Abitur NRW Geographie 2023 · GK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg

Abiturprüfung Geographie in Nordrhein-Westfalen 2023, GK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg: 1 Aufgabe mit Lösungen. Mit automatischer Korrektur.

Themen der Prüfung: Weltmarktorientierte Landwirtschaft in den Tropen · Rohstoffförderung als Entwicklungsimpuls · Stadtentwicklung und Stadtumbau

Aufgabe 1 · Weltmarktorientierte Landwirtschaft in den Tropen

Abiturprüfung 2023 · Geographie, Grundkurs

Thema: Landwirtschaftliche Produktion als Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung? – Das Beispiel Teeanbau in Kenia

Materialgrundlage

M 1: Atlaskarten nach Wahl

M 2: Kenia – sozioökonomische Daten

M 3: Kenia – Bevölkerung und Armut

M 4: Kenia – Anbaugebiete ausgewählter Agrarprodukte

M 5: Steckbrief Teepflanze

M 6: Klima Kericho

M 7: Teeanbau Kenia – Daten und Fakten

M 8: Klimatisch geeignete Regionen für den Teeanbau

1.

Lokalisieren Sie Kenia und kennzeichnen Sie, wie sich das Land sozioökonomisch seit 2005 entwickelt hat. (22 Punkte)

2.

Erläutern Sie, wo Tee in Kenia angebaut wird, wie sich der Anbau entwickelt hat und welche Bedeutung er hat. (30 Punkte)

3.

Erörtern Sie, inwieweit der Anbau von Tee zu einer zukunftsfähigen Entwicklung Kenias beitragen kann. (28 Punkte)

Materialien

M 2: Kenia – sozioökonomische Daten

M 3: Kenia – Bevölkerung und Armut

M 4: Kenia – Anbaugebiete ausgewählter Agrarprodukte

M 5: Steckbrief Teepflanze & Weltmarktpreis Tee

Die Teepflanze ( Camellia sinensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kamelien. Aus den Pflanzenteilen wird je nach Verarbeitung schwarzer Tee oder grüner Tee gewonnen.

M 6: Klima Kericho

Anmerkung: Nach Einschätzung des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist Afrika der vom Klimawandel mit am meisten bedrohte Kontinent.

M 7: Teeanbau Kenia – Daten und Fakten

1923 Beginn des kommerziellen Teeanbaus überwiegend in Monokultur

aktuell ca. 80 % kleinbäuerliche Produktion, ca. 20 % von transnationalen Konzernen

2020 etwa 4 Millionen Beschäftigte im Teesektor; geringer genossenschaftlicher Organisationsgrad der ca. 560.000 Kleinbauern

arbeitsintensiv durch manuelle Ernte; vergleichsweise geringe Löhne

seit 2006 wiederholt Demonstrationen gegen den Einsatz von Erntemaschinen

M 8: Klimatisch geeignete Regionen für den Teeanbau

Aufgabe 2 · Rohstoffförderung als Entwicklungsimpuls

Aufgabenstellung

Thema: Rohstoffförderung als Motor der Raum- und Wirtschaftsentwicklung? – Das Beispiel Kupfergewinnung in Sambia

Teilaufgaben:

1. Lokalisieren Sie Sambia und kennzeichnen Sie sowohl die wirtschaftsräumlichen und demografischen Strukturen als auch den Entwicklungsstand des Staates. (22 Punkte)

2. Erläutern Sie unter Berücksichtigung der sozioökonomischen Lage Sambias die Entwicklung, die Struktur und die Bedeutung der Kupfergewinnung im Land. (30 Punkte)

3. Nehmen Sie kritisch Stellung dazu, inwieweit die Kupfergewinnung zur nachhaltigen Entwicklung Sambias beiträgt. (28 Punkte)

Materialgrundlage: M1 Atlaskarten nach Wahl; M2 Sambia – Wirtschaft; M3 Sambia – Bevölkerungsverteilung; M4 Sambia – ausgewählte Strukturdaten; M5 Informationen zu Kupfer; M6 Geschichte und Daten zur Kupfergewinnung in Sambia; M7 Kupfergewinnung in der Provinz Copperbelt; M8 Mopani Copper Mine in Mufulira

M 2: Sambia – Wirtschaft

Quelle: lernhelfer.de/schuelerlexikon/geografie/artikel/republik-sambia (verändert; Zugriff 26.04.2022)

M 3: Sambia – Bevölkerungsverteilung

Quelle: geo-ref.net/pdf/zambia.pdf (verändert; Zugriff 26.04.2022)

M 4: Sambia – ausgewählte Strukturdaten

Quellen: cia.gov/the-world-factbook; wko.at; worldbank.org; laenderdaten.info (Zugriff jeweils 13.04.2022)

M 5: Informationen zu Kupfer

Quellen: scielo.org.za; indexmundi.com; kupferinstitut.de; commons.wikimedia.org (Zugriff jeweils 2022)

