Abitur Hessen Gesundheitsökonomie 2021 · GK

Abiturprüfung Gesundheitsökonomie in Hessen 2021, GK: 11 Aufgaben mit Lösungen. Themen: Krankenversicherung und Finanzierung: GKV und PKV. Kostenlos.

Themen der Prüfung: Krankenversicherung und Finanzierung: GKV und PKV · Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen · Stationäre Versorgung und Krankenhausfinanzierung · Arzneimittelversorgung · Gesundheitssysteme im internationalen Vergleich · Public Health: Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsziele · Gesundheitsökonomische Evaluation und Entscheidungsanalyse

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1 (Kosten und Nutzen) · Gesundheitsökonomische Evaluation und Entscheidungsanalyse

Volkskrankheit Depression/Finanzierungsdefizite der gesetzlichen Krankenversicherungen

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten chronischen Erkrankungen. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2016 sind Depressionen oder affektive Störungen weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit und kosten die Weltwirtschaft jährlich nahezu eine Billion US-Dollar.

1.1

In der Gesundheitsökonomie werden verschiedene Kostenarten unterschieden. Beschreiben Sie die Begriffe „direkte Kosten“ sowie „indirekte Kosten“ und stellen Sie jeweils zwei Beispiele im Zusammenhang mit Depressionen dar. [8 BE]

1.3

Beschreiben Sie den Begriff „intangibler Nutzen“ und nennen Sie bezogen auf die Erkrankung Depression zwei Beispiele. [4 BE]

1.4

Indirekte Kosten können u.a. mit dem Humankapitalansatz ermittelt werden. Erklären Sie diesen Ansatz sowie dessen Schwächen. [7 BE]

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.2 · Krankenversicherung und Finanzierung: GKV und PKV

Volkskrankheit Depression/Finanzierungsdefizite der gesetzlichen Krankenversicherungen

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten chronischen Erkrankungen. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2016 sind Depressionen oder affektive Störungen weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit und kosten die Weltwirtschaft jährlich nahezu eine Billion US-Dollar.

Erläutern Sie, inwiefern die Krankheit Depression bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung berücksichtigt wird. [4 BE]

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.5 · Public Health: Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsziele

Volkskrankheit Depression/Finanzierungsdefizite der gesetzlichen Krankenversicherungen

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten chronischen Erkrankungen. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2016 sind Depressionen oder affektive Störungen weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit und kosten die Weltwirtschaft jährlich nahezu eine Billion US-Dollar.

Bei Depressionen spielen unterschiedliche Ansätze der Prävention eine wichtige Rolle. Je nach Ansatz spricht man von Primär-, Sekundär- oder Tertiärprävention. Stellen Sie jeweils den Zeitpunkt, die Zielsetzung und die Adressaten dieser drei Präventionsarten dar und nennen Sie jeweils eine präventive Maßnahme bezogen auf die Krankheit Depression. [12 BE]

Präventionsart · Zeitpunkt · Zielsetzung · Adressaten · Präventive Maßnahme (Depression)

Primärprävention

Sekundärprävention

Tertiärprävention

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.6 · Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen

Volkskrankheit Depression/Finanzierungsdefizite der gesetzlichen Krankenversicherungen

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten chronischen Erkrankungen. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2016 sind Depressionen oder affektive Störungen weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit und kosten die Weltwirtschaft jährlich nahezu eine Billion US-Dollar.

Für die Erkrankung Depression wurde in Deutschland im Jahr 2019 ein Disease-Management-Programm (DMP) beschlossen. Nennen Sie vier Kriterien, die bei der Auswahl einer Erkrankung für ein DMP berücksichtigt werden und begründen Sie die Eignung dieses Programms zur Versorgung depressiver Menschen. [12 BE]

Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2 · Krankenversicherung und Finanzierung: GKV und PKV

Thema und Aufgabenstellung – Vorschlag A

2 Den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Deutschland drohen laut einer Studie des Berliner IGES Institutes im Auftrag der Bertelsmann Stiftung für die kommenden Jahre finanzielle Defizite.

2.1

Beschreiben Sie sechs mögliche Ursachen für die finanziellen Defizite der GKV. [12 BE]

2.2

Zur Lösung von prognostizierten finanziellen Defiziten in der GKV schlägt die Bundesbank vor, das Sachleistungsprinzip durch das Kostenerstattungsprinzip zu ersetzen.

