Abitur Hessen Umweltökonomie 2022 · GK
Abiturprüfung Umweltökonomie in Hessen 2022, GK: 14 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Kosten- und Deckungsbeitragsrechnung. Mit automatischer Korrektur.
Themen der Prüfung: Kosten- und Deckungsbeitragsrechnung · Investitionsrechnung mit ökologischen Kriterien · Umweltorientierte Produktion, Lieferketten und Wertschöpfungsketten · Umweltmanagement und nachhaltige Unternehmensführung · Marktversagen, externe Effekte und Wohlstandsmessung · Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente · Klimaschutz, Energiewende und nachhaltige Mobilität
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.1-1.3 · Investitionsrechnung mit ökologischen Kriterien
Betriebswirtschaftliche, nachhaltige Entscheidungen der Möbel Meyer GmbH
1 Der Möbelhersteller Meyer GmbH benötigt eine neue CNC-Fräsmaschine zur Herstellung seiner Produkte. Ihm liegen zwei Angebote (Material 1) vor.
1.1
Berechnen Sie mittels der Kostenvergleichsrechnung die Gesamtkosten der beiden Maschinen und begründen Sie, welche Maschine aus ökonomischen Gründen angeschafft werden sollte.
(13 BE)
1.2
Berechnen Sie die Produktionsmenge, bei der die Gesamtkosten der beiden Maschinen gleich hoch sind. Interpretieren Sie das Ergebnis und nennen Sie zwei ökologische Aspekte, die bei der Anschaffung der Maschine berücksichtigt werden sollten.
(15 BE)
1.3
Erläutern Sie allgemein die Notwendigkeit ökologischer Aspekte bei der Anschaffung neuer Maschinen und erörtern Sie die betriebswirtschaftlichen Folgen einer verstärkten Berücksichtigung ökologischer Aspekte bei Investitionsentscheidungen.
(10 BE)
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.4 · Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente
Betriebswirtschaftliche, nachhaltige Entscheidungen der Möbel Meyer GmbH
1 Der Möbelhersteller Meyer GmbH benötigt eine neue CNC-Fräsmaschine zur Herstellung seiner Produkte. Ihm liegen zwei Angebote (Material 1) vor.
1.4
Die Meyer GmbH erfährt, dass die Bundesregierung plant, Unternehmen, die einheimische Investitionsgüter erwerben, mit Subventionen zu unterstützen. Stellen Sie die Vor- und Nachteile von Subventionen dar und beurteilen Sie die gesamtwirtschaftlichen Wirkungen. [12 BE]
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2.1 · Umweltorientierte Produktion, Lieferketten und Wertschöpfungsketten
Experten gehen davon aus, dass sich der Preis je kWh in Deutschland an der Strombörse bei 0,12 Euro einpendelt. Die durchschnittlichen Kosten für die Herstellung von einem kWh Strom durch Biogasanlagen liegt bei 0,20 Euro. Die durchschnittliche Menge an Biogas-Strom in Deutschland beträgt 29,5 Mrd. kWh. Bei dieser Ausgangslage ist anzunehmen, dass die Erzeugung von Biogas-Strom rückläufig sein wird.
2.1
Skizzieren Sie die Grundidee und die möglichen Folgen eines Cradle-to-Cradle Ansatzes für Unternehmen. [6 BE]
Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2.2-2.3 · Umweltmanagement und nachhaltige Unternehmensführung
Experten gehen davon aus, dass sich der Preis je kWh in Deutschland an der Strombörse bei 0,12 Euro einpendelt. Die durchschnittlichen Kosten für die Herstellung von einem kWh Strom durch Biogasanlagen liegt bei 0,20 Euro. Die durchschnittliche Menge an Biogas-Strom in Deutschland beträgt 29,5 Mrd. kWh. Bei dieser Ausgangslage ist anzunehmen, dass die Erzeugung von Biogas-Strom rückläufig sein wird.
2.2 Die Meyer GmbH will einen nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, indem sie freiwillig und über die gesetzlichen Forderungen hinaus ökologische und soziale Belange berücksichtigt.
