Abitur Hessen Psychologie 2021 · GK

Abiturprüfung Psychologie in Hessen 2021, GK: 11 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Entwicklung: Begriff, Anlage und Umwelt, Erklärungsmodelle. Kostenlos.

Themen der Prüfung: Entwicklung: Begriff, Anlage und Umwelt, Erklärungsmodelle · Kognitive Entwicklung nach Piaget · Psychosoziale und moralische Entwicklung (Erikson, Kohlberg) · Persönlichkeitspsychologie: Begriff, Paradigmen und Rogers · Soziale Gruppe, Konformität, Autorität und Gehorsam · Selbst, soziale Wahrnehmung und Einstellungen

Aufgabe Vorschlag A - 1 · Selbst, soziale Wahrnehmung und Einstellungen

Material 1

Fallbeispiel „Lea“

Lea hat ein Foto ihres neuen „Styles“ in ihrem eigenen Blog „Lealive“ hochgeladen. Hierbei hat sie

sich an ihrem Vorbild Cara Delevingne, die als Schauspielerin und Model arbeitet, orientiert und ihren

Stil imitiert. Dabei hat sie sich sehr viel Mühe gegeben. Sie hat schon einige Besucher auf ihrer

Internetseite, die regelmäßig neue Einträge ansehen und auch kommentieren. Für das neue Foto hat sie

5 bereits viele „likes“ bekommen. Auf die Frage, warum sie diesen Blog betreibe, antwortet die

Schülerin: „Ich mache das vor allem für mich selbst, es ist so eine Art Tagebuch. Ich möchte meine

Erinnerungen und gute Ideen, einfach wer ich bin, festhalten. Meine beste Freundin und ich machen

das beide, wir sind so etwas wie „Blog-Schwestern“.

Klar seien die Kommentare hierzu auch interessant zu lesen, aber deshalb betreibe sie den Blog nicht:

10 „Ich bin sehr selbstbewusst, mache mein eigenes Ding und brauche die „likes“ von den anderen

eigentlich gar nicht. Ich könnte es auch anders machen, aber so ist es für später, wenn ich alt bin, gut

gespeichert.“ Außerdem sei es nett, dass auch ihre in einem anderen Bundesland lebende Oma so ein

bisschen mehr vom Leben ihrer Enkelin mitbekomme. Abhängig von den Kommentaren der anderen

sei sie auf gar keinen Fall: „Ich bin nicht so süchtig wie diese Instagram-Sternchen, dieser Weg ist

15 einfach praktisch für mich.“ Einmal allerdings, als sie ein Bild, auf dem sie ungeschminkt war,

veröffentlicht hatte, kamen auch Kommentare wie „Uhh, wie sieht die denn in echt aus?!“, „Hilfe, so

etwas will ja keiner mitansehen!!“ und „Mädchen, pack dein Make-up wieder aus!!!“. Danach postete

sie erst einmal eine Woche lang nichts mehr. Darauf angesprochen errötet Lea und stottert: „Ähh, also

naja, diese Kommentare, mhm, die waren nicht so nett. Aber, dass ich eine Woche nichts gepostet

20 habe, hatte damit gar nichts zu tun. Ich habe eine Woche lang,Digital Detox’ gemacht, also auf Handy

und Internet verzichtet, so als Selbsterfahrung.“ Auf die Frage hin, warum Lea jetzt keine Bilder, die

sie ohne Make-up zeigen, mehr poste, antwortet sie: „Ach, so ein Zufall!“ und schaut weg.

1 Selbstwertansatz

1.1

Skizzieren Sie die grundlegende Auffassung des Selbstwertansatzes. (9 BE)

1.2

Erklären Sie Leas Bemühen (Material 1), ihr positives Selbstbild zu bewahren, anhand des Selbstwertansatzes. (12 BE)

Aufgabe Vorschlag A - 2 (Erikson) · Psychosoziale und moralische Entwicklung (Erikson, Kohlberg)

Material 1

Fallbeispiel „Lea“

Lea hat ein Foto ihres neuen „Styles“ in ihrem eigenen Blog „Lealive“ hochgeladen. Hierbei hat sie

sich an ihrem Vorbild Cara Delevingne, die als Schauspielerin und Model arbeitet, orientiert und ihren

Stil imitiert. Dabei hat sie sich sehr viel Mühe gegeben. Sie hat schon einige Besucher auf ihrer

Internetseite, die regelmäßig neue Einträge ansehen und auch kommentieren. Für das neue Foto hat sie

5 bereits viele „likes“ bekommen. Auf die Frage, warum sie diesen Blog betreibe, antwortet die

Schülerin: „Ich mache das vor allem für mich selbst, es ist so eine Art Tagebuch. Ich möchte meine

Erinnerungen und gute Ideen, einfach wer ich bin, festhalten. Meine beste Freundin und ich machen

das beide, wir sind so etwas wie „Blog-Schwestern“.

