Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.1-1.3 · Abitur Hessen Umweltökonomie GK 2022

Thema: Kosten- und Deckungsbeitragsrechnung · Aus der Prüfung GK (2022)

Aufgabenstellung

Material 1

Angaben zum Betrieb

Der Landwirt Meurer hat sich auf die Mast von Schweinen spezialisiert und hält durch betriebswirtschaftliche Optimierung in seinen Ställen durchschnittlich 3000 Schweine. Er hält die Vorschriften der EU für konventionelle Verfahren ein und erhält jährliche Direktzahlungen von der EU. Die Direktzahlungen werden unabhängig von der Produktionsmenge oder der Produktionsweise an die Betriebe gezahlt, sie beziehen sich vor allem auf die Größe des landwirtschaftlichen Betriebes. Dadurch erhalten landwirtschaftliche Großbetriebe deutlich mehr Direktzahlungen, als bäuerliche Kleinbetriebe.

Der Landwirt Meurer ist von der Fridays-for-future-Bewegung inspiriert und möchte seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Er hat erfahren, dass Biomasse derzeit ein wichtiger regenerativer Energieträger ist. Biomasse hat den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Sonnen- und Windkraft kontinuierlich und in gut berechenbaren Größen vorhanden ist. Darüber hinaus ist die Energie-gewinnung weitgehend CO2\text{CO}_2-neutral.

Aus diesem Grund beschließt Landwirt Meurer beschließt deshalb, eine Biogasanlage für seinen Hof anzuschaffen, um die Abfälle aus der Schweinemast energetisch zu verwerten und erneuerbaren Strom und Wärme zu erzeugen.

Die Gülle wird so vorbehandelt, dass Bakterien die Stickstoffverbindungen, die darin enthalten sind, herauslösen und sie in (gasförmiges) Ammoniak verwandeln. Daraus lässt sich wieder fester Stickstoffdünger herstellen.

Weiterhin plant Landwirt Meurer, seinen konventionellen Hof auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Vermeidung hoher Nitratwerte im Grundwasser.

Material 2

Angaben zur Biogasanlage

Die Anschaffungskosten betragen für eine 80kW-Anlage 7.500,00 Euro je kW. Landwirt Meurer rechnet damit, dass pro Jahr 8000t Gülle anfallen. An Verarbeitungskosten fallen 0,98 Euro pro Tonne Gülle an. Die sonstigen Fixkosten betragen 50.500,00 Euro pro Jahr. Die kalkulatorischen Abschreibungen betragen 40.000 € pro Jahr, die kalkulatorischen Zinsen 12.000 € pro Jahr. Der Landwirt rechnet mit 70 kWh elektrischer Energie pro Tonne Gülle und erhält vom Energieversorger für jede in das öffentliche Stromsystem eingespeiste Kilowattstunde Strom 0,23 Euro.

1.1

Der Landwirt Meurer führt einen mittelgroßen Betrieb (Material 1). Er hat ein Angebot für die Anschaffung einer Biogas-Anlage eingeholt (Material 2). Berechnen Sie die gesamten Fixkosten und den Deckungsbeitrag für die Anlage. [10 BE]

1.2

Berechnen Sie die Gewinnschwelle (Break-Even-Point) der Biogasanlage. [7 BE]

1.3

Berechnen Sie die Menge an Strom, die Meurer jährlich erzeugen kann. Ermitteln Sie für diese Menge den Preis je kWh, der mindestens vom Energieversorger bezahlt werden muss, damit der Landwirt keinen Verlust erwirtschaftet. [8 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1.1-1.3 · Abitur Hessen Umweltökonomie GK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1.1 Berechnen Sie die gesamten Fixkosten für die Anlage.

Lösung: 102500 €

1.1 Berechnen Sie den Deckungsbeitrag für die Anlage.

Lösung: 120960 €

1.2 Berechnen Sie die Gewinnschwelle (Break-Even-Point) der Biogasanlage.

Lösung: 6779.1 t

1.3 Berechnen Sie die Menge an Strom, die Meurer jährlich erzeugen kann.

Lösung: 560000 kWh

1.3 Ermitteln Sie für diese Menge den Preis je kWh, der mindestens vom Energieversorger bezahlt werden muss, damit der Landwirt keinen Verlust erwirtschaftet.

Lösung: 0.197 €/kWh

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Aufgabe Vorschlag B - 2 (2.2-2.5) - Kostenrechnung · GK 2021 ›

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