Aufgabe Vorschlag C - 3.4 - Bilanzanalyse · Abitur Hessen Rechnungswesen GK 2021

Thema: Strukturbilanz und Bilanzanalyse · Aus der Prüfung GK (2021)

Aufgabenstellung

Im Material 7 stehen Ihnen Bilanzkennzahlen der Circle Bicycles AG zum Berichts- und Vorjahr zur Verfügung.

Material 7: Bilanzkennzahlen der Circle Bicycles AG

Kennzahl

Berichtsjahr

Vorjahr

Grad der finanziellen Unabhängigkeit (Eigenkapitalquote)

21,60%

22,50%

Anlagenintensität

53,04%

52,00%

Deckungsgrad I

40,72%

43,27%

Deckungsgrad II

104,83%

102,56%

Liquiditätsgrad I

26,49%

24,29%

Liquiditätsgrad II

50,71%

50,11%

Material 6

Bewegungsbilanz der Circle Bicycles AG

Mittelverwendung · Bewegungsbilanz · Mittelherkunft

Sachanlagen · 10.000.000 € · Abgänge Sachanlagen · 300.000 €

Finanzanlagen · 400.000 € · Abgänge Finanzanlagen · 100.000 €

Forderungen · 2.000.000 € · Abschreibung Sachanlagen · 6.000.000 €

flüssige Mittel · 1.100.000 € · Abschreibung Finanzanlagen · 100.000 €

kurzfristige Verbindlichkeiten · 2.100.000 € · Pensionsrückstellungen · 500.000 €

· · langfristige Verbindlichkeiten · 5.000.000 €

· · ausgeschütteter Bilanzgewinn · 500.000 €

· · sonstige kurzfristige Rückstellungen · 1.100.000 €

· · Vorräte · 2.000.000 €

· 15.600.000 € · · 15.600.000 €

3.4 Beurteilen Sie jede Kennzahl mit Hilfe der Daten der Bewegungsbilanz aus Material 6 statisch und dynamisch.

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C - 3.4 - Bilanzanalyse · Abitur Hessen Rechnungswesen GK 2021

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Grad der finanziellen Unabhängigkeit (Eigenkapitalquote)

Lösung: Der Grad der finanziellen Unabhängigkeit ist im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um knapp einen Prozentpunkt gesunken und erreicht in beiden Jahren weder die 1:1-Regel noch die 2:1-Regel. Ursächlich für die Verringerung der Eigenkapitalquote ist, dass das Eigenkapital sich nicht verändert hat, während das Fremdkapital gestiegen ist. Die Circle Bicycles AG sollte versuchen, die Eigenkapitalquote zu erhöhen, da ein hoher Eigenkapitalanteil ein hohes Haftungskapital und somit eine gute Kreditwürdigkeit beinhaltet. Zudem besteht eine hohe Unabhängigkeit gegenüber Gläubigern und die Zinslast ist geringer als dies bei einem hohen Fremdkapitalanteil der Fall ist.

Anlagenintensität

Lösung: Die Anlagenintensität liegt im Berichtsjahr bei 53,04% und hat sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht erhöht, da das Anlagevermögen im Verhältnis nur etwas stärker gestiegen ist als das Umlaufvermögen. Der berechnete Wert lässt sich nur schwer einordnen, da die Anlagenintensität sehr branchenabhängig ist und Vergleichswerte fehlen. Generell lässt sich sagen, dass Anlagevermögen langfristiges Kapital bindet und hohe Fixkosten (z.B. kalkulatorische Abschreibungen oder kalkulatorische Zinsen) verursacht. Aus diesem Grund muss ein Unternehmen um eine Vollauslastung seiner Produktionskapazitäten bemüht sein, damit die Stückkosten niedrig gehalten werden können. Ein hoher Fixkostenanteil macht zudem eine Anpassung der Beschäftigung in Krisenzeiten schwierig.

Deckungsgrad I und Deckungsgrad II

Lösung: Der Deckungsgrad I unterschreitet im Berichtsjahr den Richtwert von 100% mit 40,72% deutlich und hat sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 2,5 Prozentpunkte verringert. Ursächlich für die Senkung ist, dass das Eigenkapital unverändert geblieben ist, während das Anlagevermögen gestiegen ist. Das Anlagevermögen sollte idealerweise vollständig mit Eigenkapital finanziert werden, da dieses von den Gläubigern nicht zurückgefordert werden kann. So kann sichergestellt werden, dass im Falle einer Krise keine Anlagegüter veräußert werden müssen, um Tilgungsverpflichtungen termingerecht nachzukommen. Reicht das Eigenkapital zur Deckung des Anlagevermögens nicht aus, soll zusätzlich langfristiges Fremdkapital hinzugezogen werden. Gegenüber kurzfristigen Verbindlichkeiten hat langfristiges Fremdkapital den Vorteil, dass die Zinslast i.d.R. geringer ist. Zudem bietet eine langfristige Fremdfinanzierung dem Unternehmen eine größere Planungssicherheit. Der Richtwert von 100% bei Deckungsgrad II wird im Berichts- und Vorjahr knapp überschritten. Die Steigerung um etwas mehr als zwei Prozentpunkte beruht zum Großteil auf dem gestiegenen langfristigen Fremdkapital.

Liquiditätsgrad I und Liquiditätsgrad II

Lösung: Im Berichts- und Vorjahr überschreitet der Liquiditätsgrad I den Richtwert von 20%. Die Erhöhung des Wertes um etwas mehr als zwei Prozentpunkte beruht auf der Zunahme der flüssigen Mittel bei gleichzeitigem Abbau des kurzfristigen Fremdkapitals. Der aussagekräftigere Richtwert des Liquiditätsgrads II von ca. 100% wird jedoch mit 50,71% im Berichts-, noch mit 50,11% im Vorjahr deutlich verfehlt. Die Circle Bicycles AG ist folglich leicht unterliquide. Ein Unternehmen muss in der Lage sein, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit Liquidität und Forderungen zu decken. Das Vorhandensein nicht ausreichender flüssiger Mittel hat zur Folge, dass Lieferantenverbindlichkeiten nicht rechtzeitig bezahlt werden können. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass eine Skontoausnutzung oder eine rechtzeitige Zahlung durch die Aufnahme eines relativ teuren Kontokorrentkredites finanziert werden muss. Eine dauerhafte Unterliquidität kann zur Illiquidität (Zahlungsunfähigkeit) führen. Die leichte Erhöhung des Liquiditätsgrades II beruht auf eine Zunahme der flüssigen Mittel und Forderungen bei gleichzeitigem Abbau des kurzfristigen Fremdkapitals.

Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium

Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.

‹ Aufgabe Vorschlag B - 2 - Bilanzanalyse · GK 2021

Mehr Aufgaben zu Strukturbilanz und Bilanzanalyse