Sujet 2 - Partie 1 · Bac Allemand Métropole 2022

Thème : Voyages de découverte et d'exploration · Tiré du sujet Métropole France (2022)

Énoncé

Sujet 2 – Partie 1: Synthèse du dossier

Thématique: « Voyages: circulation des hommes et des idées » — Axe d'étude: Voyages de découverte et d'exploration

Fassen Sie das vorliegende Dossier zusammen (ca. 500 Wörter), indem Sie auf folgende Punkte eingehen:

Stellen Sie die vorliegenden Texte und das Bild vor, indem Sie den thematischen und zeitlichen Hintergrund erklären.

Analysieren Sie die Reiseziele und -motivationen, die im gesamten Dossier vorkommen.

Wie haben sich die Reisekonzepte und -gewohnheiten im Laufe der Zeit geändert? Argumentieren Sie anhand der Texte und des Bildes und führen Sie eventuell weitere, persönliche Beispiele heran.

Document A

Nach seiner Tätigkeit als Minister macht Johann Wolfgang von Goethe (28.08.1749 – 22.03.1832) eine Reise nach Italien.

Rom, den 1. November 1786.

Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt! Wenn ich sie in guter Begleitung, angeführt von einem recht verständigen Manne, vor fünfzehn Jahren gesehen hätte, wollte ich mich glücklich preisen. Sollte ich sie aber allein, mit eignen Augen sehen und besuchen, so ist es gut, daß mir diese Freude so spät zuteil ward.

Über das Tiroler Gebirg bin ich gleichsam weggezogen. Verona, Vicenz, Padua, Venedig habe ich gut, Ferrara, Cento, Bologna flüchtig und Florenz kaum gesehen.

Die Begierde, nach Rom zu kommen, war so groß, wuchs so sehr mit jedem Augenblicke, daß kein Bleiben mehr war, und ich mich nur drei Stunden in Florenz aufhielt. Nun bin ich hier und ruhig und, wie es scheint, auf mein ganzes Leben beruhigt. Denn es geht, man darf wohl sagen, ein neues Leben an, wenn man das Ganze mit Augen sieht, das man teilweise in- und auswendig kennt. Alle Träume meiner Jugend seh' ich nun lebendig; die ersten Kupferbilder, deren ich mich erinnere (mein Vater hatte die Prospekte von Rom auf einem Vorsaale aufgehängt), seh' ich nun in Wahrheit, und alles, was ich in Gemälden und Zeichnungen, Kupfern und Holzschnitten, in Gips und Kork schon lange gekannt, steht nun beisammen vor mir; wohin ich gehe, finde ich eine Bekanntschaft in einer neuen Welt; es ist alles, wie ich mir's dachte, und alles neu. Ebenso kann ich von meinen Beobachtungen, von meinen Ideen sagen. Ich habe keinen ganz neuen Gedanken gehabt, nichts ganz fremd gefunden, aber die alten sind so bestimmt, so lebendig, so zusammenhängend geworden, daß sie für neu gelten können.

Nach: J.W. von GOETHE, Italienische Reise (1816)

Document B

Historische, gesellschaftliche, politische und nicht zuletzt infrastrukturelle Faktoren beförderten ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das wachsende Interesse verschiedener Gesellschaftsschichten am Reisen. Im Sinne der Aufklärung wurde das Reisen als Möglichkeit der Wissensvermehrung gesehen, sowohl für das Individuum als auch in einem weiteren Sinn: Der Reisende konnte wertvolle Erkenntnisse und Informationen von gesellschaftlicher Relevanz vermitteln. Das Interesse am Exotischen sowie am Erforschen ferner, zum Teil noch unbekannter Länder und Regionen entsprach dieser aufklärerischen Haltung. Gleichzeitig ist aber auch ein Interesse am bereits Bekannten festzustellen: Man reiste in Europa, beispielsweise im beliebten Italien oder, um 1800 nach England, und ebenso im eigenen Land.

