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Sujet du Bac Allemand 2022 · Métropole
Sujet du Bac d’Allemand 2022, Métropole : 2 exercices corrigés. Thèmes : Voyages de découverte et d'exploration. Avec correction automatique.
Thèmes du sujet : Voyages de découverte et d'exploration · Construction et organisation des liens sociaux · Traduction en français (version) d'un passage du dossier
Sujet 1 - Partie 1 · Construction et organisation des liens sociaux
Sujet 1
Thématique: « Formes et fondements des liens sociaux dans l'espace germanophone »
Axe d'étude: « Construction et organisation des liens sociaux »
Partie 1: Synthèse du dossier [16 points]
Fassen Sie das vorliegende Dossier zusammen (ca. 500 Wörter), indem Sie auf folgende Fragen ausführlich antworten:
Stellen Sie in eigenen Worten das Thema Schule im gesamten Dossier vor.
Vergleichen Sie die beschriebenen Schülererfahrungen in beiden Texten: welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede fallen Ihnen auf?
Inwiefern zeigt das Dossier, dass man heute Teile des Schulsystems aus dem 19. Jahrhundert konserviert hat und das System sich aber auch entwickelt hat? Dabei können Sie sich auf die Bilder und Ihre eigenen Kenntnisse stützen.
Document A
Daß ich nach der Volksschule auf das Gymnasium gesandt wurde, war nur eine Selbstverständlichkeit. […] Dieser Weg zur Universität war nun ziemlich lang und keineswegs rosig. Fünf Jahre Volksschule und acht Jahre Gymnasium mußten auf hölzernen Bänken durchgesessen werden, täglich fünf bis sechs Stunden, und in der freien Zeit die Schulaufgaben bewältigt und überdies noch, was die ‚allgemeine Bildung‘ forderte neben der Schule, Französisch, Englisch, Italienisch, die ‚lebendigen‘ Sprachen neben den klassischen Griechisch und Latein – also fünf Sprachen zu Geometrie und Physik und den übrigen Schulgegenständen. Es war mehr als zuviel und ließ für die körperliche Entwicklung, für Sport und Spaziergänge fast keinen Raum und vor allem für Frohsinn und Vergnügen. Dunkel erinnere ich mich, daß wir als Siebenjährige irgendein Lied von der ‚fröhlichen, seligen Kinderzeit‘ auswendig lernen und im Chor singen mußten. Ich habe die Melodie dieses einfach-einfältigen Liedchens noch im Ohr, aber sein Text ist mir schon damals schwer über die Lippen gegangen und noch weniger als Überzeugung ins Herz gedrungen. Denn meine ganze Schulzeit war, wenn ich ehrlich sein soll, nichts als ein ständiger gelangweilter Überdruß, von Jahr zu Jahr gesteigert durch die Ungeduld, dieser Tretmühle zu entkommen. Ich kann mich nicht besinnen, ‚fröhlich‘ noch ‚selig‘ innerhalb jenes monotonen, herzlosen, und geistlosen Schulbetriebs gewesen zu sein, der uns die schönste, freiestete Epoche des Daseins gründlich vergällte, und ich gestehe sogar, mich heute nicht eines gewissen Neides nicht erwehren zu können, wenn ich sehe, um wieviel glücklicher, freier, selbständiger sich in diesem Jahrhundert die Kindheit entfalten kann.
Auch unsere Lehrer hatten an der Trostlosigkeit jenes Betriebes keine Schuld. Sie waren weder gut noch böse, keine Tyrannen und andererseits keine hilfreichen Kameraden, sondern arme Teufel, die sklavisch an das Schema, an den behördlich vorgeschriebenen Lehrplan gebunden, ihr ‚Pensum‘ zu erledigen hatten wie wir das unsere und – das fühlten wir deutlich – ebenso glücklich waren wie wir selbst, wenn mittags die Schulglocke scholl, die ihnen und uns die Freiheit gab. Sie liebten uns nicht, sie haßten uns nicht, und warum auch, denn sie wußten von uns nichts […]. Sie saßen oben auf dem Katheder und wir unten, sie fragten, und wir mußten antworten, sonst gab es zwischen uns keinen Zusammenhang. Denn zwischen Lehrer und Schüler, zwischen Katheder und Schulbank, dem sichtbaren Oben und sichtbaren Unten stand die unsichtbare Barriere der ‚Autorität‘, die jeden Kontakt verhinderte.
Aus: Stefan ZWEIG, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, 1942.
Document B
Ist es eine Niederlage, gar eine Schmach, das Gymnasium zu verlassen? Nein, sagt Leon Meister, „es war die beste Entscheidung meines Lebens“. Er sei seitdem ein anderes Kind, sagt seine Mutter Katja Meister. „Er lebt wieder.“
Vor gut fünf Jahren berichtete der SPIEGEL schon einmal über die Familie aus dem hessischen Taunusstein. „Diebstahl der Kindheit“, lautete die Überschrift. Der Artikel stellte drei Schüler vor, die mit dem Turbo-Gymnasium – acht statt neun Jahre bis zum Abitur – haderten. Nun wollte der SPIEGEL wissen, wie es ihnen gegangen ist.