M 6: Geschichte und Daten zur Kupfergewinnung in Sambia

ab 1880 · infrastrukturelle Erschließung des Copperbelt durch britische Kolonialverwaltung,

1902 erste Kupfergewinnung in der Provinz Copperbelt,

nach Unabhängigkeit 1964 Kupfergewinnung durch ausländische Unternehmen

ab 1970 · Verstaatlichung der Kupfergewinnung,

1982 Gründung des staatlichen Unternehmens Zambia Consolidated Copper Mines (ZCCM),

Investitionen in Infrastruktur sowie soziale Dienstleistungen

Ende 1970er Jahre · Weltwirtschafts- und Rohstoffkrise,

zunehmende Verschuldung, Aufnahme von Krediten (Weltbank)

ab Mitte der 1990er Jahre · Reprivatisierung des Bergbausektors, Verkauf der Vermögenswerte und ausschließlich Minderheitsbeteiligung der ZCCM,

Vereinbarung mit ausländischen Investoren (Development Agreement) über freiwillige Verpflichtung zur Zahlung von Renten sowie Einhaltung von Umweltauflagen

seit 2000 · Kupfergewinnung dominiert von multinationalen Unternehmen (u. a. Schweiz, Kanada, Großbritannien); nahezu keine Weiterverarbeitung von Kupfer im Land, weitgehende Einstellung der von der ZCCM initiierten Investitionen in öffentliche und soziale Infrastruktur

aktuell · Beschäftigte in der Kupfergewinnung: 62.236, davon direkt Beschäftigte 28.933

Kupfergewinnung generiert ca. 30 % der staatlichen Einnahmen

Quellen: Sikamo/Meanza/Mweemba (2018): Copper mining in Zambia – history and future; mining.com; wits.worldbank.org; reuters.com (Zugriff jeweils 2022)

M 7: Kupfergewinnung in der Provinz Copperbelt

Anteil der Provinz Copperbelt an der Kupfergewinnung Sambias: 53,4 %

Anteil der Provinz Copperbelt am gesamten BIP: 29,2 % (Hauptstadtregion Lusaka: 26,9 %)

77 % der Beschäftigten in der Provinz Copperbelt arbeiten in der Kupfergewinnung

Quelle: researchgate.net/figure/Land-use-map-of-the-Zambian-Copperbelt-Province (Zugriff 26.04.2022)

M 8: Mopani Copper Mine in Mufulira – Satellitenbild 2022

Pressemeldung SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) vom 12.06.2019

[...] Gemäß der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte die Umgebungsluft im Tagesmittel nicht über 20 Mikrogramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter enthalten. [...] Schwefeldioxid ist ein farbloses, giftiges Gas, das die Schleimhäute reizt. In der Minenstadt Mufulira wird es freigesetzt, wenn im Kupferwerk Mopani schwefelhaltiges Erz eingeschmolzen wird. Aber nur drei der zehn Messungen ergaben Werte unterhalb dieser WHO-Richtlinie. Die anderen sieben Messungen lagen darüber – zum Teil massiv: Der höchste Wert betrug 1551 Mikrogramm pro Kubikmeter Umgebungsluft im 5-Tages-Durchschnitt. [...] Weitere Messungen ergaben Konzentrationen von 896 und 576 Mikrogramm SO₂ pro Kubikmeter Luft.

Quellen: Google Earth (Zugriff 12.07.2022); srf.ch (Zugriff 12.05.2022)

1.

2.

3.

Aufgabe 3 · Stadtentwicklung und Stadtumbau

Abiturprüfung 2023 · Geographie, Grundkurs (Weiterbildungskolleg)

Thema: Wandel urbaner Räume im Kontext nachhaltiger Stadtentwicklung – Das Beispiel Darmstadt, Lincoln-Siedlung

Materialgrundlage

M 1: Atlaskarten nach Wahl

M 2: Darmstadt – Hintergründe (Informationen, Bevölkerungsentwicklung, Wanderungsbilanz)

M 3: Darmstadt – Wirtschaft (Beschäftigte, Pendlerströme, wirtschaftliche Kenndaten)

M 4: Darmstadt – Wohnungsmarkt (Bedarf/Angebot, Mietpreise)

M 5: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Lage und Informationen (Karten, Luftbild, Zeitleiste)

M 6: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Struktur und Entwicklung (Quartiersplan, Alters- und Sozialstruktur)

M 7: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Mobilitätskonzept (Plan Mobilität, Stellplatz- und Mobilitätsmanagement)

M 8: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Mobilitätsverhalten (Verkehrsmittelnutzung vor/nach Umzug)

M 2: Darmstadt – Hintergründe

Informationen:

Sitz von über 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen im Bereich der Forschung mit internationaler Bedeutung

3 Hochschulen: TU Darmstadt, Hochschule Darmstadt, Evangelische Hochschule Darmstadt

40.500 Studierende

attraktiver Einzelhandelsstandort, kompakte City mit kurzen Wegen

zwischen 2015 und 2019 im Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft als zukunftsträchtigster Standort Deutschlands ermittelt