Klar seien die Kommentare hierzu auch interessant zu lesen, aber deshalb betreibe sie den Blog nicht:

10 „Ich bin sehr selbstbewusst, mache mein eigenes Ding und brauche die „likes“ von den anderen

eigentlich gar nicht. Ich könnte es auch anders machen, aber so ist es für später, wenn ich alt bin, gut

gespeichert.“ Außerdem sei es nett, dass auch ihre in einem anderen Bundesland lebende Oma so ein

bisschen mehr vom Leben ihrer Enkelin mitbekomme. Abhängig von den Kommentaren der anderen

sei sie auf gar keinen Fall: „Ich bin nicht so süchtig wie diese Instagram-Sternchen, dieser Weg ist

15 einfach praktisch für mich.“ Einmal allerdings, als sie ein Bild, auf dem sie ungeschminkt war,

veröffentlicht hatte, kamen auch Kommentare wie „Uhh, wie sieht die denn in echt aus?!“, „Hilfe, so

etwas will ja keiner mitansehen!!“ und „Mädchen, pack dein Make-up wieder aus!!!“. Danach postete

sie erst einmal eine Woche lang nichts mehr. Darauf angesprochen errötet Lea und stottert: „Ähh, also

naja, diese Kommentare, mhm, die waren nicht so nett. Aber, dass ich eine Woche nichts gepostet

20 habe, hatte damit gar nichts zu tun. Ich habe eine Woche lang,Digital Detox’ gemacht, also auf Handy

und Internet verzichtet, so als Selbsterfahrung.“ Auf die Frage hin, warum Lea jetzt keine Bilder, die

sie ohne Make-up zeigen, mehr poste, antwortet sie: „Ach, so ein Zufall!“ und schaut weg.

2 Identitätsentwicklung im Social Web im Hinblick auf das Psychosoziale Entwicklungsmodell nach ERIKSON

2.1

Beschreiben Sie das psychosoziale Entwicklungsmodell nach ERIKSON.

Hinweis: Die Bewältigung der Entwicklungsstufen ist zu berücksichtigen. (20 BE)

2.2

Untersuchen Sie, inwieweit in Material 1 die Entwicklungsstufe in der Adoleszenz nach ERIKSON bewältigt wurde. (15 BE)

2.3

Erörtern Sie Chancen und Risiken der Nutzung des Social Web für die Krisenbewältigung der Entwicklungsstufen 4, 5 und 6 nach dem psychosozialen Entwicklungsmodell ERIKSONS. (20 BE)

Aufgabe Vorschlag A - 2 (Hypothesentheorie) · Selbst, soziale Wahrnehmung und Einstellungen

Material 1

Fallbeispiel „Lea“

Lea hat ein Foto ihres neuen „Styles“ in ihrem eigenen Blog „Lealive“ hochgeladen. Hierbei hat sie

sich an ihrem Vorbild Cara Delevingne, die als Schauspielerin und Model arbeitet, orientiert und ihren

Stil imitiert. Dabei hat sie sich sehr viel Mühe gegeben. Sie hat schon einige Besucher auf ihrer

Internetseite, die regelmäßig neue Einträge ansehen und auch kommentieren. Für das neue Foto hat sie

5 bereits viele „likes“ bekommen. Auf die Frage, warum sie diesen Blog betreibe, antwortet die

Schülerin: „Ich mache das vor allem für mich selbst, es ist so eine Art Tagebuch. Ich möchte meine

Erinnerungen und gute Ideen, einfach wer ich bin, festhalten. Meine beste Freundin und ich machen

das beide, wir sind so etwas wie „Blog-Schwestern“.

