Abitur NRW Jüdische Religionslehre 2022 · GK · Haupttermin
Abiturprüfung Jüdische Religionslehre in Nordrhein-Westfalen 2022, GK · Haupttermin: 10 Aufgaben mit Lösungen. Mit automatischer Korrektur.
Themen der Prüfung: Texterschließung: Hauptaussagen, Gedankengang und Intention · Das Verhältnis von Gtt und Mensch: Geschöpf und Ebenbild · Verantwortliches Handeln: Tikkun Olam, Tiere und Schöpfung · Judentum in Geschichte und Gegenwart: Chassidismus, Haskala, Zionismus
Aufgabe HT 1 - Teilaufgabe 1 · Texterschließung: Hauptaussagen, Gedankengang und Intention
Gershom Scholem
Juden und Deutsche, in: Christoph Schulte (Hg.), Deutschtum und Judentum. Ein Disput unter Juden aus Deutschland, Stuttgart 1993, S. 179 – 183
Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, teilweise auch noch darüber hinaus, haben die Juden in Deutschland im wesentlichen dasselbe Dasein geführt wie die Juden überall. Sie waren als Nation klar erkennbar, besaßen eine unverwechselbare Identität und eine eigene Geschichte durch die Jahrtausende, wie immer sie selber oder die anderen Völker diese Geschichte beurteilt haben mögen. Sie hatten ein scharf ausgeprägtes Bewußtsein ihrer selbst und lebten unter einer Religionsverfassung, die ihr Leben und ihre Kultur auf überaus intensive Weise in allen Poren ihres Daseins durchdrang. Soweit Einflüsse der deutschen Umwelt in die Judengasse drangen, und es hat keineswegs an ihnen gefehlt, geschah das nicht im Wege einer bewußten Hinwendung und Aufnahme solcher Elemente (...). Dabei wurde oft genug deutsches Kulturgut einer Transformation ins Jüdische (und sprachlich ins Jiddische) unterzogen. Die bewußten Beziehungen der beiden Gesellschaften waren heikler Natur, und gerade in den der Emanzipationsperiode vorangehenden zwei Jahrhunderten. (...)
Die überwältigende Majorität 1 der Juden (...) hatte damals durchaus ihr traditionelles, von ihrer Geschichte und Geistigkeit bestimmtes Gesicht, wie es sich in den langen Zeiten des Exils geprägt hatte. Zugleich ist freilich nicht zu verkennen, daß in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine tiefe Schwäche in ihrem jüdischen Wesen sichtbar wird. Es ist, als ob eine Phase ihrer historischen Existenz an einem Tiefpunkt angelangt wäre, von wo aus nicht sicher war, wohin der Weg führen würde. Als Moses Mendelssohn seine Laufbahn als eine Art konservativer Reformator im deutschen Judentum begann, war diese Schwäche evident 2. Mit ihm und vor allem seiner Schule begann jener Prozeß der Hinwendung der Juden zu den Deutschen als ein bewußter Vorgang, der nun von gewichtigen historischen Faktoren befördert und begünstigt wurde. Es begann die Propaganda für den entschlossenen Anschluß der Juden an die deutsche Kultur und nicht lange danach auch an das deutsche Volkstum. Es begann auch jener drei bis vier Generationen sich hinziehende Kampf der Juden um ihre Rechte, den sie – täuschen wir uns darüber nicht! – gewannen, weil eine entscheidende und siegreiche Schicht unter den Nichtjuden ihn für sie führte.
Mit diesen Kämpfen, bei denen ihnen die deutsche Aufklärung und in nicht geringerem Grade die Französische Revolution zu Hilfe kamen, begann eine folgenreiche Wandlung im Judentum im deutschen Raum. Zuerst ist die Wandlung zögernd und sehr unsicher, wie auch ihr Judentum oft unsicher und verlegen ist. Sie wußten noch immer um ihr jüdisches Volkstum, wenn auch oft schon nicht mehr um dessen Sinn, der ihnen verlorengegangen war oder im Begriff war verlorenzugehen. Es begann, um es deutlich zu sagen, jenes unendlich sehnsüchtige Schielen nach dem deutschen Geschichtsbereich, der den jüdischen ersetzen sollte, wie es für mehr als hundert Jahre der Beziehungen zwischen Juden und Deutschen so charakteristisch ist. Die Schichten im deutschen Judentum, die diesem Prozeß mit großen Bedenken gegenüberstanden, und das waren vor allem die ursprünglich numerisch noch sehr starken Kreise der Frommen der alten Schule, sind fast ausschließlich durch ein bedrücktes und auffallendes Schweigen vernehmbar, aus dem nur selten direkt warnende Stimmen, als ob sie vor ihrem eigenen Pathos 3 zurückschauerten, zu uns dringen. Bis 1820 etwa ist noch fast allgemein die Rede von der jüdischen Nation und ihren Angehörigen in Deutschland. In den nächsten zwei Generationen ändert sich dieser Sprachgebrauch vollständig und statt dessen treten – übrigens von beiden Seiten begünstigt – die Rede von der mosaischen Konfession und ähnliche Phraseologien 4 ihre Laufbahn an.
