Aufgabe HT 1 - 4 · Abitur NRW Türkisch LK · Haupttermin · fortgeführt 2021
Thema: Sprachmittlung Deutsch → Türkisch · Aus der Prüfung LK · Haupttermin · fortgeführt (2021)
Aufgabenstellung
Klausurteil B: Sprachmittlung isoliert
4. İstanbul’da çıkan bir kadın dergisi, Almanya’da yaşayan Türk göçmen kadınların evliliğe bakışını konu edinmek istiyor. Bu yazıyı hazırlayan gazeteci arkadaşınız sizden destek bekliyor. Arkadaşınıza yazacağınız bir e-postada, „Warum Deutschtürkinnen öfter die Scheidung wagen“ başlıklı metnin içeriğini ana hatlarıyla aktarınız.
(18 Punkte)
Klausurteil B
Freia Peters
Warum Deutschtürkinnen öfter die Scheidung wagen
[...]
Er hat sie nicht geschlagen, und dass er sie betrogen hat, vermutet sie nur. [...]
Wäre Fatma Azlan heute 62 und nicht 42 Jahre alt, wäre sie wohl immer noch unglücklich
verheiratet. Denn die Anpassung der türkischen Einwanderer an das deutsche Scheidungs-
5 verhalten ist seit 20 Jahren deutlich sichtbar. Auch im Migranten-Milieu steigt die Zahl der
Scheidungen, was jahrzehntelang undenkbar war. Laut Mikrozensus – einer regelmäßigen
Befragung von mehr als 800.000 Deutschen nach Familienstand, Staatsangehörigkeit und
Migrationshintergrund – betrug der Anteil von Migranten an allen Scheidungen 5,3 Prozent
im Jahr 2005. Im Jahr 2013 waren es bereits 8,1 Prozent.
10 [...] Auch das Fertilitätsverhalten 1 in der zweiten Generation von Migranten ähnelt mehr dem
der Deutschen als dem der eingewanderten Elterngeneration. Türkische Mütter bekommen
wesentlich später und deutlich seltener Nachwuchs – 12.607 Babys im Jahr 2013. 1991 waren
es noch 43.971 Neugeborene. Was stieg, ist die Zahl der unverheirateten türkischen Mütter.
[...]
15 Die traditionelle Lebensführung der deutschen Einwanderer löst sich auf; die Großfamilie
verliert an Wert, es gibt Alternativen zur Ehe und Freiheit für eigene Entscheidungen. Und
wie bei Fatma Azlan sind es nicht die Frauen, die an den Traditionen hängen. Sie fordern eine
partnerschaftliche Bindung. Wenn die Männer sich darauf nicht einlassen, sind sie bereit, sie
zu verlassen. Güle güle, tschüs, mein Schatz. „Die Scheidungen unter Migranten in Deutsch-
20 land haben stark zugenommen“, bestätigt Talibe Süzen, Sozialpädagogin in Berlin.
[...] Sie ist eine der wenigen Expertinnen auf diesem Gebiet. Seit 15 Jahren forscht sie zu den
Partnerschaftsverläufen bei türkeistämmigen Frauen.
„Unter Akademikern ist es sowieso kein Thema mehr, aber auch im traditionellen Milieu wird
eine Scheidung in türkischen Familien heute respektiert“, sagt Süzen, „sofern ein akzeptabler
25 Grund vorliegt.“ Zum Beispiel Untreue. Für ihre Promotion interviewte Süzen 18 Frauen der
zweiten Einwanderergeneration, die ihre Lebensgeschichte erzählten. Sie nennt sie „Kultur-
pendlerinnen“ und unterscheidet drei verschiedene Typen: Die, die Scheidung als Folge von
Gewalt wählen, als Weg zur Selbstbestimmung oder als Bruch mit der traditionellen Gemein-
schaft.
30 Frauentyp eins heiratet, um Freiheit zu erlangen, wählt jedoch einen Mann, der genauso tradi-
tionell ist wie die Herkunftsfamilie. Sie sympathisiert zwar mit der Lebensweise einer moder-
nen europäischen Frau, will aber nicht auf die Werte der Herkunftsgesellschaft verzichten.