Klar seien die Kommentare hierzu auch interessant zu lesen, aber deshalb betreibe sie den Blog nicht:

10 „Ich bin sehr selbstbewusst, mache mein eigenes Ding und brauche die „likes“ von den anderen

eigentlich gar nicht. Ich könnte es auch anders machen, aber so ist es für später, wenn ich alt bin, gut

gespeichert.“ Außerdem sei es nett, dass auch ihre in einem anderen Bundesland lebende Oma so ein

bisschen mehr vom Leben ihrer Enkelin mitbekomme. Abhängig von den Kommentaren der anderen

sei sie auf gar keinen Fall: „Ich bin nicht so süchtig wie diese Instagram-Sternchen, dieser Weg ist

15 einfach praktisch für mich.“ Einmal allerdings, als sie ein Bild, auf dem sie ungeschminkt war,

veröffentlicht hatte, kamen auch Kommentare wie „Uhh, wie sieht die denn in echt aus?!“, „Hilfe, so

etwas will ja keiner mitansehen!!“ und „Mädchen, pack dein Make-up wieder aus!!!“. Danach postete

sie erst einmal eine Woche lang nichts mehr. Darauf angesprochen errötet Lea und stottert: „Ähh, also

naja, diese Kommentare, mhm, die waren nicht so nett. Aber, dass ich eine Woche nichts gepostet

20 habe, hatte damit gar nichts zu tun. Ich habe eine Woche lang,Digital Detox’ gemacht, also auf Handy

und Internet verzichtet, so als Selbsterfahrung.“ Auf die Frage hin, warum Lea jetzt keine Bilder, die

sie ohne Make-up zeigen, mehr poste, antwortet sie: „Ach, so ein Zufall!“ und schaut weg.

Material 2

Hypothesentheorie der sozialen Wahrnehmung

Die Hypothesentheorie der sozialen Wahrnehmung wurde von Jerome Bruner formuliert und verdeutlicht den Einfluss der Erwartungen auf die Wahrnehmung, d.h., Hypothesen sind in diesem Zusammenhang Wahrnehmungserwartungen, die sich auf Grund vergangener Erfahrungen gebildet haben. Die Hypothesentheorie ist eine kognitive Theorie der sozialen Wahrnehmung, weil sie Denken, Erinnern und Wahrnehmen in Bezug setzt, wobei die Hypothesen in kognitive Landkarten integriert sind und sich aus Erfahrungen und früheren Wahrnehmungen zusammensetzen (...). Im Unterschied zum klassischen Behaviorismus wird der Mensch als Subjekt gesehen, das nicht unter der Kontrolle seiner Umwelt steht, sondern sich selbst seine Ziele setzen und diese erreichen kann.

Nach Bruner beginnt jeder Wahrnehmungsvorgang mit einer Hypothese, die Vorhersagen darüber beinhaltet, welche Ereignisse in der gegebenen Situation eintreffen werden, und erst in einem zweiten Schritt der Wahrnehmung kommen Informationen durch die Umwelt hinzu. Die Erwartungen aus der Anfangshypothese werden dann mit den Informationen aus der Umwelt verglichen. Wenn die Hypothese widerlegt wird, beginnt der Prozess aufs Neue, ansonsten ist der Vorgang abgeschlossen. Weil die Hypothesen darüber entscheiden, worauf sich die Aufmerksamkeit beziehen soll, wird nicht nur das, was gesehen wird, sondern auch die Interpretation des Wahrgenommenen durch die Hypothesen beeinflusst, wodurch Hypothesen in maßgeblicher Weise Selektions- sowie Inferenzprozesse 1 bestimmen und handlungsleitend sind.

Werner Stangl: Hypothesentheorie der sozialen Wahrnehmung, in: Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

1 Inferenzprozesse: Der Beobachter kann nur das wahrnehmen, was der Beobachtete tut / sagt.

2.4

Wenden Sie die Hypothesentheorie der sozialen Wahrnehmung in Material 2 auf die digitale Selbstinszenierung von Jugendlichen an. (12 BE)

Aufgabe Vorschlag A - 3 · Selbst, soziale Wahrnehmung und Einstellungen

Material 1

Fallbeispiel „Lea“

Lea hat ein Foto ihres neuen „Styles“ in ihrem eigenen Blog „Lealive“ hochgeladen. Hierbei hat sie

sich an ihrem Vorbild Cara Delevingne, die als Schauspielerin und Model arbeitet, orientiert und ihren

Stil imitiert. Dabei hat sie sich sehr viel Mühe gegeben. Sie hat schon einige Besucher auf ihrer

Internetseite, die regelmäßig neue Einträge ansehen und auch kommentieren. Für das neue Foto hat sie

5 bereits viele „likes“ bekommen. Auf die Frage, warum sie diesen Blog betreibe, antwortet die

Schülerin: „Ich mache das vor allem für mich selbst, es ist so eine Art Tagebuch. Ich möchte meine

Erinnerungen und gute Ideen, einfach wer ich bin, festhalten. Meine beste Freundin und ich machen

das beide, wir sind so etwas wie „Blog-Schwestern“.

