Aufgabe 1 · Abitur NRW Englisch LK · Hasselhorst: Kleingärten könnten We 2021
Thema: Sprachmittlung Deutsch → Englisch (Mediation) · Aus der Prüfung LK · Hasselhorst: Kleingärten könnten Welterbe sein (2021)
Aufgabenstellung
1 Aufgabe
Aufgabenstellung
Together with your British partner school you are working on a project on recent trends in urbanization.
In an email to the project group, sum up the different interests with regard to allotment gardens in Germany.
Material
Neue Wohnungen contra Kleingärten (2018)
Christa Hasselhorst im Interview mit Landschaftsarchitekt Klaus Neumann
In vielen deutschen Städten nagen Neubaugebiete an Schrebergärten. Wie ist dieser Konflikt zu lösen?
5 Der ist beispielhaft ein Zeichen für den deutschland- und weltweiten Konflikt als Folge von Urbanisierung und Städtewachstum. Immer mehr Menschen wollen in die Stadt. Dadurch entsteht eine Flächenkonkurrenz. Zwangsläufig wird diese begrenzte Fläche immer wertvoller und entwickelt sich immer mehr zum Wirtschafts- und Renditefaktor. Um den Konflikt zu lösen, muss der Stadtorganismus als ganzheitliches Netzwerk betrachtet werden. Partikularinteressen machen Stadt und Menschen kaputt. Die einzige Lösung der Zukunft ist ein neues ganzheitliches Denken, dass die Stadt ein Netz ist und dieses Netz nur in der Gesamtheit leben kann. Eine lebenswerte Stadt, ein gutes Leben, Natur und Kultur, Wohnen und Arbeiten gibt es nur zusammen und nicht gegeneinander.
15 In Berlin aber hat unlängst ein Investor vorgerechnet, dass man für 3000 Hektar Kleingärten 400 000 Wohnungen bauen könne. Eine perfide Gleichung oder Notwendigkeit?
20 Damit hat der Investor einen sehr deutlichen und extrem provozierenden Vorschlag gemacht, die Wohnungsnot in Berlin zu beseitigen. Und er setzt die politischen Verantwortlichen extrem unter Druck, sich endlich kreativ und zeitnah mit dem Problem zu beschäftigen und es zu lösen. […] Viele deutsche Städte haben viele Kleingärten – ja! Aber auch Konzertsäle, Opernhäuser, Bahn- und Industriebrachen, Friedhöfe, also Flächen, die man genauso in die Diskussion bringen könnte. Kein Mensch würde sich trauen zu fordern, ein Opernhaus abzureißen, um dort Wohnungen zu errichten. Es wäre ein Kulturfrevel. Also konzentriert man sich auf die vermeintlich schwachen, „ungeliebten“ Kleingartenanlagen, begreift dabei aber gar nicht, welche soziale, kulturelle, wirtschaftliche, ökologische, auch ethische Bedeutung Kleingärten in Städten haben.
Und der Frevel besteht nun im Abriss von Kleingartenanlagen für den Neubau von Wohnungen?
30 In vielen deutschen Metropolen haben wir gegenwärtig eine absurde Situation. Die Menschen fordern einerseits bezahlbare Wohnungen, gesundes Lebensumfeld, gutes Klima und hohe Arbeits- und Wohnqualität. Gleichzeitig wird oftmals das, was zu all dem wesentlich beiträgt – das Grün der Stadt, auch die Kleingärten – auf dem Tableau der ökonomischen Verwertungsinteressen aufgegeben und als Bauland deklariert. Beispiel Berlin: In der Stadt stehen auf der Warteliste für einen Kleingarten circa 17000 Menschen, die Wartezeit beträgt drei bis fünf Jahre. Ähnliches gilt auch für München. Gleichzeitig plant der Senat 3000 der mehr als 73000 Berliner Kleingärten bis 2020 zu bebauen. Und völlig absurd: Selbst per Gesetz geschützte öffentliche Grünflächen sollen „abgeholzt“ und zu Bauland entwickelt werden. Aber Wachstum auf Kosten der Natur, eine Reduktion der „Natur-Infrastruktur“, ist ein Fehlwachstum. […]
40 Landschaft, Stadtlandschaft ist kein unberührter Naturraum vor den Toren der Städte, sondern ein unabdingbar lebenswichtiger Bestandteil, der zu hoher Lebensqualität und einem besseren Stadtklima führt. Daher sind intelligente Stadtkonzepte, oftmals tituliert als „Smart City Design“, welche die Potentiale von Natur und Technik vereinbaren, in Zukunft unabdingbar. Deshalb müssen wir die Stadt neu denken.