2.2.1
Erläutern Sie mindestens zwei Aspekte, die das Unternehmen über die gesetzlich geforderten Standards hinaus berücksichtigen könnte. [6 BE]
2.2.2
Beurteilen Sie anhand der Kriterien der Nachhaltigkeit, ob das Unternehmensleitbild der Meyer GmbH (Material 2) diesen Ansprüchen genügen kann. [8 BE]
2.3 Das Unternehmen Meyer GmbH überlegt, eine Zertifizierung im Bereich „Umwelt“ vornehmen zu lassen.
2.3.1
Vergleichen Sie die Zertifikate ISO 14001 und EMAS. [16 BE]
2.3.2
Beurteilen Sie, ob EMAS oder ISO 14001 für die Meyer GmbH sinnvoller ist. [8 BE]
2.3.3
Im Verlauf der Zertifizierung bei der Meyer GmbH wird festgestellt, dass einige Zulieferer nicht den nachhaltigen Kriterien entsprechen und es einer Überprüfung dieser Zulieferer bedarf. Erläutern Sie die besonderen Herausforderungen des Lieferketten-Managements in der globalisierten Weltwirtschaft. [6 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 · Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente
Material 1
Pestizide überall
Über die Luft gelangen schädliche Stoffe vom Acker bis tief in die Städte und Naturschutzgebiete hinein. Wie gefährlich sie sind, ist nicht ganz klar.
Von Joachim Wille
Die Debatte über die Gefahren von Pestiziden in der Landwirtschaft nimmt neue Fahrt auf: Laut einer
aktuellen Studie verbreiten sich viele Pflanzenschutzmittel und ihre Abbau-produkte per Ferntransport
über die Luft bis in Städte und Nationalparks hinein. In Deutschland gebe es wahrscheinlich keine
unbelasteten Orte mehr. Die Risiken für Gesundheit und Artenvielfalt seien unabsehbar, kritisierten
5 die Auftraggeberinnen und Auftraggeber der Untersuchung.
Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht dringend Handlungsbedarf, die Pestizid-
hersteller wiederum warnen vor einer „überzogenen Risikodebatte“. Das bislang aufwändigste Mess-
programm zur Ausbreitung von Pestiziden hat unerwartete Daten zu Tage gefördert. Danach wurden
an rund drei Viertel aller bundesweit untersuchten Standorte jeweils mindestens fünf Pestizid-
10 wirkstoffe sowie deren Abbauprodukte gefunden – im Extremfall waren es sogar 34.
Selbst auf der Spitze des Brockens im Nationalpark Harz seien zwölf Pestizide nachweisbar gewesen,
hieß es. „Insgesamt fanden sich deutschlandweit 138 Stoffe, von denen 30 Prozent zum jeweiligen
Messzeitpunkt nicht mehr oder noch nie zugelassen waren“, teilten das private Umweltinstitut
München und das „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“ mit, die die Studie in Auftrag
15 gegeben haben.
So sei unter anderem das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich krebs-
erregend“ eingestufte Glyphosat „in allen Regionen Deutschlands“ und „weit abseits von potenziellen
Ursprungs-Äckern“ nachgewiesen worden. Die Messungen für die Studie „Pestizid-Belastung der
Luft“ wurden von März bis November 2019 gemacht.
20 Die Mess-Standorte lagen dabei im Umkreis von weniger als 100 bis hin zu über 1000 Metern
Entfernung von potentiellen Quellen – in Städten und auf dem Land, in konventionellen und Bio-
Agrarlandschaften sowie in Naturschutzgebieten. Die Daten wurden auf mehreren Wegen erhoben:
mit Hilfe von neu entwickelten technischen Passivsammelgeräten, aus Filtermatten in Belüftungs-
anlagen von Gebäuden sowie durch die Analyse von Bienenstöcken und Baumrinden.
25 Weiter flossen in die Gesamtstudie Ergebnisse einer Untersuchung ein, für die von 2014 bis 2019
Baumrinden auf Pestizide getestet wurden. Durchgeführt wurde die Studie vom Forschungsbüro
„TIEM Integrierte Umweltüberwachung“ in Dortmund. Sie wurde am Dienstag in Berlin im Beisein
von Umweltministerin Schulze veröffentlicht. Der Agrarexperte Karl Bär vom Umweltinstitut
München nannte die Ergebnisse der Studie „schockierend“.
