Abitur NRW Geographie 2023 · LK · Nachtermin
Abiturprüfung Geographie in Nordrhein-Westfalen 2023, LK · Nachtermin: 1 Aufgabe mit Lösungen. Themen: Wachstumsimpulse durch Großprojekte und Infrastruktur.
Themen der Prüfung: Wachstumsimpulse durch Großprojekte und Infrastruktur · Stadtentwicklung und Stadtumbau · Wirtschaftsfaktor Tourismus
Aufgabe 1 · Wirtschaftsfaktor Tourismus
Aufgabenstellung:
Thema: Zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung durch Tourismus im Alpenraum? – Das Beispiel der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal
Materialgrundlage
M 1: Atlaskarten nach Wahl
M 2: St. Leonhard im Pitztal – administrative Gliederung Die Gemeinde St. Leonhard im Pitztal umfasst die drei Ortschaften Zaunhof (400 Einwohner), St. Leonhard (735 Einwohner) und Plangeross (253 Einwohner; jeweils Stand 2021).
M 3: St. Leonhard im Pitztal – Naturraum und Klima Der Klimawandel führt derzeit dazu, dass sich die Temperaturen im ganzen Jahr erhöhen, was zu deutlich kürzeren „Wintern“ führen wird.
M 4: Ötztaler Alpen – Flächennutzung
M 5: St. Leonhard im Pitztal – touristische Infrastruktur · St. Leonhard im Pitztal · Sölden im Ötztal
Höchster Punkt · 3.440 m · 3.250 m
Anzahl der Liftanlagen insgesamt
• Schlepplifte
• Sessellifte
• Kabinenbahnen
• Beförderungskapazität (Pers./Std.) · 16
8
4
4
15.200 · 32
9
14
9
65.000
Länge der Skipisten
• davon leicht
• davon mittel
• davon schwer · 41 km
13 km
21 km
7 km · 142 km
70 km
45 km
27 km
Skipass Preise (Hauptsaison 2021/2022)
• 2 Tage
• 7 Tage · 93,00 €
271,00 € · 122,50 €
379,00 €
Weitere saisonale Angebote in der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal: 380 km Wanderwege
11 beschilderte Mountainbike Routen mit 95 Kilometern Länge
Kletter- und Waldseilpark
Naturschwimmbad Pitzpark mit Wasserattraktionen und Kinderspielplatz
Zahlreiche Wanderhütten mit und ohne Übernachtungsmöglichkeiten
Höchstgelegenes Café Österreichs an der Bergstation Wildspitzbahn
Europas „höchstes Floß“ am Rifflsee (160 m² großes Floß für Gruppen bis 60 Personen)
Wasserfälle mit Aussichtsplattformen
Boulderfelsen bei Mittelberg und Zaunhof
M 6: St. Leonhard im Pitztal – demografische Daten
M 7: St. Leonhard im Pitztal – Daten Tourismus
• 1960: Bau des ersten Skilifts in Zaunhof; 1983: Bau der Pitztaler Gletscherbahn;
• durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Winter in den 1970er-Jahren: 10 – 11 Tage; aktuell: 4,5 Tage
M 8: Wirtschaftsdaten der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal (2020)
M 9: Projekt ‚Zusammenschluss der Skigebiete Sölden und Pitztal‘
1.
Lokalisieren Sie die Gemeinde St. Leonhard im Pitztal und kennzeichnen Sie die Bedingungen, die dort für den Tourismus bestehen. [22 Punkte]
2.
Erläutern Sie, wie sich der Tourismus entwickelt hat und welche ökonomische und demografische Rolle er für die Gemeinde St. Leonhard im Pitztal spielt. [30 Punkte]
3.
Nehmen Sie kritisch Stellung zu den Chancen und Risiken des Tourismus im Pitztal und beziehen Sie dabei das Projekt der Skigebietsverbindung ein. [28 Punkte]
Hinweis: Die Gesamtnote ergibt sich aus der inhaltlich-methodischen Leistung (80 Punkte) sowie der Darstellungsleistung (20 Punkte).
