Abitur Hessen Gesundheitsökonomie 2022 · GK

Abiturprüfung Gesundheitsökonomie in Hessen 2022, GK: 10 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Krankenversicherung und Finanzierung: GKV und PKV. Kostenlos.

Themen der Prüfung: Krankenversicherung und Finanzierung: GKV und PKV · Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen · Stationäre Versorgung und Krankenhausfinanzierung · Arzneimittelversorgung · Gesundheitssysteme im internationalen Vergleich · Public Health: Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsziele · Gesundheitsökonomische Evaluation und Entscheidungsanalyse

Aufgabe Vorschlag A - 1 - Arzneimittelversorgung · Arzneimittelversorgung

Die Gesundheitssysteme der Schweiz und Deutschlands im Vergleich / Vergütung von Krankenhäusern

1 Wie aus einer Umfrage des Commonwealth Fund hervorgeht, sind die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden.

1.1

Beschreiben Sie mögliche Gründe für das Ansteigen der Arzneimittelausgaben in Deutschland. [12 BE]

1.3

Auch in Deutschland hat man eine Reihe von Reformen umgesetzt, die dazu dienen sollen, die Arzneimittelausgaben zu senken. Hierzu gehört unter anderem das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG).

Stellen Sie die Regelungen des AMNOG bei der Nutzenbewertung und Preisfestsetzung von Arzneimitteln dar und beurteilen Sie dessen Eignung, Kostensteigerungen im Arzneimittelbereich entgegenzuwirken. [18 BE]

1.4

Im deutschen Gesundheitssystem soll insbesondere das Solidarprinzip für Gerechtigkeit sorgen.

Erklären Sie das Solidarprinzip im Allgemeinen und untersuchen Sie, inwiefern es für gesetzlich Versicherte im Arzneimittelbereich Anwendung findet. [6 BE]

Aufgabe Vorschlag A - 1.2 - Gesundheitsökonomische Evalua… · Gesundheitsökonomische Evaluation und Entscheidungsanalyse

Die Gesundheitssysteme der Schweiz und Deutschlands im Vergleich / Vergütung von Krankenhäusern

1 Wie aus einer Umfrage des Commonwealth Fund hervorgeht, sind die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden.

1.2

Zur Begrenzung der Ausgaben gilt im britischen Gesundheitssystem die Regelung, dass die Kosten für neue Medikamente für jedes hinzugewonnene QALY (qualitätskorrigiertes/qualitätsbereinigtes Lebensjahr) 30.000 Britische Pfund nicht übersteigen dürfen.

Erklären Sie das QALY-Konzept sowie das der obigen Regelung zugrundeliegende gesundheitsökonomische Evaluationsverfahren und beurteilen Sie die Regelung unter Gerechtigkeitsaspekten. [9 BE]

Aufgabe Vorschlag A - 2 · Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen

Viele Gesundheitsexpertinnen/Gesundheitsexperten bescheinigen dem deutschen Gesundheitssystem strukturelle Probleme und fordern deshalb dessen Neuausrichtung im Sinne des in Material 1 vereinfacht dargestellten Soll-Zustands.

Material 1

Vereinfachte Darstellung des Soll-Zustands der Versorgungssegmente des deutschen Gesundheitssystems

2.1

Beschreiben Sie, inwiefern sich der Ist-Zustand der Versorgungssegmente des deutschen Gesundheitssystems vom angestrebten Soll-Zustand (Material 1) unterscheidet.

(8 BE)

2.2

Arbeiten Sie die Vorteile heraus, die sich aus einer Neuausrichtung des deutschen Gesundheitssystems im Sinne des angestrebten Soll-Zustands erwarten lassen (Material 1).

(10 BE)

Aufgabe Vorschlag A - 3 · Krankenversicherung und Finanzierung: GKV und PKV

3

Regelmäßig veröffentlicht das Bundesgesundheitsministerium Daten des deutschen Gesundheitswesens, die als Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen genutzt werden können.

