Aufgabe C2 - Aufgabe 3 - Hypothesentest · Abitur Hessen Mathematik LK · CAS 2022

Thema: Beurteilende Statistik: Hypothesentests und Intervalle · Aus der Prüfung LK · CAS (2022)

Aufgabenstellung

Stochastik

Die Speisekarte in Material 1 zeigt die angebotenen Speisen einer Mitarbeiter-Kantine an einem Freitag. Man kann sich täglich ein Drei-Gänge-Menü zusammenstellen, indem man eine Vorspeise, eine Hauptspeise und ein Dessert auswählt. Die Gäste haben nach ihrer Auswahl alle Speisen auf einem Tablett, so dass die Reihenfolge der Auswahl keine Rolle spielt.

Material 1: Menükarte Freitag

Vorspeisen:

Gemüsesuppe (v)

Kleiner Salat (v)

Lachsröllchen

Hauptspeisen:

Spaghetti mit Tomatensauce (v)

Käsespätzle (v)

Schnitzel mit Pommes Frites

Panierter Fisch mit Kartoffelsalat

Desserts:

Fruchtsalat (v)

Schokopudding (v)

Apfelstrudel (v)

Gemischtes Eis (v)

(v) vegetarisch

Die folgenden Anteile beziehen sich auf die Gesamtheit der Besucher der Kantine. Der Anteil der Vegetarier beträgt 30 %30\,\%. Alle in Material 1 genannten Vorspeisen und alle Desserts sind gleich beliebt. Bei den Hauptspeisen wählen 20 %20\,\% die Spaghetti, 25 %25\,\% die Käsespätzle, 35 %35\,\% das Schnitzel und der Rest den Fisch. Es werden im Folgenden nur die Personen betrachtet, die aus jedem Gang eine Speise wählen. Vegetarier wählen ausschließlich aus den mit (v) gekennzeichneten Gerichten. Die Kantine wird täglich von mehr als 10001000 Personen besucht.

Der Betreiber der Kantine hat die Vermutung, dass der Anteil der Vegetarier nicht mehr 30 %30\,\% beträgt, sondern gestiegen sein könnte, da die vegetarischen Gerichte stärker nachgefragt werden. Um das Angebot gegebenenfalls anpassen zu können, werden 150150 zufällig ausgewählte Besucher der Kantine gefragt, ob sie Vegetarier sind. Bei der Befragung geben 5757 Personen an, Vegetarier zu sein.

3.1

Entwickeln Sie anhand der Angaben einen Hypothesentest mit einem Signifikanzniveau von 5 %5\,\% und formulieren Sie eine Entscheidungsregel im Sachzusammenhang. Entscheiden Sie, ob davon auszugehen ist, dass der Anteil der Vegetarier gestiegen ist. [7 BE]

3.2

Erläutern Sie die Fehler 1. und 2. Art und deren mögliche Konsequenzen im Sachzusammenhang. [4 BE]

3.3

Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn sich der Anteil der Vegetarier tatsächlich auf 40 %40\,\% erhöht hat. [3 BE]

3.4

In Material 2 sind die Wahrscheinlichkeitsverteilungen für einen Anteil der Vegetarier von p0=0,3p_0 = 0{,}3 und p1=0,4p_1 = 0{,}4 dargestellt. Begründen Sie die Lage des Maximums der zu p1=0,4p_1 = 0{,}4 gehörigen Verteilung. Zeichnen Sie die Fläche ein, deren Inhalt ein Maß für die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art darstellt, wobei die Annahme aus Aufgabe 3.3 weiterhin zugrunde gelegt wird. [4 BE]

3.5

Erläutern Sie anhand des Diagramms in Material 2, wie sich die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art entwickelt, wenn der tatsächliche Anteil pp der Vegetarier von 40 %40\,\% kontinuierlich bis auf 100 %100\,\% steigt. Begründen Sie, dass für p≤0,3p \le 0{,}3 die Wahrscheinlichkeit, H0H_0 beizubehalten, mindestens 95,29 %95{,}29\,\% ist, wenn beim Hypothesentest aus Aufgabe 3.1 die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art höchstens 4,71 %4{,}71\,\% beträgt. Begründen Sie, warum man für p≤0,3p \le 0{,}3 den Fehler 2. Art nicht begehen kann. [5 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe C2 - Aufgabe 3 - Hypothesentest · Abitur Hessen Mathematik LK · CAS 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