Erklären Sie die beiden genannten Prinzipien und überprüfen Sie die Eignung des Vorschlags zur Lösung der Ausgaben- und Einnahmenproblematik der GKV. [10 BE]

2.3

Laut der Studie der Bertelsmann-Stiftung würde eine Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung (PKV) die Versicherten bzw. Krankenkassen entlasten (Material).

Material: Krankenkassen – Abschaffung der Privatkassen würde Versicherte entlasten (2020)

[...] Wenn alle Bundesbürger gesetzlich versichert wären, würden die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) einer Studie zufolge jährlich neun Milliarden Euro Plus machen. Der Beitragssatz könnte um 0,6 bis 0,2 Prozentpunkte sinken, fand das Berliner IGES Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung heraus.

Dabei simulierten die Forscher, wie sich Einnahmen und Ausgaben der GKV entwickeln, wenn alle bisher privat Versicherten in die gesetzliche Kasse einzahlen würden: Jedes momentan gesetzlich versicherte Mitglied könnte demnach pro Jahr durchschnittlich 145 Euro sparen [...].

Das Problem: An der Zweiklassenmedizin verdienen auch die Ärzte, weil sie bei privat versicherten Patienten das 2,5-fache Honorar abrechnen können. Würden die durch den Wegfall der Privaten Krankenversicherung (PKV) anfallenden Honorarverluste ausgeglichen, würden die gesetzlich Versicherten laut der Studie immer noch 48 Euro jährlich sparen.

Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem ein duales System der Krankenversicherung besteht. 2019 waren 8,74 Millionen Bundesbürgerinnen und -bürger privat versichert, die gesetzlichen Krankenkassen hatten 73 Millionen Mitglieder. Die wichtigsten Unterschiede der beiden Lager sind:

Laut der Studie verdienen privat Versicherte mehr als gesetzlich Versicherte: 37.858 Euro und damit 57 Prozent mehr als GKV-Mitglieder mit 24.149 Euro. Gutverdiener werden regelmäßig von ihren gesetzlichen Kassen angeschrieben, wenn sie die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten. Sie erhalten damit den indirekten Hinweis, dass sie sich auch privat versichern könnten.

Privat Versicherte sind für Versicherungen attraktive Kunden, denn sie sind auch gesünder: Nur 17 Prozent sind einmal pro Jahr im Krankenhaus, deutlich weniger als bei GKV-Versicherten (23 Prozent). Deutlich weniger privat Versicherte sind chronisch krank, behindert oder pflegebedürftig.

Einbüßen könnten durch eine Abkehr von der Privatversicherung die Ärzte: Sie könnten keine erhöhten Honorare mehr abrechnen. Die Differenz müsste bei einem Systemwechsel gegebenenfalls kompensiert werden.

Die Terminvergabe für Patienten würde vereinfacht, weil Privatsprechstunden wegfielen. GKV-Patienten warten häufig deutlich länger auf einen Termin, eine Diagnostik oder Therapie.

In der Studie untersuchen die Autoren am Beispiel Bayerns auch den Zusammenhang zwischen der regionalen Verteilung von privat Versicherten und der Niederlassung von Ärzten. Dabei zeigt sich, dass in Gegenden mit einer hohen Anzahl privat Versicherter überdurchschnittlich viele Ärzte ansässig sind.

Wie es sich finanziell genau auswirkt, wenn privat Versicherte nur noch in einen gemeinsamen Solidartopf einzahlen würden, lasse sich nicht exakt prognostizieren, sagte Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Stiftung, auf Nachfrage: Denn die Privatkassen machen die Beiträge von Alter und Gesundheitszustand der Kunden abhängig, also vom zu erwartenden Risiko. Profitieren würden damit vor allem ältere privat Versicherte, deren Einkommen sinkt und die altersbedingt häufiger erkranken, denn ihr Beitrag würde in der gesetzlichen Kasse nicht höher ausfallen als der für derzeit gesetzlich Versicherte. Minus machen würden jüngere PKV-Kunden, die wenig Leistungen beanspruchen und deren Beitrag deshalb niedrig ist.