Die Wandlungen und Verrenkungen, die dieses Schielen nach den Deutschen hin schon von Anfang an mit sich brachte und die dann, in den fortschreitenden Stadien dieses Prozesses, zu so bitterer Problematik führten, waren beträchtlich. Die Emanzipation brachte die entschlossene Verleugnung der jüdischen Nationalität als eines Partners in dieser Auseinandersetzung mit sich, eine Verleugnung, die ebensosehr von den Deutschen gefordert wie von der Avantgarde 5 der Juden und ihren federführenden Sprechern ebenso entschlossen zugestanden wurde. Aus dem Schielen nach dem deutschen Geschichtsbereich wurde ein entschlossenes Hineinsteigen in denselben (...). Der aufmerksame Leser deutscher Reaktionen auf diesen Prozeß und seine Akrobatik nimmt bald den Ton des Erstaunens und der, teils freundlichen teils bösen Ironie wahr, der ihre Äußerungen durchzieht. Was vielen von uns heute als der von Anbeginn falsche Start in den Beziehungen der Juden und der Deutschen erscheint, was aber in den Verhältnissen von 1800 eine immanente 6 Logik hatte, war mit diesem Verzicht auf die Totalität einer jüdischen Existenz in Deutschland gegeben. (...)
Die entschlossensten Kämpfer für die Sache der Juden unter den Nichtjuden waren gerade die, die am bewußtesten und artikuliertesten mit dem Verschwinden der Juden als Juden rechneten, ja, dieses Verschwinden der jüdischen Volksgruppe als Gruppe für eine Vorbedingung ihres Eintretens für die Sache der Juden hielten (...).
1 Majorität: Mehrheit
2 evident: offensichtlich, unmittelbar einleuchtend
3 Pathos: feierliches Ergriffensein, leidenschaftlich-bewegter Gefühlsausbruch
4 Phraseologien: Gesamtheit von Redensarten einer Sprache
5 Avantgarde: Gruppe von Vorkämpfern einer geistigen Entwicklung
6 immanent: innewohnend, in etwas enthalten
1.
Stellen Sie den Argumentationsgang des Textes mit eigenen Formulierungen dar und arbeiten Sie dessen wesentliche Kernaussagen heraus. (24 Punkte)
Aufgabe HT 1 - Teilaufgaben 2 und 3 · Judentum in Geschichte und Gegenwart: Chassidismus, Haskala, Zionismus
Gershom Scholem
Juden und Deutsche, in: Christoph Schulte (Hg.), Deutschtum und Judentum. Ein Disput unter Juden aus Deutschland, Stuttgart 1993, S. 179 – 183
Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, teilweise auch noch darüber hinaus, haben die Juden in Deutschland im wesentlichen dasselbe Dasein geführt wie die Juden überall. Sie waren als Nation klar erkennbar, besaßen eine unverwechselbare Identität und eine eigene Geschichte durch die Jahrtausende, wie immer sie selber oder die anderen Völker diese Geschichte beurteilt haben mögen. Sie hatten ein scharf ausgeprägtes Bewußtsein ihrer selbst und lebten unter einer Religionsverfassung, die ihr Leben und ihre Kultur auf überaus intensive Weise in allen Poren ihres Daseins durchdrang. Soweit Einflüsse der deutschen Umwelt in die Judengasse drangen, und es hat keineswegs an ihnen gefehlt, geschah das nicht im Wege einer bewußten Hinwendung und Aufnahme solcher Elemente (...). Dabei wurde oft genug deutsches Kulturgut einer Transformation ins Jüdische (und sprachlich ins Jiddische) unterzogen. Die bewußten Beziehungen der beiden Gesellschaften waren heikler Natur, und gerade in den der Emanzipationsperiode vorangehenden zwei Jahrhunderten. (...)
Die überwältigende Majorität 1 der Juden (...) hatte damals durchaus ihr traditionelles, von ihrer Geschichte und Geistigkeit bestimmtes Gesicht, wie es sich in den langen Zeiten des Exils geprägt hatte. Zugleich ist freilich nicht zu verkennen, daß in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine tiefe Schwäche in ihrem jüdischen Wesen sichtbar wird. Es ist, als ob eine Phase ihrer historischen Existenz an einem Tiefpunkt angelangt wäre, von wo aus nicht sicher war, wohin der Weg führen würde. Als Moses Mendelssohn seine Laufbahn als eine Art konservativer Reformator im deutschen Judentum begann, war diese Schwäche evident 2. Mit ihm und vor allem seiner Schule begann jener Prozeß der Hinwendung der Juden zu den Deutschen als ein bewußter Vorgang, der nun von gewichtigen historischen Faktoren befördert und begünstigt wurde. Es begann die Propaganda für den entschlossenen Anschluß der Juden an die deutsche Kultur und nicht lange danach auch an das deutsche Volkstum. Es begann auch jener drei bis vier Generationen sich hinziehende Kampf der Juden um ihre Rechte, den sie – täuschen wir uns darüber nicht! – gewannen, weil eine entscheidende und siegreiche Schicht unter den Nichtjuden ihn für sie führte.