30 „Glyphosat und andere Ackergifte verteilen sich als wahrer Pestizid-Cocktail bis in die hintersten
Winkel Deutschlands“, so Bär. Pestizide landeten in schützenswerten Naturräumen, auf Bio-Äckern
und in der Atemluft von Menschen. Bär kritisierte, dass der Ferntransport von Pestizidwirkstoffen im
europäischen Pestizid-Zulassungsverfahren bislang nicht ausreichend berücksichtigt werde. Die
beiden Organisationen begrüßten in diesem Zusammenhang die Initiative des Bundesamts für
35 Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), ein jährliches Monitoring durchführen zu
lassen.
Die Initiatorinnen und Initiatoren der Studie fordern ein Sofortverbot von fünf Pestiziden, die sich laut
der Studie am stärksten verbreiten, darunter Glyphosat. Weiter fordern sie einen Ausstieg aus dem
Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide bis 2035 und die Entschädigung von Biolandwirtinnen und
40 Biolandwirten. Die seien damit konfrontiert, dass ganze Ernten nicht mehr als „bio“ verkauft werden
können, weil sie durch synthetische Pestizide belastet seien.
Die Studie belege nun „einen wesentlichen Grund“ dafür: Die Pestizide gelangten über die Luft auf
das biologisch angebaute Getreide, Obst und Gemüse. Für geschädigte Biobäuerinnen und -bauern
fordert das Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft einen Entschädigungsfonds, den Pestizid-
45 Hersteller füllen sollen. Schulze nannte die Ergebnisse der Studie „besorgniserregend – nicht nur für
den Ökolandbau, sondern auch für die Natur“.
Die Studie zeige, dass Pestizide „überall hinkommen können. Wir wissen nicht, wie dieser Cocktail
wirkt.“ Sie verwies darauf, dass die Groko sich darauf verständigt habe, den Einsatz von Pflanzen-
schutzmitteln zu reduzieren. Ihr Ministerium habe hier Vorschläge gemacht, die zurzeit mit dem
50 Bundeslandwirtschaftsministerium diskutiert würden. Zudem sehe die „Farm-to-Fork“-Strategie
innerhalb des von der EU-Kommission vorgeschlagenen „Green Deal“ vor, den Einsatz von Pflanzen-
schutzmitteln um die Hälfte zu reduzieren.
Der Industrieverband Agrar, der 35 deutsche Pestizidhersteller vertritt, attackierte die neue Studie
heftig. Sie sei „alarmistisch und wissenschaftlich nicht valide“. „Über diese Kampagne sind wir
55 wirklich erstaunt“, so Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer. Die Pflanzenschutzmittel-Hersteller
appellierten schon länger an die Biobranche, die Fälle, bei denen Landwirtinnen und Landwirte ihr
Erntegut nicht mehr vermarkten konnten, klar zu benennen.
„Bisher haben wir keine konsistenten Hinweise aus der Bio-Branche erhalten. Hier wird der Dialog
seit Jahren verweigert“, so Gemmer. „Doch nicht nur die Funde sind offenbar selten; die dabei nach-
60 gewiesenen Mengen sind so minimal, dass sie für Mensch und Umwelt unbedenklich sind.“ Hier
werde ein Thema „künstlich aufgebauscht“.
Pflanzenschutzmittel leisteten einen wichtigen Beitrag, Qualität und Ertrag der Nahrungsmittel zu
sichern, sagte Gemmer. Überzogene Risikodebatten seien vor diesem Hintergrund wenig hilfreich.
Quellenangabe: Joachim Wille: Pestizide überall, Frankfurter Rundschau vom 30.9.2020, Seite 24.
Nach der Vorstellung einer Studie zur „Pestizid-Belastung in der Luft“ (Material 1) sieht die ehemalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze dringenden Handlungsbedarf.
1.1
Nennen Sie die im Artikel aufgeführten Ergebnisse zur Studie „Pestizid-Belastung der Luft“. [8 BE]
1.2
Stellen Sie die Forderungen aller beteiligten Interessengruppen dar. [10 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 2 · Umweltorientierte Produktion, Lieferketten und Wertschöpfungsketten
Material 1
Pestizide überall
Über die Luft gelangen schädliche Stoffe vom Acker bis tief in die Städte und Naturschutzgebiete hinein. Wie gefährlich sie sind, ist nicht ganz klar.