Die Stiftung empfiehlt eine Abkehr vom Zweiklassensystem. „Nur, wenn sich alle Versicherten unabhängig vom Einkommen zusammentun, um die Risiken zwischen Gesunden und Kranken auszugleichen, kann eine tragfähige Solidargemeinschaft entstehen“, sagte Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Die in einen gesetzlichen und einen privaten Zweig geteilte Krankenversicherung schwäche den sozialen Zusammenhalt. [...]

Die IGES-Studie basiert auf den aktuellsten Daten von 2016 aus einer jährlich durchgeführten Wiederholungsbefragung von rund 12.000 Haushalten. Krankenkassen – Abschaffung der Privatkassen würde Versicherte entlasten, in: Zeit online, 17.02.2020 (abgerufen am 22.06.2020).

2.3.1

Nennen Sie jeweils drei Personengruppen, die typischerweise in der GKV pflichtversichert sind bzw. sich in der PKV versichern können. [6 BE]

2.3.2

Berechnen Sie jeweils die Spanne der monatlichen Beitragsersparnisse, die eine gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerin mit einem Bruttojahresgehalt von 36.336,60 € bzw. eine mit einem Bruttojahresgehalt von 61.441,76 € gemäß der vom Berliner IGES Institut geschätzten Beitragssatzsenkung der GKV um 0,2 bis 0,6 Prozentpunkte (Material) aktuell erwarten würden, wenn alle Bundesbürgerinnen/Bundesbürger gesetzlich versichert wären. Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt 56.250,00 €/Jahr bzw. 4.687,50 €/Monat (Stand 2020). [5 BE]

€

€

€

€

2.3.3

Erörtern Sie mit Hilfe des Materials, ob Versicherte bzw. Ärztinnen und Ärzte von der Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung profitieren würden. [20 BE]

Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 (Internationaler Vergleic… · Gesundheitssysteme im internationalen Vergleich

Das französische und das deutsche Gesundheitssystem im Vergleich / Stationäre Versorgung

Bei internationalen Vergleichsstudien von Gesundheitssystemen schneidet das französische Gesundheitssystem in den Bereichen Qualität und Versorgung regelmäßig als eines der besseren ab. Weniger erfreulich sieht hingegen die finanzielle Situation des Systems aus.

1.1

Stellen Sie mit Hilfe von Material 1 die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Finanzierung und den Leistungen des französischen und deutschen Gesundheitssystems gegenüber. [13 BE]

1.2

Vergleichen Sie auf der Grundlage von Material 1 die weiteren Strukturmerkmale des französischen Gesundheitssystems mit denen des deutschen Gesundheitssystems. [19 BE]

1.6

Erläutern Sie Aufgaben und Nutzen von Vergleichsstudien von Gesundheitssystemen und beurteilen Sie die grundlegende Problematik des Vergleichs von Gesundheitssystemen. [8 BE]

Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1.3 · Arzneimittelversorgung

Das französische und das deutsche Gesundheitssystem im Vergleich / Stationäre Versorgung

Bei internationalen Vergleichsstudien von Gesundheitssystemen schneidet das französische Gesundheitssystem in den Bereichen Qualität und Versorgung regelmäßig als eines der besseren ab. Weniger erfreulich sieht hingegen die finanzielle Situation des Systems aus.

1.3 In Frankreich hängt die Höhe der Erstattungssätze für Medikamente von deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Arzneimittelkategorie ab. Auch in Deutschland lassen sich verschiedene Arzneimittelgruppen unterscheiden.

Nennen und beschreiben Sie die vier Arzneimittelgruppen, die hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit (Abgabevoraussetzung und -ort) für Patientinnen und Patienten in Deutschland unterschieden werden. (8 BE)

Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 (Ambulante Versorgung) · Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen

Das französische und das deutsche Gesundheitssystem im Vergleich / Stationäre Versorgung

Bei internationalen Vergleichsstudien von Gesundheitssystemen schneidet das französische Gesundheitssystem in den Bereichen Qualität und Versorgung regelmäßig als eines der besseren ab. Weniger erfreulich sieht hingegen die finanzielle Situation des Systems aus.

1.4

Kooperationen bzw. Zusammenschlüsse von Ärztinnen und Ärzten im ambulanten Bereich gewinnen sowohl im französischen als auch im deutschen Gesundheitssystem zunehmend an Bedeutung.