Aufgabe 2 · Stadtentwicklung und Stadtumbau
Abiturprüfung 2023 – Geographie, Leistungskurs
Aufgabenstellung: Wandel urbaner Räume im Kontext nachhaltiger Stadtentwicklung – Das Beispiel Tübingen, Französisches Viertel
Materialgrundlage
M 1: Atlaskarten nach Wahl
M 2: Tübingen – Hintergründe und Wirtschaft
M 3: Tübingen – Demografie
M 4: Tübingen – Wohnungsmarkt
M 5: Tübingen Französisches Viertel – Lage und Hintergrundinformationen
M 6: Tübingen Französisches Viertel – Rahmenbedingungen
M 7: Tübingen Französisches Viertel – Strukturdaten 2017
M 8: Tübingen Französisches Viertel – Konzepte
M 9: Pressemeldung
M 10: Tübingen Französisches Viertel – Ausstattung
1.
Lokalisieren Sie die Stadt Tübingen und kennzeichnen Sie ihre demografische sowie sozioökonomische Struktur. [25 Punkte]
2.
Erläutern Sie auf dieser Grundlage, wie sich das Französische Viertel entwickelt hat und wie es heute strukturiert ist. [29 Punkte]
3.
Beurteilen Sie den gegenwärtigen Zustand des Französischen Viertels vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Stadtentwicklung. [26 Punkte]
Materialien
M 2: Tübingen – Hintergründe und Wirtschaft
Informationen:
Sitz von über 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und forschenden Unternehmen mit internationaler Bedeutung
Sitz einer der ältesten Universitäten Europas: Die Eberhard Karls Universität mit ca. 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (darunter 540 Professorinnen und Professoren) und ca. 29.000 Studierenden
Tübingen gehört zur europäischen Metropolregion Stuttgart
Die Wirtschaft Tübingens ist stark vom öffentlichen Dienst geprägt; Hauptarbeitgeber sind die Universität und das Klinikum
Wirtschaftliche Kenndaten
Tübingen
Baden-Württemberg
BIP je Einwohner (in €) (2016)
33.485
43.632
Einkommenssteuer je Einwohner (in €) 2006
328
333
Einkommenssteuer je Einwohner (in €) 2020
559
578
Arbeitslosenquote (in %) (2020)
2,6
3,6
M 3: Tübingen – Demografie
Entwicklung der Gesamtbevölkerungsanzahl Tübingens
2006 · 83.740
2010 · 88.358
2015 · 87.464
2020 · 90.877
Soziodemografische Fakten (2020)
Tübingen
Baden-Württemberg
Entwicklung 19- bis 24-Jährige seit 2011
+ 2,7 %
− 1,1 %
Entwicklung 25- bis 44-Jährige seit 2011
+ 12,8 %
+ 5,3 %
Hochqualifizierte am Wohnort
46,8 %
18,9 %
Beschäftigungsquote im Dienstleistungssektor
82 %
63,9 %
M 4: Tübingen – Wohnungsmarkt
M 5: Tübingen Französisches Viertel – Lage und Hintergrundinformationen
1935: Einweihung der Burgholz-Kaserne, welche 3 Jahre später in Hindenburg-Kaserne umbenannt wurde
1945: Einnahme der Kaserne vom französischen Militär
1991: Abzug des französischen Militärs, Kauf des Geländes durch die Stadt Tübingen und Weiterverkauf des Areals an private Bauherren und das Studentenwerk Tübingen (AöR)
1994: Städtebauliche Entscheidung für ein modernes Städtebaukonzept auf dem ehemaligen Kasernengelände
1996: Beginn der Umbaumaßnahmen im Quartier
2012: Fertigstellung
2019: 2.369 Einwohner
→ Das Areal der früheren Hindenburg-Kaserne wird heute als Französisches Viertel bezeichnet.
Hindenburg Kaserne 1991
Französisches Viertel heute
M 6: Tübingen Französisches Viertel – Rahmenbedingungen
Städtebauliche Vorgaben (1994)
Bauliche Verdichtung des bestehenden Kasernengeländes
3- bis 5-geschossige Bebauung
Ausschließliche Nutzung der Erdgeschossbereiche durch Gewerbe
die Stadt ist Eigentümer der Liegenschaft
Stadt Tübingen als Entwickler …
Private Baugemeinschaften als Erwerber und Bauherren …
erwirbt Militärareal und Industriebrachen
entwickelt Konzept, Städtebau und Bebauungspläne
entsorgt Altlasten und erstellt die Infrastruktur
verkauft die Grundstücke und steuert die gesamte Entwicklung
erhalten Grundstücksoptionen für ihre Konzepte
haben strukturelle Vorgaben, aber große gestalterische Freiheiten
übernehmen gemeinsame Aufgaben, wie z. B. Innenhöfe, Tiefgaragen etc.
