Aufgabe 1 · Abitur NRW Englisch GK · Teuffel: Sinnvoll regulierend/Ferbe 2021

Thema: Sprachmittlung Deutsch → Englisch (Mediation) · Aus der Prüfung GK · Teuffel: Sinnvoll regulierend/Ferber: Untaugliches Mittel (2021)

Aufgabenstellung

1 Aufgabe

Aufgabenstellung

You are taking part in an international school project on environmental protection.

In a blog entry for the project website, sum up the positions on how to tackle the plastic problem as presented in the two opinion pieces.

Material

Brauchen wir eine Plastiksteuer? (2018)

Text 1 Sinnvoll regulierend

von Friedhard Teuffel, „Der Tagesspiegel", Berlin

Im Kreislauf der Natur hat sich längst auch der Abfall seinen Platz gesichert. Eben noch Verpackung oder Bestandteil von Textilien oder Kosmetik, landet Plastik in mikroskopisch kleinen Teilchen über das Meer zurück auf dem Teller, zum Beispiel im Edelsalz Fleur de Sel oder in Muscheln. Eine Plastiksteuer durch die Europäische Union könnte da weit mehr sein

5 als Klientelpolitik für Gourmets. Sie könnte sinnvoll regulierend wirken.

Große Probleme erfordern gemeinschaftliche Lösungen. Deshalb ist Plastik auf der Ebene der EU richtig aufgehoben. Es geht dabei nicht darum, dem Plastik komplett den Garaus zu machen, so lange es zu wenig Alternativen gibt, um zum Beispiel Lebensmittel länger frisch zu halten, und der ökologische Fußabdruck besser ausfällt als bei anderen

10 Verpackungsmaterialien. Mit einer Plastiksteuer könnte die EU vielmehr den schlechtesten Plastikarten den Kampf ansagen, indem sie beispielsweise Rohbenzin besteuert.

Es gibt auch viele sinnlose Plastikverpackungen, zu viele, die leicht ersetzt werden könnten. Auch die sollten erfasst werden von einer europaweiten Besteuerung. Eine solche Plastiksteuer wird komplex sein. Sie wird Mühen kosten und Zeit, um sie wirklich detailliert

15 auszuarbeiten. Sie wird das übliche EU-Regulierungs-Abwehrbollwerk provozieren. Doch all der Plastikmüll, der an Land und im Wasser anfällt, ruft dazu auf, jede mögliche Gegenmaßnahme einzusetzen. Also auch die einer Besteuerung. Sie muss jedoch Bestandteil einer ganzen Plastikstrategie sein, die zugleich Anreize zur Vermeidung setzt, der Verpackungsindustrie mehr Vorschriften macht und Forschung für Alternativen fördert. So wird

20 ein gut abbaubares Paket daraus.

Teuffel, F. (2018, 6. August). Sinnvoll regulierend. Das Parlament. Nr. 32 – 33.

Text 2 Untaugliches Mittel

von Martin Ferber, „Augsburger Allgemeine"

Mit Steuern steuern! In der politischen Debatte ist es ein beliebtes Argument, neue Steuern einzuführen oder bestehende Steuern zu erhöhen, um so die Bürger zu einer Änderung ihres Verhaltens zu zwingen. Der Staat als Erzieher der Nation nach dem Motto: Ist es nur teuer genug, lassen die Menschen es sein. Nun soll – so der Vorschlag – eine Plastiksteuer die

5 Meere retten und eine weitere Verschmutzung verhindern.

So ehrenwert das Ziel ist, so untauglich ist das Mittel. Schon der Grüne Punkt, den die Verbraucher für die stoffliche Wiederverwertung der Verpackungen zu bezahlen haben, hat nicht zu einer Verringerung des Müllaufkommens beigetragen. Im Gegenteil. Gerade erst hat das Umweltbundesamt von einer neuen Rekordmenge berichtet – 220,5 Kilo pro Kopf im Jahr,

10 ein trauriger Europarekord. Auch eine Plastiksteuer wird daran nichts ändern. Die einzelne Verpackung wird nur um einige Cent teurer, das spürt der Verbraucher kaum. Das Geld wiederum landet im Säckel des Finanzministers, der sich über die Einnahme freut, aber kaum bereit ist, es für die Säuberung der Weltmeere zur Verfügung zu stellen. So wie die 1902 eingeführte Sektsteuer schon lange nicht mehr der Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte

15 dient, aber noch immer eine verlässliche Einnahmequelle darstellt. Schlimmer noch, die Plastiksteuer könnte sogar kontraproduktiv wirken, weil die Verbraucher glauben, mit der Steuer etwas Gutes für die Umwelt getan zu haben.

Nein, die Plastiksteuer hilft nicht weiter. Nötig ist vielmehr ein Umdenken bei der Industrie wie bei den Verbrauchern. Der beste Müll ist immer noch der, der erst gar nicht anfällt. Ganz ohne

20 Steuer.

482 Wörter

Ferber, M. (2018, 6. August). Untaugliches Mittel. Das Parlament. Nr. 32 – 33.

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 · Abitur NRW Englisch GK · Teuffel: Sinnvoll regulierend/Ferbe 2021

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

In a blog entry for the project website, sum up the positions on how to tackle the plastic problem as presented in the two opinion pieces.

Lösung: Sample blog entry covering the required aspects: Catchy Title: e.g., *Plastic Tax: Solution or Illusion?* Introduction: Engaging introduction addressing the international school community, introducing the topic of the global plastic crisis and presenting two contrasting viewpoints from German commentators. Main Body – First Journalist (Friedhard Teuffel): - Highlights that serious problems like plastic waste require joint, collective solutions at the EU level. - Argues that plastic cannot be completely eliminated yet due to a lack of suitable alternatives that preserve food and maintain a lower carbon footprint. - Suggests that a plastic tax should target the worst plastic types (e.g. by taxing naphtha) and unnecessary packaging. - Emphasizes that a tax alone is insufficient; it must be part of a comprehensive EU strategy that creates incentives to avoid plastic, sets stricter rules for the packaging industry, and promotes research into eco-friendly alternatives. Main Body – Second Journalist (Martin Ferber): - Opposes the idea of steering consumer behavior through taxes, arguing that taxation is ineffective. - Points to the failure of existing initiatives like the German "Green Dot" (*Grüner Punkt*), noting that packaging waste has reached record highs. - Argues that a small price increase of a few cents per package will hardly affect consumer habits. - Criticizes that tax revenue ends up in the general budget rather than being used for ocean cleanup. - Warns of counterproductive psychological effects, as paying a tax may falsely lead consumers to believe they have helped the environment. - Concludes that real change requires a shift in mindset by both industry and consumers, with waste prevention being the best solution. Conclusion: A concluding sentence summarizing the debate or inviting readers/fellow students to comment and share their thoughts.

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