Mit diesen Kämpfen, bei denen ihnen die deutsche Aufklärung und in nicht geringerem Grade die Französische Revolution zu Hilfe kamen, begann eine folgenreiche Wandlung im Judentum im deutschen Raum. Zuerst ist die Wandlung zögernd und sehr unsicher, wie auch ihr Judentum oft unsicher und verlegen ist. Sie wußten noch immer um ihr jüdisches Volkstum, wenn auch oft schon nicht mehr um dessen Sinn, der ihnen verlorengegangen war oder im Begriff war verlorenzugehen. Es begann, um es deutlich zu sagen, jenes unendlich sehnsüchtige Schielen nach dem deutschen Geschichtsbereich, der den jüdischen ersetzen sollte, wie es für mehr als hundert Jahre der Beziehungen zwischen Juden und Deutschen so charakteristisch ist. Die Schichten im deutschen Judentum, die diesem Prozeß mit großen Bedenken gegenüberstanden, und das waren vor allem die ursprünglich numerisch noch sehr starken Kreise der Frommen der alten Schule, sind fast ausschließlich durch ein bedrücktes und auffallendes Schweigen vernehmbar, aus dem nur selten direkt warnende Stimmen, als ob sie vor ihrem eigenen Pathos 3 zurückschauerten, zu uns dringen. Bis 1820 etwa ist noch fast allgemein die Rede von der jüdischen Nation und ihren Angehörigen in Deutschland. In den nächsten zwei Generationen ändert sich dieser Sprachgebrauch vollständig und statt dessen treten – übrigens von beiden Seiten begünstigt – die Rede von der mosaischen Konfession und ähnliche Phraseologien 4 ihre Laufbahn an.
Die Wandlungen und Verrenkungen, die dieses Schielen nach den Deutschen hin schon von Anfang an mit sich brachte und die dann, in den fortschreitenden Stadien dieses Prozesses, zu so bitterer Problematik führten, waren beträchtlich. Die Emanzipation brachte die entschlossene Verleugnung der jüdischen Nationalität als eines Partners in dieser Auseinandersetzung mit sich, eine Verleugnung, die ebensosehr von den Deutschen gefordert wie von der Avantgarde 5 der Juden und ihren federführenden Sprechern ebenso entschlossen zugestanden wurde. Aus dem Schielen nach dem deutschen Geschichtsbereich wurde ein entschlossenes Hineinsteigen in denselben (...). Der aufmerksame Leser deutscher Reaktionen auf diesen Prozeß und seine Akrobatik nimmt bald den Ton des Erstaunens und der, teils freundlichen teils bösen Ironie wahr, der ihre Äußerungen durchzieht. Was vielen von uns heute als der von Anbeginn falsche Start in den Beziehungen der Juden und der Deutschen erscheint, was aber in den Verhältnissen von 1800 eine immanente 6 Logik hatte, war mit diesem Verzicht auf die Totalität einer jüdischen Existenz in Deutschland gegeben. (...)
Die entschlossensten Kämpfer für die Sache der Juden unter den Nichtjuden waren gerade die, die am bewußtesten und artikuliertesten mit dem Verschwinden der Juden als Juden rechneten, ja, dieses Verschwinden der jüdischen Volksgruppe als Gruppe für eine Vorbedingung ihres Eintretens für die Sache der Juden hielten (...).
1 Majorität: Mehrheit
2 evident: offensichtlich, unmittelbar einleuchtend
3 Pathos: feierliches Ergriffensein, leidenschaftlich-bewegter Gefühlsausbruch
4 Phraseologien: Gesamtheit von Redensarten einer Sprache
5 Avantgarde: Gruppe von Vorkämpfern einer geistigen Entwicklung
6 immanent: innewohnend, in etwas enthalten
2.
Erläutern Sie, welche Ideen und Ziele Moses Mendelssohn und die jüdische Aufklärungsbewegung verfolgten, und arbeiten Sie heraus, wie Scholem sich dazu positioniert. (30 Punkte)
3.