tragen Verantwortung für ihre Projekte und sind die wesentlichen Akteure der Entwicklung
Bürgerbeteiligung:
Die Stadt Tübingen hat sich zu Beginn des Projektes bewusst für Baugemeinschaften entschieden
Gabriele Steffen (erste Bürgermeisterin der Stadt Tübingen): „Die Planung in kleinen und mittleren Parzellen […] schafft die Voraussetzungen für Strukturen, die Menschen sich aneignen und gestalten können und die sich wachsenden Anforderungen anpassen. Klein geschnittene, mehrgeschossig zu bebauende Grundstücke, gemeinsam einzurichtende Baustellen, Rationalisierung des Bauvorgangs (durch Kombination vorgegebener Systeme mit individueller Gestaltung und Selbsthilfe) […]. Private Investition auch in ganz bescheidenem Umfang durch Menschen, die die Gebäude selbst nutzen möchten, ist eine wesentliche Grundlage.“
M 7: Tübingen Französisches Viertel – Strukturdaten 2017
Größe: 10 Hektar
Wohneinheiten: 1.100, ca. 2.500 Einwohner
Anzahl Betriebe: 150
Arbeitsplätze: 700
Tübingen gesamt
Französisches Viertel
Wanderungsdynamik 2014 – 2017
Zuzüge gesamt
18 %
23 %
davon Zuzüge innerhalb Tübingens
39 %
31 %
Anteil von Personen mit Migrationshintergrund
14 %
15 %
Anteil von Personen mit Wohngeldbezug
2,2 %
2,4 %
Anteil Familien
15 %
20 %
Anteil Leistungsempfänger SGB II / XII
4,6 %
4,1 %
Mietpreise pro m² (2022)
13,01 €
15,38 €
Jahre:
< 18
18 – 25
25 – 40
40 – 65
65 – 85
> 85
Tübingen
15 % · 16 % · 26 % · 28 % · 13 % · 2 %
Französisches Viertel
18 % · 24 % · 25 % · 29 % · 4 % · 0 %
M 8: Tübingen Französisches Viertel – Konzepte
Energieversorgung
Blockheizkraftwerke (kleine verbrauchsnahe Kraftwerkseinheiten mit höherem Wirkungsgrad)
Baustoffe
„Recycling“ durch Umbau vorhandener Bausubstanz bzw. Wiederbebauung abgeräumter Flächen; Solararchitektur, vor allem an den Neubauten im südöstlichen Bereich
Mobilität
fast die ganze Siedlung ist als „Autofreie Zone“ ausgewiesen
zentrales Parkhaus: 388 Stellplätze
geschätzte Stellplatzzahl insgesamt: 840; ca. 0,6/Einwohner (Tübingen 0,8/Einwohner); PKW/je 100 Einwohner: 25 (Gesamtstadt 36,5) (Stand jeweils 2020)
durch die geschlossene, verdichtete und mehrgeschossige Bauweise wird sparsam mit Grund und Boden umgegangen
Wasser
Regenwasserversickerung und -sammelbecken
Freiraum
Vorgarten je nach Bautyp, meist Abstandsrün von Geschosswohnungsbauten;
Garten je nach Bautyp: gemeinsame Höfe, kleine Mietergärten
Siedlungsfreiraum: vorhandener Bachlauf wird parkartig in die Siedlung integriert
Spielplatz: großer Stadtplatz, Wasserspielmöglichkeiten; örtlich daneben ehemalige Panzerhalle, jetzt variabel für alle Nutzungen, auch für Kinderspiel (Ballspiele usw.)
M 9: Pressemeldung
Süddeutsche Zeitung (31. August 2017)
Französisches Viertel in Tübingen: Leben in der Seifenblase
Kinder können auf den Straßen des französischen Viertels nach Herzenslust herumtoben. Im Französischen Viertel in Tübingen sind Autos verpönt. Man fährt Rad oder geht zu Fuß. Ist das die Zukunft? Oder parkt man einfach nur ein bisschen weiter weg?
