Abitur NRW Kunst 2021 · LK · Nachtermin

Abiturprüfung Kunst in Nordrhein-Westfalen 2021, LK · Nachtermin: 6 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Werkbeschreibung und Formanalyse mit analysierender Skizze.

Themen der Prüfung: Werkbeschreibung · Formanalyse mit analysierender Skizze · Vergleichende Interpretation zweier Werke

Aufgabe 1 - Teilaufgabe 1 · Werkbeschreibung

Materialgrundlage:

Bildmaterial:

Abbildung 1 (Ansicht ohne erkennbare Ausstellungsvitrine): Louise Bourgeois, „Seven in a bed“, 2001, Textilstoffe, Edelstahl, Glas und Holz, 172,70 x 85,10 x 86, 40 cm, unbekannter Ort

Abbildung 2 (Seitenansicht mit Teilen der Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 3 (Seitenansicht ohne erkennbare Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 4 (Gesamtansicht mit Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 5: Thomas Struth, Untitled, New York 2001, Chromogener Abzug, 148,3 x 178 cm, Struth Cat. 8091/Seite 137 De Pont Stichting, Tilburg

Textmaterial:

Zusatzinformationen zu Abbildungen 1 – 4:

Informationen zur Biografie von Louise Bourgeois:

Louise hatte eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Im Ersten Weltkrieg fiel ihr Onkel, der Bruder des Vaters, sodass die beiden Cousins von der Familie Louises aufgenommen wurden.

Nach dem Ende des Weltkriegs erkrankte Louises Mutter erst an Spanischer Grippe und dann an Tuberkulose. Sie wurde nie wieder ganz gesund. Sadie Gordon Richmond, die 1922 als Englischlehrerin für die Kinder gekommen war, wurde die Geliebte des Vaters. Die Mutter tolerierte die Affäre mit Sadie, wodurch sich Louise von ihrer Englischlehrerin, ihrem Vater und ihrer Mutter hintergangen fühlte. Dieses empfand Louise als Störung des Familienfriedens.

Autorentext

Zitat von Louise Bourgeois:

„Der schöpferische Impuls für alle meine Arbeiten ist in meiner Kindheit zu suchen.“ Quelle: www.grotmann.com/fileadmin/user_upload/Vortrag_zu_louise (Zugriff: 09.09.2020)

Zusatzinformationen zu Abbildung 5:

Die vorliegende Fotografie ist Teil der Werkreihe der Gruppenporträts. Über die Bekleidung, Aufstellung und Körperhaltung entscheiden die porträtierten Familienmitglieder. Struth wählt die Familien aus und entscheidet in der Regel mit ihnen den Aufstellungsort. Er legt den Bildausschnitt fest, entscheidet über die Beleuchtung, bittet die Porträtierten direkt in die Kamera zu schauen und wählt die Fotografie aus.

Autorentext

Zitat von Thomas Struth:

„Fotografieren ist ein merkwürdiger Akt, aus der Außenwelt zu selektieren. […] In ihrer klaren Sprache sagt sie nicht nur etwas über die jeweiligen Motive aus wie Menschen, Architektur und Landschaft – die visuell durch verschiedene Fotografien gewissermaßen auseinandergerückt und wieder zusammengebracht werden können –, sondern auch sehr viel über die Haltung des Fotografen gegenüber diesen Dingen. So gesehen ist eine Fotografie immer objektiv.“ Thomas Struth in Carnegie International 1991

Quelle: Künstler – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Thomas Struth, Hrsg. Dr. Detlef Bluemler und Lothar Romain. München 2006, Ausgabe 75, Heft 21, S. 14

Aufgabenstellung:

1. Beschreiben Sie die beiden Kunstwerke „Seven in a Bed“ (Louise Bourgeois) sowie „Untitled (New York Family I)“ (Thomas Struth). (12 Punkte)

a)

b)

Aufgabe 1 - Teilaufgabe 2 · Formanalyse mit analysierender Skizze

Materialgrundlage:

Bildmaterial:

Abbildung 1 (Ansicht ohne erkennbare Ausstellungsvitrine): Louise Bourgeois, „Seven in a bed“, 2001, Textilstoffe, Edelstahl, Glas und Holz, 172,70 x 85,10 x 86, 40 cm, unbekannter Ort

Abbildung 2 (Seitenansicht mit Teilen der Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 3 (Seitenansicht ohne erkennbare Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 4 (Gesamtansicht mit Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 5: Thomas Struth, Untitled, New York 2001, Chromogener Abzug, 148,3 x 178 cm, Struth Cat. 8091/Seite 137 De Pont Stichting, Tilburg

Textmaterial:

Zusatzinformationen zu Abbildungen 1 – 4:

Informationen zur Biografie von Louise Bourgeois:

Louise hatte eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Im Ersten Weltkrieg fiel ihr Onkel, der Bruder des Vaters, sodass die beiden Cousins von der Familie Louises aufgenommen wurden.

Nach dem Ende des Weltkriegs erkrankte Louises Mutter erst an Spanischer Grippe und dann an Tuberkulose. Sie wurde nie wieder ganz gesund. Sadie Gordon Richmond, die 1922 als Englischlehrerin für die Kinder gekommen war, wurde die Geliebte des Vaters. Die Mutter tolerierte die Affäre mit Sadie, wodurch sich Louise von ihrer Englischlehrerin, ihrem Vater und ihrer Mutter hintergangen fühlte. Dieses empfand Louise als Störung des Familienfriedens.

Autorentext

Zitat von Louise Bourgeois:

„Der schöpferische Impuls für alle meine Arbeiten ist in meiner Kindheit zu suchen.“ Quelle: www.grotmann.com/fileadmin/user_upload/Vortrag_zu_louise (Zugriff: 09.09.2020)

Zusatzinformationen zu Abbildung 5:

Die vorliegende Fotografie ist Teil der Werkreihe der Gruppenporträts. Über die Bekleidung, Aufstellung und Körperhaltung entscheiden die porträtierten Familienmitglieder. Struth wählt die Familien aus und entscheidet in der Regel mit ihnen den Aufstellungsort. Er legt den Bildausschnitt fest, entscheidet über die Beleuchtung, bittet die Porträtierten direkt in die Kamera zu schauen und wählt die Fotografie aus.

Autorentext

Zitat von Thomas Struth:

„Fotografieren ist ein merkwürdiger Akt, aus der Außenwelt zu selektieren. […] In ihrer klaren Sprache sagt sie nicht nur etwas über die jeweiligen Motive aus wie Menschen, Architektur und Landschaft – die visuell durch verschiedene Fotografien gewissermaßen auseinandergerückt und wieder zusammengebracht werden können –, sondern auch sehr viel über die Haltung des Fotografen gegenüber diesen Dingen. So gesehen ist eine Fotografie immer objektiv.“ Thomas Struth in Carnegie International 1991

Quelle: Künstler – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Thomas Struth, Hrsg. Dr. Detlef Bluemler und Lothar Romain. München 2006, Ausgabe 75, Heft 21, S. 14

Aufgabenstellung:

2. Analysieren Sie die formalen Gestaltungsmittel der beiden Werke. Gehen Sie dabei besonders auf die folgenden Aspekte ein:

bzgl. Bourgeois:

Körper-Raum-Bezug,

Oberflächenbeschaffenheit und Materialität,

Farbe und Form,

gestalterische Ausführung von Figuren und Umraum in Bezug auf deren Abbildhaftigkeit,

bzgl. Struth:

Bildfläche und Bildraum (einschließlich der Richtungsbezüge),

Kameraperspektive,

Farbe,

Lichtführung.