Setzen Sie sich, vor allem ausgehend von den Zeilen 47 ff., mit Scholems Haltung auseinander und nehmen Sie aus heutiger Perspektive dazu Stellung. (26 Punkte)
Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 1 · Texterschließung: Hauptaussagen, Gedankengang und Intention
Geschächtetes Fleisch darf kein Bio-Siegel bekommen
Zentralrat der Juden kritisiert EU-Urteil. Europäische Rabbinerkonferenz: Richterspruch ist »nicht koscher«
von Michael Thaidigsmann
Das EU-Bio-Siegel darf nicht für geschächtetes Fleisch verwendet werden, wenn das
Schlachttier nicht zuvor betäubt wurde, entschied der Gerichtshof der Europäischen Union
(EuGH) am Dienstag in einem Grundsatzurteil. Das Schächten ohne Betäubung erfülle
nicht die höchsten Anforderungen an den Tierschutz, befanden die obersten Richter in
5 Luxemburg.
Neben dem muslimischen ist auch der jüdische Schlachtritus von dem Urteil betroffen. Der
Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, kritisierte den Richter-
spruch: »Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist ein Schlag ins Gesicht für die jüdi-
sche Gemeinschaft und zeugt von einer großen Unkenntnis über das religiöse Schlachten.«
10 Religiöse Schlachtung und ökologische Tierhaltung beziehungsweise Produktion von
Fleischerzeugnissen schließen sich keineswegs aus, so Schuster. Die Voraussetzungen für
eine Biozertifizierung koscher geschächteten Fleischs hänge von artgerechter Tierhaltung
und -transport sowie der Fütterung ab. Das Urteil impliziere, dass Tierschutz und größt-
mögliches Tierwohl bei konventioneller Schlachtung gegeben seien, bei religiöser Schlach-
15 tung jedoch nicht. »Diese Argumentation entbehrt jeder Grundlage. Es gibt keine wissen-
schaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass die Schechita schmerzhaft sei«, betonte der
Zentralratspräsident.
Auch der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Oberrabbiner Pinchas Gold-
schmidt, kritisierte die Entscheidung der Luxemburger Richter: »Dieses Urteil ist nicht ko-
20 scher. Wir sind zutiefst enttäuscht, dass der Europäische Gerichtshof ein Urteil über die
Produktionsmethode von Fleisch fällt und damit gleichzeitig das rituelle Schlachten in Eu-
ropa in Misskredit bringt.«
Mit diesem Urteil bestätigte der Gerichtshof »insgeheim auch einen besorgniserregenden
Trend in Europa, indem immer mehr die freie Religionsausübung von Minderheiten, insbe-
25 sondere auf Kosten von Muslimen und Juden infrage gestellt wird«, so Goldschmidt. Es er-
gebe keinen Sinn, warum ein EU-Bio-Logo den Tierschutz fördert und rituell geschlachtete
Produkte ausschließt, der hiesigen Massentierhaltung und industriellen Fleischverarbeitung
aber keine Grenzen gesetzt würden. Dies sei scheinheilig, und es »offenbart wohl einen an-
deren Grund, der in Europa zunehmend Einzug erhält: Die Angst vor dem Fremden, vor
30 Migranten und anderen Religionsgemeinschaften.«
Die Organisation Œuvre d’assistance aux bêtes d’abattoirs hatte 2012 vom französischen
Landwirtschaftsministerium verlangt, die Verwendung des grünen Logos der EU auf Ver-
packungen und in Anzeigen für Halal-Hacksteaks zu untersagen. Die zuständige Zertifizie-
rungsstelle hatte dieses Ansinnen abgewiesen und vor Gericht damit in erster Instanz Recht
35 bekommen. Das Berufungsgericht in Versailles legte dann die Frage dem EuGH vor, der
nun zugunsten der Kläger entschied und so eine EU-weit verbindliche Auslegung des euro-
päischen Rechts vorlegte.
Obwohl auch das rituelle Schächten das Leiden des Tieres durch einen scharfen Schnitt
durch die Kehle zu verringern suche, so das Gericht, sei die Schlachtung mit vorheriger Be-
40 täubung die schonendere Methode. Sie sei laut europäischem Recht auch vorgeschrieben;
nur für religiöse Zwecke gebe es eine Ausnahme.
Zum Schutz des Verbrauchervertrauens in das europäische Bio-Siegel sei es aber notwen-
dig, dass die höchsten europäischen Standards eingehalten würden. Wissenschaftliche Stu-
dien hätten gezeigt, dass die Betäubung diese Standards am ehesten berücksichtige und das
45 betäubungslose Schächten keinen ebenbürtigen Tierschutz gewährleiste, befanden die Rich-
ter.