M 10: Tübingen Französisches Viertel – Ausstattung
Einrichtung
Anzahl (2022)
Kindertagesstätte
• U3-Plätze
• Ü3-Plätze · 3
35
70
Schule · 0
Spielplatz · 3
Arzt · 4
Andere Gesundheitseinrichtungen · 5
Bio Supermarkt / Bioladen · 2
Gastronomie (Restaurant / Café) · 5
Freizeiteinrichtung · 2
Bäcker · 2
Aufgabe 3 · Wachstumsimpulse durch Großprojekte und Infrastruktur
Abiturprüfung 2023 – Geographie, Leistungskurs
Aufgabenstellung:
Thema: Ausbau der Verkehrsinfrastruktur als Impuls für eine zukunftsfähige Entwicklung? – Das Beispiel Panama
Materialgrundlage
M 1: Atlaskarten nach Wahl
M 2: Panamakanal – Lage und Verlauf
M 3: Panamakanal – Grunddaten
M 4: Panamakanal – Entwicklung
M 5: Globaler Containerverkehr
M 6: Panama – Strukturdaten
M 7: Panama – wirtschaftliche Effekte des Kanalausbaus (Prognose aus dem Jahr 2005)
M 8: Auswirkungen auf die Umwelt im Zuge des Kanalausbaus
M 9: Pressemeldung
M 2: Panamakanal – Lage und Verlauf
M 3: Globale Seehandelsrouten
M 3: Panamakanal – Grunddaten
1903: Panama erklärt mit US-amerikanischer Hilfe seine Unabhängigkeit von Kolumbien; die USA kaufen die Baurechte und das Land der Kanalzone und erhalten für eine jährliche Pacht von 250.000 US-$ das Hoheitsrecht über die 20 km breite Kanalzone.
1999/2000: Panama erlangt die vollen Hoheitsrechte über den Wasserweg und die Kanalzone von den USA zurück; Abzug der US-Truppen.
ab 2000: Ausbau verkehrsinfrastruktureller und touristischer Einrichtungen sowie Einrichtungen des Handels und der Industrie auf den ehemaligen militärischen Liegenschaften, u. a.: Ausweisung einer Freihandelszone in Colón; Ausbau von Colón zum größten Container-Terminal Lateinamerikas; Ausbau von Balboa zum größten Hafen Lateinamerikas.
2006: Volksabstimmung über den Ausbau des alten Kanals.
2007: Beginn des Kanalausbaus; Ausbau im Bereich der Schleusen; Vertiefung und Verbreiterung der Zugangs- und Durchfahrtsfahrrinnen.
26. Juni 2016: Inbetriebnahme des „neuen“ Panamakanals.
M 4: Panamakanal – Entwicklung
„Alter“ Panamakanal:
• Kapazität des Kanals: 300 Mio. Tonnen pro Jahr, ca. 4 % des Welthandels
• Durchfahrzeit: ca. 9 Stunden
• Beschäftigte der Kanalgesellschaft: 9.000
• Einnahmen aus Kanalbenutzungsgebühren: netto 600 Mio. US-$
• Auswirkung direkter und indirekter Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Kanal für Panama: 80 % des BIP, 41 % der Staatseinnahmen
• maximal durchlässige Schiffsgröße (sog. Panamax-Schiffe): 294 m Länge, 32,3 m Breite und 12 m Tiefgang
„Neuer“ Panamakanal:
• Fertigstellung 2016
• Durchfahrzeit: ca. 9 Stunden
• maximal durchlässige Schiffsgröße (sog. Neopanamax-Schiffe): 424 m Länge, 55,0 m Breite und 18,3 m Tiefgang
• Aufstauung des Gatún-Sees auf 27,1 m ü. NN; Erhöhung der Wasserkapazität
• Schaffung von 16.000 neuen Arbeitsplätzen, prognostizierte Einnahmen: 4,3 Mrd. US-$
• Gesamtkosten: ca. 5,25 Mrd. US-$
• Kapazität nach Ausbau: 600 Mio. Tonnen pro Jahr
M 5: Globaler Containerverkehr
M 5: Die größten Containerschiffe der Welt
M 6: Panama – Strukturdaten
M 7: Panama – wirtschaftliche Effekte des Kanalausbaus (Prognose aus dem Jahr 2005)
M 8: Auswirkungen auf die Umwelt im Zuge des Kanalausbaus
Konstruktionsphase · Während des Betriebs
• Ausbaggern sowie Verlagerung von 50 Millionen Kubikmeter Gesteinsmaterial im Zuge der Vertiefung und Verbreiterung der Kanalzone; erhöhter Sedimenteintrag
• Auswirkungen der Sprengarbeiten auf Hangstabilität in der Kanalzone · • Insgesamt erhöhter Bedarf an Frischwasser aus dem Gatun-See durch größere Schleusenanlagen und mehr Schleusenvorgänge
• Zunahme der Emissionen durch Schiffe um 15 %
Landnutzung im östlichen Wassereinzugsgebiet der Kanalzone (2008 und 2020)
M 9: Pressemeldung
[...] Auch in Panama nehmen die Extremwetter-Ereignisse zu. Im Januar 2019, keine drei Jahre nach der feierlichen Eröffnung der Kanalerweiterung, ist nach einer Regenperiode, die dem Land kaum Niederschläge gebracht hat, der Wasserpegel des Gatun-Sees auf einen alarmierend niedrigen Stand gesunken. Die Kanalbehörde musste Durchfahrtsbeschränkungen erlassen, diese betrifft all die Schiffe mit großem Tiefgang, die den Panamakanal über die neuen Schleusen passieren wollten: Wer seine Fracht nicht verringern kann, muss sich einen anderen Weg suchen. [...]