Von Joachim Wille
Die Debatte über die Gefahren von Pestiziden in der Landwirtschaft nimmt neue Fahrt auf: Laut einer
aktuellen Studie verbreiten sich viele Pflanzenschutzmittel und ihre Abbau-produkte per Ferntransport
über die Luft bis in Städte und Nationalparks hinein. In Deutschland gebe es wahrscheinlich keine
unbelasteten Orte mehr. Die Risiken für Gesundheit und Artenvielfalt seien unabsehbar, kritisierten
5 die Auftraggeberinnen und Auftraggeber der Untersuchung.
Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht dringend Handlungsbedarf, die Pestizid-
hersteller wiederum warnen vor einer „überzogenen Risikodebatte“. Das bislang aufwändigste Mess-
programm zur Ausbreitung von Pestiziden hat unerwartete Daten zu Tage gefördert. Danach wurden
an rund drei Viertel aller bundesweit untersuchten Standorte jeweils mindestens fünf Pestizid-
10 wirkstoffe sowie deren Abbauprodukte gefunden – im Extremfall waren es sogar 34.
Selbst auf der Spitze des Brockens im Nationalpark Harz seien zwölf Pestizide nachweisbar gewesen,
hieß es. „Insgesamt fanden sich deutschlandweit 138 Stoffe, von denen 30 Prozent zum jeweiligen
Messzeitpunkt nicht mehr oder noch nie zugelassen waren“, teilten das private Umweltinstitut
München und das „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“ mit, die die Studie in Auftrag
15 gegeben haben.
So sei unter anderem das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich krebs-
erregend“ eingestufte Glyphosat „in allen Regionen Deutschlands“ und „weit abseits von potenziellen
Ursprungs-Äckern“ nachgewiesen worden. Die Messungen für die Studie „Pestizid-Belastung der
Luft“ wurden von März bis November 2019 gemacht.
20 Die Mess-Standorte lagen dabei im Umkreis von weniger als 100 bis hin zu über 1000 Metern
Entfernung von potentiellen Quellen – in Städten und auf dem Land, in konventionellen und Bio-
Agrarlandschaften sowie in Naturschutzgebieten. Die Daten wurden auf mehreren Wegen erhoben:
mit Hilfe von neu entwickelten technischen Passivsammelgeräten, aus Filtermatten in Belüftungs-
anlagen von Gebäuden sowie durch die Analyse von Bienenstöcken und Baumrinden.
25 Weiter flossen in die Gesamtstudie Ergebnisse einer Untersuchung ein, für die von 2014 bis 2019
Baumrinden auf Pestizide getestet wurden. Durchgeführt wurde die Studie vom Forschungsbüro
„TIEM Integrierte Umweltüberwachung“ in Dortmund. Sie wurde am Dienstag in Berlin im Beisein
von Umweltministerin Schulze veröffentlicht. Der Agrarexperte Karl Bär vom Umweltinstitut
München nannte die Ergebnisse der Studie „schockierend“.
30 „Glyphosat und andere Ackergifte verteilen sich als wahrer Pestizid-Cocktail bis in die hintersten
Winkel Deutschlands“, so Bär. Pestizide landeten in schützenswerten Naturräumen, auf Bio-Äckern
und in der Atemluft von Menschen. Bär kritisierte, dass der Ferntransport von Pestizidwirkstoffen im
europäischen Pestizid-Zulassungsverfahren bislang nicht ausreichend berücksichtigt werde. Die
beiden Organisationen begrüßten in diesem Zusammenhang die Initiative des Bundesamts für
35 Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), ein jährliches Monitoring durchführen zu
lassen.
Die Initiatorinnen und Initiatoren der Studie fordern ein Sofortverbot von fünf Pestiziden, die sich laut
der Studie am stärksten verbreiten, darunter Glyphosat. Weiter fordern sie einen Ausstieg aus dem
Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide bis 2035 und die Entschädigung von Biolandwirtinnen und
40 Biolandwirten. Die seien damit konfrontiert, dass ganze Ernten nicht mehr als „bio“ verkauft werden
können, weil sie durch synthetische Pestizide belastet seien.