Klar seien die Kommentare hierzu auch interessant zu lesen, aber deshalb betreibe sie den Blog nicht:

10 „Ich bin sehr selbstbewusst, mache mein eigenes Ding und brauche die „likes“ von den anderen

eigentlich gar nicht. Ich könnte es auch anders machen, aber so ist es für später, wenn ich alt bin, gut

gespeichert.“ Außerdem sei es nett, dass auch ihre in einem anderen Bundesland lebende Oma so ein

bisschen mehr vom Leben ihrer Enkelin mitbekomme. Abhängig von den Kommentaren der anderen

sei sie auf gar keinen Fall: „Ich bin nicht so süchtig wie diese Instagram-Sternchen, dieser Weg ist

15 einfach praktisch für mich.“ Einmal allerdings, als sie ein Bild, auf dem sie ungeschminkt war,

veröffentlicht hatte, kamen auch Kommentare wie „Uhh, wie sieht die denn in echt aus?!“, „Hilfe, so

etwas will ja keiner mitansehen!!“ und „Mädchen, pack dein Make-up wieder aus!!!“. Danach postete

sie erst einmal eine Woche lang nichts mehr. Darauf angesprochen errötet Lea und stottert: „Ähh, also

naja, diese Kommentare, mhm, die waren nicht so nett. Aber, dass ich eine Woche nichts gepostet

20 habe, hatte damit gar nichts zu tun. Ich habe eine Woche lang,Digital Detox’ gemacht, also auf Handy

und Internet verzichtet, so als Selbsterfahrung.“ Auf die Frage hin, warum Lea jetzt keine Bilder, die

sie ohne Make-up zeigen, mehr poste, antwortet sie: „Ach, so ein Zufall!“ und schaut weg.

3 Handlungsempfehlungen

Entwickeln Sie auf Grundlage Ihres Fachwissens, bezogen auf Selbstwertansatz, Identitätsentwicklung nach ERIKSON und soziale Wahrnehmung, je eine begründete Empfehlung für Jugendliche wie Lea zum identitätsfördernden Umgang mit dem Social Web. (12 BE)

Aufgabe Vorschlag B - 1 · Persönlichkeitspsychologie: Begriff, Paradigmen und Rogers

1 Persönlichkeit

1.1

Fassen Sie den Text „Die Heilkraft des Wir“ (Material) zusammen.

1.2

Wenden Sie das dynamisch-interaktionistische und das biopsychologische Paradigma der Persönlichkeit auf das Material an.

1.3

Erklären Sie die Begriffe Werte, Einstellungen und Selbstkonzept und stellen Sie ihre Zusammenhänge dar.

1.4

Beurteilen Sie auf Grundlage des Materials den Einfluss der sozialen Identität auf die Persönlichkeitsentwicklung des Individuums.

Aufgabe Vorschlag B - 2 · Soziale Gruppe, Konformität, Autorität und Gehorsam

2 Soziale Gruppe

2.1

Skizzieren Sie die fünf Phasen, die eine soziale Gruppe in ihrer Entwicklung durchlaufen kann.

(10 BE)

2.2

Stellen Sie den Begriff der sozialen Rolle dar und untersuchen Sie anschließend das Ent- bzw. weitere Bestehen von Rollen in den in 2.1 angeführten Phasen.

(14 BE)

2.3

Stellen Sie den Begriff des Rollenkonflikts dar und überprüfen Sie die Risiken und Chancen eines Rollenkonflikts für die Entwicklung einer sozialen Gruppe anhand der Merkmale Leistung, Struktur und Kohäsion.

(20 BE)

Aufgabe Vorschlag C - 1 · Kognitive Entwicklung nach Piaget

1 Kognitive Entwicklung

1.1

Beschreiben Sie den kognitiven Entwicklungsschritt eines Kindes vom konkret-operationalen zum formal-operationalen Stadium laut PIAGET. [8 BE]

Material 1

Die Entwicklung der Geschlechtsidentität nach KOHLBERG

[...] Die Geschlechtsidentität im engeren Sinne beinhaltet die Selbstwahrnehmung als männlich oder weiblich, also bei Kindern die Antwort auf die Frage: Bist du ein Mädchen oder ein Junge? Im weiteren Sinne umfasst sie auch, wie weit sich eine Person mit geschlechtsbezogenen Eigenschaften und Verhaltensweisen beschreibt, solche Eigenschaften anstrebt und wie positiv sie die Zugehörigkeit zu ihrem Geschlecht erlebt. KOHLBERG (1966) hatte angenommen, dass sich die Entwicklung der Geschlechtsidentität in 3 Schritten vollzieht [...].