3.1 Kritischer Wert k des Ablehnungsbereichs

Lösung: 5555

3.1 Entscheidungsregel im Sachzusammenhang und Entscheidung

Lösung: Wenn in der Stichprobe mindestens 55 Personen angeben, Vegetarier zu sein, wird davon ausgegangen, dass der Anteil der Vegetarier gestiegen ist (H0 wird verworfen). Da bei der Befragung 57 Personen angeben, Vegetarier zu sein, wird H0 verworfen und es wird davon ausgegangen, dass der Anteil der Vegetarier gestiegen ist.

3.2 Erläutern Sie die Fehler 1. und 2. Art und deren mögliche Konsequenzen im Sachzusammenhang.

Lösung: Fehler 1. Art: Die Nullhypothese H0 wird verworfen, obwohl sie gilt. Der Betreiber der Kantine nimmt fälschlicherweise an, dass sich der Anteil der Vegetarier erhöht hat, und bietet mehr vegetarische Gerichte an, obwohl die Nachfrage nicht gestiegen ist. Fehler 2. Art: Die Nullhypothese H0 wird beibehalten, obwohl sie falsch ist. Der Betreiber nimmt fälschlicherweise an, dass sich der Anteil der Vegetarier nicht erhöht hat, und bietet weiter gleich viele vegetarische Gerichte an. Dies könnte dazu führen, dass die vegetarischen Gerichte nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.

3.3 Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn sich der Anteil der Vegetarier tatsächlich auf 40 % erhöht hat.

Lösung: 0,17990{,}1799 / 17,99 %17{,}99\,\%

3.4 Begründen Sie die Lage des Maximums der zu p1 = 0,4 gehörigen Verteilung.

Lösung: Das Maximum der Verteilung liegt beim Erwartungswert E(X) = 150 · 0,4 = 60.

3.4 Zeichnen Sie die Fläche ein, deren Inhalt ein Maß für die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art darstellt, wobei die Annahme aus Aufgabe 3.3 weiterhin zugrunde gelegt wird.

Lösung: Eingezeichnet werden müssen alle Säulen der Verteilung zu p1=0,4p_1 = 0{,}4 (die rechte Verteilung) für kk im Annahmebereich von H0H_0, d. h. von k=0k = 0 bis einschließlich k=54k = 54.

3.5 Erläuterung der Entwicklung der Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, Begründung der Wahrscheinlichkeit ≥ 95,29 % für p ≤ 0,3 und Nichtbegehen des Fehlers 2. Art.

Lösung: 1. Wenn p kontinuierlich von 40 % bis auf 100 % steigt, so verschiebt sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung immer weiter nach rechts. Da der Annahmebereich der Nullhypothese gleich bleibt, wird der im Annahmebereich liegende Flächenanteil der zu p gehörigen Wahrscheinlichkeitsverteilung immer kleiner und somit die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art immer kleiner. 2. Wenn die Anzahl der Befragten, die angeben, Vegetarier zu sein, im Annahmebereich liegt, wird H0 beibehalten. Für p = p0 = 0,3 beträgt die Wahrscheinlichkeit hierfür 100 % - 4,71 % = 95,29 %. Ist p < 0,3, so liegt die Wahrscheinlichkeitsverteilung weiter links als die Verteilung zu p0, so dass der im Annahmebereich liegende Flächenanteil größer wird und damit die entsprechende Wahrscheinlichkeit stets über 95,29 % liegt. 3. Den Fehler 2. Art kann man für p ≤ 0,3 nicht begehen, da die Nullhypothese H0 in diesem Fall wahr ist (ein Fehler 2. Art setzt per Definition voraus, dass H0 falsch ist).

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