Aufgabe 2 · Abitur NRW Chemie LK · Allulose – eine energiearme Alterna 2026
Thema: Organische Reaktionsmechanismen · Aus der Prüfung LK · Allulose – eine energiearme Alternative, die schmeckt (2026)
Aufgabenstellung
2 Material
Material 1: Allulose und Saccharose im Vergleich [1], [2]
Allulose ist ein Monosaccharid der Summenformel und gehört damit wie Glucose und Fructose zu den Hexosen. Sie kommt in der Natur nur sehr selten und nur in geringen Mengen vor. Allulose wird vom Menschen nur in geringem Umfang verstoffwechselt. Dadurch stellt sie dem Körper weniger Energie bereit als Saccharose und ist damit für eine kalorienreduzierte Ernährung geeignet ( pro Gramm Allulose; pro Gramm Saccharose). Ihre Süßkraft beträgt etwa der Süßkraft von Saccharose.
Material 2: Halbacetalbildung bei der Allulose
In wässriger Allulose-Lösung kommt es zu einem intramolekularen Ringschluss (Halbacetalbildung), sodass sich ein Gleichgewicht zwischen der offenkettigen Form und den Ringformen einstellt. Hierbei entstehen die Furanoseformen (Fünfringe) und Pyranoseformen (Sechsringe) zu ungefähr gleichen Teilen.
Material 3: Abbau von Amylose im Mund
In einem Butterkeks liegt ein Teil der Kohlenhydrate als langkettige Amylose vor. Diese wird schon im Mund durch das im Speichel enthaltene Enzym Amylase in Maltose gespalten. Maltose-Moleküle bestehen aus zwei -verknüpften Glucose-Bausteinen. Im Modell-Experiment wird dieser Prozess durch eine mit etwas Speichel versetzte Amylose-Lösung nachgestellt. Diese Probelösung kann auf eine erfolgreiche Spaltung der Amylose untersucht werden.
Material 4: Nährwert von Butterkeksen [3], [4]
Butterkekse sind aufgrund ihres hohen Energiegehalts im Hinblick auf eine gesunde Ernährung nur in Maßen zu empfehlen.
Tab. 1: Durchschnittliche Nährwerte von Butterkeksen (Packungsangabe)
· pro 100 g · pro Keks (5 g)
Energie · 435 kcal/1833 kJ · 22 kcal/92 kJ
Eiweiß · 8,4 g · 0,4 g
Kohlenhydrate · 72,0 g · 3,6 g
davon Zucker (Saccharose) · 21,0 g · 1,1 g
Fett · 12,0 g · 0,6 g
Eine Verbesserung der gesundheitlichen Einstufung ohne geschmackliche Veränderungen soll sich z. B. durch Zuckeraustauschstoffe wie Allulose erzielen lassen. Hierbei haben Untersuchungen ergeben, dass es nur bei einem Ersatz von lediglich durch Allulose zu keiner Abweichung in Bezug auf die Verbraucherakzeptanz kam. Der Kohlenhydrat-Anteil der Kekse setzt sich aus der im Mehl enthaltenen Stärke sowie der zum Süßen verwendeten Saccharose zusammen.
2.1
Erläutern Sie den Reaktionsmechanismus der in der Abbildung 2 dargestellten Ringbildung bei Allulose (M 2).
2.2
Begründen Sie, dass bei der Bildung der Furanoseform zwei Isomere Allulose-Moleküle entstehen können (M 2).
Antwort erfasst. Vergleichen Sie Ihre Erläuterung und Begründung mit der offiziellen Musterlösung.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Erläutern Sie den Reaktionsmechanismus der in der Abbildung 2 dargestellten Ringbildung bei Allulose (M 2).
Lösung: Das freie Elektronenpaar des Sauerstoff-Atoms der Hydroxygruppe am Kohlenstoff-Atom Nr. 5 greift das positiv polarisierte Kohlenstoff-Atom der Ketogruppe nucleophil an. Dadurch bildet sich eine Elektronenpaarbindung zwischen diesen Atomen, was zu einem intramolekularen Ringschluss führt. Es entsteht ein Zwischenprodukt mit einer positiven Ladung am Sauerstoff-Atom der (ehemaligen) Hydroxygruppe und einer negativen Ladung am Sauerstoff-Atom der (ehemaligen) Ketogruppe durch Umlagerung eines Elektronenpaares. Nun kommt es zur Umlagerung eines Protons, welches mit dem negativ geladenen Sauerstoff-Atom am anomeren Kohlenstoff-Atom eine neue Hydroxygruppe bildet.
Begründen Sie, dass bei der Bildung der Furanoseform zwei Isomere Allulose-Moleküle entstehen können (M 2).
Lösung: Durch den Ringschluss entsteht ein weiteres asymmetrisch substituiertes Kohlenstoff-Atom. Es gibt zwei mögliche räumliche Orientierungen für die Hydroxygruppe.
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