Während sich das Land um den ausbleibenden Regen sorgt, bahnt sich von den Ozeanen her ein ganz anderes Problem an: Der Meeresspiegel steigt. „Die Inseln des Archipels San Blas, und mit ihnen die Kultur der darauf lebenden indigenen Völker, sind dem sicheren Untergang geweiht“, sagt Steve Paton. Und es ist eine Frage der Zeit, bis das Wasser Panama City erreicht. Die Bevölkerung wächst schnell, und die Stadt dehnt ihre Grenzen aus – auch in Richtung Pazifikküste. Früher, wenn Sturmflut herrschte, dauerte es zwei Stunden, bis das Wasser die ersten Siedlungen erreichte. Heute braucht es gerade mal eine halbe Stunde.
„Die Überflutung der Küsten dürfte insbesondere auf der pazifischen Seite noch zu einem echten Problem werden, weil das Gefälle dort sehr sanft ist. Gegen Ende dieses Jahrhunderts dürfte der Meeresspiegelanstieg etwa einen Meter betragen, und das wird zu schlimmen Überschwemmungen führen, auch in Panama City. Der Rest des Landes wird von Extremwetter und Dürren betroffen sein.“ [...]
Während die Wassermenge sinkt, ist der Verbrauch des Kanals seit seiner Erweiterung erheblich gestiegen. Bei jedem Schiffstransit fließen rund 200 Millionen Liter in die Ozeane ab. Dass der Wasserverbrauch der neuen Anlagen Cocoli und Agua Clara nicht noch viel höher ist, das ist einem speziell entwickelten Sparsystem zu verdanken, das das Wasser mehrfach nutzbar macht: Jede der riesigen Schleusenkammern ist seitlich mit Auffangbecken verbunden. Dadurch fließt das Wasser auf jeder Stufe in das niedriger gelegene Becken, wo es für den nächsten Schleusungsgang zur Verfügung steht.
Aber dennoch: Bei fünf Schleusenanlagen und etwa 35 Schiffspassagen pro Tag kommt da eine immense Menge Süßwasser zusammen, die ständig aus den Stauseen abfließt. „Die Bevölkerung wächst, und sie wird weiter wachsen, das kommt dazu. Der Trinkwasserbedarf steigt beträchtlich – und das hat Vorrang vor dem Kanalbetrieb.“ [...]
1.
Lokalisieren Sie Panama und kennzeichnen Sie sowohl die Lage und den Verlauf des Panamakanals als auch seine Rolle im weltweiten Güterverkehr. [24 Punkte]
2.
Erläutern Sie, wie sich der Panamakanal entwickelt hat und welche wirtschaftliche Bedeutung er für den Staat Panama besitzt. [29 Punkte]
3.
Erörtern Sie die Chancen und die Probleme, die sich aus dem Ausbau des Kanals ergeben. [27 Punkte]
Hinweis: Für die Darstellungsleistung können zusätzlich bis zu 20 Punkte erreicht werden (Gesamtpunktzahl: 100 Punkte).
Du kannst auch nach Themen lernen
Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.
- Stadtentwicklung und Stadtumbau · 16 Aufgaben · 65 % Wahrscheinlichkeit
- Wirtschaftsfaktor Tourismus · 17 Aufgaben · 60 % Wahrscheinlichkeit
- Weltmarktorientierte Landwirtschaft in den Tropen · 14 Aufgaben · 55 % Wahrscheinlichkeit
- Wachstumsimpulse durch Großprojekte und Infrastruktur · 10 Aufgaben · 30 % Wahrscheinlichkeit
- Rohstoffförderung als Entwicklungsimpuls · 5 Aufgaben · 30 % Wahrscheinlichkeit
- Metropolisierung und Marginalisierung · 4 Aufgaben · 20 % Wahrscheinlichkeit
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