Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.2-2.3 · Abitur Hessen Umweltökonomie GK 2022

Thema: Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente · Aus der Prüfung GK (2022)

Aufgabenstellung

Betriebswirtschaftliche, nachhaltige Entscheidungen der Möbel Meyer GmbH

Aufgabe 2

Die Meyer GmbH plant, die Abfälle, die im Fertigungsprozess entstehen, einem sinnvollen Recycling zuzuführen. Bei einem Ideenwettbewerb unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Meyer GmbH wird das Thema Cradle-to-Cradle vorgeschlagen.

2.2 Die Bundesregierung plant eine Subventionierung von Biogas-Anlagen.

2.2.1

Gehen Sie davon aus, dass die EU in Erwägung zieht, der Bundesregierung Strafzahlungen in Höhe von 860.000,00 Euro pro Tag aufzuerlegen, wenn die Nitratwerte im Grundwasser nicht gesenkt werden.

Berechnen Sie den Subventionsbedarf, um den Rückgang von Biogasanlagen zu vermeiden, und vergleichen Sie diesen mit den drohenden Strafzahlungen an die EU.

[6 BE]

2.2.2

Begründen Sie die Subventionierung der Biogasanlage aus volkswirtschaftlicher Sicht.

[6 BE]

2.2.3

Zeichnen Sie eine Grafik zu den Auswirkungen von Subventionen auf das Marktmodell und erläutern Sie diese Auswirkungen.

[12 BE]

2.2.4

Die Politiker und Politikerinnen präferieren ein marktkonformes Prinzip, bei dem nicht die Allgemeinheit belastet wird. Beschreiben Sie dieses alternative Prinzip und entwickeln Sie einen konkreten Vorschlag zur Umsetzung.

[15 BE]

2.3

Eine weitere mögliche Maßnahme der Bundesregierung wäre die Veränderung der Düngeverordnung. Skizzieren Sie drei umweltpolitische Instrumente der Bundesregierung und ordnen Sie dort die Veränderung der Düngeverordnung ein.

[7 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2.2-2.3 · Abitur Hessen Umweltökonomie GK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

2.2.1 Berechnen Sie den Subventionsbedarf je kWh um den Rückgang von Biogasanlagen zu vermeiden

Lösung: 0,08 €/kWh / 8 Cent/kWh

2.2.1 Berechnen Sie den gesamten Subventionsbedarf

Lösung: 2.360 Mio. € / 2,36 Mrd. € / 2360000000 €

2.2.1 Vergleichen Sie diesen mit den drohenden Strafzahlungen an die EU

Lösung: Strafzahlungen insgesamt: 860.000 €/Tag⋅365 Tage=313,9 Mio. €860.000\,\text{€/Tag} \cdot 365\,\text{Tage} = 313{,}9\,\text{Mio. €} (bei 360 Tagen: 309,66 Mio. €309{,}66\,\text{Mio. €}) Die Strafzahlungen fallen rund 2 Mrd. € geringer aus als die geplanten Subventionen.

2.2.2 Begründen Sie die Subventionierung der Biogasanlage aus volkswirtschaftlicher Sicht

Lösung: Auf den ersten Blick erscheint es wenig sinnvoll zu sein, Biogasanlagen zu subventionieren, fallen die Ausgaben doch deutlich höher aus als die Strafzahlungen an die EU. Volkswirtschaftlich sind jedoch alle Kosten zu betrachten. Hierzu zählen vor allem die Kosten zur Vermeidung oder Beseitigung der negativen externen Effekte. Die externen Kosten entstehen hier bei der Aufbereitung und Filtrierung des Grundwassers, wenn es als Trinkwasser genutzt wird. Hinzu kommen die gesundheitlichen Folgekosten durch verunreinigtes Trinkwasser. Die externen Kosten werden derzeit nicht in den Fleischpreisen internalisiert. Ein Teilausgleich kann über die Subventionierung der Biogasanlagen erfolgen (Vermeidung negativer externer Effekte).

2.2.3 Zeichnen Sie eine Grafik zu den Auswirkungen von Subventionen auf das Marktmodell

Lösung: Grafik zum Marktmodell: Preis-Mengen-Diagramm mit fallender Nachfragekurve und steigender Angebotskurve. Die Subvention verschiebt die Angebotskurve nach rechts ('Angebot mit Subvention'). Die Gleichgewichtsmenge steigt (von X-GG auf Sub-Menge). Es entstehen zwei Preise: ein gesunkener Preis für Nachfrager und ein höherer effektiver Preis für Anbieter.