Die Studie belege nun „einen wesentlichen Grund“ dafür: Die Pestizide gelangten über die Luft auf
das biologisch angebaute Getreide, Obst und Gemüse. Für geschädigte Biobäuerinnen und -bauern
fordert das Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft einen Entschädigungsfonds, den Pestizid-
45 Hersteller füllen sollen. Schulze nannte die Ergebnisse der Studie „besorgniserregend – nicht nur für
den Ökolandbau, sondern auch für die Natur“.
Die Studie zeige, dass Pestizide „überall hinkommen können. Wir wissen nicht, wie dieser Cocktail
wirkt.“ Sie verwies darauf, dass die Groko sich darauf verständigt habe, den Einsatz von Pflanzen-
schutzmitteln zu reduzieren. Ihr Ministerium habe hier Vorschläge gemacht, die zurzeit mit dem
50 Bundeslandwirtschaftsministerium diskutiert würden. Zudem sehe die „Farm-to-Fork“-Strategie
innerhalb des von der EU-Kommission vorgeschlagenen „Green Deal“ vor, den Einsatz von Pflanzen-
schutzmitteln um die Hälfte zu reduzieren.
Der Industrieverband Agrar, der 35 deutsche Pestizidhersteller vertritt, attackierte die neue Studie
heftig. Sie sei „alarmistisch und wissenschaftlich nicht valide“. „Über diese Kampagne sind wir
55 wirklich erstaunt“, so Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer. Die Pflanzenschutzmittel-Hersteller
appellierten schon länger an die Biobranche, die Fälle, bei denen Landwirtinnen und Landwirte ihr
Erntegut nicht mehr vermarkten konnten, klar zu benennen.
„Bisher haben wir keine konsistenten Hinweise aus der Bio-Branche erhalten. Hier wird der Dialog
seit Jahren verweigert“, so Gemmer. „Doch nicht nur die Funde sind offenbar selten; die dabei nach-
60 gewiesenen Mengen sind so minimal, dass sie für Mensch und Umwelt unbedenklich sind.“ Hier
werde ein Thema „künstlich aufgebauscht“.
Pflanzenschutzmittel leisteten einen wichtigen Beitrag, Qualität und Ertrag der Nahrungsmittel zu
sichern, sagte Gemmer. Überzogene Risikodebatten seien vor diesem Hintergrund wenig hilfreich.
Quellenangabe: Joachim Wille: Pestizide überall, Frankfurter Rundschau vom 30.9.2020, Seite 24.
Viele Bio-Landwirtschaftsbetriebe sind Verbänden (z. B. Demeter) angeschlossen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette legen.
2.1
Stellen Sie eine mögliche Wertschöpfungskette landwirtschaftlicher Betriebe grafisch dar und erläutern Sie diese. [10 BE]
2.2
Arbeiten Sie die wirtschaftlichen Auswirkungen von Veränderungen der Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft heraus, die sich durch eine Umsetzung der im Material genannten Forderung des „Green Deals“ ergäben. [8 BE]
2.3
Analysieren Sie die möglichen betrieblichen Auswirkungen für landwirtschaftliche Biobetriebe, die o. g. Verbänden angeschlossen sind, wenn die Pestizidbelastungen unverändert bleiben. [6 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 3 · Marktversagen, externe Effekte und Wohlstandsmessung
Im Rahmen der Umweltökonomie wird häufig von Marktversagen gesprochen, um die Probleme bezüglich des Klimawandels und der Umweltverschmutzung zu erklären.
3.1
Erläutern Sie je zwei Merkmale und Auswirkungen von Marktversagen.
(12 BE)
3.2
Beurteilen Sie, ob es sich im Bereich der Herstellung und Vermarktung von Lebensmitteln um ein Marktversagen handelt.
(10 BE)
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 4 · Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente
Die Umweltpolitik kann durch geeignete Maßnahmen bei Marktversagen eingreifen und dieses Versagen abmildern oder beseitigen. Das vorrangige Prinzip zur Anwendung der Maßnahmen ist das Verursacherprinzip.