3.1

Beschreiben Sie die Veränderungen der in Material 2 dargestellten Indikatoren der Gesundheitsausgabenrechnung in Deutschland und interpretieren Sie diese im Zusammenhang. [9 BE]

3.2

Im Jahr 2020 ist, bedingt durch die Corona-Pandemie, das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland deutlich zurückgegangen. Erläutern Sie die Auswirkungen einer negativen konjunkturellen Entwicklung auf die Finanzierung des Gesundheitsfonds und der privaten Krankenversicherung. [8 BE]

3.3

Analysieren Sie auf der Grundlage von Material 3 die Ausgabenentwicklung sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung und vergleichen Sie diese miteinander.

Interpretieren Sie die Unterschiede vor dem Hintergrund wesentlicher Merkmale der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. [20 BE]

Aufgabe Vorschlag B - 1 - Gesundheitsökonomische Kosten · Gesundheitsökonomische Evaluation und Entscheidungsanalyse

Die Gesundheitssysteme der Schweiz und Deutschlands im Vergleich / Vergütung von Krankenhäusern

1 Wie aus einer Umfrage des Commonwealth Fund hervorgeht, sind die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden.

1.1

Stellen Sie am Beispiel einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) die drei gesundheitsökonomischen Kostenarten dar. [10 BE]

1.2

Überprüfen Sie die Auswirkungen der in Material 1 genannten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Pandemie auf die gesundheitsökonomischen Kosten. [14 BE]

Aufgabe Vorschlag B - 1 - Public Health und Prävention · Public Health: Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsziele

Die Gesundheitssysteme der Schweiz und Deutschlands im Vergleich / Vergütung von Krankenhäusern

1 Wie aus einer Umfrage des Commonwealth Fund hervorgeht, sind die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden.

1.3

Expertinnen und Experten plädieren dafür, die Bekämpfung der Corona-Pandemie in die deutschen Gesundheitsziele aufzunehmen.

Untersuchen Sie auf der Grundlage der Auswahlkriterien, inwiefern eine Aufnahme in die deutschen Gesundheitsziele möglich ist. (11 BE)

1.4

Im Rahmen von Prävention lassen sich u. a. die folgenden Strategien unterscheiden: Verhältnis- und Verhaltensprävention, universelle und zielgruppenspezifische Prävention sowie Primär- und Sekundärprävention.

Stellen Sie diese Präventionsmaßnahmen dar und beschreiben Sie jeweils ein Beispiel im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. (12 BE)

Hinweis: Eine Mehrfachzuordnung von Maßnahmen zu den Präventionsarten ist zulässig.

1.5

Beurteilen Sie die Aussage, dass aufgrund des Präventionsparadoxons der Erfolg der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gefährdet ist. (8 BE)

Aufgabe Vorschlag B - 2 · Stationäre Versorgung und Krankenhausfinanzierung

Material 2

Falk Osterloh: Gegen die Kommerzialisierung (2019)

„Der ärztliche Berufsstand darf nicht durch pure Ökonomisierung zerschlagen werden. Sonst wird aus dem Traumberuf Arzt ein Albtraumberuf.“ Das sagte der frühere Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, zu Beginn des 105. Deutschen Ärztetags in Rostock im Jahr 2002. Heute, 16 Jahre später, ist die Ökonomisierung des Arztberufes noch deutlich weiter vorangeschritten. Auf einer Tagung der BÄK machten Experten eine Bestandsaufnahme – und suchten nach Lösungsansätzen.

Zunächst betonte BÄK-Präsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery jedoch den Unterschied zwischen Ökonomie und Kommerzialisierung. „Wir Ärzte sind der Ökonomie verpflichtet“, erklärte er zu Beginn der Tagung „BÄK im Dialog – Patientenversorgung unter Druck“ am 16. November in Berlin.

„Ein sparsames, wirtschaftliches Verhalten ist ein Grundprinzip, das auch Ärzten abverlangt werden kann. Denn nichts ist unsolidarischer, als mit dem Geld der Versicherten verschwenderisch umzugehen.“ Ökonomisches Handeln habe im Gesundheitswesen insofern seine Berechtigung. Die Ökonomie müsse aber den Zielen der Medizin dienen und nicht umgekehrt.