1. Stellen Sie die zentralen Aussagen des vorliegenden Textes dar. (24 Punkte)
Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 2 · Verantwortliches Handeln: Tikkun Olam, Tiere und Schöpfung
Geschächtetes Fleisch darf kein Bio-Siegel bekommen
Zentralrat der Juden kritisiert EU-Urteil. Europäische Rabbinerkonferenz: Richterspruch ist »nicht koscher«
von Michael Thaidigsmann
Das EU-Bio-Siegel darf nicht für geschächtetes Fleisch verwendet werden, wenn das
Schlachttier nicht zuvor betäubt wurde, entschied der Gerichtshof der Europäischen Union
(EuGH) am Dienstag in einem Grundsatzurteil. Das Schächten ohne Betäubung erfülle
nicht die höchsten Anforderungen an den Tierschutz, befanden die obersten Richter in
5 Luxemburg.
Neben dem muslimischen ist auch der jüdische Schlachtritus von dem Urteil betroffen. Der
Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, kritisierte den Richter-
spruch: »Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist ein Schlag ins Gesicht für die jüdi-
sche Gemeinschaft und zeugt von einer großen Unkenntnis über das religiöse Schlachten.«
10 Religiöse Schlachtung und ökologische Tierhaltung beziehungsweise Produktion von
Fleischerzeugnissen schließen sich keineswegs aus, so Schuster. Die Voraussetzungen für
eine Biozertifizierung koscher geschächteten Fleischs hänge von artgerechter Tierhaltung
und -transport sowie der Fütterung ab. Das Urteil impliziere, dass Tierschutz und größt-
mögliches Tierwohl bei konventioneller Schlachtung gegeben seien, bei religiöser Schlach-
15 tung jedoch nicht. »Diese Argumentation entbehrt jeder Grundlage. Es gibt keine wissen-
schaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass die Schechita schmerzhaft sei«, betonte der
Zentralratspräsident.
Auch der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Oberrabbiner Pinchas Gold-
schmidt, kritisierte die Entscheidung der Luxemburger Richter: »Dieses Urteil ist nicht ko-
20 scher. Wir sind zutiefst enttäuscht, dass der Europäische Gerichtshof ein Urteil über die
Produktionsmethode von Fleisch fällt und damit gleichzeitig das rituelle Schlachten in Eu-
ropa in Misskredit bringt.«
Mit diesem Urteil bestätigte der Gerichtshof »insgeheim auch einen besorgniserregenden
Trend in Europa, indem immer mehr die freie Religionsausübung von Minderheiten, insbe-
25 sondere auf Kosten von Muslimen und Juden infrage gestellt wird«, so Goldschmidt. Es er-
gebe keinen Sinn, warum ein EU-Bio-Logo den Tierschutz fördert und rituell geschlachtete
Produkte ausschließt, der hiesigen Massentierhaltung und industriellen Fleischverarbeitung
aber keine Grenzen gesetzt würden. Dies sei scheinheilig, und es »offenbart wohl einen an-
deren Grund, der in Europa zunehmend Einzug erhält: Die Angst vor dem Fremden, vor
30 Migranten und anderen Religionsgemeinschaften.«
Die Organisation Œuvre d’assistance aux bêtes d’abattoirs hatte 2012 vom französischen
Landwirtschaftsministerium verlangt, die Verwendung des grünen Logos der EU auf Ver-
packungen und in Anzeigen für Halal-Hacksteaks zu untersagen. Die zuständige Zertifizie-
rungsstelle hatte dieses Ansinnen abgewiesen und vor Gericht damit in erster Instanz Recht
35 bekommen. Das Berufungsgericht in Versailles legte dann die Frage dem EuGH vor, der
nun zugunsten der Kläger entschied und so eine EU-weit verbindliche Auslegung des euro-
päischen Rechts vorlegte.
Obwohl auch das rituelle Schächten das Leiden des Tieres durch einen scharfen Schnitt
durch die Kehle zu verringern suche, so das Gericht, sei die Schlachtung mit vorheriger Be-
40 täubung die schonendere Methode. Sie sei laut europäischem Recht auch vorgeschrieben;
nur für religiöse Zwecke gebe es eine Ausnahme.
Zum Schutz des Verbrauchervertrauens in das europäische Bio-Siegel sei es aber notwen-
dig, dass die höchsten europäischen Standards eingehalten würden. Wissenschaftliche Stu-
dien hätten gezeigt, dass die Betäubung diese Standards am ehesten berücksichtige und das
45 betäubungslose Schächten keinen ebenbürtigen Tierschutz gewährleiste, befanden die Rich-
ter.
2. Erklären Sie, wie sich im Judentum die Beziehung zwischen Mensch und Tier gestaltet, und gehen Sie dabei besonders auf die Schechita ein. Verknüpfen Sie Ihre Ergebnisse mit dem Text. (28 Punkte)
Aufgabe HT 2 - Teilaufgabe 3 · Judentum in Geschichte und Gegenwart: Chassidismus, Haskala, Zionismus
Geschächtetes Fleisch darf kein Bio-Siegel bekommen
Zentralrat der Juden kritisiert EU-Urteil. Europäische Rabbinerkonferenz: Richterspruch ist »nicht koscher«
von Michael Thaidigsmann
Das EU-Bio-Siegel darf nicht für geschächtetes Fleisch verwendet werden, wenn das
Schlachttier nicht zuvor betäubt wurde, entschied der Gerichtshof der Europäischen Union
(EuGH) am Dienstag in einem Grundsatzurteil. Das Schächten ohne Betäubung erfülle
nicht die höchsten Anforderungen an den Tierschutz, befanden die obersten Richter in