Untersuchen Sie zu Beginn anhand analysierender Skizzen die Aspekte „Körper-Raum-Bezug“ bei Bourgeois sowie „Bildfläche und Bildraum (einschließlich der Richtungsbezüge)“ bei Struth und nutzen Sie die daraus resultierenden Erkenntnisse erläuternd für Ihre Analyse. (44 Punkte)

a)

b)

c)

Aufgabe 1 - Teilaufgabe 3 · Vergleichende Interpretation zweier Werke

Materialgrundlage:

Bildmaterial:

Abbildung 1 (Ansicht ohne erkennbare Ausstellungsvitrine): Louise Bourgeois, „Seven in a bed“, 2001, Textilstoffe, Edelstahl, Glas und Holz, 172,70 x 85,10 x 86, 40 cm, unbekannter Ort

Abbildung 2 (Seitenansicht mit Teilen der Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 3 (Seitenansicht ohne erkennbare Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 4 (Gesamtansicht mit Ausstellungsvitrine): siehe oben

Abbildung 5: Thomas Struth, Untitled, New York 2001, Chromogener Abzug, 148,3 x 178 cm, Struth Cat. 8091/Seite 137 De Pont Stichting, Tilburg

Textmaterial:

Zusatzinformationen zu Abbildungen 1 – 4:

Informationen zur Biografie von Louise Bourgeois:

Louise hatte eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Im Ersten Weltkrieg fiel ihr Onkel, der Bruder des Vaters, sodass die beiden Cousins von der Familie Louises aufgenommen wurden.

Nach dem Ende des Weltkriegs erkrankte Louises Mutter erst an Spanischer Grippe und dann an Tuberkulose. Sie wurde nie wieder ganz gesund. Sadie Gordon Richmond, die 1922 als Englischlehrerin für die Kinder gekommen war, wurde die Geliebte des Vaters. Die Mutter tolerierte die Affäre mit Sadie, wodurch sich Louise von ihrer Englischlehrerin, ihrem Vater und ihrer Mutter hintergangen fühlte. Dieses empfand Louise als Störung des Familienfriedens.

Autorentext

Zitat von Louise Bourgeois:

„Der schöpferische Impuls für alle meine Arbeiten ist in meiner Kindheit zu suchen.“ Quelle: www.grotmann.com/fileadmin/user_upload/Vortrag_zu_louise (Zugriff: 09.09.2020)

Zusatzinformationen zu Abbildung 5:

Die vorliegende Fotografie ist Teil der Werkreihe der Gruppenporträts. Über die Bekleidung, Aufstellung und Körperhaltung entscheiden die porträtierten Familienmitglieder. Struth wählt die Familien aus und entscheidet in der Regel mit ihnen den Aufstellungsort. Er legt den Bildausschnitt fest, entscheidet über die Beleuchtung, bittet die Porträtierten direkt in die Kamera zu schauen und wählt die Fotografie aus.

Autorentext

Zitat von Thomas Struth:

„Fotografieren ist ein merkwürdiger Akt, aus der Außenwelt zu selektieren. […] In ihrer klaren Sprache sagt sie nicht nur etwas über die jeweiligen Motive aus wie Menschen, Architektur und Landschaft – die visuell durch verschiedene Fotografien gewissermaßen auseinandergerückt und wieder zusammengebracht werden können –, sondern auch sehr viel über die Haltung des Fotografen gegenüber diesen Dingen. So gesehen ist eine Fotografie immer objektiv.“ Thomas Struth in Carnegie International 1991

Quelle: Künstler – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Thomas Struth, Hrsg. Dr. Detlef Bluemler und Lothar Romain. München 2006, Ausgabe 75, Heft 21, S. 14

Aufgabenstellung:

3. Interpretieren Sie die beiden Kunstwerke im Vergleich und stützen Sie sich dabei auf Ihre bisherigen Analyseergebnisse.

Erörtern Sie in diesem Rahmen mithilfe der Zusatzinformationen, wie sich die künstlerischen Ansätze von Louise Bourgeois und Thomas Struth hinsichtlich des Motivs der Familie, das in den jeweiligen Werken zum Ausdruck kommt, voneinander unterscheiden. (34 Punkte)

a)

b)

Aufgabe 2 - Teilaufgabe 1 · Werkbeschreibung

Materialgrundlage

Bildmaterial:

Abbildung 1: Francisco José de Goya y Lucientes, „La aguadora“/„Die Wasserträgerin“, 1808 – 1812, Öl auf Leinwand, 68 x 52 cm, Budapest, Szépművészeti Múzeum

Abbildung 2: Hannah Höch, „Das schöne Mädchen“, 1920, Collage, 47,6 x 57,1 cm, Privatsammlung

Textmaterial:

Zusatzinformationen:

•

zu Abbildung 1:

Das Bild entstand im Zusammenhang des Besuchs Goyas in Saragossa, dem Ort, in welchem er als Kind aufgewachsen war.