4.1
Beschreiben Sie das Verursacherprinzip und ein weiteres Prinzip der Umweltpolitik.
[8 BE]
4.2
Begründen Sie die Notwendigkeit einer Kombination aus verschiedenen umweltpolitischen Prinzipien im Rahmen der Landwirtschaft.
[10 BE]
Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 5 · Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente
Bei der konkreten Umsetzung der umweltpolitischen Prinzipien werden verschiedene umweltpolitische Instrumente angewendet.
5.1
Beschreiben Sie zwei mögliche umweltpolitische Instrumente, die zu einer Verringerung der Pestizidbelastung führen können.
[8 BE]
5.2
Beurteilen Sie den Einsatz der „weichen“ umweltpolitischen Instrumente im Rahmen der Landwirtschaft.
[10 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.1-1.3 · Kosten- und Deckungsbeitragsrechnung
Material 1
Angaben zum Betrieb
Der Landwirt Meurer hat sich auf die Mast von Schweinen spezialisiert und hält durch betriebswirtschaftliche Optimierung in seinen Ställen durchschnittlich 3000 Schweine. Er hält die Vorschriften der EU für konventionelle Verfahren ein und erhält jährliche Direktzahlungen von der EU. Die Direktzahlungen werden unabhängig von der Produktionsmenge oder der Produktionsweise an die Betriebe gezahlt, sie beziehen sich vor allem auf die Größe des landwirtschaftlichen Betriebes. Dadurch erhalten landwirtschaftliche Großbetriebe deutlich mehr Direktzahlungen, als bäuerliche Kleinbetriebe.
Der Landwirt Meurer ist von der Fridays-for-future-Bewegung inspiriert und möchte seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Er hat erfahren, dass Biomasse derzeit ein wichtiger regenerativer Energieträger ist. Biomasse hat den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Sonnen- und Windkraft kontinuierlich und in gut berechenbaren Größen vorhanden ist. Darüber hinaus ist die Energie-gewinnung weitgehend -neutral.
Aus diesem Grund beschließt Landwirt Meurer beschließt deshalb, eine Biogasanlage für seinen Hof anzuschaffen, um die Abfälle aus der Schweinemast energetisch zu verwerten und erneuerbaren Strom und Wärme zu erzeugen.
Die Gülle wird so vorbehandelt, dass Bakterien die Stickstoffverbindungen, die darin enthalten sind, herauslösen und sie in (gasförmiges) Ammoniak verwandeln. Daraus lässt sich wieder fester Stickstoffdünger herstellen.
Weiterhin plant Landwirt Meurer, seinen konventionellen Hof auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Vermeidung hoher Nitratwerte im Grundwasser.
Material 2
Angaben zur Biogasanlage
Die Anschaffungskosten betragen für eine 80kW-Anlage 7.500,00 Euro je kW. Landwirt Meurer rechnet damit, dass pro Jahr 8000t Gülle anfallen. An Verarbeitungskosten fallen 0,98 Euro pro Tonne Gülle an. Die sonstigen Fixkosten betragen 50.500,00 Euro pro Jahr. Die kalkulatorischen Abschreibungen betragen 40.000 € pro Jahr, die kalkulatorischen Zinsen 12.000 € pro Jahr. Der Landwirt rechnet mit 70 kWh elektrischer Energie pro Tonne Gülle und erhält vom Energieversorger für jede in das öffentliche Stromsystem eingespeiste Kilowattstunde Strom 0,23 Euro.