5 Luxemburg.
Neben dem muslimischen ist auch der jüdische Schlachtritus von dem Urteil betroffen. Der
Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, kritisierte den Richter-
spruch: »Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist ein Schlag ins Gesicht für die jüdi-
sche Gemeinschaft und zeugt von einer großen Unkenntnis über das religiöse Schlachten.«
10 Religiöse Schlachtung und ökologische Tierhaltung beziehungsweise Produktion von
Fleischerzeugnissen schließen sich keineswegs aus, so Schuster. Die Voraussetzungen für
eine Biozertifizierung koscher geschächteten Fleischs hänge von artgerechter Tierhaltung
und -transport sowie der Fütterung ab. Das Urteil impliziere, dass Tierschutz und größt-
mögliches Tierwohl bei konventioneller Schlachtung gegeben seien, bei religiöser Schlach-
15 tung jedoch nicht. »Diese Argumentation entbehrt jeder Grundlage. Es gibt keine wissen-
schaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass die Schechita schmerzhaft sei«, betonte der
Zentralratspräsident.
Auch der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Oberrabbiner Pinchas Gold-
schmidt, kritisierte die Entscheidung der Luxemburger Richter: »Dieses Urteil ist nicht ko-
20 scher. Wir sind zutiefst enttäuscht, dass der Europäische Gerichtshof ein Urteil über die
Produktionsmethode von Fleisch fällt und damit gleichzeitig das rituelle Schlachten in Eu-
ropa in Misskredit bringt.«
Mit diesem Urteil bestätigte der Gerichtshof »insgeheim auch einen besorgniserregenden
Trend in Europa, indem immer mehr die freie Religionsausübung von Minderheiten, insbe-
25 sondere auf Kosten von Muslimen und Juden infrage gestellt wird«, so Goldschmidt. Es er-
gebe keinen Sinn, warum ein EU-Bio-Logo den Tierschutz fördert und rituell geschlachtete
Produkte ausschließt, der hiesigen Massentierhaltung und industriellen Fleischverarbeitung
aber keine Grenzen gesetzt würden. Dies sei scheinheilig, und es »offenbart wohl einen an-
deren Grund, der in Europa zunehmend Einzug erhält: Die Angst vor dem Fremden, vor
30 Migranten und anderen Religionsgemeinschaften.«
Die Organisation Œuvre d’assistance aux bêtes d’abattoirs hatte 2012 vom französischen
Landwirtschaftsministerium verlangt, die Verwendung des grünen Logos der EU auf Ver-
packungen und in Anzeigen für Halal-Hacksteaks zu untersagen. Die zuständige Zertifizie-
rungsstelle hatte dieses Ansinnen abgewiesen und vor Gericht damit in erster Instanz Recht
35 bekommen. Das Berufungsgericht in Versailles legte dann die Frage dem EuGH vor, der
nun zugunsten der Kläger entschied und so eine EU-weit verbindliche Auslegung des euro-
päischen Rechts vorlegte.
Obwohl auch das rituelle Schächten das Leiden des Tieres durch einen scharfen Schnitt
durch die Kehle zu verringern suche, so das Gericht, sei die Schlachtung mit vorheriger Be-
40 täubung die schonendere Methode. Sie sei laut europäischem Recht auch vorgeschrieben;
nur für religiöse Zwecke gebe es eine Ausnahme.
Zum Schutz des Verbrauchervertrauens in das europäische Bio-Siegel sei es aber notwen-
dig, dass die höchsten europäischen Standards eingehalten würden. Wissenschaftliche Stu-
dien hätten gezeigt, dass die Betäubung diese Standards am ehesten berücksichtige und das
45 betäubungslose Schächten keinen ebenbürtigen Tierschutz gewährleiste, befanden die Rich-
ter.