Stellen Sie die Kooperationsform der Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) in Deutschland dar und erklären Sie vier Vorteile, die sich aus dieser für Ärztinnen und Ärzte ergeben. (9 BE)

1.5

Die Organisation „Ordre National des Médecins“ ist vergleichbar mit den Landesärztekammern in Deutschland. Nennen Sie fünf Aufgaben der Landesärztekammern. (5 BE)

Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 2 · Stationäre Versorgung und Krankenhausfinanzierung

2 Die stationäre Versorgung stellt neben der ambulanten Versorgung und dem Arzneimittelbereich einen wesentlichen Sektor im deutschen Gesundheitssystem dar. Auf den stationären Sektor entfallen fast exakt ein Drittel der Gesamtausgaben der Krankenkassen. Dies macht ihn zum Ziel gesundheitsökonomischer Überlegungen.

2.1

Stellen Sie die Leistungs- und Finanzierungsbeziehungen in der stationären Versorgung (Plankrankenhäuser) dar.

(8 BE)

2.2

Beschreiben Sie mit Hilfe von Material 2 die Entwicklung wichtiger Krankenhauskennzahlen und begründen Sie die Ursachen dieser Entwicklung.

(20 BE)

Material 2: Entwicklung wichtiger Krankenhauskennzahlen

geändert nach: Statistisches Bundesamt: Grunddaten der Krankenhäuser - Fachserie 12 Reihe 6.1.1 - 2018, 27.08.2020

2.3

Zuweilen werden Überlegungen über eine Änderung der Vergütungsform im stationären Bereich angestellt.

Begründen Sie, inwiefern die Vergütung von Einzelleistungen und die Vergütung mit tagesgleichen Pflegesätzen (Vergütung von Krankenhausleistungen mit einem pauschalen Geldbetrag pro im Krankenhaus verbrachtem Tag der Patientin/des Patienten) gegenüber der Vergütung mit Fallpauschalen (DRG) als vorteilhaft oder als nachteilig anzusehen sind.

(10 BE)

Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1 · Gesundheitsökonomische Evaluation und Entscheidungsanalyse

Material 1: Behandlung der Krankheit A mit Amoxifloxacin und Ciprocillin

Bei der fiktiven Krankheit A handelt es sich um eine Entzündung der Gallenblase, die durch eine besondere Art von Bakterien hervorgerufen wird. Standardmäßig wird die Krankheit A mit dem Antibiotikum Amoxifloxacin behandelt, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % zu einem Therapieerfolg führt. Ist die Behandlung nicht erfolgreich, muss die Gallenblase operativ entfernt werden. Bei 8 % der mit Amoxifloxacin Behandelten treten als Nebenwirkung Magenprobleme auf, die in 85 % der Fälle medikamentös behandelt werden können. Bei 15 % der Patienten ist stattdessen ein stationärer Aufenthalt notwendig. Eine eventuell erforderliche Entfernung der Gallenblase kann erst im Anschluss an die Magenbehandlung erfolgen.

Als Alternativmedikament hat das Unternehmen Biontika das Präparat Ciprocillin auf den Markt gebracht, das eine kostengünstigere Behandlung der Krankheit A verspricht. Als Wahrscheinlichkeit für einen Therapieerfolg konnte im Fall von Ciprocillin 96 % ermittelt werden. In 4 % der Fälle schlägt die Therapie nicht an und die Gallenblase muss operativ entfernt werden. Bei 14 % der behandelten Patienten treten Magenprobleme auf, von denen 80 % medikamentös behandelt werden können und 20 % stationär behandelt werden müssen.

Weitere, für den Medikamentenvergleich wichtige Daten sind in der unten stehenden Tabelle aufgeführt.

Amoxifloxacin

Ciprocillin

Kosten für das Antibiotikum

146 Euro

80 Euro

Kosten für das Magenmedikament

44 Euro

Kosten für die stationäre Behandlung von Magenschmerzen

1.500 Euro

Kosten für die operative Entfernung der Gallenblase

2.500 Euro

Anwendungszeitraum Antibiotikum

7 Tage

10 Tage

Krankenhausaufenthalt bei der Entfernung der Gallenblase

7 Tage

Krankenhausaufenthalt bei Magenproblemen

5 Tage

Aufgaben

Im Rahmen von gesundheitsökonomischen Entscheidungssituationen gilt es oftmals, unterschiedliche Behandlungsalternativen miteinander zu vergleichen.