2.2.3 Erläutern Sie die Auswirkungen von Subventionen auf das Marktmodell

Lösung: Die Subventionen führen dazu, dass Anbieter, deren Stückkosten (kurzfristig: variable Stückkosten) höher sind als der Gleichgewichtspreis, werden am Markt keine Produkte anbieten. Durch die Subvention entstehen dem Unternehmen Einnahmen, die sich für das Unternehmen wie eine Kostensenkung auswirken. Unternehmen, deren Stückkosten abzüglich der Subvention geringer sind als der aktuelle Marktpreis, werden nun auf den Markt eintreten. Die Angebotskurve verschiebt sich deswegen nach rechts. Das neue Gleichgewicht hat zwei Preise: Die Konsumenten zahlen den wegen der Rechtsverschiebung neu entstandenen, gesunkenen Marktpreis. Die Unternehmen erhalten jedoch zusätzlich die Subvention, die nun als Preisaufschlag interpretiert werden kann. Die Subvention stellt sich bei den Konsumenten also als Preissenkung, bei den Produzenten als Preiserhöhung dar. Gleichzeitig wird der Konsum einer umweltfreundlichen Produktalternative erhöht. Es entsteht in jedem Fall eine Win-Win-Situation und dies unabhängig von der Finanzierung der Subvention, wenn höhere gesellschaftliche (externe) Folgekosten vermieden werden können.

2.2.4 Beschreiben Sie dieses alternative Prinzip und entwickeln Sie einen konkreten Vorschlag zur Umsetzung

Lösung: Verursacherprinzip: Das Verursacherprinzip ist die bevorzugte Leitlinie in der Umweltpolitik, weil sie besonders dem Gerechtigkeitsgedanken Rechnung trägt. Dabei sollen die Kosten der Umweltbelastung und Umweltverschmutzung von denen getragen werden, die diese Belastungen herbeigeführt bzw. verursacht haben. Die direkte Kostenbelastung der Verursacherinnen und Verursacher von Umweltschäden schafft dabei den Anreiz, die schädigenden Verhaltensweisen zu verringern oder einzustellen. Dadurch, dass die Verursacherinnen und Verursacher die erhöhten Kosten den Preisen aufschlägt, werden die Endverbraucherinnen und Endverbrauchern den Konsum zurückfahren und die Verursacherinnen und Verursacher werden ihr schädigendes Verhalten verringern. Vorschlag zur Umsetzung: Mögliche Ideen sind Zertifikate, Steuern oder andere Abgaben. Der Ansatz sollte besonders betonen, dass die Kostenerhöhung bei den Verursacherinnen und den Verursachern zu Preissteigerungen für die Endverbraucherin und den Endverbraucher führt. Die Nachfrage sinkt und führt im Gegensatz zu Subventionen zu einer Verringerung des Angebots bei den Landwirtschaftsbetrieben. Die Anwendung des Verursacherprinzips ist in der Praxis jedoch immer dann problematisch, wenn die Verursacher von Umweltschädigungen nicht eindeutig ermittelt werden können.

2.3 Skizzieren Sie drei umweltpolitische Instrumente der Bundesregierung und ordnen Sie dort die Veränderung der Düngeverordnung ein

Lösung: Skizzieren: Die umweltpolitischen Instrumente lassen sich in ordnungsrechtliche, marktwirtschaftliche und weiche Instrumente unterscheiden. - Ordnungsrechtliche Instrumente: Hierzu zählen Gesetze, Verordnungen und Erlasse, die mit Ge- und Verboten das Verhalten steuern. - Marktwirtschaftliche Instrumente: Hierzu zählen Steuer- und Zertifikatelösungen sowie Subventionen, bei denen das Verbraucherverhalten über die Preisgestaltung gesteuert wird. - Weiche Instrumente: Diese versuchen, das Verbraucherverhalten durch Wissen und Bildung zu steuern. Einordnen: Die Veränderung der Düngeverordnung zählt zu den ordnungspolitischen Maßnahmen, weil sie mit Ge- und Verboten das Verhalten ändert. Sie zählt zu den marktkonträren Maßnahmen.

Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium

Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.

‹ Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 5 · GK 2022 · Aufgabe Vorschlag B - 3 (3.1) - Umweltpolitische Instrume… · GK 2021 ›

Mehr Aufgaben zu Umweltpolitik: Prinzipien und Instrumente