Wirtschaftliche Leitbranchen: Chemie, Pharma, Biotech, Haarkosmetik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Weltraum-Technologie

Auszeichnung der Industrie- und Handelskammer (IHK) als ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte in der Metropolregion Rhein-Neckar

Bevölkerungsentwicklung (1990 ≙ 100) im Vergleich

Jahr · Einwohner

1990 · 137.705

1995 · 137.517

2000 · 136.238

2005 · 139.103

2010 · 143.276

2015 · 157.390

2020 · 161.700

2030* · 178.000

* Prognose

Wanderungsbilanz

Jahr · 2006 · 2007 · 2008 · 2009 · 2010 · 2011 · 2012 · 2013 · 2014 · 2015 · 2016 · 2017 · 2018 · 2019

Saldo · +599 · +1.220 · +36 · +1.132 · +958 · +2.571 · +2.017 · +1.773 · +2.007 · +3.060 · +1.966 · +188 · +696 · +318

M 3: Darmstadt – Wirtschaft

Wirtschaftliche Kenndaten

· Darmstadt · Hessen

BIP je Erwerbstätigem 2018 (in €) · 90.072 · 81.703

Bruttoverdienst je Arbeitnehmer 2013 – 2018 (Veränderung in %) · 16,4 · 13,4

Gemeindliche Steuerkraft*** 2019 (in € je Einwohner) · 1.849 · 1.639

* Einpendlerquote = Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort

** Auspendlerquote = Anteil der Auspendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort

*** Die gemeindliche Steuerkraft ist eine Kenngröße zur Beurteilung der Finanzkraft einer Stadt bzw. Gemeinde.

M 4: Darmstadt – Wohnungsmarkt

M 5: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Lage und Informationen

1945: Ende des Zweiten Weltkriegs; dauerhafte Stationierung von US-Streitkräften in Darmstadt

1954: Bau der Lincoln-Family Housing Area: 33 Gebäudezeilen mit 588 Wohnungen, Schulen, Turnhallen und Kindergärten für US-Soldaten und ihre Angehörigen; Siedlungsfläche: 244.000 m²; Wohnfläche: 76.000 m²

2008: Abzug der US-Streitkräfte, Leerstand der Siedlung

2014: Übernahme des Geländes durch kommunale Entwicklungsgesellschaft

2016: Vorlage des Entwicklungskonzepts für die Nutzung der Lincoln-Siedlung, Einzug der ersten Mieter in die sanierten Altbauten

2019: Start der Vermarktung von Mietwohnungen in Neubauten

2022: ca. 2.000 Einwohner

2028: geplante Fertigstellung, Ziel: 2.000 Wohneinheiten für 5.000 Menschen

M 6: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Struktur und Entwicklung

Alters- und Sozialstruktur 2020 (in %)

· DA · LS

Jugendquotient** · 23,5 · 31,1

Altenquotient*** · 25,3 · 5,3

Personen mit Migrationshintergrund · 41,2 · 60,6

Bezieher Wohngeld · 1,8 · 3,8

Bezieher Grundsicherung im Alter · 6,3 · 17,4

DA = Darmstadt; LS = Lincoln-Siedlung

* Wohneinheiten für bestimmte Bevölkerungsgruppen, z.B. ältere Menschen

** Verhältnis der Anzahl der unter 18-Jährigen zu der Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (18 – 65 Jahre)

*** Verhältnis der Anzahl der über 65-Jährigen zu der Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (18 – 65 Jahre)

M 7: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Mobilitätskonzept

M 8: Darmstadt Lincoln-Siedlung – Mobilitätsverhalten

Datengrundlage: Befragung von Bewohnerinnen und Bewohnern der Lincoln-Siedlung im Jahr 2020 zu ihrem Mobilitätsverhalten vor und nach dem Umzug in die Lincoln-Siedlung

1.

Lokalisieren Sie die Stadt Darmstadt und kennzeichnen Sie deren demografische sowie sozioökonomische Struktur. [25 Punkte]

2.

Erläutern Sie auf dieser Grundlage, wie sich die Lincoln-Siedlung entwickelt hat und wie sie strukturiert ist. [29 Punkte]

3.

Erörtern Sie, inwiefern das Stadtentwicklungsprojekt Lincoln-Siedlung einen Beitrag zu nachhaltiger Stadtentwicklung leistet, und beziehen Sie dabei insbesondere das Mobilitätskonzept ein. [26 Punkte]

Du kannst auch nach Themen lernen

Übe ein Thema mit gemischten Aufgaben aus den Prüfungen aller Jahre.

Alle 9 Themen ansehen

Andere Prüfungen 2023

GK · Haupttermin (2023) · GK · Haupttermin · bilingual Englisch (2023) · GK · Haupttermin · bilingual Französisch (2023) · GK · Nachtermin (2023) · LK · Haupttermin (2023) · LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg (2023) · LK · Nachtermin (2023)