Nur noch Pauken
Leon Meister war 2007 mit Neugierde, Vorfreude, einem Zeugnis voller Einsen und Zweien sowie einer Gymnasialempfehlung von der Grundschule gekommen. Aber er fühlte sich nicht wohl. Er klagte über Kopfschmerzen und Schlafprobleme, seine Gedanken drehten sich „Tag und Nacht nur noch ums Pauken und um den Stundenplan“.
Da hatte er ein halbes Jahr auf dem Gymnasium hinter sich. Und es wurde nicht besser. Der volle Stundenplan, regelmäßiger Nachmittagsunterricht, gehetzte Lehrer. „Ich habe damals richtig mitgelitten“, sagt Katja Meister.
Ein halbes Jahr später wechselte ihr Sohn die Schule. Seit Sommer 2008 geht Leon zur Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. Die Gesamtschule, die auf das Abitur nach 13 Jahren vorbereitet, hat den deutschen Schulpreis gewonnen, für innovative Unterrichtskonzepte. Es gibt Fächer wie „Offenes Lernen“, in denen die Schüler selbstgesetzte Schwerpunkte bearbeiten; fächerübergreifende Projekte, die mehrere Wochen lang dauern können; auch Theaterseminare mit Profiregisseuren.
Und es gibt viel Zeit zur individuellen Entwicklung der Schüler. „Wir haben sehr schnell gemerkt, dass es dem Leon dort wieder Spaß machte, morgens aufzustehen und zur Schule zu gehen“, sagt seine Mutter. Ihr Sohn war gerade auf Vermittlung der Schule bei einer Gastfamilie in den USA.
Mindestens zwei seiner ehemaligen Mitschülerinnen vom Gymnasium beneiden ihn um seinen entschleunigten Schulalltag: die Zwillingsschwestern Dana und Sirka. Heute sind sie 17 Jahre alt und gehen in die elfte Klasse. Ihre Wecker klingeln um 6.30 Uhr, und bis sie mit den Hausaufgaben am Abend fertig sind, ist es oft 22 Uhr, so erzählen es die beiden. Dazwischen liegen lange Busfahrten zur Schule, ein Stundenplan mit 35 Wochenstunden und drei- bis viermal Nachmittagsunterricht pro Woche.
Nach: Matthias BARTSCH: „'Wofür das?' Die Schüler zweifeln am Turbo-Gymnasium“, Spiegel Online, 24. April 2013.
Document C
Quelle: www.bpb.de
Sujet 1 - Partie 2 · Traduction en français (version) d'un passage du dossier
Partie 2: Traduction en français [4 points]
Traduisez le passage suivant en français:
Auch unsere Lehrer hatten an der Trostlosigkeit jenes Betriebes keine Schuld. [...] Sie liebten uns nicht, sie haßten uns nicht, und warum auch, denn sie wußten von uns nichts [...]. Sie saßen oben auf dem Katheder und wir unten, sie fragten, und wir mußten antworten, sonst gab es zwischen uns keinen Zusammenhang. Denn zwischen Lehrer und Schüler, zwischen Katheder 1 und Schulbank, dem sichtbaren Oben und sichtbaren Unten stand die unsichtbare Barriere der ‚Autorität‘, die jeden Kontakt verhinderte.
1 das Katheder: l'estrade où se trouve le bureau du professeur
Sujet 2 - Partie 1 · Voyages de découverte et d'exploration
Sujet 2 – Partie 1: Synthèse du dossier
Thématique: « Voyages: circulation des hommes et des idées » — Axe d'étude: Voyages de découverte et d'exploration
Fassen Sie das vorliegende Dossier zusammen (ca. 500 Wörter), indem Sie auf folgende Punkte eingehen:
Stellen Sie die vorliegenden Texte und das Bild vor, indem Sie den thematischen und zeitlichen Hintergrund erklären.
Analysieren Sie die Reiseziele und -motivationen, die im gesamten Dossier vorkommen.
Wie haben sich die Reisekonzepte und -gewohnheiten im Laufe der Zeit geändert? Argumentieren Sie anhand der Texte und des Bildes und führen Sie eventuell weitere, persönliche Beispiele heran.
Document A
Nach seiner Tätigkeit als Minister macht Johann Wolfgang von Goethe (28.08.1749 – 22.03.1832) eine Reise nach Italien.
Rom, den 1. November 1786.
Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt! Wenn ich sie in guter Begleitung, angeführt von einem recht verständigen Manne, vor fünfzehn Jahren gesehen hätte, wollte ich mich glücklich preisen. Sollte ich sie aber allein, mit eignen Augen sehen und besuchen, so ist es gut, daß mir diese Freude so spät zuteil ward.
Über das Tiroler Gebirg bin ich gleichsam weggezogen. Verona, Vicenz, Padua, Venedig habe ich gut, Ferrara, Cento, Bologna flüchtig und Florenz kaum gesehen.
