Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 1.6 · Abitur Hessen Gesundheitsökonomie GK 2021
Thema: Ambulante Versorgung und neue Versorgungsformen · Aus der Prüfung GK (2021)
Aufgabenstellung
Volkskrankheit Depression/Finanzierungsdefizite der gesetzlichen Krankenversicherungen
Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten chronischen Erkrankungen. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2016 sind Depressionen oder affektive Störungen weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit und kosten die Weltwirtschaft jährlich nahezu eine Billion US-Dollar.
Für die Erkrankung Depression wurde in Deutschland im Jahr 2019 ein Disease-Management-Programm (DMP) beschlossen. Nennen Sie vier Kriterien, die bei der Auswahl einer Erkrankung für ein DMP berücksichtigt werden und begründen Sie die Eignung dieses Programms zur Versorgung depressiver Menschen. [12 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Nennen Sie vier Kriterien, die bei der Auswahl einer Erkrankung für ein DMP berücksichtigt werden
Lösung: Kriterien, die bei der Auswahl einer Erkrankung für ein DMP berücksichtigt werden (vier davon): - Zahl der von der Krankheit betroffenen Versicherten - Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität der Versorgung - Verfügbarkeit von evidenzbasierten Leitlinien - sektorenübergreifender Behandlungsbedarf - Beeinflussbarkeit des Krankheitsverlaufs durch Eigeninitiative des Versicherten - hoher finanzieller Aufwand der Behandlung
begründen Sie die Eignung dieses Programms zur Versorgung depressiver Menschen
Lösung: Eignung des DMP zur Versorgung depressiver Menschen: - Durch eine Einbeziehung unterschiedlicher Akteure (Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Psychiaterinnen und Psychiater, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter u.a.) und deren Kooperation untereinander wird die Versorgung psychisch Kranker optimiert. - Durch die aktive Einbindung der Patientin/des Patienten bei der Festlegung von Behandlungsschritten und Therapiezielen wird die Eigenverantwortlichkeit des Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung erhöht. - Die mit dem DMP verbundene umfangreichere Dokumentation der Behandlung sorgt für medizinische Qualitätssicherung, da eine gewissenhafte und gründliche Behandlung gewährleistet wird. - Die Orientierung an evidenzbasierten Leitlinien sorgt für eine Steigerung von Qualität bei der Behandlung depressiver Patienten. - Das Know-How der Ärztin/des Arztes wird z.B. durch Fortbildungen und Kooperation mit anderen Ärztinnen und Ärzten erhöht, was wiederum zu einer Verbesserung der Behandlungsqualität führt.
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