1.1

Entwickeln Sie auf der Grundlage von Material 1 einen Entscheidungsbaum mit den jeweiligen Wahrscheinlichkeiten an den einzelnen Ästen und berechnen Sie dazu die Wahrscheinlichkeiten für jeden Pfad und jeden einzelnen Ast.

Hinweis: Runden Sie Ihre Ergebnisse auf die vierte Nachkommastelle.

[24 BE]

Pfad

Zustand / Verlauf

Wahrscheinlichkeit

Pfad 1

Amoxifloxacin: wirkt, keine Magenprobleme

Pfad 2

Amoxifloxacin: wirkt, Magenprobleme medikamentös

Pfad 3

Amoxifloxacin: wirkt, Magenprobleme stationär

Pfad 4

Amoxifloxacin: wirkt nicht, keine Magenprobleme

Pfad 5

Amoxifloxacin: wirkt nicht, Magenprobleme medikamentös

Pfad 6

Amoxifloxacin: wirkt nicht, Magenprobleme stationär

Pfad 7

Ciprocillin: wirkt, keine Magenprobleme

Pfad 8

Ciprocillin: wirkt, Magenprobleme medikamentös

Pfad 9

Ciprocillin: wirkt, Magenprobleme stationär

Pfad 10

Ciprocillin: wirkt nicht, keine Magenprobleme

Pfad 11

Ciprocillin: wirkt nicht, Magenprobleme medikamentös

Pfad 12

Ciprocillin: wirkt nicht, Magenprobleme stationär

1.2

Berechnen Sie auf der Grundlage von Material 1 jeweils die zu erwartenden direkten Kosten einer Behandlung mit Amoxifloxacin und mit Ciprocillin und werten Sie diese Ergebnisse aus.

[12 BE]

Euro

Euro

1.3

Neben den direkten Kosten kann auch der Produktionsverlust als indirekte Kosten in einen Vergleich von Arzneimitteln einbezogen werden. Dies kann beispielsweise nach dem Humankapital-Ansatz erfolgen.

1.3.1

Erläutern Sie den Humankapitalansatz und bewerten Sie dessen Eignung zur Ermittlung des Produktionsverlustes.

[6 BE]

1.3.2

Berechnen Sie auf der Grundlage von Material 1 den zu erwartenden Produktionsverlust einer Behandlung mit Amoxifloxacin. Gehen Sie in diesem Zusammenhang davon aus, dass die durchschnittlichen Kosten für einen Arbeitsunfähigkeitstag 105 Euro betragen und Arbeitsunfähigkeit ausschließlich während der Behandlung mit dem Antibiotikum und der Krankenhausaufenthalte besteht.

[6 BE]

Tage

Euro

Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2 · Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen

Im deutschen Gesundheitssystem gewinnen sogenannte „neue“ Versorgungsformen zunehmend an Bedeutung.

2.1

Stellen Sie die Kooperationsform des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) dar.

(5 BE)

2.2

Beschreiben Sie die Diagramme in Material 2 sowie in Material 3 und analysieren Sie diese im Hinblick auf die dargestellten Entwicklungen und deren Ursachen.

Hinweis: Berücksichtigen Sie bei Ihrer Analyse, dass im angegebenen Zeitraum die Zahl der Ärztinnen und Ärzte im ambulanten System stetig gestiegen ist und die Zahl der Einzelpraxen rückläufig war.

(22 BE)

Material 2

Material 3

2.3

Krankenhaus-MVZ werden oftmals nicht von einzelnen Krankenhäusern betrieben, sondern von Konzernen, zu denen mehrere Krankenhäuser und MVZ gehören. Vor diesem Hintergrund wird gewarnt, dass Konzerne mit ihren MVZ die ambulante Versorgung ökonomisieren.

Begründen Sie diese Sichtweise und mögliche Folgen einer solchen Entwicklung.

(8 BE)

2.4

Neben den Medizinischen Versorgungszentren gehören auch Disease-Management-Programme (DMP) zu den „neuen“ Versorgungsformen.

Beschreiben Sie die Versorgungsform Disease-Management-Programm und begründen Sie mögliche Vorteile und Nachteile, die sich für die teilnehmenden Patientinnen und Patienten sowie die Krankenkassen ergeben.

(17 BE)

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