Die Begierde, nach Rom zu kommen, war so groß, wuchs so sehr mit jedem Augenblicke, daß kein Bleiben mehr war, und ich mich nur drei Stunden in Florenz aufhielt. Nun bin ich hier und ruhig und, wie es scheint, auf mein ganzes Leben beruhigt. Denn es geht, man darf wohl sagen, ein neues Leben an, wenn man das Ganze mit Augen sieht, das man teilweise in- und auswendig kennt. Alle Träume meiner Jugend seh' ich nun lebendig; die ersten Kupferbilder, deren ich mich erinnere (mein Vater hatte die Prospekte von Rom auf einem Vorsaale aufgehängt), seh' ich nun in Wahrheit, und alles, was ich in Gemälden und Zeichnungen, Kupfern und Holzschnitten, in Gips und Kork schon lange gekannt, steht nun beisammen vor mir; wohin ich gehe, finde ich eine Bekanntschaft in einer neuen Welt; es ist alles, wie ich mir's dachte, und alles neu. Ebenso kann ich von meinen Beobachtungen, von meinen Ideen sagen. Ich habe keinen ganz neuen Gedanken gehabt, nichts ganz fremd gefunden, aber die alten sind so bestimmt, so lebendig, so zusammenhängend geworden, daß sie für neu gelten können.
Nach: J.W. von GOETHE, Italienische Reise (1816)
Document B
Historische, gesellschaftliche, politische und nicht zuletzt infrastrukturelle Faktoren beförderten ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das wachsende Interesse verschiedener Gesellschaftsschichten am Reisen. Im Sinne der Aufklärung wurde das Reisen als Möglichkeit der Wissensvermehrung gesehen, sowohl für das Individuum als auch in einem weiteren Sinn: Der Reisende konnte wertvolle Erkenntnisse und Informationen von gesellschaftlicher Relevanz vermitteln. Das Interesse am Exotischen sowie am Erforschen ferner, zum Teil noch unbekannter Länder und Regionen entsprach dieser aufklärerischen Haltung. Gleichzeitig ist aber auch ein Interesse am bereits Bekannten festzustellen: Man reiste in Europa, beispielsweise im beliebten Italien oder, um 1800 nach England, und ebenso im eigenen Land.
Politische Motive waren ein weiterer Grund für Reisen: So lockte die Französische Revolution viele Reisende nach Paris. Auch kriegerische Auseinandersetzungen konnten Anlässe für Reisen sein: Zum Beispiel kam der französische Autor Stendhal als Leutnant 1799/1800 im Rahmen von Napoleons Italienfeldzug das erste Mal in das Land (insbesondere nach Mailand), in dem einige seiner späteren Werke spielen sollten. Die wachsende Reisetätigkeit des Bürgertums ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte nicht zuletzt mit der veränderten Infrastruktur für Reisende zu tun: Das Postkutschenwesen wurde stetig ausgebaut und ermöglichte es, schneller zu reisen. Genauso nahm die Zahl der Herbergen zu, meist entlang der Postkutschenstrecken; die Abstufung in verschiedene Komfort- und Preisklassen ermöglichte es auch weniger betuchten Gästen, dort zu übernachten. Für Reisende aus dem Norden war die Reise in den Süden, die Mitte des 19. Jahrhunderts für viele noch einen Aufenthalt von mehreren Monaten, manchmal Jahren bedeutete, zudem oft finanziell attraktiv, da die Lebenshaltungskosten in Italien geringer waren als z.B. in England. Das Reisen wurde damit zusehends auch für mittlere Bevölkerungsgruppen erschwinglich und damit für viele Autorinnen und Autoren, die ihre Erfahrungen in verschiedenen Textformen festhielten und veröffentlichten: In Gedichten, Romanen, Dramen, vor allem aber in Reiseberichten, einem zu jener Zeit äußerst populären Genre.
Sandra VLASTA: Literarische Reisen nach Italien (2020)
Document C – Auslandsurlaub
«Also, wir fahren jedes Jahr an die Adria hier. Tapetenwechsel, mal etwas anderes sehen. Das ist es doch, was der Mensch braucht!»
Sujet 2 - Partie 2 · Traduction en français (version) d'un passage du dossier
Sujet 2 – Partie 2: Traduction en français (4 points)
Traduisez en français le texte allemand suivant.
Politische Motive waren ein weiterer Grund für Reisen: So lockte die Französische Revolution viele Reisende nach Paris. Auch kriegerische Auseinandersetzungen konnten Anlässe für Reisen sein: Zum Beispiel kam der französische Autor Stendhal als Leutnant 1799/1800 im Rahmen von Napoleons Italienfeldzug das erste Mal in das Land (insbesondere nach Mailand), in dem einige seiner späteren Werke spielen sollten. Die wachsende Reisetätigkeit des Bürgertums ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte nicht zuletzt mit der veränderten Infrastruktur für Reisende zu tun.
Compara tu traducción con la propuesta en la solución.
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