Aufgabe Vorschlag C - 1.3 - Ambulante Vergütung · Abitur Hessen Gesundheitsökonomie GK 2022
Thema: Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen · Aus der Prüfung GK (2022)
Aufgabenstellung
Die Gesundheitssysteme der Schweiz und Deutschlands im Vergleich / Vergütung von Krankenhäusern
1 Wie aus einer Umfrage des Commonwealth Fund hervorgeht, sind die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden.
1.3 Um das Kostenwachstum im schweizerischen Gesundheitssystem zu dämpfen, ist geplant, die Kontrolle der Kosten im ambulanten Bereich ähnlich wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland künftig durch die Vorgabe von maximal verfügbaren Budgets zu regeln. Die Vergütung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Deutschland durch die private Krankenversicherung (PKV) unterscheidet sich davon.
Begründen Sie die Auswirkungen der beiden Vergütungssysteme auf Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer sowie Versicherte in Deutschland.
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Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Begründen Sie die Auswirkungen der beiden Vergütungssysteme auf Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer sowie Versicherte in Deutschland.
Lösung: Auswirkungen der GKV-Budgetierung: - Leistungserbringer: Für die ambulante ärztliche Versorgung steht in der GKV nur ein festes Budget zur Verfügung. Die Ausgaben für die ärztlichen Leistungen sind durch das Regelleistungsvolumen (RLV) gedeckelt. Dadurch werden Behandlungen nur im Rahmen des Budgets voll vergütet, was die Therapiefreiheit der Vertragsärztinnen und -ärzte einschränkt. Zudem entsteht ein ökonomischer Anreiz, IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen) anzubieten, um das Einkommen zu steigern. - Versicherte: Die Qualität der Versorgung kann leiden; insbesondere zum Quartalsende droht eine Unterversorgung, Terminverschiebungen oder längere Wartezeiten für GKV-Patienten. Auswirkungen der PKV-Vergütung (Einzelleistungsvergütung): - Leistungserbringer: Vergütungen für privatärztliche Leistungen sind nicht gedeckelt. Die Einzelleistungsvergütung und die Abrechnung nach GOÄ mit Steigerungssätzen bieten finanzielle Anreize zur Leistungsausdehnung (Gefahr der Überversorgung bzw. angebotsinduzierten Nachfrage). Ärzte nutzen Privatpatienten unter Umständen zur Querfinanzierung der GKV-Praxis. - Versicherte: Privatversicherte werden häufig bevorzugt (schnellere Terminvergabe, kürzere Wartezeiten, breiteres Leistungsspektrum), tragen aber auch das Risiko von Überdiagnostik und Übertherapie.
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