Der Besuch erfolgte aufgrund einer Einladung des mit ihm befreundeten Generals Don José Palafox, welcher den bewaffneten Widerstand in Saragossa organisierte und Goya bat, die Zustände vor Ort visuell festzuhalten.

Die Stadt Saragossa wurde während des spanischen Unabhängigkeitskrieges im August und Dezember 1808 von französischen Truppen belagert. Die gesamte Bevölkerung bekämpfte die Eindringlinge mit allem, was ihr verfügbar war. So brachten z. B. die sogenannten Wasserträgerinnen mit Wasser gefüllte Tonkrüge zusammen mit Wassergläsern zu den in den Straßen an vorderster Front Kämpfenden.

•

zu Abbildung 2:

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich Deutschland in einem sehr angespannten Übergangszustand, geprägt von schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen wie Inflation und zunehmender Arbeitslosigkeit.

Die Weimarer Republik brachte den Frauen in Deutschland zwar politische Fortschritte, indem diesen neue Rechte, wie z. B. das Wahlrecht und das Recht auf gleiches Entgeld, gewährt wurden, jedoch fand die konkrete Umsetzung dieser Rechte kaum erkennbar statt.

Aufgrund der äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation hatten Frauen große Schwierigkeiten, ihre neuen Rechte de facto einzufordern und das neue Frauenbild der zwanziger Jahre auch praktisch umzusetzen. Vielmehr waren sie vorrangig damit beschäftigt, ihre durch die Folgen des Krieges gezeichneten Familien ausreichend zu ernähren bzw. zu unterstützen.

Autorentext

1. Beschreiben Sie die beiden Werke „Die Wasserträgerin“ (Goya) und „Das schöne Mädchen“ (Hannah Höch). (12 Punkte)

Aufgabe 2 - Teilaufgabe 2 · Formanalyse mit analysierender Skizze

Materialgrundlage

Bildmaterial:

Abbildung 1: Francisco José de Goya y Lucientes, „La aguadora“/„Die Wasserträgerin“, 1808 – 1812, Öl auf Leinwand, 68 x 52 cm, Budapest, Szépművészeti Múzeum

Abbildung 2: Hannah Höch, „Das schöne Mädchen“, 1920, Collage, 47,6 x 57,1 cm, Privatsammlung

Textmaterial:

Zusatzinformationen:

•

zu Abbildung 1:

Das Bild entstand im Zusammenhang des Besuchs Goyas in Saragossa, dem Ort, in welchem er als Kind aufgewachsen war.

Der Besuch erfolgte aufgrund einer Einladung des mit ihm befreundeten Generals Don José Palafox, welcher den bewaffneten Widerstand in Saragossa organisierte und Goya bat, die Zustände vor Ort visuell festzuhalten.

Die Stadt Saragossa wurde während des spanischen Unabhängigkeitskrieges im August und Dezember 1808 von französischen Truppen belagert. Die gesamte Bevölkerung bekämpfte die Eindringlinge mit allem, was ihr verfügbar war. So brachten z. B. die sogenannten Wasserträgerinnen mit Wasser gefüllte Tonkrüge zusammen mit Wassergläsern zu den in den Straßen an vorderster Front Kämpfenden.

•

zu Abbildung 2:

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich Deutschland in einem sehr angespannten Übergangszustand, geprägt von schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen wie Inflation und zunehmender Arbeitslosigkeit.

Die Weimarer Republik brachte den Frauen in Deutschland zwar politische Fortschritte, indem diesen neue Rechte, wie z. B. das Wahlrecht und das Recht auf gleiches Entgeld, gewährt wurden, jedoch fand die konkrete Umsetzung dieser Rechte kaum erkennbar statt.