Unter Druck gerieten die Ärzte hingegen durch eine zunehmende Kommerzialisierung des Systems. Als Grundübel dieser Entwicklung wird häufig das DRG-System genannt. „Ich halte das DRG-System im Kern für richtig“, betonte Montgomery. „Es gibt keine Alternative dazu.“ Falsch sei jedoch, das System zu 100 Prozent über DRGs zu finanzieren, so wie es in Deutschland geschehe. [...]

Im politischen Berlin wird derzeit darüber diskutiert, wie das DRG-System umgestaltet werden sollte. Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz hat der Bundestag am 9. November festgelegt, dass die Kosten für das Pflegepersonal ab 2020 aus den Fallpauschalen herausgerechnet und zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern individuell verhandelt werden sollen. Die BÄK und andere Verbände fordern, dass analog auch mit den Kosten für den ärztlichen Dienst verfahren werden soll.

Dr. med. Annic Weyersberg vom „Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health“ der Universität zu Köln nannte Argumente, weshalb die Kinderheilkunde ebenfalls außerhalb des DRG-Systems vergütet werden müsse. Kinder brauchen mehr Ressourcen und mehr Zeit“, sagte sie. Deshalb seien die Personalkosten höher als in anderen Fachrichtungen. [...] „Das hat dazu geführt, dass viele Abteilungen schließen mussten: jede fünfte Kinderklinik seit 1991“, so Weyersberg. „Im Gegensatz dazu sind die Fallzahlen deutlich angestiegen und die Verweildauer hat sich halbiert.

Dadurch kam es zu einer enormen Leistungsverdichtung, die durch Sparmaßnahmen beim Personal weiter verschärft wurde.“ Immer mehr Kinderkliniken meldeten sich deshalb von der Versorgung ab. So gebe es bereits Versorgungsengpässe und längere Anfahrtswege. „Darin liegt ein erhöhtes Gefährdungspotenzial“, betonte die Pädiaterin.

Eine Folge des DRG-Systems sind Verträge mit leitenden Ärzten, die Zielvereinbarungen enthalten. Mittlerweile muss die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in ihren Empfehlungen für solche Verträge zwar sicherstellen, „dass Zielvereinbarungen ausgeschlossen sind, die auf finanzielle Anreize insbesondere für einzelne Leistungen, Leistungsmengen, Leistungskomplexe oder Messgrößen hierfür abstellen“. So steht es im Gesetz. Doch viele Häuser nähmen solche Zielvereinbarungen dennoch in die Arbeitsverträge mit auf, wie die Präsidentin der Ärztekammer Bremen, Dr. med. Heidrun Gitter, erklärte. 2013 haben die BÄK und der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands eine Koordinierungsstelle eingerichtet, an die leitende Ärzte ihre Verträge schicken können, um sie überprüfen zu lassen. „Wir haben festgestellt, dass darin weiterhin gegen die Intentionen des Gesetzgebers verstoßen wird“, sagte Gitter. Ein Grund dafür seien die bestehenden Sanktionen. Heute müssen Kliniken in ihren Qualitätsberichten aufführen, wenn sie sich nicht an die Vorgaben der DKG halten. Dies sei nicht ausreichend, betonte Gitter und kündigte an, mit dem Gesetzgeber über härtere Sanktionierungen zu sprechen.

Der Druck im Gesundheitswesen wird zusätzlich erhöht durch private Kapitalgeber, die einen Teil der Erlöse der Häuser als Rendite einfordern. Die Sichtweise dieser Investoren erklärte Dr. rer. nat. Franz-Robert Klingan von der Unternehmensberatung Bain & Company. „Es gibt eine Menge an Kapital, das eine Anlage sucht“, sagte er. Die Investoren seien dabei rationale Menschen, die ihr Geld dort anlegten, wo es eine Rendite erwirtschafte. Und das sei im deutschen Gesundheitswesen der Fall. „Denn es gibt ineffiziente Leistungsbereiche, in denen Kapazitätsreserven bestehen“, so Klingan. „Der Anreiz für die Investoren ist: Alle werden gleich vergütet. Wer mit diesem Geld ineffizient arbeitet, erhält weniger Rendite. Wer aber effizient arbeitet, erhält mehr.“ Deutschland sei dabei besonders attraktiv für die Eigenkapitalgeber, weil es hier relativ stabile und verlässliche Rahmenbedingungen gebe. Deshalb sei auch nicht davon auszugehen, dass die Attraktivität des deutschen Gesundheitswesens für Private-Equity-Unternehmen [private Kapitalgeber] nachlasse.

