Aufgabe 1 - Teilaufgabe 3: Interferenz von Materi… · Abitur NRW Physik GK · Haupttermin 2022

Thema: Quantenobjekte · Aus der Prüfung GK · Haupttermin (2022)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung:

Aufgabe: Interferenz von Wasser-, Licht- und Materiewellen

Teilaufgabe 1: Interferenz von Wasserwellen

In einer Wellenwanne werden Wasserwellen betrachtet. Zwei punktförmige Erreger in E1E_1 und E2E_2 senden kreisförmige Wellen aus. Beide Erreger schwingen gleichphasig, haben dieselbe Frequenz ff und dieselbe Amplitude AA. In Abbildung 1 sind die Wellenfronten der Wellenberge und Wellentäler für einen bestimmten Zeitpunkt schematisch dargestellt.

Teilaufgabe 3: Interferenz von Materiewellen

Nach der De-Broglie-Hypothese lässt sich Elektronen, die sich mit der Geschwindigkeit vv bewegen, die Wellenlänge λ=hme⋅v\lambda = \frac{h}{m_e \cdot v} zuordnen; dabei steht hh für das Planck'sche Wirkungsquantum und mem_e für die Elektronenmasse. In einer Simulation trifft ein Elektronenstrahl senkrecht auf einen Doppelspalt mit dem Spaltabstand g=1,0 μmg = 1{,}0\,\mu\text{m}. Die Elektronen haben zuvor aus der Ruhe heraus eine Beschleunigungsspannung von UB=1,0 kVU_B = 1{,}0\text{ kV} durchlaufen.

a)

Für die Geschwindigkeit der Elektronen nach der Beschleunigung durch die Spannung UBU_B gilt der Zusammenhang v=2⋅e⋅UBmev = \sqrt{\frac{2\cdot e \cdot U_B}{m_e}}.

• Leiten Sie diese Beziehung mithilfe eines Energieansatzes her.

Auf einem Schirm im Abstand a=3,0 ma = 3{,}0\text{ m} hinter dem Doppelspalt entsteht ein Interferenzmuster. Abbildung 4 gibt das Simulationsergebnis wieder, nachdem 1000 Elektronen auf dem Schirm angekommen sind. Der Doppelspalt ist nicht maßstäblich gezeichnet, sondern im Verhältnis zum gezeigten Maßstab stark vergrößert.

• Begründen Sie mithilfe einer passenden Rechnung, dass das Interferenzmuster auf dem Schirm stark vergrößert abgebildet ist.

[Zwischenergebnis für die weitere Rechnung: Die Elektronen haben die Wellenlänge λ=3,9⋅10−11 m\lambda = 3{,}9\cdot 10^{-11}\text{ m}.]

b)

Der Nobelpreisträger für Physik Richard Feynman äußert sich zum Verhalten von Elektronen wie folgt:

„So ging man früher davon aus, das Elektron beispielsweise verhalte sich wie ein [klassisches] Teilchen, doch dann fand man heraus, in vieler Hinsicht verhält es sich wie eine [klassische] Welle. In Wirklichkeit verhält es sich also wie keines von beiden. Mittlerweile haben wir es aufgegeben. Wir sagen:,Es ist wie keines von beidem.‘“

Erläutern Sie Richard Feynmans Aussage, und gehen Sie dabei besonders darauf ein, wie sich klassische Teilchen bzw. klassische Wellen am Doppelspalt verhalten.

c)

Nun trifft statt der Elektronen ein Photonenstrahl mit gleicher Photonenenergie auf den Doppelspalt.

Entscheiden Sie mithilfe einer passenden Rechnung, ob der Abstand d1d_1 zwischen dem Maximum erster Ordnung und dem Maximum nullter Ordnung größer wird.

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Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a1) Leiten Sie diese Beziehung mithilfe eines Energieansatzes her.

Lösung: Epot=Ekin  ⟹  e⋅UB=12mev2  ⟹  v=2⋅e⋅UBmeE_\text{pot} = E_\text{kin} \implies e \cdot U_B = \frac{1}{2} m_e v^2 \implies v = \sqrt{\frac{2 \cdot e \cdot U_B}{m_e}}

a2) Berechneter Abstand d1d_1 des Maximums erster Ordnung vom Maximum nullter Ordnung:

Lösung: 1,2⋅10−41{,}2\cdot 10^{-4} m / 0,120{,}12 mm

a2) Begründung, dass das Interferenzmuster auf dem Schirm stark vergrößert abgebildet ist:

Lösung: Der berechnete Abstand beträgt nur ca. 0,12 mm0{,}12\text{ mm} (kleiner als 1 mm1\text{ mm}), während in der Simulation die Streifen mehrere Zentimeter breit dargestellt sind.

b) Erläutern Sie Richard Feynmans Aussage, und gehen Sie dabei besonders darauf ein, wie sich klassische Teilchen bzw. klassische Wellen am Doppelspalt verhalten.

Lösung: Klassische Teilchen treffen lokalisiert auf und gehen nur durch einen Spalt (zwei getrennte Streifen). Klassische Wellen durchqueren beide Spalte und erzeugen sofort ein Interferenzmuster. Elektronen treffen einzeln als Teilchen auf, bauen aber erst mit der Zeit ein Interferenzmuster auf.

c) Wellenlänge λPh\lambda_\text{Ph} der Photonen gleicher Energie:

Lösung: 1,2⋅10−91{,}2\cdot 10^{-9} m / 1,21{,}2 nm

c) Entscheidung und Begründung, ob der Abstand d1d_1 größer wird:

Lösung: Ja, der Abstand vergrößert sich, da die Wellenlänge der Photonen (ca. 1,2 nm1{,}2\text{ nm}) wesentlich größer ist als die der Elektronen (ca. 0,039 nm0{,}039\text{ nm}) und mit größerer Wellenlänge der Beugungswinkel α1\alpha_1 zunimmt.

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