Aufgrund der äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation hatten Frauen große Schwierigkeiten, ihre neuen Rechte de facto einzufordern und das neue Frauenbild der zwanziger Jahre auch praktisch umzusetzen. Vielmehr waren sie vorrangig damit beschäftigt, ihre durch die Folgen des Krieges gezeichneten Familien ausreichend zu ernähren bzw. zu unterstützen.

Autorentext

2. Analysieren und vergleichen Sie die formale Gestaltung beider Werke.

Gehen Sie dabei vor allem auf folgende Aspekte ein: Bildfläche und Bildraum,

Farbe (bei Goyas Werk einschließlich der Lichtführung) und Form,

die gestalterische Umsetzung von Figur und Umraum hinsichtlich ihrer Abbildhaftigkeit.

Untersuchen Sie als Erstes den Aspekt „Bildfläche“ mithilfe analysierender Skizzen. Beziehen Sie die so gewonnenen Ergebnisse erläuternd in Ihre Analyse ein. (44 Punkte)

a)

b)

Aufgabe 2 - Teilaufgabe 3 · Vergleichende Interpretation zweier Werke

Materialgrundlage

Bildmaterial:

Abbildung 1: Francisco José de Goya y Lucientes, „La aguadora“/„Die Wasserträgerin“, 1808 – 1812, Öl auf Leinwand, 68 x 52 cm, Budapest, Szépművészeti Múzeum

Abbildung 2: Hannah Höch, „Das schöne Mädchen“, 1920, Collage, 47,6 x 57,1 cm, Privatsammlung

Textmaterial:

Zusatzinformationen:

•

zu Abbildung 1:

Das Bild entstand im Zusammenhang des Besuchs Goyas in Saragossa, dem Ort, in welchem er als Kind aufgewachsen war.

Der Besuch erfolgte aufgrund einer Einladung des mit ihm befreundeten Generals Don José Palafox, welcher den bewaffneten Widerstand in Saragossa organisierte und Goya bat, die Zustände vor Ort visuell festzuhalten.

Die Stadt Saragossa wurde während des spanischen Unabhängigkeitskrieges im August und Dezember 1808 von französischen Truppen belagert. Die gesamte Bevölkerung bekämpfte die Eindringlinge mit allem, was ihr verfügbar war. So brachten z. B. die sogenannten Wasserträgerinnen mit Wasser gefüllte Tonkrüge zusammen mit Wassergläsern zu den in den Straßen an vorderster Front Kämpfenden.

•

zu Abbildung 2:

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich Deutschland in einem sehr angespannten Übergangszustand, geprägt von schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen wie Inflation und zunehmender Arbeitslosigkeit.

Die Weimarer Republik brachte den Frauen in Deutschland zwar politische Fortschritte, indem diesen neue Rechte, wie z. B. das Wahlrecht und das Recht auf gleiches Entgeld, gewährt wurden, jedoch fand die konkrete Umsetzung dieser Rechte kaum erkennbar statt.

Aufgrund der äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation hatten Frauen große Schwierigkeiten, ihre neuen Rechte de facto einzufordern und das neue Frauenbild der zwanziger Jahre auch praktisch umzusetzen. Vielmehr waren sie vorrangig damit beschäftigt, ihre durch die Folgen des Krieges gezeichneten Familien ausreichend zu ernähren bzw. zu unterstützen.

Autorentext

3. Interpretieren Sie beide Werke, indem Sie Ihre bisherigen Analyseergebnisse sowie die Zusatzinformationen heranziehen.

Berücksichtigen Sie in Ihren Überlegungen Ihr Wissen über die Arbeitsweise, insbesondere die der Künstlerin Hannah Höch, und weitere Ihnen bekannte Werke der Künstlerin und des Künstlers.

Nehmen Sie abschließend vergleichend Stellung zu der Frage, inwiefern sich in den beiden vorliegenden Werken eine Konstruktion von Wirklichkeit in gesellschaftlichen Kontexten zeigt. (34 Punkte)

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