3. Erörtern Sie unter Einbeziehung Ihrer bisherigen Arbeitsergebnisse, ob bzw. inwiefern das EuGH-Urteil, so wie Goldschmidt es darstellt, die freie Ausübung der Religion infrage stellt und zugleich eine Furcht vor Fremden, vor Migranten und vor anderen Religionsgemeinschaften zum Ausdruck bringt. (28 Punkte)
Aufgabe HT 3 - Teilaufgabe 1 · Texterschließung: Hauptaussagen, Gedankengang und Intention
1. Geben Sie die Gedankenführung des Textes wieder und erläutern Sie, wie darin Verantwortung verstanden wird. [23 Punkte]
Aufgabe HT 3 - Teilaufgabe 2 · Das Verhältnis von Gtt und Mensch: Geschöpf und Ebenbild
2. Erklären Sie, wie im Judentum der Mensch gesehen wird und welche Herausforderungen daraus folgen. Beziehen Sie dabei auch den freien Willen ein. Bringen Sie die im Text dargestellte Auffassung von Verantwortung zwischen den Menschen mit dem freien Willen in Zusammenhang. [29 Punkte]
Aufgabe HT 3 - Teilaufgabe 3 · Verantwortliches Handeln: Tikkun Olam, Tiere und Schöpfung
3. Erörtern Sie, welche Folgen sich aus den bisherigen Ergebnissen für einen Juden/eine Jüdin im Hinblick auf die Herausforderungen der heutigen Welt ableiten lassen. Berücksichtigen Sie dabei auch das Konzept „Tikkun Olam“. [28 Punkte]
Aufgabe HT 4 - Teilaufgabe 1 · Texterschließung: Hauptaussagen, Gedankengang und Intention
Der Hirte
von Yitzchak Buxbaum
Einst offenbarte der Himmel dem Baal Schem Tow, dass ein einfacher Hirte namens Mosche
dem H-rrn, gepriesen sei Er, besser diene als der Baal Schem Tow. Diesen Hirten
wollte der Baal Schem Tow unbedingt kennen lernen. Also ließ er seine Pferde einspannen
und fuhr mit einigen seiner Schüler zu diesem armen Schafhirten.
5 Die Gruppe hielt in einem Feld am Fuß eines Berges an und sah auf dem Abhang einen
Hirten, der in sein Horn blies, um die Herde zu versammeln. Nachdem die Schafe sich um
ihn geschart hatten, führte er sie zu einem Bach, um sie zu tränken. Während sie tranken,
blickte er hinauf zum Himmel und rief: „Herr der Welt, du bist so groß! Du hast Himmel
und Erde und alles andere erschaffen! Ich bin ein einfacher Mann, unwissend und ungebildet,
10 und ich weiß nicht, wie ich dir dienen oder dich preisen kann. Ich war ein Waisenkind
und wuchs unter Heiden auf; darum habe ich nie die Tora studiert. Aber ich kann in mein
Horn stoßen wie in einen Schofar und rufen: Der H-rr ist G-tt!“ Nachdem er mit aller Kraft
sein Horn geblasen hatte, brach er kraftlos zusammen und lag regungslos da, bis seine Kraft
zurückkehrte.
15 Dann stand er auf und sagte: „Herr der Welt, ich bin nur ein einfacher Hirte. Ich kenne die
Tora nicht und weiß nicht, wie man betet. Was kann ich für dich tun? Ich kann nur Schäferlieder
singen!“ Daraufhin begann er laut und leidenschaftlich zu singen, bis er wieder erschöpft
zu Boden stürzte.
Als er sich erholt hatte, erhob er sich erneut und rief: „Herr der Welt! Was taugt es, dass ich
20 mein Horn geblasen und für dich gesungen habe? Du bist so groß! Was kann ich noch tun,
um dir zu dienen?“ Er hielt einen Moment inne und sagte dann: „Es gibt noch etwas, was
ich kann, und das werde ich zu deinem Ruhm und deiner Ehre tun!“ Er machte einen Kopfstand
und strampelte heftig mit den Beinen in der Luft. Dann machte er eine Reihe von Purzelbäumen,
bis er wieder kraftlos zusammenbrach. Der Baal Schem Tow und seine Schüler
25 schauten ihm aus der Ferne verwundert zu.
Der Schäfer lag stumm da, bis seine Energie zurückkehrte. Erneut begann er zu sprechen:
„Herr der Welt, ich habe getan, was ich kann; aber ich weiß, dass es nicht genug ist! Was
kann ich noch tun, um dir zu dienen?“ Er dachte kurz nach, und fuhr dann fort: „Gestern
gab der Edelmann, dem die Herde gehört, ein Fest für seine Diener, und gab jedem von uns
30 eine Silbermünze. Ich werde sie dir schenken, o G-tt, weil du alles geschaffen hast und alle
Geschöpfe ernährst, auch mich, Mosche, den kleinen Hirten!“ Dann warf er die Münze in
die Luft.
In diesem Augenblick sah der Baal Schem Tow, wie eine Hand vom Himmel kam und die Münze ergriff.
Er sagte zu seinen Schülern: „Dieser Hirte hat mich gelehrt, wie man das größte Gebot
35 erfüllt: Du sollst den H-rrn, deinen G-tt, mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer
Macht lieben.“
1.