Bereits heute sei eine erhebliche Konsolidierung im Markt eingetreten, zum Beispiel durch die Verbreitung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).

„In der ambulanten Versorgung sind viele einzelne Praxen zu MVZ- Ketten zusammengeführt worden“, sagte Klingan. Ein Grund dafür sei auch, dass Ärzte, die ihre Praxis verkaufen wollen, häufig keinen Nachfolger fänden. Wenn dann ein Investor komme und die Praxis zu einem vernünftigen Wert abnehme, ergriffen viele Ärzte diese Chance. BÄK-Präsident Montgomery konstatierte: „Wir brauchen Regelungen, mit denen die Größe von MVZ und Ketten auf ein für die Versorgung sinnvolles Maß begrenzt wird.“ Vorstellbar sei zum Beispiel eine zeitliche Begrenzung der Zulassung von MVZ. [...]

Wenn das Rad der Kommerzialisierung zu weit gedreht werde, wenn zum Beispiel die Patient-Arzt-Beziehung durch diese Entwicklung eingeschränkt werde, sei es die Aufgabe der Ärzteschaft, darauf hinzuweisen und Stellung zu beziehen, meinte Klingan. [...] Klingan rief die Ärzteschaft zudem dazu auf, selbst in eigene Unternehmen zu investieren. „Wenn Sie das tun, haben Sie eine andere Form der Kontrolle“, sagte er.

Falk Osterloh: Gegen die Kommerzialisierung, in: Deutsches Ärzteblatt Spezial, 122 DÄT, Mai 2019, S. 7-9.

In Material 2 wird dargestellt, dass der Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf das ärztliche Handeln in allen Teilbereichen des deutschen Gesundheitssystems erkennbar ist.

2.1

Erläutern Sie mit Hilfe von Material 2 die Begriffe Ökonomie und Kommerzialisierung im Gesundheitswesen aus Sicht von Frank Ulrich Montgomery, dem damaligen Präsidenten der Bundesärztekammer.

(6 BE)

2.2

Stellen Sie die in Material 2 beschriebenen Ursachen und die Auswirkungen der Kommerzialisierung im Gesundheitswesen dar.

(12 BE)

2.3

Stellen Sie die in Material 2 genannten Lösungsansätze dar und beurteilen Sie diese hinsichtlich ihrer Eignung, einer zunehmenden Kommerzialisierung im Gesundheitswesen entgegenzuwirken.

(12 BE)

2.4

Einige Expertinnen und Experten fordern, das DRG-System (DRG: Diagnosis Related Groups) im stationären Bereich abzuschaffen und durch eine andere Vergütungsform zu ersetzen. Alternativen könnten u. a. die erfolgsorientierte Vergütung, die Einzelleistungsvergütung und die tagesgleichen Pflegesätze sein.

Beschreiben Sie kurz die genannten Vergütungsformen in ihrer Reinform und begründen Sie, wie sich diese im Vergleich zu den DRG auf die Behandlungsqualität und die Kosten für das Gesundheitssystem auswirken.

(15 BE)

Aufgabe Vorschlag C - 1 - Internationaler Vergleich · Gesundheitssysteme im internationalen Vergleich

Die Gesundheitssysteme der Schweiz und Deutschlands im Vergleich / Vergütung von Krankenhäusern

1 Wie aus einer Umfrage des Commonwealth Fund hervorgeht, sind die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden.

1.1

Vergleichen Sie auf der Grundlage von Material 1 das Gesundheitssystem der Schweiz mit dem Gesundheitssystem Deutschlands. (22 BE)

1.2

Die Krankenversicherer in der Schweiz haben die Möglichkeit, ihren Versicherten Spartarife anzubieten, wenn diese sich verpflichten, z. B. am sogenannten Hausarztmodell teilzunehmen oder sich in Health Maintenance Organizations (HMOs) zu versichern.