1.1
Der Landwirt Meurer führt einen mittelgroßen Betrieb (Material 1). Er hat ein Angebot für die Anschaffung einer Biogas-Anlage eingeholt (Material 2). Berechnen Sie die gesamten Fixkosten und den Deckungsbeitrag für die Anlage. [10 BE]
1.2
Berechnen Sie die Gewinnschwelle (Break-Even-Point) der Biogasanlage. [7 BE]
1.3
Berechnen Sie die Menge an Strom, die Meurer jährlich erzeugen kann. Ermitteln Sie für diese Menge den Preis je kWh, der mindestens vom Energieversorger bezahlt werden muss, damit der Landwirt keinen Verlust erwirtschaftet. [8 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.4 · Investitionsrechnung mit ökologischen Kriterien
Material 1
Angaben zum Betrieb
Der Landwirt Meurer hat sich auf die Mast von Schweinen spezialisiert und hält durch betriebswirtschaftliche Optimierung in seinen Ställen durchschnittlich 3000 Schweine. Er hält die Vorschriften der EU für konventionelle Verfahren ein und erhält jährliche Direktzahlungen von der EU. Die Direktzahlungen werden unabhängig von der Produktionsmenge oder der Produktionsweise an die Betriebe gezahlt, sie beziehen sich vor allem auf die Größe des landwirtschaftlichen Betriebes. Dadurch erhalten landwirtschaftliche Großbetriebe deutlich mehr Direktzahlungen, als bäuerliche Kleinbetriebe.
Der Landwirt Meurer ist von der Fridays-for-future-Bewegung inspiriert und möchte seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Er hat erfahren, dass Biomasse derzeit ein wichtiger regenerativer Energieträger ist. Biomasse hat den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Sonnen- und Windkraft kontinuierlich und in gut berechenbaren Größen vorhanden ist. Darüber hinaus ist die Energie-gewinnung weitgehend -neutral.
Aus diesem Grund beschließt Landwirt Meurer beschließt deshalb, eine Biogasanlage für seinen Hof anzuschaffen, um die Abfälle aus der Schweinemast energetisch zu verwerten und erneuerbaren Strom und Wärme zu erzeugen.
Die Gülle wird so vorbehandelt, dass Bakterien die Stickstoffverbindungen, die darin enthalten sind, herauslösen und sie in (gasförmiges) Ammoniak verwandeln. Daraus lässt sich wieder fester Stickstoffdünger herstellen.
Weiterhin plant Landwirt Meurer, seinen konventionellen Hof auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Vermeidung hoher Nitratwerte im Grundwasser.
Material 2
Angaben zur Biogasanlage
Die Anschaffungskosten betragen für eine 80kW-Anlage 7.500,00 Euro je kW. Landwirt Meurer rechnet damit, dass pro Jahr 8000t Gülle anfallen. An Verarbeitungskosten fallen 0,98 Euro pro Tonne Gülle an. Die sonstigen Fixkosten betragen 50.500,00 Euro pro Jahr. Die kalkulatorischen Abschreibungen betragen 40.000 € pro Jahr, die kalkulatorischen Zinsen 12.000 € pro Jahr. Der Landwirt rechnet mit 70 kWh elektrischer Energie pro Tonne Gülle und erhält vom Energieversorger für jede in das öffentliche Stromsystem eingespeiste Kilowattstunde Strom 0,23 Euro.
1.4
Nennen Sie vier mögliche Beweggründe für eine Biogasanlage und bewerten Sie die Investition in eine Biogasanlage anhand dieser Beweggründe. [16 BE]
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.5 · Klimaschutz, Energiewende und nachhaltige Mobilität
Material 1
Angaben zum Betrieb
Der Landwirt Meurer hat sich auf die Mast von Schweinen spezialisiert und hält durch betriebswirtschaftliche Optimierung in seinen Ställen durchschnittlich 3000 Schweine. Er hält die Vorschriften der EU für konventionelle Verfahren ein und erhält jährliche Direktzahlungen von der EU. Die Direktzahlungen werden unabhängig von der Produktionsmenge oder der Produktionsweise an die Betriebe gezahlt, sie beziehen sich vor allem auf die Größe des landwirtschaftlichen Betriebes. Dadurch erhalten landwirtschaftliche Großbetriebe deutlich mehr Direktzahlungen, als bäuerliche Kleinbetriebe.
Der Landwirt Meurer ist von der Fridays-for-future-Bewegung inspiriert und möchte seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Er hat erfahren, dass Biomasse derzeit ein wichtiger regenerativer Energieträger ist. Biomasse hat den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Sonnen- und Windkraft kontinuierlich und in gut berechenbaren Größen vorhanden ist. Darüber hinaus ist die Energie-gewinnung weitgehend -neutral.
