Aufgabe 3 - Teilaufgabe 4: Quantenphysikalische B… · Abitur NRW Physik LK · Nachtermin 2023
Thema: Quantenobjekte · Aus der Prüfung LK · Nachtermin (2023)
Aufgabenstellung
Aufgabenstellung:
Aufgabe: Kernfusionsreaktoren
Wenn Fusionsreaktoren und ihre Technik weiter erforscht und optimiert werden, könnten sie künftig eine Alternative zu den bisher üblichen Energieträgern darstellen. Der ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) in Südfrankreich, der in den Abbildungen 1 und 2 dargestellt ist, ist ein Beispiel für einen solchen Reaktor. Um zu verstehen, wie Fusionsreaktoren funktionieren, spielen elektrische und magnetische Felder eine zentrale Rolle.
Teilaufgabe 4: Quantenphysikalische Betrachtung der Kernfusion
Dass eine Fusion letztendlich stattfinden kann, lässt sich nur mithilfe der Quantenphysik erklären.
Die potentielle Energie von zwei Teilchen der Ladung und lässt sich mittels in Abhängigkeit vom Abstand berechnen (siehe Abbildung 6), wobei wieder die elektrische Feldkonstante ist.
Damit es zur Fusion kommt, müssen die Kerne bis auf einen Abstand von aneinander herankommen.
a)
• Beschreiben Sie anhand von Abbildung 6 den Verlauf der potentiellen Energie eines Tritium- und eines Deuteriumkerns in Abhängigkeit vom Abstand .
• Berechnen Sie in eV den Maximalwert der potentiellen Energie zwischen einem Tritium- und einem Deuteriumkern.
b)
Einige wenige Teilchen können deutlich höhere kinetische Energien als erreichen, welche immer noch unterhalb des Maximums der potentiellen Energie liegen. Dies ist in Abbildung 6 durch die gestrichelte Linie mit der Bezeichnung beispielhaft dargestellt. Man kann den Aufenthaltsort von Teilchen in der Quantenphysik mittels des Betragsquadrats der Wellenfunktion, wie in Abbildung 7 und 8 dargestellt, bestimmen.
Im Bereich zwischen den gestrichelten Linien liegt die kinetische Energie der Teilchen unter ihrer gegenseitigen potentiellen Energie.
• Erklären Sie allgemein, was das Betragsquadrat der Wellenfunktion für die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Quantenobjekts bedeutet.
• Erklären Sie anhand von Abbildung 7, weshalb bei einer kinetischen Energie von keine Kernfusion möglich ist.
• Erläutern Sie unter Bezugnahme auf Abbildung 8, dass bei ausreichend großer kinetischer Energie eine Kernfusion erfolgen kann.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
a) • Beschreiben Sie anhand von Abbildung 6 den Verlauf der potentiellen Energie eines Tritium- und eines Deuteriumkerns in Abhängigkeit vom Abstand .
Lösung: Die potentielle Energie ist für einen Abstand kleiner als konstant und nimmt einen negativen Wert an. Sie wächst für den Abstand sprunghaft auf den positiven maximalen Wert an. Sie ist ab dem Abstand fallend und nähert sich für wachsende Abstände asymptotisch der Energie an.
a) • Berechnen Sie in eV den Maximalwert der potentiellen Energie zwischen einem Tritium- und einem Deuteriumkern.
Lösung: /
b) • Erklären Sie allgemein, was das Betragsquadrat der Wellenfunktion für die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Quantenobjekts bedeutet.
Lösung: Das Betragsquadrat der Wellenfunktion gibt die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte (in Abhängigkeit vom Ort) an. Das Integral darüber für einen bestimmten Raumbereich liefert die Aufenthaltswahrscheinlichkeit.
b) • Erklären Sie anhand von Abbildung 7, weshalb bei einer kinetischen Energie von keine Kernfusion möglich ist.
Lösung: Das Betragsquadrat der Wellenfunktion zeigt von außen bis zu dem Punkt ein oszillierendes Verhalten, an dem die kinetische Energie gleich der potentiellen Energie ist. In dem Bereich, in dem die kinetische Energie kleiner als die potentielle Energie ist, nimmt das Betragsquadrat der Wellenfunktion von außen nach innen hin ab. Da dieser Bereich für die kinetische Energie von sehr groß ist, nimmt das Betragsquadrat der Wellenfunktion so weit ab, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Annäherung der beiden Kerne auf einen Abstand kleiner als gleich Null ist. Eine Kernfusion kann folglich nicht stattfinden.
b) • Erläutern Sie unter Bezugnahme auf Abbildung 8, dass bei ausreichend großer kinetischer Energie eine Kernfusion erfolgen kann.
Lösung: In Abbildung 8 kann man erkennen, dass der Bereich, für den die kinetische Energie kleiner als die potentielle Energie ist, kleiner ist. Dadurch zeigt das Betragsquadrat der Wellenfunktion auch noch für einen Abstand kleiner als wieder ein oszillierendes Verhalten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Annäherung der beiden Kerne auf einen Abstand kleiner als verschwindet nicht gleich Null, wie im ersten Fall. Eine Fusion der Kerne ist möglich.
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