Fassen Sie den Inhalt der Erzählung zusammen und arbeiten Sie heraus, welche Absicht dahintersteht. (24 Punkte)
Aufgabe HT 4 - Teilaufgaben 2 und 3 · Judentum in Geschichte und Gegenwart: Chassidismus, Haskala, Zionismus
Der Hirte
von Yitzchak Buxbaum
Einst offenbarte der Himmel dem Baal Schem Tow, dass ein einfacher Hirte namens Mosche
dem H-rrn, gepriesen sei Er, besser diene als der Baal Schem Tow. Diesen Hirten
wollte der Baal Schem Tow unbedingt kennen lernen. Also ließ er seine Pferde einspannen
und fuhr mit einigen seiner Schüler zu diesem armen Schafhirten.
5 Die Gruppe hielt in einem Feld am Fuß eines Berges an und sah auf dem Abhang einen
Hirten, der in sein Horn blies, um die Herde zu versammeln. Nachdem die Schafe sich um
ihn geschart hatten, führte er sie zu einem Bach, um sie zu tränken. Während sie tranken,
blickte er hinauf zum Himmel und rief: „Herr der Welt, du bist so groß! Du hast Himmel
und Erde und alles andere erschaffen! Ich bin ein einfacher Mann, unwissend und ungebildet,
10 und ich weiß nicht, wie ich dir dienen oder dich preisen kann. Ich war ein Waisenkind
und wuchs unter Heiden auf; darum habe ich nie die Tora studiert. Aber ich kann in mein
Horn stoßen wie in einen Schofar und rufen: Der H-rr ist G-tt!“ Nachdem er mit aller Kraft
sein Horn geblasen hatte, brach er kraftlos zusammen und lag regungslos da, bis seine Kraft
zurückkehrte.
15 Dann stand er auf und sagte: „Herr der Welt, ich bin nur ein einfacher Hirte. Ich kenne die
Tora nicht und weiß nicht, wie man betet. Was kann ich für dich tun? Ich kann nur Schäferlieder
singen!“ Daraufhin begann er laut und leidenschaftlich zu singen, bis er wieder erschöpft
zu Boden stürzte.
Als er sich erholt hatte, erhob er sich erneut und rief: „Herr der Welt! Was taugt es, dass ich
20 mein Horn geblasen und für dich gesungen habe? Du bist so groß! Was kann ich noch tun,
um dir zu dienen?“ Er hielt einen Moment inne und sagte dann: „Es gibt noch etwas, was
ich kann, und das werde ich zu deinem Ruhm und deiner Ehre tun!“ Er machte einen Kopfstand
und strampelte heftig mit den Beinen in der Luft. Dann machte er eine Reihe von Purzelbäumen,
bis er wieder kraftlos zusammenbrach. Der Baal Schem Tow und seine Schüler
25 schauten ihm aus der Ferne verwundert zu.
Der Schäfer lag stumm da, bis seine Energie zurückkehrte. Erneut begann er zu sprechen:
„Herr der Welt, ich habe getan, was ich kann; aber ich weiß, dass es nicht genug ist! Was
kann ich noch tun, um dir zu dienen?“ Er dachte kurz nach, und fuhr dann fort: „Gestern
gab der Edelmann, dem die Herde gehört, ein Fest für seine Diener, und gab jedem von uns
30 eine Silbermünze. Ich werde sie dir schenken, o G-tt, weil du alles geschaffen hast und alle
Geschöpfe ernährst, auch mich, Mosche, den kleinen Hirten!“ Dann warf er die Münze in
die Luft.
In diesem Augenblick sah der Baal Schem Tow, wie eine Hand vom Himmel kam und die Münze ergriff.
Er sagte zu seinen Schülern: „Dieser Hirte hat mich gelehrt, wie man das größte Gebot
35 erfüllt: Du sollst den H-rrn, deinen G-tt, mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer
Macht lieben.“
2.
Entfalten Sie auf der Grundlage der Erzählung, welchen Stellenwert das Gebet in der chassidischen Bewegung hat, und stellen Sie weitere Kennzeichen der chassidischen Lehre dar. Erklären Sie, aus welchen Gründen diese Bewegung im Judentum zu Auseinandersetzungen geführt hat. (28 Punkte)
3.
Überprüfen Sie unter Berücksichtigung des historischen und gesellschaftlichen Umfelds, weshalb die chassidische Bewegung so großen Zulauf fand, und nehmen Sie Stellung zu den Einwänden, die die Gegner des Chassidismus vorbrachten. (28 Punkte)
Du kannst auch nach Themen lernen
Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.
- Texterschließung: Hauptaussagen, Gedankengang und Intention · 11 Aufgaben · 95 % Wahrscheinlichkeit
- Verantwortliches Handeln: Tikkun Olam, Tiere und Schöpfung · 6 Aufgaben · 95 % Wahrscheinlichkeit
- Judentum in Geschichte und Gegenwart: Chassidismus, Haskala, Zionismus · 6 Aufgaben · 95 % Wahrscheinlichkeit
- Das Verhältnis von Gtt und Mensch: Geschöpf und Ebenbild · 4 Aufgaben · 95 % Wahrscheinlichkeit