Aus diesem Grund beschließt Landwirt Meurer beschließt deshalb, eine Biogasanlage für seinen Hof anzuschaffen, um die Abfälle aus der Schweinemast energetisch zu verwerten und erneuerbaren Strom und Wärme zu erzeugen.
Die Gülle wird so vorbehandelt, dass Bakterien die Stickstoffverbindungen, die darin enthalten sind, herauslösen und sie in (gasförmiges) Ammoniak verwandeln. Daraus lässt sich wieder fester Stickstoffdünger herstellen.
Weiterhin plant Landwirt Meurer, seinen konventionellen Hof auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Vermeidung hoher Nitratwerte im Grundwasser.
Material 2
Angaben zur Biogasanlage
Die Anschaffungskosten betragen für eine 80kW-Anlage 7.500,00 Euro je kW. Landwirt Meurer rechnet damit, dass pro Jahr 8000t Gülle anfallen. An Verarbeitungskosten fallen 0,98 Euro pro Tonne Gülle an. Die sonstigen Fixkosten betragen 50.500,00 Euro pro Jahr. Die kalkulatorischen Abschreibungen betragen 40.000 € pro Jahr, die kalkulatorischen Zinsen 12.000 € pro Jahr. Der Landwirt rechnet mit 70 kWh elektrischer Energie pro Tonne Gülle und erhält vom Energieversorger für jede in das öffentliche Stromsystem eingespeiste Kilowattstunde Strom 0,23 Euro.
Immer wieder stellen Menschen die Forderung, die Produktion von Fleisch zu verbieten. Diskutieren Sie aus drei verschiedenen Perspektiven die Sinnhaftigkeit dieser Forderung. (9 BE)
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.1 · Klimaschutz, Energiewende und nachhaltige Mobilität
Experten gehen davon aus, dass sich der Preis je kWh in Deutschland an der Strombörse bei 0,12 Euro einpendelt. Die durchschnittlichen Kosten für die Herstellung von einem kWh Strom durch Biogasanlagen liegt bei 0,20 Euro. Die durchschnittliche Menge an Biogas-Strom in Deutschland beträgt 29,5 Mrd. kWh. Bei dieser Ausgangslage ist anzunehmen, dass die Erzeugung von Biogas-Strom rückläufig sein wird.
Erläutern Sie die wirtschaftliche Ursache, die zum Rückgang der Biogas-Stromproduktion führt. (4 BE)
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.2-2.3 · Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente
Betriebswirtschaftliche, nachhaltige Entscheidungen der Möbel Meyer GmbH
Aufgabe 2
Die Meyer GmbH plant, die Abfälle, die im Fertigungsprozess entstehen, einem sinnvollen Recycling zuzuführen. Bei einem Ideenwettbewerb unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Meyer GmbH wird das Thema Cradle-to-Cradle vorgeschlagen.
2.2 Die Bundesregierung plant eine Subventionierung von Biogas-Anlagen.
2.2.1
Gehen Sie davon aus, dass die EU in Erwägung zieht, der Bundesregierung Strafzahlungen in Höhe von 860.000,00 Euro pro Tag aufzuerlegen, wenn die Nitratwerte im Grundwasser nicht gesenkt werden.
Berechnen Sie den Subventionsbedarf, um den Rückgang von Biogasanlagen zu vermeiden, und vergleichen Sie diesen mit den drohenden Strafzahlungen an die EU.
[6 BE]
2.2.2
Begründen Sie die Subventionierung der Biogasanlage aus volkswirtschaftlicher Sicht.
[6 BE]
2.2.3
Zeichnen Sie eine Grafik zu den Auswirkungen von Subventionen auf das Marktmodell und erläutern Sie diese Auswirkungen.
[12 BE]
2.2.4
Die Politiker und Politikerinnen präferieren ein marktkonformes Prinzip, bei dem nicht die Allgemeinheit belastet wird. Beschreiben Sie dieses alternative Prinzip und entwickeln Sie einen konkreten Vorschlag zur Umsetzung.
[15 BE]
2.3
Eine weitere mögliche Maßnahme der Bundesregierung wäre die Veränderung der Düngeverordnung. Skizzieren Sie drei umweltpolitische Instrumente der Bundesregierung und ordnen Sie dort die Veränderung der Düngeverordnung ein.
[7 BE]
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