1. Geschlechtsidentität: [...] Die meisten Kinder können mit 3 Jahren die Frage richtig beantworten, ob sie ein Junge oder ein Mädchen sind und welchem Geschlecht andere Personen angehören. [...] Die Zuordnung der Geschlechter erfolgt anfangs überwiegend anhand physischer Merkmale (wie lange Haare und der Bekleidung). Wenn sich diese äußeren Merkmale ändern, so verändert sich aus Sicht der Kinder auch das Geschlecht.

2. Erkennen der zeitlichen Stabilität: [...] Die Kinder verstehen nun, dass sie schon immer ein Junge oder Mädchen waren, dies auch in Zukunft sein werden, und dass kleine Mädchen später Mütter und keine Väter werden. [...] Wenn [jedoch] z. B. ein Junge Aktivitäten zeigt, die für ein Mädchen typisch sind (wie mit Puppen spielen), so meinen die Kinder, dass er auch zu einem Mädchen werden könne. Ebenso glauben auf dieser Stufe noch einige Kinder, dass der Wunsch nach einer Veränderung des Geschlechts erfüllbar sei.

3. Geschlechtskonstanz: Auf der 3. Entwicklungsstufe verstehen die Kinder, dass das Geschlecht über alle Situationen hinweg konstant ist, sich also nicht verändert, wenn man sich zum Beispiel als Junge oder Mädchen verkleidet. [...]

geändert nach: Martin Pinquart, Gudrun Schwarzer, Peter Zimmermann: Entwicklungspsychologie – Kindes- und Jugendalter. Göttingen 2011, S. 270 – 271.

1.2

Erklären Sie die Denkweise des Kindes bei der Entwicklung seiner Geschlechtsidentität (Material 1) anhand PIAGETs Stufenmodell. [12 BE]

Aufgabe Vorschlag C - 2 · Entwicklung: Begriff, Anlage und Umwelt, Erklärungsmodelle

2 Entwicklungstheorien

2.1

Geben Sie die Annahmen und Aussagen über Geschlechtsidentität von JOHN CALAPINTO sowie JOHN MONEY aus Material 2 wieder und ordnen Sie diese jeweils einer theoretischen Erklärung für Entwicklung zu. (10 BE)

2.2

Setzen Sie die Annahme von „Doing Gender“ bzw. „Gender-Performanz“ (Material 3) in Beziehung mit den konstruktivistischen und sozial-konstruktivistischen bzw. interaktionistischen Erklärungen für Entwicklung. (14 BE)

Aufgabe Vorschlag C - 3 · Persönlichkeitspsychologie: Begriff, Paradigmen und Rogers

3 Humanistische Persönlichkeitspsychologie

3.1

Beschreiben Sie auf der Grundlage der humanistischen Persönlichkeitspsychologie die Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes. (12 BE)

3.2

Beurteilen Sie die Beziehung zwischen Aktualisierung und Selbstkonzept sowie Real-Selbst und Ideal-Selbst bei Transgenderkindern. (20 BE)

Aufgabe Vorschlag C - 4 - Entwicklung: Begriff, Anlage un… · Entwicklung: Begriff, Anlage und Umwelt, Erklärungsmodelle

4 Umgang mit Geschlechtsidentitätsstörungen

4 Umgang mit Geschlechtsidentitätsstörungen

4.1

Begründen Sie auf der Grundlage Ihrer Erkenntnisse aus den Aufgaben 1.2, 2.2 und 3.2 die medizinische Behandlung einer Geschlechtsidentitätsstörung in Form einer geschlechtsangleichenden Operation.

Hinweis: Mindestens vier Argumente sind anzuführen. [12 BE]

Aufgabe Vorschlag C - 4 - Selbst, soziale Wahrnehmung und… · Selbst, soziale Wahrnehmung und Einstellungen

4 Umgang mit Geschlechtsidentitätsstörungen

4 Umgang mit Geschlechtsidentitätsstörungen

4.2

Überprüfen Sie die Empfehlung, den Fokus auf „eine affirmative, das heißt eine stützende und die eigene Geschlechtlichkeit bejahende Behandlung“ (Material 4) auszurichten, um eine Selbstwerterhöhung beim Kind zu bewirken und eine differenzierte Wahrnehmung von Geschlechtern bei ihm zu fördern. [12 BE]

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