöht hat, und bietet mehr vegetarische Gerichte an, obwohl die Nachfrage nicht gestiegen ist. Fehler 2. Art: Die Nullhypothese H_0 wird beibehalten, obwohl sie falsch ist. Der Betreiber nimmt fälschlicherweise an, dass sich der Anteil der Vegetarier nicht erhöht hat, und bietet weiter gleich viele vegetarische Gerichte an. Dies könnte dazu führen, dass die vegetarischen Gerichte nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.

3.3 Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn sich der Anteil der Vegetarier tatsächlich auf 40 % erhöht hat.

Lösung: 0,1799 / 17,99 %

3.4 Begründen Sie die Lage des Maximums der zu p_1 = 0,4 gehörigen Verteilung.

Lösung: Das Maximum der Verteilung liegt beim Erwartungswert E(X) = 150 · 0,4 = 60.

3.5 Erläutern Sie anhand des Diagramms in Material 2, wie sich die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art entwickelt, wenn der tatsächliche Anteil p der Vegetarier von 40 % kontinuierlich bis auf 100 % steigt. Begründen Sie, dass für p ≤ 0,3 die Wahrscheinlichkeit, H_0 beizubehalten, mindestens 95,29 % ist... Begründen Sie, warum man für p ≤ 0,3 den Fehler 2. Art nicht begehen kann.

Lösung: 1. Wenn p kontinuierlich von 40 % bis auf 100 % steigt, verschiebt sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung immer weiter nach rechts. Da der Annahmebereich der Nullhypothese {0, ..., 54} gleich bleibt, wird der im Annahmebereich liegende Flächenanteil der zu p gehörigen Verteilung immer kleiner und somit die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art immer kleiner. 2. Wenn die Anzahl der Befragten im Annahmebereich liegt, wird H_0 beibehalten. Für p = p_0 = 0,3 beträgt die Wahrscheinlichkeit hierfür 100 % - 4,71 % = 95,29 %. Ist p < 0,3, so liegt die Wahrscheinlichkeitsverteilung weiter links als die Verteilung zu p_0, sodass der im Annahmebereich liegende Flächenanteil größer wird und damit die entsprechende Wahrscheinlichkeit stets über 95,29 % liegt. 3. Den Fehler 2. Art kann man für p ≤ 0,3 nicht begehen, da die Nullhypothese H_0 in diesem Fall wahr ist.

3.4 Zeichnen Sie die Fläche ein, deren Inhalt ein Maß für die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art darstellt, wobei die Annahme aus Aufgabe 3.3 weiterhin zugrunde gelegt wird.

Lösung: Fläche unter der zu p1=0,4p_1 = 0{,}4 gehörigen Kurve (rechte Verteilung mit Maximum bei k=60k=60) für alle Werte im Annahmebereich, d. h. von k=0k = 0 bis einschließlich k=54k = 54.

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