So leidet sie eine Zeit lang still. Was bleibt, ist der Vorwurf an die Eltern: Wenn ihr nicht
hierhergekommen wärt, wäre mein Leben anders verlaufen.
35 Typ zwei ist eher kopfgesteuert, traditionskritisch, der deutsche Anteil überwiegt. Dr 2 dritte
Typus der Kulturpendlerinnen sieht vor allem Erfolg als Bewältigungsstrategie für das
Dilemma zwischen türkischer und deutscher Lebensweise. „Die Biografien aller Frauen sind
geprägt von der Trennungserfahrung im Kindesalter, der Entwurzelung, der Heimatlosigkeit,
dem Fremdheitsgefühl“, sagt Süzen. Gemeinsam sei ihnen auch die ständige Ambivalenz
40 zwischen Herkunftsfamilie und der eigenen. „Die Eltern bleiben von großer Bedeutung“,
sagt Süzen, „aber das Herkunftsmilieu ist auch nicht mehr das Schicksalsmilieu.“
[...] Die türkischen Männer sind sanfter geworden. Immer mehr Mandantinnen teilen sich
auch nach der Scheidung das Sorgerecht für ihre Kinder. „Türkische Väter kümmern sich“,
sagt auch Talibe Süzen.
45 Wie bei Fatma Azlan. „Mein Ex-Mann kann die Kleine jederzeit abholen oder mit ihr Urlaub
machen“, sagt Azlan. „Ich habe kein Recht, ihm den Umgang mit unserer Tochter zu verbie-
ten.“ Ob das sein müsse, hat Azlans Mutter gefragt, die lieber klare Verhältnisse sähe und
eine erneute Heirat ihrer ältesten Tochter. Für Azlan kommt das nicht infrage. „Was willst
du, Mama, habe ich ihr gesagt. Mein Kind ist glücklich, ich bin glücklich, reicht das nicht?“
1 Fertilität (lat.) hier: Geburtenrate; bezeichnet die Anzahl der jährlich geborenen Kinder in Relation zur Gesamtbevölkerung
2 Dr: Es handelt sich um die Schreibweise im Originaltext. Orthografisch korrekt ist Der.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
4. İstanbul’da çıkan bir kadın dergisi, Almanya’da yaşayan Türk göçmen kadınların evliliğe bakışını konu edinmek istiyor. Bu yazıyı hazırlayan gazeteci arkadaşınız sizden destek bekliyor. Arkadaşınıza yazacağınız bir e-postada, „Warum Deutschtürkinnen öfter die Scheidung wagen“ başlıklı metnin içeriğini ana hatlarıyla aktarınız.
Lösung: Bir gazeteci arkadaşa yazılmış, uygun e-posta formatında (hitap, giriş, gelişme, sonuç ve veda) hazırlanmış bir metin. Metin, Freia Peters'in makalesindeki temel noktaları Türkçe olarak özetlemelidir: - Almanya'daki Türk göçmenlerin boşanma oranları geçmişe kıyasla belirgin şekilde artmıştır (2005'te %5,3 iken 2013'te %8,1). - Bu durum özellikle annelerinden farklı olarak mutsuz evliliklere katlanmak istemeyen ikinci kuşak göçmen kadınları kapsamaktadır. - Doğum oranları birinci kuşağa göre düşmüş, Alman kadınlarının ortalamasına yaklaşmış; evlenmemiş anne sayısı artmıştır. - Geniş aile ve geleneksel yaşam biçimi çözülmekte, kadınlar eşitlikçi/ortaklaşa evlilikler talep etmekte; eşleri buna yanaşmadığında boşanmayı tercih etmektedir. - Boşanmaların başlıca nedenleri: şiddet, kendi kaderini tayin etme isteği ve geleneksel cemaat yapısından kopuş. - Boşanan kadınlar ayrılık, köksüzlük ve yabancılık deneyimleriyle baş etmekte, kimileri başarıyı bir başa çıkma stratejisi olarak görmektedir. - Boşanmanın Türk toplumu içinde daha fazla kabul görmesiyle birlikte, erkeklerin de eski eşleriyle ilişkileri (özellikle çocukların ortak yetiştirilmesi konusunda) olumlu yönde değişmiştir.
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