Politische Motive waren ein weiterer Grund für Reisen: So lockte die Französische Revolution viele Reisende nach Paris. Auch kriegerische Auseinandersetzungen konnten Anlässe für Reisen sein: Zum Beispiel kam der französische Autor Stendhal als Leutnant 1799/1800 im Rahmen von Napoleons Italienfeldzug das erste Mal in das Land (insbesondere nach Mailand), in dem einige seiner späteren Werke spielen sollten. Die wachsende Reisetätigkeit des Bürgertums ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte nicht zuletzt mit der veränderten Infrastruktur für Reisende zu tun: Das Postkutschenwesen wurde stetig ausgebaut und ermöglichte es, schneller zu reisen. Genauso nahm die Zahl der Herbergen zu, meist entlang der Postkutschenstrecken; die Abstufung in verschiedene Komfort- und Preisklassen ermöglichte es auch weniger betuchten Gästen, dort zu übernachten. Für Reisende aus dem Norden war die Reise in den Süden, die Mitte des 19. Jahrhunderts für viele noch einen Aufenthalt von mehreren Monaten, manchmal Jahren bedeutete, zudem oft finanziell attraktiv, da die Lebenshaltungskosten in Italien geringer waren als z.B. in England. Das Reisen wurde damit zusehends auch für mittlere Bevölkerungsgruppen erschwinglich und damit für viele Autorinnen und Autoren, die ihre Erfahrungen in verschiedenen Textformen festhielten und veröffentlichten: In Gedichten, Romanen, Dramen, vor allem aber in Reiseberichten, einem zu jener Zeit äußerst populären Genre.

Sandra VLASTA: Literarische Reisen nach Italien (2020)

Document C – Auslandsurlaub

«Also, wir fahren jedes Jahr an die Adria hier. Tapetenwechsel, mal etwas anderes sehen. Das ist es doch, was der Mensch braucht!»

Énoncé: Sujet 2 - Partie 1 · Bac Allemand Métropole 2022

Corrigé

Corrigé proposé par AprenAI (non officiel)

Fassen Sie das vorliegende Dossier zusammen (ca. 500 Wörter), indem Sie auf die drei genannten Punkte eingehen.

Réponse : Eine gelungene Synthese enthält folgende Elemente: 1. Vorstellung des Dossiers (thematischer und zeitlicher Hintergrund): Das Dossier besteht aus drei Dokumenten zum Thema Reisen. Dokument A ist ein Auszug aus Goethes *Italienische Reise* (1816, über seine Reise 1786) und schildert die persönliche, emotionale Erfahrung der Ankunft in Rom. Dokument B ist ein wissenschaftlicher Text von Sandra Vlasta (2020), der die historischen, gesellschaftlichen und infrastrukturellen Gründe für die Zunahme des Reisens ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erklärt. Dokument C ist eine zeitgenössische Karikatur von H. Matthe mit dem Titel *Auslandsurlaub*, die deutsche Touristen zeigt, die im Ausland ausschließlich deutsche Produkte und Gewohnheiten suchen. 2. Reiseziele und -motivationen: Bei Goethe steht die persönliche Bildungsreise (Bildungsreise/Grand Tour) im Vordergrund: Italien, insbesondere Rom, als Erfüllung eines Kindheitstraums und Ort der ästhetischen und intellektuellen Erneuerung. Vlasta zeigt, dass die Motive vielfältiger werden: aufklärerisches Wissensinteresse, Interesse am Exotischen wie auch am bereits Bekannten (Italien, England), politische Gründe (Französische Revolution, Napoleons Feldzüge) und wirtschaftliche Erwägungen (günstigere Lebenshaltungskosten in Italien). Die Karikatur zeigt dagegen ein Reiseziel, das nur noch der Sonne und dem Klima wegen aufgesucht wird (Adria), ohne echtes Interesse an der fremden Kultur. 3. Wandel der Reisekonzepte und -gewohnheiten: Im 18./19. Jahrhundert war Reisen ein elitäres, zeitintensives Unterfangen (Monate oder Jahre), das Bildung, persönliche Horizonterweiterung und echte Begegnung mit dem Fremden zum Ziel hatte (Goethe: 'ein neues Leben'). Durch den Ausbau der Infrastruktur (Postkutschenwesen, Herbergen verschiedener Preisklassen) wurde das Reisen im 19. Jahrhundert auch für das Bürgertum zugänglich. Die Karikatur zeigt den Endpunkt dieser Demokratisierung: den modernen Massentourismus, bei dem die Reise selbst zur Routine geworden ist und die Reisenden sich bewusst von der fremden Kultur abschotten (deutsche Zeitungen, deutsches Bier, deutsche Küche im Ausland) - ein Gegensatz zu Goethes neugierigem, offenem Blick auf das Fremde. Persönliche Beispiele (z.B. Pauschalreisen, Sprachreisen, Work-and-Travel) können diesen Kontrast zusätzlich veranschaulichen.

L’explication pas à pas, faite avec l’IA, est réservée aux membres Premium. Premium

Résous-le ici : correction automatique, indices et corrigé détaillé.

‹ Sujet 1 - Partie 1 · Métropole 2023 · Sujet 1 - Partie 1 : Synthèse du dossier · Métropole remplacement 2021 ›

Plus d’exercices de Voyages de découverte et d'exploration