45 Und der Kleingarten leistet da seinen Beitrag?
Erst allmählich versteht unsere Gesellschaft, welche grünen Kleinode und Oasen das in unseren Städten sind und welche kulturelle, sozial integrative und innovative Bedeutung damit verbunden ist. Immer mehr Menschen verbringen pro Jahr mehr Zeit im Kleingarten als etwa im Fußballstadion oder in der Oper. Wenn zum Beispiel die rund 70000 Berliner Kleingartenpächter mit drei bis fünf Personen (Familie, Freunde) einen Kleingarten nutzen, dann kommen wir auf gut 250000 bis 350000 Gartennutzer, von denen sich 50 Prozent fast täglich und fast 45 Prozent mehrmals in der Woche in ihrem Garten aufhalten. Rechnen Sie das bei über 900000 Kleingärten bundesweit hoch, kommen Sie auf fast fünf Millionen Menschen. Da der Ausländeranteil in manchen Kleingartenanlagen fast 25 Prozent beträgt und dort gemeinsam gepflanzt, gefeiert und zusammengelebt wird, sind Sprachkurse, Kinder- und Altenbetreuung und gegenseitige Hilfe selbstverständlich. Kleingärten leisten daher heute einen wichtigen Beitrag für soziale Integration und damit gesellschaftlichen Frieden in der Stadt.
605 Wörter
Hasselhorst, C. (2018, 9. September). Kleingärten könnten Welterbe sein. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
In an email to the project group, sum up the different interests with regard to allotment gardens in Germany.
Lösung: Sample email: Subject: Recent trends in urbanization – The role of allotment gardens in Germany Hi everyone, I hope you're all doing well. As part of our joint project on recent urbanization trends, I looked into the current debate in Germany surrounding urban allotment gardens (*Kleingärten*) and summarized the key interests and viewpoints from an interview with landscape architect Klaus Neumann. ### General Situation In many German cities, urbanization and rapid population growth have created a severe shortage of affordable housing and fierce competition for limited land. Consequently, open urban spaces and allotment gardens are increasingly viewed as potential building land. ### Conflicting Interests * Investors: They focus on profitability and rising real estate prices, arguing that reallocating allotment garden areas could provide space for hundreds of thousands of new apartments. * Politicians / City Administration: Facing massive pressure from the public to tackle the housing crisis, city councils plan to build housing on allotment sites and sometimes even legally protected green spaces, despite long waiting lists for gardens. * Residents and Gardeners: Citizens simultaneously demand affordable housing and a healthy living environment with high residential quality and green spaces. Allotment gardens are in high demand (e.g. 17,000 people on the waiting list in Berlin, waiting 3 to 5 years). ### The Landscape Architect's Perspective Neumann argues against sacrificing green infrastructure for short-sighted construction. He stresses that allotment gardens: * Provide vital environmental benefits and improve the urban microclimate. * Serve as green oases and recreational areas used regularly by millions of people. * Foster social integration, mutual support, and community life, especially among diverse and immigrant populations. Instead of pitching housing against nature, he advocates holistic urban planning ("Smart City Design") that integrates green infrastructure and modern technology. Let me know what you think and how this compares to the situation in the UK! Best regards, [Your Name]
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