Stellen Sie mögliche Nachteile des Hausärztin-/Hausarztmodells sowie mögliche Vorteile von HMOs für die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten dar. (8 BE)

1.4.1

Zur Bewertung von Gesundheitssystemen definiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Hauptziele von Gesundheitssystemen: (Verbesserung der) Gesundheit der Bevölkerung, Responsivität (Güte des Kontaktes zwischen Patientin/Patient und Akteur des Gesundheitssystems) und faire Finanzierung/gerechter Zugang zu Gesundheitsleistungen.

Ordnen Sie, soweit möglich, die in Material 2 aufgeführten Kriterien den Hauptzielen zu, die sich mit ihnen messen lassen. (12 BE)

1.4.2

Stellen Sie das Gesundheitssystem der Schweiz dem Gesundheitssystem Deutschlands hinsichtlich der drei Hauptziele von Gesundheitssystemen der WHO anhand von Material 2 gegenüber. (12 BE)

1.5

Der Commonwealth Fund nutzt in Vergleichen von internationalen Gesundheitssystemen den Indikator der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem Gesundheitssystem.

Diskutieren Sie, inwiefern sich aus diesem Indikator Rückschlüsse auf die Qualität, die Gerechtigkeit und die Effizienz eines Gesundheitssystems ableiten lassen. (6 BE)

Aufgabe Vorschlag C - 1.3 - Ambulante Vergütung · Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen

Die Gesundheitssysteme der Schweiz und Deutschlands im Vergleich / Vergütung von Krankenhäusern

1 Wie aus einer Umfrage des Commonwealth Fund hervorgeht, sind die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden.

1.3 Um das Kostenwachstum im schweizerischen Gesundheitssystem zu dämpfen, ist geplant, die Kontrolle der Kosten im ambulanten Bereich ähnlich wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland künftig durch die Vorgabe von maximal verfügbaren Budgets zu regeln. Die Vergütung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Deutschland durch die private Krankenversicherung (PKV) unterscheidet sich davon.

Begründen Sie die Auswirkungen der beiden Vergütungssysteme auf Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer sowie Versicherte in Deutschland.

[10 BE]

Aufgabe Vorschlag C - 2 · Stationäre Versorgung und Krankenhausfinanzierung

Aufgabe 2

Die Vergütung von Leistungserbringern ist im Hinblick auf eine optimale und wirtschaftliche Patientinnen- und Patientenversorgung auch im stationären Sektor von zentraler Bedeutung. Diese erfolgt seit dem Jahr 2004 flächendeckend über Diagnosis Related Groups (DRG).

2.1

Beschreiben Sie die Vergütung für eine stationäre Behandlung unter Berücksichtigung der Grenzverweildauer.

(6 BE)

Material 3: Auszug aus dem Fallpauschalen-Katalog 2021

2.2

Im Jahr 2021 behandelt ein hessisches Krankenhaus folgende Fälle:

40 Fälle DRG D19Z

120 Fälle DRG F63A

70 Fälle DRG H07B

170 Fälle DRG V60A

Berechnen Sie mit Hilfe von Material 3 den Case-Mix (CM), den Case-Mix-Index (CMI) sowie den Gesamterlös des Krankenhauses bei einem Landesbasisfallwert (LBF) von 3.654,15 € und erklären Sie Ihr Ergebnis für den CMI.

(8 BE)

€

2.3

Ein Behandlungsfall wird der DRG K60C zugeordnet. Berechnen Sie mit Hilfe von Material 3 die Höhe der DRG-Vergütung eines hessischen Krankenhauses bei einem Landesbasisfallwert (LBF) von 3.645,15 € und einer Verweildauer von 10 Tagen bzw. 30 Tagen.

(6 BE)

€

€

2.4

Aufgrund steigender Ausgaben für den stationären Bereich schlagen manche Expertinnen und Experten eine Rückkehr zur Vergütung mit tagesgleichen Pflegesätzen vor.

Begründen Sie die Konsequenzen aus der Vergütung mit Fallpauschalen auf der einen und mit tagesgleichen Pflegesätzen auf der anderen Seite für Krankenhäuser sowie Patientinnen und Patienten.

(10 BE)

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